Gewaltprävention in der Schule. Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

Eine Fallbeschreibung


Hausarbeit, 2016

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Fallbeschreibung:
1.1 Fall 15: Florian
1.2 Fragen und Antworten zum Fall
1.3 Hypothesen zum Fall

2. Interventionsmaßnahmen
2.1 Das Soziogramm
2.1.1 Definition der Maßnahme
2.1.2 Ablauf eines Soziogramms
2.2 Der Klassenrat

3. Gewalt in der Schule
3.1 Begriffserklärung
3.1.1 Konflikt
3.1.2 Aggression
3.1.3 Gewalt
3.1.4 Arten von Gewalt
3.2 Präventionsmaßnahmen

4. Anwendung der vorgestellten Methoden
4.1 Das Soziogramm als Maßnahme
4.2 Der Klassenrat
4.3 Intervenierende Maßnahmen zum Thema Gewalt

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis:

1. Fallbeschreibung:

1.1 Fall 15: Florian

Florian, 16 Jahre, besucht seit diesem Schuljahr die 8. Klasse. Zu Beginn des Schuljahres verhielt er sich völlig unauffällig, jedoch fehlten ihm bis Weihnachten fast alle Hefte und auch andere Schulmaterialen. Hausaufgaben erledigt er eigentlich nicht. Bisher wurden mehrere Mitteilungen und 2 Verweise an seine Mutter geschickt. Der letzte Verweis enthielt den Zusatz „Kontakt mit der Schulleitung wird erwartet“. Bisher hat sich die Mutter nicht gemeldet. Bei einer Durchsicht aller Anwesenheitslisten wurde weiterhin festgestellt, dass Florian bisher noch nie im GTB-Unterricht war und seit 3 Wochen auch den Sportunterricht nicht besucht, die von der Mutter unterschriebenen Entschuldigungen sehen eher unglaubwürdig aus. Heute fehlt er unentschuldigt. Andere Schüler in der Klasse erzählen jedoch, dass sie Florian heute schon im Bus gesehen haben.

1.2 Fragen und Antworten zum Fall

Florian:

1. Arbeitet der Junge selbst? Hat er einen Nebenjob?

Nein, soweit der Schule bekannt ist nicht

2. Wie ist das äußere Erscheinungsbild? Gepflegt? Ungepflegt? Wie ist die Kleidung?

Die Kleidung ist immer sauber. Auch seine Haare sind immer gewaschen – jedoch ist auffällig, dass er einen leicht nachlässigen, aber durchaus als Statement zu wertenden Stil hat: Jogginghose, Feinrippunterhemd, Lederjacke, dicke Goldketten

3. Trägt er häufig lange Kleidung?

Nein

4. Hat er Hobbys? Wenn ja, welche?

Nein, nichts bekannt

5. Was macht er in seiner Freizeit? Nach dem Unterricht?

Um die Häuser ziehen, am Spielplatz abhängen

6. Wie ist das Leistungspotential?

Die Leistungen bewegen sich im mittleren Bereich, keine Note schlechter als 4

Eltern:

7. Weiß man, wie das Verhältnis zur Mutter ist?

Das Verhältnis zur Mutter ist herzlich und eng und voller Respekt

8. Gibt es einen Vater? Besteht Kontakt?

Es gibt einen Vater, den hat aber bisher niemand gesehen

9. Gibt es Geschwister? Wie ist das Verhältnis?

Eine Halbschwester aus der ersten Ehe der Mutter, zu der hat er jedoch keinen Kontakt. Die Halbschwester studiert in einer anderen Stadt

10. Gibt es Verwandte, zu denen Kontakt besteht? Gut oder schlecht?

Es gibt eine Tante, die immer mal wieder zu Besuch ist, bei der er sich sehr wohl fühlt, die aber laut seiner Aussage ein „Nazi“ ist und laut

11. Gibt es innerhalb der Familie eine Bezugsperson?

Wenn dann seine Mutter

12. Wie sind die Wohnbedingungen?

Die Familie lebt in einem Einfamilienhaus

13. Hat er ein eigenes Zimmer?

Er bewohnt den gesamten, ausgebauten Dachboden

14. Wie sind die wirtschaftlichen Bedingungen der Familie?

Mittelprächtig, beide Eltern arbeiten, sind aber durch den Hauskauf momentan verschuldet

15. Arbeitet die Mutter (Eltern)? Als was?

Produktionshelferin und der Vater arbeite am Bau

Schule:

16. Wie oft, wann und warum hat er eine Klasse wiederholt?

Er hat in der Realschule die 7. Klasse wiederholt

17. Wie ist das Verhältnis zur Klassenlehrerin?

Die Klassenlehrerin kommt gut mit ihm aus

18. Hat die Lehrerin schon einmal ein Gespräch mit dem Jungen geführt?

Mehrfach – er zeigt sich immer kooperativ, einsichtig und bleibt im Gespräch ruhig

19. Wurde versucht, die Mutter telefonisch zu erreichen? Neben Mitteilungen und Verweisen?

Die Mutter arbeitet ganztags und ist nicht zu erreichen, laut Aussage des Schülers geht sein Vater aber prinzipiell nicht ans Telefon

20. Gibt es eine Lehrkraft, zu der Florian vertrauen hat?

Das ist sehr schwer zu sagen, es sieht eher danach aus, als würde er niemandem vertrauen

21. Wurde Florian auf die Mitteilungen und Verweise angesprochen, bei denen die Unterschrift unglaubwürdig aussieht?

Ja, aber er beteuert immer wieder, dass es die Unterschrift seiner Mutter wäre – und betont auch, man könne von Seiten der Schule ja gerne bei ihm zu Hause anrufen

22. Welche Maßnahmen wurden in den Fächern, in denen er oft fehlt, ergriffen?

Bisher keine, denn er war bisher immer von der Mutter entschuldigt

23. Was können andere Kollegen berichten?

Er wäre ihnen gegenüber oppositionell, leistungsverweigernd und würde über alles diskutieren und keine Autorität anerkennen

24. Wie ist Florian Verhalten in der Klasse? Beteiligt er sich aktiv am Unterricht?

Wenn ihn ein Thema interessiert kann er ein Unterrichtsgespräch extrem lebendig mitgestalten mit seinen immer gerne auch provokativen Ansichten

25. Welche Gründe nennt Florian, warum er keine Hausaufgaben gemacht hat?

Er schweigt meist dazu und sagt nur, er wisse schon dass er sich ändern müsse

26. Wurden Maßnahmen der Schulleitung wegen mangelndem Kontakt zur Mutter ergriffen?

Bisher nicht

27. Hat der Sportlehrer etwas bemerkt, warum Florian seit drei Wochen fehlt? Auffälligkeiten?

Der Sportlehrer hat bisher nicht einmal eine Anwesenheitsliste geführt ;-)

28. Gab es einen Schulwechsel?

Ja, in der 7. Klasse von der Realschule auf die Hauptschule – aber nicht nur wegen der Leistungen, eher wegen Verhaltensproblemen

29. Zu welchen Zeiten findet der GTB-/Sportunterricht statt? Tag und Zeit?

Der Unterricht findet immer am Nachmittag statt

30. Kam es bereits in früheren Klassen vor, dass er genau an diesem Tagen fehlte?

Nein

31. Falls er Geschwister hat, fehlen diese auch an diesen Tagen?

Nein

Peers/Freunde:

32. Hat er Freunde in der Klasse /Schule? Welche Art von Freunde?

Er hat nur sehr wenige Freunde, er dominiert die Klasse, d.h. es ist schwer zu unterschieden, ob ihn jemand mag oder lieber mit ihm ist als gegen ihn ;-) viele Schüler haben Angst vor ihm

33. Wie ist seine Position innerhalb Klasse? (besonders im GTB-/Sportunterricht)?

Siehe oben

34. Falls Freunde vorhanden: Sind sie eher fördernd oder hindernd in seiner Entwicklung, seinem Verhalten?

Wie gesagt, er ist eher gefürchtet als gemocht – aber er hat einen guten „Kumpel“ aus der Jahrgangsstufe unter ihm – der ist ihm sehr ähnlich, ruhiger, nicht so aufbrausend auch äußerlich kein „Gangster“ aber stets gewaltbereit

35. Hat er Freunde außerhalb der Schule? Wie oft trifft er sich?

Siehe oben

36. Wie eng ist der Kontakt zu seinen Freunden?

Siehe oben

Profis:

37. Besteht Kontakt zu irgendwelchen Profis?

Nein, bisher nicht

38. Wurden Maßnahmen bezüglich Kontakt zu Profis eingeleitet?

Nein

39. Irgendwelche Diagnosen bekannt? Hindert ihn irgendetwas daran, die volle Leistung zu bringen?

Nein

40. Bekommt Familie Unterstützung in irgendeiner Weise?

Nein

41. Kontakt zu JAS?

Ja

1.3 Hypothesen zum Fall

Aus der Fallbeschreibung und den gestellten Fragen hierzu, ergeben sich eine Vielzahl an Vermutungen (Thesen), die wir folgend näher erläutern werden:

Hypothese_1:

Florian fällt durch sein aggressives und gewaltbereites Verhalten in der Klasse auf. Seine Mitschüler reagieren mit Angst und Furcht, nur wenige akzeptieren das besagte Verhalten.

Hypothese_2:

Florian ist es persönlich egal, welchen Erfolg er in einer für ihn unwichtigen Schule erreicht. Ihm ist es egal, was andere von ihm denken. Sein Integrationswillen innerhalb der Klasse hält sich deshalb in Grenzen.

Hypothese_3:

Florian fehlt eine adäquate Familienstruktur, die ihm Halt und Sicherheit geben würde. Seine Mutter ist zwar für ihn da, der männliche, in der Regel autoritärere Part der Erziehung wird jedoch durch die Abwesenheit des Vaters nicht erfüllt. Als „Hahn“ im Korb werden ihm keine / kaum Grenzen gesetzt.

Hypothese_4:

Florian vertraut nur sehr wenigen Personen in der Schule. Seine Vertrauensprobleme hindern ihn daran, jemanden an sich heranzulassen. Aus diesem Grund berichten Kollegen von seiner oppositionellen Haltung. Allgemeines Interesse an unterrichtlichen Themen besteht jedoch.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Gewaltprävention in der Schule. Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe
Untertitel
Eine Fallbeschreibung
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Mittelschulpädagogik)
Veranstaltung
Kooperation Schule - Jugendhilfe
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V341256
ISBN (eBook)
9783668309975
ISBN (Buch)
9783668309982
Dateigröße
695 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewaltprävention, Klassenrat, Kooperaton, Schule, Jugendhilfe, Soziogramm, Fallbeschreibung
Arbeit zitieren
Marina Heckl (Autor), 2016, Gewaltprävention in der Schule. Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341256

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