In den letzten Jahrhunderten haben sich unterschiedliche Ansätze entwickelt, um die wirtschaftlichen Zusammenhänge einer Volkswirtschaft zu erklären. Zu den Populärsten zählen die Neoklassik und die Theorien von John Maynhard Keynes, der aus ihnen den Keynesianismus formte. Im Folgenden stelle ich die Kernaspekte der jeweiligen Theorien heraus, um zu analysieren, wovon Einkommen, Beschäftigung, Zins und Ersparnis beeinflusst werden und warum.
Für die nachfolgenden Erklärungen und Grafiken habe ich mich auf die typischen Funktionsverläufe beschränkt. Demnach können die Theorien für speziellere Fälle auf anderen Annahmen beruhen und abweichende Verläufe hervorrufen, welche jedoch auf Grund ihres Umfangs nicht weiter behandelt werden und sich zudem nur im System einer geschlossenen Volkswirtschaft bewegen. Zur Vereinfachung wird von der Neoklassik oder dem neoklassischen Paradigma gesprochen, ohne dabei zusätzlich zu erwähnen, dass es sich dabei um die Sicht auf die makroökonomische Neoklassik handelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neoklassik
2.1. Allgemeine Grundsätze
2.2. Beschäftigung
2.3. Einkommen
2.4. Zins
2.5. Ersparnis
3. Keynesianismus
3.1. Allgemeine Grundsätze
3.2. Zins
3.3. Ersparnis
3.4. Einkommen
3.5. Beschäftigung
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Kernaspekte der neoklassischen Theorie und des keynesianischen Paradigmas systematisch gegenüberzustellen. Durch den theoretischen Vergleich soll analysiert werden, welche Faktoren Einkommen, Beschäftigung, Zins und Ersparnis in den jeweiligen Modellen beeinflussen und wie diese zu unterschiedlichen gesamtwirtschaftlichen Schlussfolgerungen führen.
- Grundprinzipien der neoklassischen Gleichgewichtstheorie
- Struktur und Rolle der Märkte im keynesianischen Paradigma
- Determinationsfaktoren von Lohn, Zins und Beschäftigung
- Vergleich der monetären Sektoren und der Bedeutung des Geldes
- Analyse der Spar- und Investitionsprozesse in beiden Schulen
Auszug aus dem Buch
3.3. Ersparnis
Der Zins auf dem Geldmarkt hat, da Geld gleichzusetzen ist mit einem Kredit, auch direkten Einfluss auf den Kreditmarkt bzw. Kapitalmarkt. Das Gleichgewicht liegt hier bei I(i)=S(y) (siehe Abbildung 9). Der Geldmarkt wird in späteren Erweiterungen des Keynesianismus auch im IS-LM-Modell zusammen mit dem Kapitalmarkt analysiert.
Grundsätzlich hängt die Entscheidung zu Sparen von der Höhe des Einkommens ab. Wenn die aggregierte Ersparnis ansteigt (A→B), beispielsweise durch ein erhöhtes Einkommen, und die Haushalte sich dazu entscheiden ihren Gegenwartskonsum zu reduzieren, dann wird eine lange Reaktionskette ausgelöst.
S↑→C↓ (Bargeld)→yn↓(gesamtwirtschaftliche Nachfrage)→ya↓→An↓→S↓
Es tritt das sogenannte Sparparadoxon ein: Durch das Sparen geht das Bargeld zurück, was zu einem Sinken des Konsums und somit dem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage führt. Daraufhin reduzieren die Unternehmen ihr Angebot und das Produktionsvolumen. Es werden weniger Arbeitskräfte nachgefragt und der Lohn sinkt. Schließlich können die Haushalte sich das zusätzliche Sparen durch das verringerte Einkommen nicht mehr leisten, wenn sie gleichzeitig ihr Konsumniveau aufrechterhalten wollen, und reduzieren ihr Sparen wieder (B→A).
Im schlimmsten Fall werden die Ersparnisse nicht nur nicht erhöht, sondern sinken durch diesen Prozess sogar unter das ursprüngliche Niveau. Die Problematik entsteht durch den Zusammenhang von Ausgaben und Einnahmen: Wenn ein Teil des Systems seine Ausgaben reduziert, reduziert es damit auch automatisch die Einnahmen der anderen Teilnehmer. Dadurch kann übermäßiges Sparen zu Arbeitslosigkeit führen (Willke, Gerhard, 2012 S.46).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Untersuchung von Einkommen, Beschäftigung, Zins und Ersparnis ein und umreißt den Vergleich zwischen der Neoklassik und dem Keynesianismus.
2. Neoklassik: Es werden die theoretischen Grundlagen der neoklassischen Makroökonomie erläutert, wobei insbesondere die Markthierarchie, die Dichotomie zwischen realem und monetärem Sektor und das Say’sche Theorem hervorgehoben werden.
3. Keynesianismus: Dieses Kapitel behandelt das keynesianische Modell, die Bedeutung der effektiven Nachfrage und die zentrale Rolle des Geldes, welche die neoklassische Trennung der Sektoren aufhebt.
4. Resümee: Hier werden die Kernergebnisse der Gegenüberstellung zusammengefasst, insbesondere die unterschiedliche Bedeutung des Geldes und die daraus resultierenden differierenden Ansätze zur Erzielung von Marktequilibrium.
Schlüsselwörter
Neoklassik, Keynesianismus, Makroökonomie, Einkommen, Beschäftigung, Zins, Ersparnis, Gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Sparparadoxon, Say’sches Theorem, Gleichgewicht, Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt, Geldmarkt, Marktmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die theoretischen Erklärungsansätze der neoklassischen Schule mit den Ansätzen von John Maynard Keynes in Bezug auf zentrale ökonomische Größen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Einkommen, Beschäftigung, Zins und Ersparnis unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Marktmechanismen beider Theorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die systematische Gegenüberstellung, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Grundannahmen – etwa zur Rolle des Geldes oder zur Lohnflexibilität – zu verschiedenen Erklärungen für Konjunktur und Beschäftigung führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative theoretische Analyse angewandt, die auf der Auswertung ökonomischer Fachliteratur und der Herleitung mittels typischer Funktionsverläufe und grafischer Modelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Neoklassik und des Keynesianismus, wobei jeweils die allgemeinen Grundsätze sowie die Auswirkungen auf Zins, Ersparnis, Einkommen und Beschäftigung untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Neoklassik, Keynesianismus, Sparparadoxon, Markthierarchie, Reallohn und effektive Nachfrage.
Was versteht man im Kontext der Arbeit unter dem Sparparadoxon?
Das Sparparadoxon beschreibt ein keynesianisches Phänomen, bei dem individuelles Sparen die Gesamtnachfrage so weit senkt, dass das Gesamteinkommen sinkt, was letztlich dazu führen kann, dass die aggregierte Ersparnis sogar abnimmt.
Warum wird in der Neoklassik die Dichotomie von Sektoren angenommen?
Die Neoklassik nimmt diese Trennung an, da Geld in ihrer Theorie als langfristig neutral betrachtet wird und daher keine eigenständige Rolle bei der Bestimmung von realwirtschaftlichen Größen wie Produktion oder Beschäftigung spielt.
- Arbeit zitieren
- Tamara Erdenberger (Autor:in), 2016, Einkommen, Beschäftigung, Zins und Ersparnis im neoklassischen und keynesianischen Paradigma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341689