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Der Einfluss organisationsinterner Expertengemeinschaften auf den Diskurs. Der Internationale Währungsfond

Titel: Der Einfluss organisationsinterner Expertengemeinschaften auf den Diskurs. Der Internationale Währungsfond

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 33 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Martin Kurray (Autor:in)

Politik - Thema: Internationale Organisationen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht, wie ökonomische Ideen den dominanten sozialen Diskurs in wichtigen internationalen Organisationen (IO) bestimmen und welche organisationsinternen Gruppen die entscheidenden Begründer und Transmitter für die Etablierung eines bestimmten Diskurses sein können.

Anhand des empirischen Fallbeispiels des Internationalen Währungsfonds (IWF), dem die Aufgabe der globalen Währungs- und Finanzregulierung zukommt, erfolgt die Untersuchung von organisationsinternen wissenschaftlichen Expertengemeinschaften und deren Einfluss auf die Politik der Organisation und auf die staatlichen Akteure.

In seinem 1989 erschienenen Werk "The Political Power of Economic Ideas" untersucht Peter A. Hall warum sich die Idee des Keynesianismus nach Ende des Zweiten Weltkriegs als dominierende Sichtweise in der Wirtschaftspolitik vieler Staaten durchsetzte. Der Keynesianismus, der unzweifelhaft die ökonomischen Debatten des zwanzigsten Jahrhunderts prägte, wurde jedoch in der 1970er Jahren einerseits transformiert und andererseits durch neue ökonomische Strategien abgelöst.

Wissenschaftlich interessant ist es, diese Veränderung zu untersuchen, beispielsweise indem die Transmitter von ökonomischen Ideen in Gremien und Organisationen identifiziert werden, um ihren Beitrag zur Produktion sozialer Realität betrachten zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Einführung in wichtige Begrifflichkeiten

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Internationale Organisationen als Forschungsgegenstand in den IB

2.2 Das Konzept epistemischer Gemeinschaften in Bezug auf Internationale Organisationen

3. Der IWF und seine Beziehung zu wissenschaftlichen Expertengemeinschaften

3.1 Überblick über die Politik und Ideologie des IWF

3.2 Identifizierung und Klassifizierung wissenschaftlicher Expertengemeinschaften

3.3 Beschreibung und Analyse des Einflusses dieser Expertengemeinschaften

4. Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle von organisationsinternen Expertengemeinschaften innerhalb des Internationalen Währungsfonds (IWF) und deren Einfluss auf die Politikgestaltung sowie die soziale Realität der Organisation. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern sich solche Gemeinschaften identifizieren lassen, welche Mechanismen sie nutzen, um Einfluss zu nehmen, und welche theoretischen Erklärungen für diesen Machtanspruch existieren.

  • Analyse der Rolle ökonomischer Ideen in internationalen Organisationen
  • Untersuchung von Expertengemeinschaften als transnationale Akteure
  • Fallbeispiel IWF: Wandel von keynesianischen zu neoliberalen Paradigmen
  • Die Bedeutung von Expert Authority für die Autonomie internationaler Organisationen
  • Informelle Machtausübung und Normdiffusion durch bürokratische Strukturen

Auszug aus dem Buch

3.2 Identifizierung und Klassifizierung wissenschaftlicher Expertengemeinschaften

Wie in Kapitel 3.1 dargelegt, gab es Ende der 1970er Jahre und zu Beginn der 1980er Jahre einen Wechsel in der Politik des IWF. Der seit der Gründung des IWF vorherrschende keynesianische Konsens wurde durch eine neoliberale Politik ersetzt.71

Aufgrund der Struktur des IWF sind Staaten bzw. deren Regierungen maßgeblich an seinen Entscheidungen beteiligt, so dass anzunehmen ist, dass die ideologische Veränderung staatlich induziert war. Allerdings steht dem die stark ausgeprägte Autonomie der Organisation entgegen.72 Anders als viele IOs muss der IWF die Einlagen seiner Mitglieder nicht verhandeln und einfordern, sondern sie ergeben sich aus den Quoten. Desweiteren haben der IWF bzw. seine Belegschaft die Fähigkeit und Möglichkeit, die Agenda des Executive Board, in dem die Vertreter der Staaten beim IWF die wichtigen politischen Entscheidungen treffen, zu beeinflussen. Die fortgeschrittene bürokratische Arbeitsteilung innerhalb des IWF und die vom Executive Board als hervorragend wahrgenommenen Expertise der Belegschaft, haben dazu geführt, dass das „Agenda-Setting“ nicht durch das Executive Board selbst sondern durch die spezifischen Abteilungen des IWF erfolgt.73 Nach Barnett und Finnemore ist die „Expert Authority“ die wichtigste Quelle der Autorität des IWF: „The ability to use expertise and knowledge is the Fund´s most important source of autonomy.”74

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der ökonomischen Ideen in internationalen Organisationen ein und definiert das Forschungsinteresse an organisationsinternen Expertengemeinschaften am Beispiel des IWF.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Perspektiven auf internationale Organisationen sowie das Konzept der epistemischen Gemeinschaften und deren Bedeutung für die internationale Politik.

3. Der IWF und seine Beziehung zu wissenschaftlichen Expertengemeinschaften: Der Hauptteil analysiert den ideologischen Wandel des IWF von keynesianischen hin zu neoliberalen Ansätzen und identifiziert die internen Gruppen, die diesen Wandel vorangetrieben haben.

4. Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die empirischen Befunde zur Machtausübung durch Experten zusammen und gibt einen Ausblick auf die künftige Rolle von Expertengemeinschaften in der globalen Wirtschaftsordnung.

Schlüsselwörter

Internationaler Währungsfonds, IWF, Epistemische Gemeinschaften, Expertengemeinschaften, Neoliberalismus, Keynesianismus, Internationale Organisationen, Expert Authority, Normdiffusion, Weltfinanzsystem, Global Governance, Strukturanpassung, Kapitalverkehrskontrollen, Wissensbasierte Autorität, Politische Ökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie organisationsinterne Gruppen von Experten, sogenannte Expertengemeinschaften, die Ideologie und Politik des Internationalen Währungsfonds (IWF) maßgeblich mitbestimmen und so als eigenständige Akteure innerhalb der Weltpolitik agieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Einfluss von Expertenwissen auf bürokratische Prozesse, die Dynamik zwischen institutioneller Struktur und ideologischem Wandel sowie die Verbreitung von Normen (Normdiffusion) innerhalb internationaler Organisationen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu identifizieren, ob und wie wissenschaftliche Expertengemeinschaften innerhalb des IWF Einfluss auf die Politik nehmen und auf welche theoretischen Grundlagen sich dieser Einfluss stützt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen konstruktivistisch geprägten, akteurszentrierten Ansatz und verbindet die Theorie der epistemischen Gemeinschaften mit dem neogramscianischen Hegemoniekonzept und der Diskurstheorie, um das Verhalten des IWF zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht den ideologischen Wandel innerhalb des IWF von keynesianischen zu neoliberalen Positionen, identifiziert die maßgeblichen Abteilungen und analysiert die informelle Machtausübung durch Experten bei der Liberalisierung von Kapitalkontrollen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind IWF, Epistemische Gemeinschaften, Neoliberalismus, Expert Authority, Normdiffusion, Global Governance und ökonomische Ideengeschichte.

Warum ist das Research Department des IWF so einflussreich?

Das Research Department fungiert als eine Art Ideenschmiede der Organisation. Durch seine Expertise und die statistische Aufbereitung von Daten beeinflusst es die Agenda und legitimiert politische Entscheidungen des IWF als "wissenschaftlich neutral".

Welche Rolle spielt die Ausbildung der IWF-Ökonomen?

Die Ausbildung an führenden angloamerikanischen Universitäten ist ein entscheidender Faktor für die Verbreitung eines gemeinsamen neoliberalen Verständnisses. Sie dient als Mechanismus zur Sozialisation neuer Mitarbeiter in die bestehende Expertengemeinschaft.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss organisationsinterner Expertengemeinschaften auf den Diskurs. Der Internationale Währungsfond
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Zentrum für Internationale Studieun)
Veranstaltung
Internationale Organisationen und Regime
Note
1,7
Autor
Martin Kurray (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
33
Katalognummer
V341396
ISBN (eBook)
9783668310834
ISBN (Buch)
9783668310841
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss expertengemeinschaften internationale währungsfond
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Kurray (Autor:in), 2009, Der Einfluss organisationsinterner Expertengemeinschaften auf den Diskurs. Der Internationale Währungsfond, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341396
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Leseprobe aus  33  Seiten
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