Aufgrund der bedeutenden Entwicklungen, welche sich aus der Bundestagswahl 2013 insbesondere für die Parteien FDP und CDU/CSU eröffneten, soll folgend untersucht werden, welche Strategien diese Parteien verfolgt haben und welchen Einfluss diese schlussendlich auf das Wahlergebnis hatten.
Der Vergleich eröffnet die Möglichkeit, Ursachen, Fehler oder Vorteile für den Ausgang der Wahl 2013 zu untersuchen. Die Analyse konzentriert sich primär auf die FDP, welche eine historisch bedeutsame Wahlniederlage verarbeiten muss. Erreichte sie in der Bundestagswahl 2009 noch 14,6 Prozent, gelang ihr in der Bundestagswahl 2013 mit 4,8 Prozent nicht einmal mehr der Einzug in den Bundestag. Das Hauptinteresse der Untersuchung gilt daher einem Vergleich der Strategie der FDP im Bundestagswahlkampf 2009 und im Bundestagswahlkampf 2013.
Es wird untersucht, welche Fehlentscheidungen der Partei oder andere gesellschaftspolitische Ursachen sich für den dramatischen Misserfolg dieser Partei anführen lassen. Einen deutlichen Kontrast zu den Ergebnissen der FDP stellen die Ergebnisse von CDU und CSU dar. Sie sind die deutlichen Gewinner der Bundestagswahl 2013 mit einem dominanten Ergebnis von 41,5 Prozent. Eine Analyse der Strategien von CDU/CSU kann vor diesem Hintergrund sehr aufschlussreich sein.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Abschnitt erfolgt die theoretische Herangehensweise an das Thema. Zunächst erfolgt eine Definition der Begriffe "Strategie“, "Wahlkampf“ und ein Überblick über Wahlkampfstrategien im Allgemeinen. Dies dient als Basis für die folgende Untersuchung.
Anschließend werden der Untersuchungsgegenstand, die Bundestagswahl 2009 und 2013 sowie die Analysemethode vorgestellt. Die Untersuchung erfolgt anhand des abstrahierten Modells von Herbert Müller, welcher drei wesentliche Säulen des Wahlkampfes definierte.6 Mithilfe dieses Modells lässt sich untersuchen, welche Strategien die jeweiligen Parteien in den beiden Wahlkämpfen 2009 und 2013 verfolgten. Außerdem können anhand des Vergleichs der beiden Wahlkämpfe Rückschlüsse auf mögliche Fehlentscheidungen getroffen werden. Abschließend erfolgen eine Präsentation und Interpretation der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Strategie
2.2 Wahlkampf
2.3 Wahlkampfstrategie
3. Untersuchungsgegenstand
3.1 Bundestagswahl 2009
3.2 Bundestagswahl 2013
4. Vorstellung der Analysemethode
4.1. Analyse von Wahlkampfbotschaften nach Herbert Müller
5. Vergleichende Analyse der Strategien der FDP und der CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 2009 und 2013
5.1. Die FDP im Bundestagswahlkampf 2009
5.2. Die FDP im Bundestagswahlkampf 2013
5.3. Die CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 2009
5.4. Die CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 2013
6. Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Wahlkampfstrategien der Parteien FDP und CDU/CSU in den Bundestagswahlkämpfen 2009 und 2013. Ziel ist es, anhand der gewonnenen Erkenntnisse die Gründe für den Erfolg der CDU/CSU sowie die Ursachen für das historisch schlechte Wahlergebnis der FDP im Jahr 2013 zu identifizieren und mögliche Fehlentscheidungen der Akteure aufzuzeigen.
- Analyse strategischer Kommunikation und Wahlkampfbotschaften
- Vergleich der Bundestagswahlkämpfe 2009 und 2013
- Anwendung des Modells von Herbert Müller (Policy, Persons, Party)
- Untersuchung der "Sozialdemokratisierung" der Union
- Evaluation von Fehlentscheidungen bei der FDP
Auszug aus dem Buch
4.1. Analyse von Wahlkampfbotschaften nach Herbert Müller
Herbert Müllers Modell ermöglicht zum einen eine Beschreibung der Wahlkampfthemen und dient zudem der Analyse von Schwerpunktsetzungen in Wahlkämpfen. Ursprünglich war dieses Modell auf eine Analyse der Wahlkampfführung der CDU 1994 ausgerichtet, daher wird es abgewandelt und auf ein höheres Abstraktionsniveau gehoben, um es auch für die Untersuchung anderer Wahlkämpfe anwenden zu können. In diesem abstrahierten Modell werden drei wesentliche Bestimmungsfaktoren, Policy, Persons und Party, unterschieden. Policy, auch als issuebezogene Wahlkampfbotschaften bezeichnet, umfasst dabei strittige Politikfelder, Persons oder auch personenbezogene Wahlkampfbotschaften genannt, bezeichnet die Kandidatenbewertungen und Party umschreibt das Gesamtbild der Partei. Diese Kategorie wird auch als parteibezogene Wahlkampfbotschaften bezeichnet.
Die erste Kategorie, umfasst demnach „die Politikbereiche, die von einer Partei zu Wahlkampfthemen gemacht werden (…).“ Im Wesentlichen wird dieses Element durch zwei Faktoren charakterisiert, „die Problemwahrnehmung in der Bevölkerung und die Kompetenzzuweisung in einzelnen Politikfeldern des Elektorats.“ Daraus folgt, dass Parteien dann gewählt werden, wenn sie zum einen diejenigen Issues thematisieren, welche in der wahlberechtigten Bevölkerung als primäre Problemfelder angesehen werden, und zum anderen für diese Problemfragen entsprechende Problemlösekompetenzen von der Bevölkerung zugewiesen bekommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf den Vergleich der Wahlkämpfe 2009 und 2013 und stellt die zentrale Problemstellung hinsichtlich der Strategien von FDP und CDU/CSU dar.
2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Begriffe Strategie, Wahlkampf und Wahlkampfstrategie geschaffen, um eine einheitliche Basis für die Analyse zu bieten.
3. Untersuchungsgegenstand: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Bundestagswahlen 2009 und 2013 sowie die Ausgangslage der betrachteten Parteien.
4. Vorstellung der Analysemethode: Es wird das Modell von Herbert Müller eingeführt, welches zur strukturierten Untersuchung der Wahlkampfbotschaften dient.
5. Vergleichende Analyse der Strategien der FDP und der CDU/CSU im Bundestagswahlkampf 2009 und 2013: Der Hauptteil analysiert detailliert die spezifischen Strategien beider Parteien in den jeweiligen Wahljahren und beleuchtet die Personal- sowie Themenentscheidungen.
6. Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und diskutiert die strategischen Erfolge sowie Misserfolge, insbesondere im Hinblick auf das Abschneiden der FDP 2013.
Schlüsselwörter
Wahlkampfstrategie, FDP, CDU/CSU, Bundestagswahl 2009, Bundestagswahl 2013, Wahlkampfbotschaften, Herbert Müller, Policy, Persons, Party, asymmetrische Demobilisierung, Sozialdemokratisierung, Wahlverhalten, Wirtschaftskompetenz, Strategische Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Wahlkampfstrategien der Parteien FDP und CDU/CSU während der Bundestagswahlkämpfe 2009 und 2013 und vergleicht diese miteinander.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Im Zentrum stehen das strategische Handeln der Parteien, die Kommunikation von Wahlkampfbotschaften und der Einfluss dieser Faktoren auf das jeweilige Wahlergebnis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit möchte untersuchen, welche Strategien die FDP und CDU/CSU verfolgten, welchen Einfluss diese auf das Wahlergebnis hatten und warum die FDP 2013 ein historisch schlechtes Ergebnis erzielte.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Untersuchung basiert auf dem Modell von Herbert Müller, welches Wahlkampfbotschaften in die drei Säulen Policy, Persons und Party unterteilt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der FDP- und CDU/CSU-Wahlkämpfe von 2009 und 2013, wobei personelle Entscheidungen und thematische Schwerpunkte beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Wahlkampfstrategie, asymmetrische Demobilisierung, Sozialdemokratisierung und die Analyse von Wahlkampfbotschaften nach Müller.
Warum konnte die FDP im Jahr 2009 erfolgreich sein und scheiterte 2013?
Im Jahr 2009 punktete die FDP mit Wirtschaftskompetenz und klarem Profil. 2013 hingegen prägten Themenarmut, personelle Pannen und eine gescheiterte Leihstimmenstrategie den Wahlkampf.
Welche Strategie verfolgte Angela Merkel in beiden Wahlkämpfen?
Angela Merkel setzte sowohl 2009 als auch 2013 auf die Strategie der asymmetrischen Demobilisierung, gepaart mit einer zunehmenden "Sozialdemokratisierung" der Union, um auch linke Wählerschichten anzusprechen.
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- Anonym (Author), 2014, Die Wahlkampfstrategien der Parteien FDP und CDU von 2009 bis 2013, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341393