Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

Rellstablieder aus dem "Schwanengesang" von Franz Schubert. Doch ein Zyklus?

Eine poetisch-musikalische Analyse

Title: Rellstablieder aus dem "Schwanengesang" von Franz Schubert. Doch ein Zyklus?

Bachelor Thesis , 2016 , 49 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Fabio Sagner (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser wissenschaftlichen Arbeit soll der Versuch unternommen werden, die Rellstablieder aus dem Schwanengesang (D 957), das Lied Herbst (D 945) und das Fragment Lebenstmuth (D 937) auf zyklische Zusammenhänge hingehend zu untersuchen. Dies soll unter Einbezug der aktuellen historischen Faktenlage, der Betrachtung neuester fragmenttheoretischer Ansätze von Lindmayr-Brandl und einer poetisch-musikalischen Analyse, der sich schon Budde, Dittrich und Chusid gewidmet haben, erfolgen.

Nach dem Tode Franz Schuberts blieben der Nachwelt viele musikalische Fragmente er¬halten. Auch der Schwanengesang ist als solches darunter zu zählen, genauso wie das Fragment Lebensmuth (D 937). Dass der Schwanengesang aufgrund der Entstehungsge¬schichte, dem Mitwirken verschiedener Dichter und der nicht durchlaufenden Geschichte keinen Zyklus bildet, wurde schon durch mehrere Veröffentlichungen eindeutig bestätigt. Jedoch muss der Versuch unternommen werden, die Lieder der einzelnen Dichter autark voneinander zu betrachten und zu beobachten, ob sie durch gewisse innermusikalische und inhaltliche Zusammenhänge doch einen Zyklus bilden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die letzten Jahre Franz Schuberts und die Entstehungsgeschichte des posthum entstandenen Schwanengesangs

3. Ludwig Rellstab und die Übergabe seiner Gedichte an Beethoven

4. EXKURS: Das musikalische Fragment

4.1. Die Abgrenzung des musikalischen Fragment zu anderen Begrifflichkeiten

4.2. Die Grundtypen eines Fragments bei musikalischen Werken

4.3. Bezug der Fragmenttheorie nach Lindmayr-Brandl auf den Schwanengesang und die Rellstabvertonungen

5. Analyse der Rellstabvertonungen

5.1. Vertonungen aus dem Schwanengesang (D 957, 1-7)

5.1.1. Liebesbotschaft

5.1.2. Kriegers Ahnung

5.1.3. Frühlingssehnsucht

5.1.4. Ständchen

5.1.5. Aufenthalt

5.1.6. In der Ferne

5.1.7. Abschied

5.2. Andere Rellstabvertonungen mit Begleitung des Pianoforte

5.2.1. Lebensmuth (D 937)

5.2.2. Herbst (D 945)

6. Ergeben die Rellstabvertonungen doch einen Zyklus?

6.1. Was ist ein Liedzyklus? – Empirische Definitionen im Kurzüberblick

6.2. Doch kein Zyklus?

6.3. Doch ein Zyklus?

6.4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht, ob die Rellstabvertonungen aus dem Schwanengesang (D 957) sowie die ergänzenden Stücke Herbst (D 945) und das Fragment Lebensmuth (D 937) trotz ihrer komplexen Entstehungsgeschichte als zyklische Einheit betrachtet werden können.

  • Analyse der historischen Entstehungsgeschichte und der Rolle Ludwig Rellstabs.
  • Anwendung fragmenttheoretischer Ansätze nach Lindmayr-Brandl auf Schuberts Werk.
  • Musikalisch-poetische Analyse der einzelnen Rellstab-Vertonungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit musikwissenschaftlichen Definitionen eines Liederzyklus.
  • Diskussion über das Zusammenwirken von Tonalität, Rhythmik und Inhalt zur zyklischen Bestimmung.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Abgrenzung des musikalischen Fragment zu anderen Begrifflichkeiten

Um das musikalische Fragment von anderen Begrifflichkeiten zu unterscheiden, ist eine Differenzierung der Nomenklatur hinsichtlich ihrer Verwendung und ihres Ausdrucks notwendig. Zieht man die Definitionen von Konrad zu den bereits genannten Begrifflichkeiten „Skizze“, „Entwurf“ und „Fragment“ hinzu, wird dies sehr deutlich:

„Die Skizze stellt innerhalb des Kompositionsvorgangs die erste Form der schriftlichen Fixierung einer musikalischen Gestalt dar. Ihr Inhalt kann, bezogen auf die weitere Ausführung der Gestalt, vorläufig oder endgültig sein. Im darauffolgenden Entwurf wird die erste, satzkonstitutive Schicht der endgültigen Fassung eines Werkes oder Werkabschnittes festgehalten. […] Das Fragment ist eine auf dem Weg vom Entwurf zur Endgestalt nicht abgeschlossene Ausfertigung eines Werkes oder Werkabschnittes; es kann in sich voll ausgeführte Kompositionsteile bergen“48.

Heraus kommt heraus, dass die unterschiedlichen Begrifflichkeiten die verschiedenen Stadien eines Arbeitsprozesses zum Ausdruck bringen. Allerdings beantwortet Konrad in dieser Definition nicht die Frage wie ein Werk zu benennen ist welches unvollständig überliefert wurde. Aufgrund dessen muss der erste Satzteil der Definition von Deutsch hinzugezogen werden: „Als Fragment bezeichnen wir eine Komposition, wenn sie unvollständig überliefert ist […]“49. Nach Lindmayr-Brandl ergeben sich damit vier Arbeitsstadien in einer Komposition: Skizze, Entwurf, Fragment und vollständiger Notentext. Als vollständiger Notentext ist die autografe Niederschrift des Komponisten anzusehen. Schon vor der Fertigstellung der Monographie von Lindmayer-Brandl haben sich weitere Begrifflichkeiten eingebürgert, die das Arbeitsstadium des vollständigen Notentextes weiter unterteilen; erste Niederschrift und Reinschrift. Nach Lindmayr-Brandl soll der Begriff erste Niederschrift das „erste, eigenschriftliche Vollendungsstadium“50 beschreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur zyklischen Zusammengehörigkeit der Rellstab-Vertonungen unter Berücksichtigung fragmenttheoretischer und musikalischer Analysen.

2. Die letzten Jahre Franz Schuberts und die Entstehungsgeschichte des posthum entstandenen Schwanengesangs: Beleuchtung der Lebensumstände Schuberts in den letzten Jahren und der komplizierten, durch den Verleger Hasslinger geprägten Veröffentlichungsgeschichte.

3. Ludwig Rellstab und die Übergabe seiner Gedichte an Beethoven: Biografische Einordnung Rellstabs und die historische Kontextualisierung der Übergabe seiner Gedichte, die schließlich in die Hände Schuberts gelangten.

4. EXKURS: Das musikalische Fragment: Theoretische Grundlegung und Begriffsbestimmung von Fragment, Entwurf und Skizze im Werkzusammenhang von Franz Schubert.

5. Analyse der Rellstabvertonungen: Detaillierte musikalisch-poetische Untersuchung der Lieder aus dem Schwanengesang sowie der zusätzlichen Kompositionen Herbst und Lebensmuth.

6. Ergeben die Rellstabvertonungen doch einen Zyklus?: Zusammenführung der Analyseergebnisse und Diskussion der zyklischen Kohärenz auf Basis musikwissenschaftlicher Definitionen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Musikalien und wissenschaftlichen Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Franz Schubert, Schwanengesang, Rellstablieder, Liederzyklus, musikalisches Fragment, Lindmayr-Brandl, musikalisch-poetische Analyse, Lebensmuth, Herbst, Kammermusik, Kompositionsfragment, Tonartencharakteristik, Wiener Klassik, Liedanalyse, Musikgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rellstab-Vertonungen von Franz Schubert, insbesondere die Frage, ob diese Lieder trotz ihrer Entstehungsgeschichte als einheitlicher Liederzyklus verstanden werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Fragmenttheorie, die Entstehungsgeschichte der Rellstab-Vertonungen sowie eine detaillierte Analyse der musikalischen Struktur und der poetischen Inhalte der Lieder.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, durch die Kombination historischer Fakten und einer musikalisch-poetischen Analyse zu prüfen, ob die Rellstab-Lieder eine zyklische Einheit bilden oder ob sie als autarke Kompositionen zu betrachten sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt musiktheoretische Analysen, vergleicht Quellen zur Entstehungsgeschichte und wendet die Fragmenttheorie nach Andrea Lindmayr-Brandl an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Exkurs über den Fragmentbegriff sowie eine systematische Einzalanalyse der Lieder des Schwanengesangs (Rellstab-Teil) und der ergänzenden Werke Lebensmuth und Herbst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind hierbei der Liederzyklus, das Kompositionsfragment, die tonale und motivische Klammer sowie die Bedeutung der Interpretation durch den Verleger Hasslinger.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Verlegers Tobias Hasslinger bei der Zyklusbildung?

Die Arbeit betont, dass die Zusammenstellung des Schwanengesangs auf einer nachträglichen Auswahl des Verlegers basiert, was die zyklische Absicht Schuberts in Frage stellt.

Welche Bedeutung kommt dem Lied Lebensmuth in der Argumentation zu?

Das Fragment Lebensmuth wird als entscheidendes Puzzleteil diskutiert; würde man es als fast vollständig komponiert betrachten, ließe sich ein zyklischer Zusammenhang theoretisch fundierter argumentieren.

Excerpt out of 49 pages  - scroll top

Details

Title
Rellstablieder aus dem "Schwanengesang" von Franz Schubert. Doch ein Zyklus?
Subtitle
Eine poetisch-musikalische Analyse
College
University of Dortmund  (Musik und Musikwissenschaft)
Grade
2,3
Author
Fabio Sagner (Author)
Publication Year
2016
Pages
49
Catalog Number
V341621
ISBN (eBook)
9783668314689
ISBN (Book)
9783668314696
Language
German
Tags
Schubert Rellstab Schwanengesang Fragment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabio Sagner (Author), 2016, Rellstablieder aus dem "Schwanengesang" von Franz Schubert. Doch ein Zyklus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341621
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  49  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint