Therapieformen bei Cannabisabhängigkeit


Pre-University Paper, 2016
30 Pages, Grade: 3

Excerpt

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegendes über Cannabis
2.1 Die Pflanze
2.2 Die Arten von Cannabis
2.3 Cannabispräparate

3 Wirkung von Cannabis
3.1 Subjektive Symptome

4 Entzugssymptome

5 Sucht und Abhängigkeit

6 Konsum
6.1 Ursachen und Motive
6.2 Konsumentengruppen

7 Folgeschäden
7.1 Langfristige Folgen
7.2 Körperliche Folgeschäden

8 Präventionsansätze
8.1 Drei Säulen der Prävention
8.2 Primärprävention
8.3 Sekundärprävention
8.4 Tertiärprävention

9 Therapie
9.1 Ambulante oder stationäre Entwöhnungsbehandlungen
9.2 Kurzzeitintervention
9.3 Kognitive Verhaltenstherapie

10 Fazit

11 Literaturverzeichnis

12 Abbildungsverzeichnis

Abstract

Heutzutage hat nahezu schon fast jeder von der aktuellen Modedroge gehört. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Droge Cannabis, welche zurzeit immer mehr an Kult gewinnt. Meine Arbeit handelt hauptsächlich von den unterschiedlichen Therapieformen die es bei Cannabisabhängigkeit gibt. Bevor jedoch näher auf die Therapieformen eingegangen wird, möchte ich die Pflanze an sich vorstellen und verschiedene Grundbausteine der Droge aufzählen, um dem Leser einen ordentlichen Überblick zu verschaffen. Des Weiteren vergleiche ich die Droge mehrmals mit Alkohol und anderen Drogen, um die Gefahr und die Folgeschäden von Cannabis aufzuzeigen. Ein Hauptaugenmerk wird auch auf die Abhängigkeit und die Prävention gelegt, welche einen wichtigen Platz in der Therapie einnehmen. Des Weiteren werde ich die verschiedenen Therapieformen vorstellen, welche den Patienten von der Cannabisabhängigkeit wegbringen sollen.

1 Einleitung

Der Cannabiskonsum hat in der letzten Zeit, vor allem bei Jugendlichen, eine starke steigende Tendenz vorzuweisen. Doch auch bei den Erwachsenen gewinnt die Modedroge Cannabis immer mehr an Kult. Folge dessen befasst sich diese vorwissenschaftliche Arbeit hauptsächlich mit der illegalen Droge Cannabis und ihren Therapieformen. Nicht befasst habe ich mich mit der strafrechtlichen Lage von Cannabis sowie mit dem Anbau einer Cannabispflanze.

Im ersten Teil der Arbeit werde ich Grundlegendes über die Pflanze und die Droge Cannabis erläutern. Darauf aufbauend werde ich im zweiten Teil über den Konsum und die Abhängigkeit und hauptsächlich die Präventionsansätze erläutern. Schließlich beende ich meine Arbeit mit meinem abschließendem Kapitel: Therapie bei Cannabisabhängigkeit. Zu diesem Thema ist wenig bis kaum Literatur zu finden, wodurch ich dieses Kapitel, mehr als vorher vorgesehen, einschränken musste. Dennoch hat es einen großen Stellenwert und es ist mir wichtig, abschließend darauf einzugehen.

2 Grundlegendes über Cannabis

„Im Zusammenhang mit Rauschdrogen ist Cannabis die Oberbezeichnung für Haschisch und Marihuana, die beiden geläufigsten Zubereitungsformen der Droge“ (Knutz 2012: S. 15). Cannabis hatte schon in der Geschichte einen besonders hohen Stellenwert. Seit Jahrtausenden wird die Pflanze zur Herstellung von Kleidung, als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. Marihuana war so lange ein wichtiges Medikament in der Medizin bis es als illegale Droge eingestuft wurde. Konsumiert wurde es damals nur in kleinen Gruppen, doch mit der Zeit gibt es nur mehr wenige Jugendliche, die den Griff zum Joint verweigern. Woher genau die Pflanze stammt, ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass sie aus Zentralafrika oder aus dem Himalaja kommt. Auf Papier geschriebenes besagt sogar, dass Cannabis schon 4200 Jahre vor Christus für die Faserherstellung benutzt wurde. 1925 wurde Cannabis erstmals verboten. (vgl. Knutz 2012: S. 26) „Haschisch und Marihuana sollten in ihrer Gefährlichkeit der Bewertung von Opium, Morphium, Heroin und Kokain gleichgestellt werden“ (Knutz 2012: S. 38). Cannabis ist heutzutage, vor allem unter den Jugendlichen, weit verbreitet. Es gewinnt immer mehr an Kult. Fast alle Cannabiskonsumenten fordern die Legalisierung, da es fast keine Gegenargumente gibt, Cannabis weiterhin zu verbieten. (vgl. Kobieter, 2005: S. 2) „Cannabis ist weltweit die am häufigsten konsumierte illegale Droge“ (Kobieter 2005: S. 2).

2.1 Die Pflanze

Cannabis wird aus einer brennnesselähnlichen Pflanze, die aus der Familie der Cannabaceae stammt, gewonnen. Es gibt womöglich kaum ein Land, wo diese Pflanze nicht aufzufinden ist. Die Blätter der Pflanze verlaufen bis zum Ende hin sehr spitz und haben feine Drüsen aus welchen das Harz gewonnen wird. Die Cannabis-Pflanze wird bis zu 8 Meter hoch und weltweit fast in allen warmen Gebieten angebaut. Der Hauptwirkstoff der Pflanze ist das Delta-9-Tetrahydrocannabinol. Der THC-Gehalt gibt die Stärke der Wirkung an und liegt meist zwischen acht und zwanzig Prozent. Je höher er ist, desto stärker ist die Wirkung. (vgl. Knutz 2012: S. 7-8)

2.2 Die Arten von Cannabis

Generell gibt es drei Arten von Cannabis. Die Rede ist von Cannabis Indica, Cannabis Sativa und dem eher unbekannten Cannabis Ruderalis.

Cannabis Indica: Diese Art wird auch als indischer Hanf bezeichnet, da diese Sorten aus dem indischen Raum stammten. Auch Pflanzen aus Afghanistan werden Indica benannt. Die Pflanze selbst ähnelt einem Tannenbaum.

Cannabis Sativa: In diese Gruppe fallen eigentlich alle Sorten, die nicht zur Gruppe der Cannabis Indica gehören, somit nicht in Afghanistan angebaut werden. Cannabis Sativa ist die bekannteste Art und deshalb auch weltweit verbreitet. Dieser Hanf kann bis zu 5 Meter hoch werden und besitzt nebenbei die größten Blätter.

Cannabis Ruderalis: Dieser Hanf ist der Kleinste von den drei aufgezählten. Die Pflanze wird maximal 60cm hoch und hat kleine Blätter. Auch der THC-Gehalt ist sehr gering, wodurch dieser Hanf sehr unbekannt und auch selten vorzufinden ist. Er stammt vermutlich aus Russland und ist heute fast nur in Gebieten Asiens zu finden. (vgl. Knutz 2012: S. 15)

2.3 Cannabispräparate

Die Blüten und Blätter der weiblichen und männlichen Cannabispflanze werden, nachdem sie getrocknet und gepresst wurden, Marihuana genannt. Der Wortursprung „Marihuana“ ist nicht eindeutig nachweisbar. (vgl. Kleiber/Kovar 1997: S. 15)

„Sie könnte aus dem indischen Wort Malihua (das Individuum wird von der Droge gefangengehalten), aus dem portugiesischen Maranguano (der Berauschte) oder aus dem spanischen Maria und Don Juan bzw. Dona Juanita abgeleitet werden“ (Kleiber/Kovar 1997: S. 15).

„In der Drogenszene wird Marihuana u. a. als Gras, Heu, Grass, Kif oder Pot bezeichnet“ (Kleiber/Kovar 1997: S. 15). Das Harz, das aus den Drüsenschuppen der Cannabispflanze gewonnen wird, wird Haschisch genannt. Dies kann auch gegessen oder in Getränken aufgekocht werden. Es wird meist verwendet, um auch dem Nichtraucher die Wirkung des Cannabis zu verschaffen, da Marihuana besser für das Rauchen geeignet ist. Nebenbei gibt es aber auch noch das Haschischöl. Es wird auch Cannabisharzextrakt genannt, das aus dem Harz durch Destillation oder anderen Formen gewonnen wird. Eingenommen werden diese Präparate meist durch die Atemwege. Ein Beispiel dafür ist der Joint, ein Gemisch aus Tabak und Marihuana oder Haschisch. Der Joint wird geraucht und hat eine Ähnlichkeit mit einer Zigarette. Eine weitere Methode, Cannabis anhand der Inhalation zu sich zu nehmen ist das Rauchen durch verschiedene Arten von Pfeifen. Das Öl kann auch auf eine Zigarette aufgetragen werden, um einen Cannabisrausch zu bekommen. Diese Methoden sind die beliebtesten, da beim Inhalieren die Wirkung des Cannabis größten Wert hat. (vgl. Kobieter 2012: S. 4-5)

3 Wirkung von Cannabis

Die Wirkung von Cannabis hängt immer von der Menge ab, die zu sich genommen wird. Es dauert jedoch nur ein paar Minuten bis sie eintritt und kann sich über vier Stunden hinausziehen. Konsumiert man eine hohe Menge, so kann zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Reizhusten auftreten. Das Konsumieren einer geringeren Menge ruft meist eine milde Sedation und Euphorie hervor. Bei zu hoher Menge und starkem Konsum kann der Konsument unter Wahrnehmungs- und Zeitstörungen bis hin Verwirrungen, Halluzinationen, Übelkeit, Reizhusten und anderen gesundheitlichen Schäden leiden. Konsumiert man Cannabis zum ersten Mal, zeigt es meist jedoch keine Wirkung außer eventuell Übelkeit und Erbrechen. (vgl. Kleiber/Kovar 1997: S. 19)

3.1 Subjektive Symptome

„Unter den subjektiven Symptomen sind akustische und optische Wahrnehmungsänderungen am häufigsten“ (Kleiber/Kovar 1997: S. 20). Die akustische Wahrnehmung überwiegt aber stärker. Das Gehör wird verstärkt, so werden Sachen gehört, welche im nüchternen Zustand meist gar nicht wahrgenommen werden. Auch Farben werden nach dem Cannabiskonsums anders wahrgenommen. Der Kontrast verstärkt sich, die Farben können lebendiger, deutlicher und frischer sein. Im Rauschzustand wird auch Licht vermieden, da meist die Lichtempfindlichkeit steigt. Nebenbei lässt die Konzentrationsfähigkeit nach und die Gedächtnisleistung sinkt unter Einfluss von Cannabis. Das Kurzzeitgedächtnis wird im Gegensatz zum Langzeitgedächtnis auch angegriffen. Für den Konsumenten scheint die Zeit kaum zu vergehen. (vgl. Kleiber/Kovar 1997: S. 20) „Unter Cannabiseinfluß werden 5 Minuten auf 10±2 Minuten geschätzt (Weil, Zinberg und Nelson, 1968)“ (Kleiber/Kovar 1997: S. 20). Der Konsument kann sich öfters schwer ausdrücken und vergisst, was er sagen wollte oder was er gerade gehört hat. Der Grund dafür ist wahrscheinlich das unter Cannabiseinfluss geschwächte Kurzzeitgedächtnis. Nebenbei lässt auch die Aufmerksamkeit nach, man kommt schnell auf andere Gedanken und ist leicht ablenkbar. Das kognitive Vorhaben kann somit unwillkürlich nicht mehr eingehalten werden. Nach dem Konsum verändert sich zwar die Körpertemperatur nicht, jedoch werden Wärme- oder Kälteunterschiede intensiver wahrgenommen, da die unterschiedlichsten Temperaturempfindungen auftreten. Außerdem wird das Hunger-Gefühl gesteigert, sodass Essattacken auftreten können. (vgl. Kleiber/Kovar 1997: S. 20)

4 Entzugssymptome

Nach dem Absetzen der Droge Cannabis können natürlich auch Entzugserscheinungen auftreten. Jedoch nicht so stark wie bei anderen Drogenabhängigkeiten wie zum Beispiel Alkohol. Vor der Therapie werden die Symptome dem Patienten meist mitgeteilt, sodass sie bei intensivem Ausmaß medikamentös gelindert werden können.

Typische Symptome nach einer Cannabisabhängigkeit:

- „Gereiztheit und Aggressivität
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Nervosität und Unruhe
- Angst
- Schlafprobleme mit wirren Träumen
- Schüttelfrost
- Depressionen
- Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Schwitzen“

(Wenn da nicht diese Entzugserscheinungen wären. 2009).

Viele vermissen das Kiffen nicht nur wegen der negativen Entzugssymptome, sondern auch wegen des vermissenden Gefühls „high“ zu sein. Die vorher angegebenen Symptome treten ungefähr 48 Stunden nach dem letzten Joint auf. Die schlimmste Phase kommt nach circa fünf Tagen, wenn die Symptome richtig einsetzen. Nach ungefähr zwei Wochen verschwinden sie in den meisten Fällen wieder. (vgl. Wenn da nicht diese Entzugserscheinungen wären. 2009)

5 Sucht und Abhängigkeit

Das Wort „Sucht“ wird im deutschen Sprachgebrauch nicht unbedingt als Fremdwort angesehen. Doch eigentlich hat es einen interessanten Ursprung. „Der Bergriff der Sucht kommt ursprünglich aus der germanischen Heilkunde und bedeutet dort `Krankheit´“ (Mayer 1987: S. 85). Unter einer Sucht versteht man das regelmäßige Verlangen nach etwas Bestimmten, Dies kann bewusst oder unbewusst sein. Die Weltgesundheitsorganisation beschrieb die Sucht mit folgenden Punkten:

„1.) Der Wunsch oder Zwang, die Einnahme eines Mittels fortzusetzen und sich dieses unter allen Umständen zu beschaffen.
2.) Die Tendenz der Drogenmenge zu steigern.
3.) Die psychische und manchmal auch physische Abhängigkeit von der Wirkung des Mittels.
4.) Erwachsende Gefahren für Individuum und Gesellschaft“ (Mayer 1987: S. 85).

[...]

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Details

Title
Therapieformen bei Cannabisabhängigkeit
Grade
3
Author
Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V341696
ISBN (eBook)
9783668315075
ISBN (Book)
9783668315082
File size
602 KB
Language
German
Tags
Cannabis, Drogen, Abhängigkeit, Folgeschäden, Prävention, Entzug, Marihuana, Konsum
Quote paper
Thomas Gansberger (Author), 2016, Therapieformen bei Cannabisabhängigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341696

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