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Die berufliche Weiterbildung von Geringqualifizierten. Eine Untersuchung der Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Weiterbildungsmaßnahmen

Title: Die berufliche Weiterbildung von Geringqualifizierten. Eine Untersuchung der Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Weiterbildungsmaßnahmen

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Udo Kroack (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Seit Ende der 1960er Jahre vollzieht sich ein Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, verbunden mit einer steigenden Digitalisierung und Globalisierung in der Arbeitswelt. Im Zuge dieser Veränderungen tendiert die Arbeitskräftenachfrage in Richtung einer Höherqualifizierung. Gleichzeitig wird sich durch den demographischen Wandel die Struktur der Gesellschaft deutlich verändern. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs stellt eine zentrale politische Herausforderung dar, die die Notwendigkeit nach sich zieht, alle Potenziale auszuschöpfen.

Vor diesem Hintergrund wird dem lebenslangen Lernen und der beruflichen Weiterbildung eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, aber auch der Chancengleichheit und der sozialen Teilhabe zugeschrieben. Berufliche Weiterbildung soll Versäumnisse in früheren Bildungsphasen kompensieren, um Zugang zu existenzsichernder Arbeit und sozialer Integration zu gewähren.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit Weiterbildung diesen hohen Erwartungen gerecht werden kann. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass gerade die Zielgruppe der formal gering Qualifizierten bei der Weiterbildungsbeteiligung stark unterrepräsentiert ist. Um die Ursachen für dieses Phänomen eruieren zu können, wird ein genauerer Blick auf die Merkmale der Gruppe von formal gering Qualifizierten und ihre Situation am Arbeitsmarkt geworfen. Im Anschluss wird die Ungleichheit in der Weiterbildungsteilnahme unter Berücksichtigung von soziodemographischen Faktoren genauer beleuchtet. Es soll untersucht werden, ob der Einsatz von digitalen Medien diese hinderlichen Faktoren abschwächen oder verhindern kann.

Der Fokus soll aber nicht auf einzelnen Instrumenten des E-Learning liegen, sondern vielmehr darauf, ob die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen innerhalb der Zielgruppe geeignet sind, diese neuen Lernformen erfolgreich einsetzen zu können. Hierzu werden die Bildungsvoraussetzungen der gering Qualifizierten beschrieben, um danach auch einen soziologischen Blick auf die unterschiedlichen Einstellungen bestimmter gesellschaftlicher Schichten gegenüber Bildungzu werfen. Es werden Ansatzpunkte zur Verbesserung der Situation schlussgefolgert und exemplarisch bereits initiierte Maßnahmen und Projekte vorgestellt sowie Vorschläge eingebracht, den Ursachen für die Weiterbildungsabstinenz zu begegnen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zielgruppe „gering Qualifizierte“

2.1 Merkmale der Zielgruppe „gering Qualifizierte“

2.2 Arbeitsmarktsituation der gering Qualifizierten

3. Soziale Ungleichheiten bei der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung

3.1 Beschreibung der Disparitäten anhand soziodemographischer Faktoren

3.2 Hemmende Faktoren bei formal gering Qualifizierten

3.3 Digitale Medien – eine „Wunderwaffe“ zur Weiterbildung von Geringqualifizierten im quartären Sektor?

3.4 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen für digitale Weiterbildungsangebote

3.5 Soziologische Aspekte

4. Ansatzpunkte zur Einbeziehung weiterbildungsabstinenter Gruppen

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und individuellen Voraussetzungen, die zu einer unterdurchschnittlichen Weiterbildungsbeteiligung bei formal gering qualifizierten Erwerbstätigen führen, und analysiert das Potenzial digitaler Lernformate zur Überwindung dieser Barrieren.

  • Merkmale und Arbeitsmarktsituation gering qualifizierter Personen
  • Analyse sozialer Ungleichheiten bei der Weiterbildungsteilnahme
  • Hemmende Faktoren auf Mikro-, Meso- und Makroebene
  • Potenziale und Grenzen digitaler Medien zur Bildungsdemokratisierung
  • Ansatzpunkte für eine verbesserte Einbeziehung dieser Zielgruppe

Auszug aus dem Buch

3.3 Digitale Medien – eine „Wunderwaffe“ zur Weiterbildung von Geringqualifizierten im quartären Sektor?

Wie eben ausführlich beschrieben, liegen der geringen Weiterbildungsbeteiligung der formal gering Qualifizierten viele Ursachen auf verschiedenen Ebenen zugrunde. Vor diesem Hintergrund scheinen digitale Medien, denen ja oft das Potenzial zur Demokratisierung von Bildung nachgesagt wird, ein probates Mittel zu sein, vielen der beschriebenen Weiterbildungsbarrieren zu begegnen.

Laut AES 2012 nennen Nicht-Teilnehmende vor allem folgende Barrieren deutlich häufiger als Teilnehmende: „eine Ablehnung schulischen Lernens, Angst vor Misserfolg, fehlende persönliche Beratung, familiäre Verpflichtungen, Kostenaspekte sowie Altersgründe oder gesundheitliche Einschränkungen. Nicht Teilnehmende mit Teilnahmeabsicht nennen überdurchschnittlich oft angebotsbezogene Barrieren, insbesondere zu hohe Weiterbildungskosten“ (Bilger et al. 2013, S. 231). Digitales Lernen oder E-Learning bietet viele verschiedene Ausprägungsformen, die das Potenzial hätten, diese Barrieren abbauen oder zumindest abschwächen zu können. Weniger formalisierte und institutionalisierte Lernformen können der Ablehnung schulähnlichen Lernens und Versagensängsten entgegenwirken. Durch die größere zeitliche und örtliche Flexibilität sowie geringere Kosten des E-Lear-nings können weitere der genannten Hemmnisse beseitigt werden. Die Möglichkeit, im individuellen Lerntempo zu arbeiten und der Verzicht auf formale Voraussetzungen sollten ebenfalls positive Teilnahmeeffekte bewirken können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel zur Wissensgesellschaft und den daraus resultierenden Fachkräftemangel, welcher die berufliche Weiterbildung als zentrales Instrument zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit positioniert.

2. Die Zielgruppe „gering Qualifizierte“: Dieses Kapitel definiert den Begriff der gering Qualifizierten und analysiert deren prekäre Situation am Arbeitsmarkt, die durch ein höheres Risiko für Arbeitslosigkeit geprägt ist.

3. Soziale Ungleichheiten bei der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung: Das Kapitel untersucht die empirisch belegte ungleiche Weiterbildungsbeteiligung und identifiziert sowohl individuelle als auch strukturelle sowie unternehmensinduzierte Barrieren, während die Rolle digitaler Medien kritisch reflektiert wird.

4. Ansatzpunkte zur Einbeziehung weiterbildungsabstinenter Gruppen: Hier werden Strategien vorgestellt, um die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen, wobei insbesondere aufsuchende Beratung, lernförderliche Arbeitsgestaltung und die Verzahnung von informellem und formalem Lernen im Fokus stehen.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit differenzierter Konzepte zusammen und warnt vor einer weiteren Selektion im Zuge digitaler Weiterbildung, sofern keine begleitenden didaktischen Unterstützungsangebote erfolgen.

Schlüsselwörter

Geringqualifizierte, berufliche Weiterbildung, soziale Ungleichheit, lebenslanges Lernen, digital divide, E-Learning, Arbeitsmarkt, Weiterbildungsabstinenz, Humankapitaltheorie, digitale Medien, soziale Milieus, Weiterbildungsbarrieren, Bildungsbenachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe für die geringe Weiterbildungsbeteiligung formal gering qualifizierter Erwerbstätiger in Deutschland und beleuchtet die Rolle gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Arbeitsmarktsituation dieser Gruppe, die verschiedenen Barrieren bei der Weiterbildungsteilnahme sowie das Potenzial digitaler Lernformen als Lösungsansatz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Einbeziehung dieser bildungsbenachteiligten Zielgruppe durch zielgerichtete Maßnahmen und eine veränderte Didaktik verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Sekundärdaten, insbesondere den Ergebnissen des Adult Education Survey (AES) sowie soziologischen Theorien, wie beispielsweise von Pierre Bourdieu, basiert.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Ungleichheiten, eine detaillierte Analyse der Barrieren auf verschiedenen Ebenen und eine Diskussion über Chancen und Risiken digitaler Bildungsangebote.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere gering Qualifizierte, berufliche Weiterbildung, soziale Ungleichheit, Bildungsbenachteiligung und digital divide.

Inwiefern spielen soziale Milieus bei der Weiterbildungsbeteiligung eine Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht mittels Bourdieu, dass die Ablehnung von Weiterbildung oft mit dem Habitus des sozialen Milieus verknüpft ist, da Bildungschancen ungleich verteilt sind und eine Wahrnehmung von Erfolgsaussicht maßgeblich ist.

Warum wird die „digitale Wunderwaffe“ kritisch hinterfragt?

Obwohl digitale Medien zeitliche Flexibilität bieten, warnt die Arbeit davor, dass aufgrund bestehender digitaler Ungleichheiten (digital inequality) eine „dreifache Selektivität“ droht, wenn die notwendige didaktische Begleitung fehlt.

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Details

Title
Die berufliche Weiterbildung von Geringqualifizierten. Eine Untersuchung der Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Weiterbildungsmaßnahmen
College
University of Hagen
Course
Modul 6
Grade
1,3
Author
Udo Kroack (Author)
Publication Year
2016
Pages
35
Catalog Number
V341638
ISBN (eBook)
9783668313996
ISBN (Book)
9783668314009
Language
German
Tags
berufliche Weiterbildung Weiterbildung Soziologie Gesellschaftliche Rahmenbedingungen Modul 6 E-Learning Digital Divide gering Qualifizierte Geringqualifizierte digitale Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Udo Kroack (Author), 2016, Die berufliche Weiterbildung von Geringqualifizierten. Eine Untersuchung der Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für digitale Weiterbildungsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341638
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