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Die Gründung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen des IOC

"Saubere Spiele" dank des IOC?

Titre: Die Gründung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen des IOC

Thèse de Master , 2012 , 94 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Alexander Munk (Auteur)

Sport - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Olympischen Spiele würden sterben, wenn man die Dopingbedrohung nicht bekämpfe, formulierte ein kanadischer Minister auf der Anti-Doping Sitzung in Montreal. Genau das versucht das Internationale Olympische Komitee (IOC) seit den 1960er Jahren zu verhindern. Seit dieser Zeit hat das IOC versucht, Doping zu definieren, Regeln aufzustellen sowie Kontrollmethoden und Sanktionen zu entwickeln. Da das Dopingproblem auch von staatlichen Behörden und verschiedenen internationalen Organisationen angegangen wurde, entstanden über die Jahrzehnte nicht nur unterschiedliche Dopingdefinitionen, sondern auch unterschiedliche Dopingregeln, -kontrollen und –sanktionen. Auch innerhalb der Olympischen Bewegung herrschten diverse Auffassungen von Doping und dem angemessenen Umgang mit den begleitenden Problemerscheinungen. Während das IOC hauptsächlich für die Olympischen Spiele zuständig und ansonsten innerhalb der Olympischen Familie nur beratend tätig war, übernahmen die internationalen Verbände (IF) die Verantwortungen für sportliche Ereignisse abseits der Spiele.
Die norwegische Ministerpräsidentin Harlem Brundtland sah 1988 im IOC die internationale Organisation, die eine sehr wichtige Rolle im komplexen Gefüge internationaler Beziehungen spielte. Das IOC kämpfe mit seinen olympischen Idealen gegen internationale Isolation und Apathie. Olympische Solidarität zeige das IOC besonders in Ländern, die keine Möglichkeiten besitzen, Chancengleichheit im Sport zu garantieren. Deshalb sei der Kampf des IOC gegen Doping von unschätzbarem Wert. Innerhalb und außerhalb der Olympischen Bewegung hat sich das IOC seit dem Beginn der 1980er Jahre für die Harmonisierung der internationalen Anti-Doping Politik eingesetzt, bis die Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) im Jahre 1999 das IOC ablöste.
In der vorliegenden Arbeit wird die Gründung der WADA im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen des IOC beschrieben, analysiert und diskutiert. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Fragestellung, inwieweit die Harmonisierungsbestrebungen des IOC zur Gründung der WADA führten. Welche Anti-Doping Politik hat das IOC bis zum Dopingskandal der Tour de France 1998 betrieben und wie sah die Politik danach aus?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs „Doping“

3. Die beteiligten Organisationen

3.1 Die Olympische Bewegung

3.1.1 Das IOC

3.1.1.1 Die Medical Commission

3.1.1.2 Die Athletes’ Commission

3.1.1.3 Die Juridical Commission

3.1.2 Die NOCs

3.1.3 Der CAS

3.1.4 Die IFs

3.2 Die UNESCO

3.3 Der Europarat

4. Die Harmonisierungsbestrebungen des IOC vor Gründung der WADA

4.1 Der Hintergrund

4.2 Die Anti-Doping Politik des IOC der 1980er Jahre

4.2.1 Boykott und Doping – Das Ende der Olympischen Spiele?

4.2.2 Disqualifikation oder eine lebenslange Sperre von Dopingsündern?

4.2.3 Das Problem der Durchführung von Dopingkontrollen

4.2.4 Erste Harmonisierungsbestrebungen außerhalb der Olympischen Bewegung

4.2.5 Die 1. Internationale Anti-Doping Konferenz in Ottawa

4.2.6 Der Ben-Johnson-Skandal 1988

4.2.7 Die erste gemeinsame Anti-Doping Kommission der Olympischen Bewegung

4.2.8 Die 2. Internationale Anti-Doping Konferenz

4.3 Die Anti-Doping Politik des IOC der 1990er Jahre

4.3.1 Die “International Olympic Charter against Doping in Sport”

4.3.2 Die 3. Internationale Anti-Doping Konferenz

4.3.3 Neue Bestrebungen, die Dopingkontrollen zu harmonisieren

4.3.4 Der „Medical Code“ des IOC

4.3.5 Probleme bei der Übernahme des Medical Codes

4.4 Zwischenfazit: Welche Rolle spielten die Harmonisierungsbestrebungen des IOC bis zum Tour de France Skandal 1998 im Kampf gegen Doping?

4.5 Eine supranationale Anti-Doping Agentur entsteht

4.5.1 Exkurs: Der Skandal der Tour de France

4.5.2 Die 1. Welt Anti-Doping Konferenz in Lausanne

4.6 Kritik an der Anti-Dopingpolitik des IOC

4.6.1 Kritik von IOC-Mitgliedern innerhalb IOC-Sessions

4.6.2 Kritik von externen Experten

4.6.3 Ist der moderne Sport noch zu retten?

5. Die WADA

5.1 Die Gründung der WADA

5.1.1 Die Gründung der NADA

5.2 Die Zielsetzung der WADA

5.3 Die Aufgaben der WADA

5.4 Die Organisationsstruktur der WADA

5.5 Die Finanzierung der WADA

5.6 Der „World Anti-Doping Code“

5.7 Die Sanktionen

6. Resümee: Die WADA als letzte Rettung des Spitzensports oder Resultat der Harmonisierungsbestrebungen des IOC?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Gründung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Kontext der jahrzehntelangen Harmonisierungsbestrebungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ziel ist es zu analysieren, welche Rolle das IOC im Kampf gegen Doping spielte, welche strukturellen Probleme bestanden und inwiefern der WADA-Gründungsprozess eine Reaktion auf systemische Mängel und externen Druck darstellte.

  • Historische Entwicklung der Anti-Doping-Politik des IOC (1960er bis 1999)
  • Die Rolle internationaler Organisationen (UNESCO, Europarat) im Dopingkampf
  • Strukturelle Hindernisse bei der Harmonisierung von Regeln und Sanktionen
  • Einfluss von Dopingskandalen (insb. Ben Johnson 1988 und Tour de France 1998) auf die Professionalisierung der Dopingbekämpfung
  • Gründung, Organisationsstruktur und Wirkungsweise der WADA

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Hintergrund

Mit stichprobenartigen Dopingkontrollen hat das IOC in den 1960ern begonnen, das aufkommende Problem des Dopings zu bekämpfen. Bei den Olympischen Spielen in Mexico Stadt 1968, wurden sie zum ersten Mal ausnahmslos durchgeführt. Das IOC veröffentlicht seit 1970 die Liste, die definiert, was unter Doping fällt und was nicht. Allerdings hat es nicht die alleinige Macht, diese Liste durchzusetzen, da das IOC nur alle vier Jahre, bei den Olympischen Spielen, die Sportler auf Doping überprüfen kann. In der Zeit zwischen den Spielen gibt das IOC den Verbänden lediglich Hinweise zur Handhabung des Dopingproblems, die mehr oder weniger beachtet werden. Somit ist das IOC auf die Verbände angewiesen, um eine erfolgreiche Anti-Doping Politik betreiben zu können.

Durch die große Anzahl an Verbänden, existieren viele Meinungen zum Thema Doping, bzw. einer geeigneten Anti-Doping Politik. Die unterschiedliche Vorgehensweise im Bezug auf Kontrollen, Regeln und Strafen von IOC und IFs führt zu einem Dilemma, da Kommunikationsprobleme, Disharmonien und immer neue Dopingtechniken das Dopingproblem rasant wachsen lassen. KERN (2007, S. 140) sieht hier das Hauptproblem: Solange die „Sportorganisationen an ihrer Regelungskompetenz [...] festhalten“, kann eine „vollständige Kongruenz von Regelungsinhalten nicht erreicht“ werden. Als Vorreiter, ja sogar Vorbild der Anti-Doping-Bewegung, wie sich das IOC gerne selbst betitelt, will es die Missstände beseitigen und den Sport „sauber“ machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Dopingproblematik für den Olympischen Sport und definiert die Fragestellung zur Rolle der Harmonisierungsbestrebungen des IOC bei der WADA-Gründung.

2. Definition des Begriffs „Doping“: Dieses Kapitel arbeitet die historische und soziale Konstruktion des Dopingbegriffs sowie dessen Wandel durch verschiedene Institutionen auf.

3. Die beteiligten Organisationen: Hier werden die Akteure der Olympischen Bewegung (IOC, IFs, NOCs, CAS) sowie externe Organisationen wie UNESCO und Europarat hinsichtlich ihrer Rollen und Zuständigkeiten porträtiert.

4. Die Harmonisierungsbestrebungen des IOC vor Gründung der WADA: Der Hauptteil analysiert die IOC-Anti-Doping-Politik über Jahrzehnte hinweg, inklusive Skandalen, Konferenzen und der Entwicklung des Medical Code, bis hin zum Wendepunkt durch den Tour-de-France-Skandal 1998.

5. Die WADA: Dieses Kapitel beschreibt die Konstituierung der WADA, ihre Ziele, Aufgaben, Finanzierung sowie die Einführung des World Anti-Doping Code (WADC).

6. Resümee: Die WADA als letzte Rettung des Spitzensports oder Resultat der Harmonisierungsbestrebungen des IOC?: Das Fazit bewertet die Bemühungen des IOC kritisch und analysiert, inwiefern die WADA als notwendige Konsequenz aus dem Scheitern olympischer Eigenbemühungen zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Doping, IOC, WADA, Harmonisierung, Sportpolitik, Anti-Doping-Politik, Olympische Bewegung, Medical Code, World Anti-Doping Code, Sportgerichtsbarkeit, Dopingkontrollen, internationale Zusammenarbeit, Integrität, Sportorganisationen, Trainingskontrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Strategien des Internationalen Olympischen Komitees zur Dopingbekämpfung zwischen 1960 und 1999 entwickelt haben und wie daraus letztlich die Gründung der unabhängigen Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) resultierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Im Zentrum stehen die Machtstrukturen innerhalb der olympischen Sportwelt, die Problematik widersprüchlicher Regelwerke bei verschiedenen internationalen Verbänden und der wachsende Einfluss staatlicher Behörden auf die Sportautonomie.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Harmonisierungsbestrebungen des IOC zur Gründung der WADA führten und wie sich die Anti-Doping-Politik vor und nach dem Skandal der Tour de France 1998 gestaltete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Masterarbeit basiert auf einer fundierten Quellenanalyse der Protokolle von IOC-Sessions sowie offiziellen Publikationen der WADA. Ergänzend wird relevante sportwissenschaftliche Fachliteratur zur Einordnung der Ereignisse herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Konferenzen und Kommissionen des IOC, die Entwicklung der "Anti-Doping Charta" sowie des "Medical Codes" und die Auswirkungen prominenter Dopingskandale wie dem Fall Ben Johnson auf die Verbandsstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doping, IOC, WADA, Harmonisierung, Sportpolitik, internationale Zusammenarbeit und Sportgerichtsbarkeit beschreiben.

Warum war der Ben-Johnson-Skandal 1988 so entscheidend?

Er fungierte als Katalysator, der die systemischen Mängel des damaligen Kontrollsystems offenlegte und den immensen Druck auf das IOC erhöhte, über rein plakative Handlungen hinaus verbindlichere Strukturen und Kontrollen zu schaffen.

Welche Rolle spielte die Tour de France 1998 für die WADA-Gründung?

Dieser Skandal markierte den finalen Punkt, an dem das IOC die Kontrolle über den Anti-Doping-Kampf an eine unabhängige, paritätisch besetzte Organisation abgeben musste, da das Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit in die Selbstreinigungskräfte des Sports erschöpft war.

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Résumé des informations

Titre
Die Gründung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen des IOC
Sous-titre
"Saubere Spiele" dank des IOC?
Université
University of Münster  (Sportwissenschaft)
Note
2,7
Auteur
Alexander Munk (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
94
N° de catalogue
V341625
ISBN (ebook)
9783668316256
ISBN (Livre)
9783668316263
Langue
allemand
mots-clé
IOC Doping WADA Olympia Olympische Spiele
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Munk (Auteur), 2012, Die Gründung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) im Kontext internationaler Harmonisierungsbestrebungen des IOC, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341625
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