Das Feld der Entwicklungspolitik umfasst so ziemlich jeden Aspekt der Wirtschaft, greift in die Kultur ein, ist abhängig vom Technologiefortschritt und der Forschung und wird durch Regierungen und die entsprechende Politik, Kriege, Trends und sogar Naturkatastrophen beeinflusst. Vom normalen Bürger über Hilfsorganisationen und Kirche bis hin zu den Staatsoberhäuptern der diversen Volkswirtschaften ist jeder ein Teil davon und wirkt mittel- oder unmittelbar auf den Fortschritt ein.
Deutschland, als eine der großen Industrienationen, ist ebenfalls in der Verpflichtung seinen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten und tut und plant dies durch diverse Regierungsprojekte sowie unabhängig von der Politik durch private Hilfsorganisationen, die sich in den Entwicklungsländern einsetzen. Immer wieder werden im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe kritische Stimmen laut, die Deutschlands Politik für fehlgeleitet halten oder sogar die Entwicklungspolitik an sich in Frage stellen.
Ich habe persönlich ein großes Interesse an Entwicklung, vor allem an den Methoden zur Nachhaltigkeit und der Vereinbarkeit der Maßnahmen, nicht nur mit der Ökonomie sondern auch mit Ökologie und Sozialem. Nachhaltigkeit ist und muss ein zentrales Thema sein, damit die Erde den Anstieg der Weltbevölkerung verkraften kann. Dabei müssen alle Länder miteinbezogen werden und sich die gesamte Welt entwickeln, mit dem Ziel auf einen gemeinsamen Entwicklungsstand gebracht zu werden und eine gerechte Verteilung zu erreichen.
Zunächst werde ich dafür einen Blick auf die Entwicklungspolitik im Allgemeinen werfen und auf die Strategien der deutschen Politik eingehen. Im Anschluss betrachte ich mit der neuen Allianz für Ernährungssicherung eines der neueren Projekte, an denen die Bundesrepublik beteiligt ist. Schließlich beziehe ich mich auf die Kritik, die von allen Seiten gegen die neue Allianz laut wird, um am Ende zu einem Fazit zu kommen, wie die Entwicklungspolitik Deutschlands aktuell zu bewerten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungspolitik Deutschlands
2.1. Definition
2.2. Strategie
2.3. Kritik
2.4. Neue Allianz für Ernährungssicherung
3. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Entwicklungspolitik mit einem besonderen Fokus auf deren Widersprüchlichkeiten und die Beteiligung an der „Neuen Allianz für Ernährungssicherung“. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen offiziellen entwicklungspolitischen Zielen und der tatsächlichen Wirkung der Maßnahmen auf die betroffenen Regionen kritisch zu analysieren.
- Grundlagen und Definitionen der modernen Entwicklungspolitik
- Strategische Ausrichtung deutscher Entwicklungshilfe
- Kritische Analyse der Wirksamkeit und Interessenkonflikte
- Auswirkungen der Neuen Allianz für Ernährungssicherung auf die lokale Bevölkerung
- Einfluss multinationaler Konzerne auf entwicklungspolitische Entscheidungen
Auszug aus dem Buch
2.4. Neue Allianz für Ernährungssicherung
Mit der neuen Allianz für Ernährungssicherung in Afrika, sollen 50 Millionen Menschen bis 2020 aus der Hungersnot geholt werden. Dieses Ziel haben sich 2012 die G8-Staaten gesetzt. Beteiligt sind neben den Geber- und Entwicklungsländerregierungen auch zahlreiche internationale Großkonzerne und Teilnehmer aus der Privatwirtschaft aus den Bereichen der Düngemittel-, Saatgut- und Lebensmittelindustrie (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): b. 2013 S.1 ff.).
Die neue Allianz will besser Bedingungen für lokale und internationale Investitionen in den Landwirtschaftssektor schaffen und somit die Armut und schließlich den Hunger zu reduzieren Hierfür konzentriert sie sich stark auf den Saatgutmarkt und die Landrechte (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): b. 2013 S.2 ff.).
Zu ihren Reformen zählen hauptsächlich die Förderung von privatwirtschaftlichen Investitionen im Agrarbereich, weswegen die afrikanischen Länder dazu verpflichtet werden, dem Saatgutvertrag UPOW 91 beizutreten, wodurch die freie Nutzung von Saatgut unterbunden werden soll. Ebenso werden höhere Düngequoten und die Abschaffung von Ausführzöllen für Produkte aus dem Agrarsektor verlangt (Forum Umwelt und Entwicklung: 2013 S.1).
Sowohl Unternehmen als auch Länder sind durch die neue Allianz zu Investitionen angehalten, jedoch gibt es keine Konsequenzen, wenn sie die Zusagen nicht einhalten (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): b. 2013 S.4 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität der Entwicklungspolitik ein und benennt die kritische Auseinandersetzung mit Deutschlands Rolle in der Entwicklungshilfe als zentrales Anliegen der Arbeit.
2. Entwicklungspolitik Deutschlands: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen, die strategischen Ansätze und die Kritik an der aktuellen deutschen Entwicklungspolitik beleuchtet, inklusive einer detaillierten Betrachtung der Neuen Allianz für Ernährungssicherung.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Kritik an den bisherigen Erfolgen der deutschen Entwicklungshilfe zusammen und mahnt eine stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse der betroffenen Länder statt auf Wirtschaftsinteressen an.
Schlüsselwörter
Entwicklungspolitik, Entwicklungshilfe, Ernährungssicherung, Nachhaltigkeit, G8-Staaten, Agrarwirtschaft, Saatgutmarkt, Armutsbekämpfung, Investitionsklima, BMZ, Globalisierung, Landwirtschaftssektor, Wirtschaftswachstum, Industrienationen, Entwicklungszusammenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Struktur, Strategien und kritischen Aspekte der deutschen Entwicklungspolitik im Kontext aktueller internationaler Abkommen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Entwicklung, den strategischen Zielen des BMZ, der Kritik an der Wirksamkeit der Hilfe sowie der spezifischen Analyse der Neuen Allianz für Ernährungssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bewertung, inwiefern die deutsche Entwicklungspolitik tatsächlich entwicklungspolitische Fortschritte erzielt oder primär wirtschaftlichen Eigeninteressen dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die offizielle Regierungsdokumente, Wirtschaftsberichte und kritische Analysen von Nichtregierungsorganisationen gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Wandlungen der Entwicklungsdefinition, die Bedingungen für deutsche Unterstützung sowie die kontroversen Auswirkungen der Neuen Allianz auf afrikanische Märkte und Landwirte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Entwicklungspolitik, Ernährungssicherung, wirtschaftliche Interessen, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit.
Warum steht die Neue Allianz für Ernährungssicherung in der Kritik?
Die Kritik entzündet sich primär daran, dass das Abkommen vorrangig die Interessen von Großkonzernen bedient, den Zugang zu Saatgut für Kleinbauern erschwert und keine effektiven Maßnahmen zur Armutsbekämpfung definiert.
Welche Rolle spielen multinationale Konzerne im untersuchten Projekt?
Die Arbeit legt dar, dass Konzerne aus der Saatgut- und Düngemittelindustrie starken Einfluss auf die politische Gestaltung nehmen, um neue Märkte zu öffnen und Handelsbarrieren für ihre Produkte abzubauen.
Was bedeutet das "0,7%-Ziel" im Kontext der Arbeit?
Es bezeichnet die Selbstverpflichtung der Industrienationen, 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden, ein Ziel, das Deutschland laut Analyse regelmäßig verfehlt.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin im Fazit?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Politik oft nur dem Ansehen dient und eine Neuausrichtung notwendig ist, die das Innere der Entwicklungsländer und deren tatsächliche Stärkung in den Mittelpunkt stellt.
- Arbeit zitieren
- Tamara Erdenberger (Autor:in), 2016, Paradoxe Entwicklungspolitik. Deutschlands Strategien und Beteiligung an der neuen Allianz für Ernährungssicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341690