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Schwangerschaftsabbruch. Moralische und ethische Sichtweisen

Titel: Schwangerschaftsabbruch. Moralische und ethische Sichtweisen

Hausarbeit , 2014 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Stefan Müller (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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In dieser Hausarbeit soll zunächst ein Überblick über die historische Entwicklung des Schwangerschaftsabbruchs, anhand des § 218 StGB gegeben werden. Dabei soll die Frage der gesetzlichen Regelung innerhalb Deutschlands geklärt werden. Des Weiteren wird es eine philosophische Diskussion gegeben. Dadurch sollen die Fragen, wann das Lebensrecht beginnt und wann Schwangerschaftsabbruch als moralisch zulässig oder moralisch unzulässig gilt, beantwortet werden. Ein soziologischer Zugang des Schwangerschaftsabbruchs wird durch das anwenden zweier Theorien aufgezeigt. Anschließend wird die Sichtweise der christlichen Religion betrachtet.

Papst Benedikt XVI. bezieht 2007 klare Stellung zum Thema Schwangerschaftsabbruch: „In Europa ist zuerst der Begriff der Menschenrechte formuliert worden. Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein – sie ist das Gegenteil davon.“
Das Zitat von Papst Benedikt XVI. macht deutlich, wie sehr das Thema in der Gesellschaft diskutiert wird. Eine grundsätzliche Betrachtung der Problematik des Schwangerschaftsabbruchs ist nicht neu. Schon immer musste sich die Gesellschaft mit moralischen und rechtlichen Fragen bezüglich des Schwangerschaftsabbruchs auseinandersetzen. Die moralische und rechtliche Beurteilung über den Abbruch einer Schwangerschaft ist jedoch immer noch ein gesellschaftlich sehr umstrittenes Thema.

Eine Frau kann oft diversen Gründen ausgesetzt sein, die einen Abbruch der Schwangerschaft in Erwägung ziehen. Oft gibt es viele Argumente die nicht für das fortsetzten einer Schwangerschaft sprechen. Argumente wie zum Beispiel ein unzureichend gesichertes Umfeld der Schwangeren, finanzielle Notlagen oder eine Gene-tisch vererbte Krankheit des Ungeborenen. Befindet sich eine Frau in solch einer Lage, ist der Abbruch der heute abtreibungsfreundlichen Gesetzgebung geregelt. Jedoch reicht die Regelung der Rechtsprechung nicht aus um eine Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruchs vornehmen zu können. Geht es um die Thematik eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden, ist die Schwangere auch der Frage der Moral und Ethik ausgesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Schwangerschaft

2.2 Schwangerschaftsabbruch

2.3 Moral und Ethik

3 Der Schwangerschaftsabbruch

3.1 Die Würde des Menschen

3.2 Historische Entwicklung des §218 und derzeitiger Stand

3.3 Verfahren zum Schwangerschaftsabbruch

3.4 Folgen des Schwangerschaftsabbruches

3.5 Schwangerschaftsabbruch aus der Sicht von Moral

4 Der Schwangerschaftsabbruch in der philosophischen Diskussion

4.1 Beginn des Lebensrechts nach dem Philosophen Norbert Hoerster

4.2 Die Abtreibung als moralisch zulässig: Eine Theorie von Peter Singer

4.2 Die Abtreibung als unmoralisch: Eine Position von Don Marquis

5 Soziologischer Zugang

5.1 Utilitarismus und Schwangerschaftsabbrüche

5.2 Die hedonistische Theorie als Zugang zum Thema des Schwangerschaftsabbruches

6 Sichtweise und Zugang über die christliche Religion

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der komplexen Thematik des Schwangerschaftsabbruchs auseinander. Ziel ist es, die historischen, rechtlichen, philosophischen und soziologischen Dimensionen zu beleuchten, um zu verstehen, warum dieses Thema gesellschaftlich so stark polarisiert und welche moralischen sowie ethischen Abwägungsprozesse dabei eine Rolle spielen.

  • Historische Entwicklung der gesetzlichen Regelung (§ 218 StGB) in Deutschland.
  • Philosophische Diskussionen über den Beginn des Lebensrechts und die Moralität der Abtreibung.
  • Analyse durch soziologische und ökonomische Theorien (Utilitarismus, Hedonismus).
  • Die Perspektive der christlichen Religion und deren Einfluss auf den Diskurs.
  • Ethische Reflexion über die staatliche Neutralität in einer pluralistischen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3 Verfahren zum Schwangerschaftsabbruch

Der Abbruch einer Schwangerschaft kann durch diverse Methoden erfolgen. Ein für erfahrene Ärzte einfacher und in wenigen Minuten durchführbarer Eingriff ist die Absaugmethode. Dieses Verfahren ist mit 73% die am häufigsten angewandte Methode des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. In Deutschland wird dieser Eingriff meist unter Vollnarkose durchgeführt. In anderen Ländern ist es auch üblich die Schmerzen unter lokaler Betäubung zu lindern. Da die lokale Betäubung die sicherste Methode zur Schmerzlinderung beim Abbruch der Schwangerschaft ist, wird diese Methode von der Weltgesundheitsorganisation, den französischen und britischen Richtlinien empfohlen. Dabei wird der Muttermund mit Kugelzangen festgehalten und mit Metallstiften erweitert. Der Embryo wird nun zusammen mit der Schleimhaut und dem Fruchtsack mit einer Saugcurette (Plastikschlauch; ca. 6-12 mm Durchmesser) abgesaugt. Zum Zeitpunkt der 10. Schwangerschaftswoche ist der Embryo etwa 19-24 mm lang. Sind Gewebereste dabei nicht vollständig entfernt worden, muss gegebenenfalls mit einer wiederholten Absaugung der Restbestand entfernt werden. Kontrollieren lässt sich diese durch einen Ultraschall. Wenn eine Ultraschallkontrolle erfolgt ist, ist regulär keine Nachuntersuchung mehr notwendig. Schmerzen oder Krämpfe, die meist nur vereinzelt nach diesem Vorgang auftreten, können mit entsprechenden Medikamenten leicht gelindert werden.

Eine früher gebräuchliche Methode zum Abbruch einer Schwangerschaft ist die Ausschabung der Gebärmutter. Diese Methode wird heute kaum noch angewandt und ist durch die zuvor aufgezeigte Methode der Absaugung abgelöst worden. Die Gebärmutter wird nach Aufdehnung des Muttermundes mit einen löffelartigen Instrument entleert. Es wird der Embryo zusammen mit der Schleimhaut und dem Fruchtsack entfernt. Sind durch andere Methoden noch Gewebereste in der Gebärmutter vorhanden, findet diese Methode heute zum Entfernen des Restbestandes statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesellschaftliche und ethische Debatte um den Schwangerschaftsabbruch ein und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2 Definitionen: Hier werden die zentralen Begriffe Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, Moral und Ethik aus juristischer und fachsprachlicher Sicht definiert.

3 Der Schwangerschaftsabbruch: Dieses Kapitel behandelt die rechtliche und historische Grundlage des § 218 StGB sowie die medizinischen Verfahren und die Folgen des Abbruchs.

4 Der Schwangerschaftsabbruch in der philosophischen Diskussion: Es werden verschiedene philosophische Standpunkte, wie die von Hoerster, Singer und Marquis, gegenübergestellt, um die Zulässigkeit eines Abbruchs zu diskutieren.

5 Soziologischer Zugang: Dieser Abschnitt analysiert das Thema unter Zuhilfenahme utilitaristischer und hedonistischer Ansätze hinsichtlich ihrer soziologischen und ökonomischen Relevanz.

6 Sichtweise und Zugang über die christliche Religion: Es wird dargelegt, wie die christliche Lehre, insbesondere die Enzyklika Evangelium vitae, das Thema bewertet und welche Konflikte sich daraus mit staatlichen Beratungsregelungen ergeben.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Schwierigkeit, eine moralisch eindeutige, gesellschaftlich akzeptierte Lösung in einer pluralistischen Welt zu finden.

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsabbruch, § 218 StGB, Ethik, Moral, Lebensrecht, Utilitarismus, Hedonismus, Beratungspflicht, Abtreibungspille, Philosophie, Religion, Menschenwürde, Bioethik, Schwangerschaftskonflikt, Medizin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Thema des Schwangerschaftsabbruchs unter Berücksichtigung rechtlicher, philosophischer, soziologischer und religiöser Perspektiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des § 218 StGB, der medizinischen Praxis der Abtreibung, der philosophischen Debatte um den Status des Embryos und der christlichen sowie utilitaristischen Bewertung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die verschiedenen Argumentationslinien zum Schwangerschaftsabbruch aufzuzeigen, um die Komplexität der moralischen Beurteilung innerhalb einer pluralistischen Gesellschaft zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre deskriptive Analyse sowie eine komparative Betrachtung verschiedener ethischer Theorien und gesellschaftlicher Positionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Gesetzeslage, eine Darstellung der medizinischen Eingriffsmethoden, eine philosophische Auseinandersetzung mit Lebensrechten sowie soziologische und religiöse Zugänge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Schwangerschaftsabbruch, § 218 StGB, Ethik, Moral, Lebensrecht, Utilitarismus und gesellschaftliche Neutralität.

Warum ist die Absaugmethode in Deutschland so dominant?

Sie gilt als ein für erfahrene Ärzte technisch einfacher, effizienter und in wenigen Minuten durchführbarer Eingriff, der zudem mit 73 % die am häufigsten angewandte Methode darstellt.

Wie bewertet der Philosoph Norbert Hoerster das Lebensrecht?

Hoerster vertritt die These, dass das Lebensrecht erst mit der Geburt beginnt, da ein Ungeborenes noch kein Ich-Bewusstsein besitze und somit kein Interesse am Überleben habe.

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Details

Titel
Schwangerschaftsabbruch. Moralische und ethische Sichtweisen
Veranstaltung
Berufsethik
Note
1,7
Autor
Stefan Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V341678
ISBN (eBook)
9783668314078
ISBN (Buch)
9783668314085
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schwangerschaftsabbruch moralische sichtweisen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Müller (Autor:in), 2014, Schwangerschaftsabbruch. Moralische und ethische Sichtweisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341678
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Leseprobe aus  18  Seiten
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