In den folgenden Ausführungen wird das IS/LM Modell zum IS/LML/ZB Modell erweitert. Hierbei soll vor allem die Wirksamkeit der expansiven Geld- bzw. Fiskalpolitik bei festen und bei flexiblen Wechselkursen dargestellt werden. Das Augenmerk liegt zusätzlich darin, die wirtschaftspolitischen Maßnahmen unter verschiedenen Ausprägungen der internationalen Kapitalmobilität zu untersuchen. Dabei zeichnen sich noch neben den „Wechselkursarten“ auch bei vollständiger Kapitalimmobilität, geringer Kapitalmobilität, hoher Kapitalmobilität und perfekter Kapitalmobilität jeweils verschiedene Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit von Geld-und Fiskalpolitik ab.
Zu kurzen Wiederholungszwecken werden die drei Schemata, das IS-, das LM-und das ZB- Modell zunächst einzeln untersucht, um so ein besseres Verständnis des Mundell-Fleming Modells zu ermöglichen.
2. Erläuterung der IS- LM- ZB Darstellungen
2.1 Der Gütermarkt
Der Gütermarkt (Nachfrage) kann in folgender Gleichung expliziert werden: + = ) ` , ( ) ( ) ( ) ( Y W EX G i I Y C D Y
Das Güterangebot lässt sich zusammenfassen in: + − + = ) , ( ) ( Y W IM Y S Y
Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung
2. Erläuterung der IS- LM- ZB Darstellungen
2.1 Der Gütermarkt
2.2 Der Geldmarkt
2.3 Der Devisenmarkt
3. Geld- und Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen unter Berücksichtigung der differenzierten Kapitalmobilität
3.1 Expansive Geldpolitik bei festen Wechselkursen
3.2 Expansive Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen
4. Geld- und Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen unter Berücksichtigung der differenzierten Kapitalmobilität
4.1 Expansive Geldpolitik bei flexiblen Wechselkursen
4.2 Expansive Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit erweitert das klassische IS/LM-Modell um das ZB-Modell, um die Wirksamkeit von expansiver Geld- und Fiskalpolitik unter verschiedenen Bedingungen von Wechselkursregimen und internationaler Kapitalmobilität zu analysieren.
- Wirkungsweise der Geld- und Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen.
- Wirkungsweise der Geld- und Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen.
- Einfluss unterschiedlicher Ausprägungen der internationalen Kapitalmobilität.
- Analyse von Prozessen wie "crowding-out" und Devisenmarktinterventionen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Expansive Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen
Fall a): Durch die expansive Fiskalpolitik werden die Staatsausgaben G erhöht, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu beleben. Die IS-Kurve verschiebt sich nach rechts (von Punkt A zu B) und das Beschäftigungsniveau steigt. Gleichzeitig steigt auch der Zins, welcher auch eine negative Wirkung auf private Investitionen mit sich führt. Da das Volkseinkommen erhöht wurde, steigt auch die Nachfrage nach Güterimporten und somit nach ausländischen Devisen, wodurch ein Abwertungsdruck auf die inländische Währung entsteht (bei B besteht ein Nachfrageüberhang nach Devisen). Die Zentralbank muss nun ausländische Währung gegen Inländische anbieten, so dass sich die im Umlauf befindliche Geldmenge reduziert. Bei vollständiger Kapitalimmobilität ist die ZB-Kurve zinsunabhängig, d.h. der gestiegene Zins regt keine Kapitalimporte an und die Neutralisierungspolitik der Zentralbank ist von äußerst kurzer Dauer. Die LM-Kurve verschiebt sich nach links (Schnittpunkt C). In dem Fall dominiert der „Einkommenseffekt“ über den „Zinseffekt“. Das Gleichgewichtseinkommen stellt sich auf den Wert des Ausgangspunktes zurück. Das Ergebnis der expansiven Fiskalpolitik bei Kapitalimmobilität mündet in einem vollständigen „crowding-out“. Lediglich der Staat erhöht seinen Anteil am Bruttosozialprodukt, und der Zinssatz ist angestiegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zielsetzung: Einleitung in die Erweiterung des IS/LM-Modells zum IS/LM/ZB-Modell und Definition der Untersuchungsgegenstände.
2. Erläuterung der IS- LM- ZB Darstellungen: Theoretische Grundlagen und Herleitung der Teilmärkte (Güter-, Geld- und Devisenmarkt) für das Gesamtmodell.
3. Geld- und Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen unter Berücksichtigung der differenzierten Kapitalmobilität: Analyse der politisch-ökonomischen Wirkungen bei festen Wechselkursen unter verschiedenen Graden der Kapitalbeweglichkeit.
4. Geld- und Fiskalpolitik bei flexiblen Wechselkursen unter Berücksichtigung der differenzierten Kapitalmobilität: Untersuchung der wirtschaftspolitischen Effekte bei flexiblen Wechselkursen und deren Abhängigkeit von der Kapitalmobilität.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Wirksamkeit von Geld- und Fiskalpolitik in Abhängigkeit von den untersuchten Marktparametern.
Schlüsselwörter
IS/LM/ZB-Modell, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Feste Wechselkurse, Flexible Wechselkurse, Kapitalmobilität, Zahlungsbilanz, Crowding-out, Devisenmarkt, Zentralbank, Offenmarktpolitik, Außenwirtschaft, Wirtschaftspolitik, Volkseinkommen, Zinsniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von expansiver Geld- und Fiskalpolitik unter Einbeziehung des internationalen Handels und der Kapitalmobilität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das IS/LM/ZB-Modell, die Unterscheidung zwischen festen und flexiblen Wechselkursen sowie die Auswirkungen variierender Kapitalmobilität auf wirtschaftspolitische Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen geld- und fiskalpolitische Maßnahmen das Volkseinkommen effektiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine modelltheoretische Analyse mittels grafischer IS/LM/ZB-Schemata angewandt, um makroökonomische Zusammenhänge herzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Wirkungen von Geld- und Fiskalpolitik bei verschiedenen Wechselkursregimen und Abstufungen der Kapitalmobilität, von Immobilität bis hin zur perfekten Mobilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kapitalmobilität, Wechselkursregime, Geldpolitik, Fiskalpolitik und das IS/LM/ZB-Modell.
Warum führt expansive Fiskalpolitik bei festen Wechselkursen und Kapitalimmobilität zum "crowding-out"?
Da der Zinsanstieg bei Kapitalimmobilität keine Kapitalimporte auslöst, wird der Anstieg der Staatsausgaben durch die Verdrängung privater Investitionen über den Zinsmechanismus vollständig neutralisiert.
Welchen Effekt hat die Kapitalmobilität auf die Effektivität der Geldpolitik bei flexiblen Wechselkursen?
Die Geldpolitik ist bei flexiblen Wechselkursen umso wirkungsvoller, je höher der Grad der internationalen Kapitalmobilität ist, da die resultierende Abwertung der Währung die Exporte stärker stimuliert.
- Quote paper
- Aleksander Szumilas (Author), 2003, IS/LM/ZB Modell: Geld- und Fiskalpolitik bei festen sowie flexiblen Wechselkursen unter Berücksichtigung der internationalen Kapitalmobilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34168