Die Hausarbeit stellt Vorgehensweise, Fragestellungen und erste Ergebnisse einer Handlungsforschung in einem Quartier dar. Dabei wird praktisch Bezug genommen auf die beteiligten Akteure. Die Untersuchung macht deutlich, dass zum einen Governance und Steuerung im Sozialraum nicht unbedingt von den klassischen Motiven der Befähigung, Ermutigung und so weiter getragen sein müssen. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob die Zeiten der aktivierenden BewohnerInnen-Versammlungen, der politischen Arbeit et cetera zur Vergangenheit zu zählen sind.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Notwendige Begriffsklärungen
1.1 Gemeinwesenarbeit
1.2 Governance
2 Das Quartier „Winterfloß“
3 Das Neunkircher Integrationskonzept und gesetzliche Grundlagen
4 Die beteiligten Akteure im Quartier „Winterfloß“
4.1 Die BewohnerInnen des Quartiers
4.2 Die Gewerbetreibenden im Quartier
4.3 Die gemeinnützige Siedlungsgesellschaft mbH GSG
4.4 Die GWA des Caritasverbandes Schaumberg-Blies e.V.
5 Governance und Steuerung im Quartier Winterfloß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, inwiefern Gemeinwesenarbeit (GWA) im Quartier „Winterfloß“ als effektives Governance-Arrangement fungieren kann. Ziel ist es, Gelingensfaktoren und Hemmnisse der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren – wie der Siedlungsgesellschaft, dem Caritasverband und der Kommune – zu identifizieren und den Bedarf für eine koordinierte Steuerungsstruktur im Kontext aktueller sozialer Herausforderungen aufzuzeigen.
- Theoretische Fundierung von Gemeinwesenarbeit und Governance-Konzepten
- Strukturwandel und aktuelle Lebenssituation im Quartier „Winterfloß“
- Analyse der beteiligten Akteure und deren spezifische Rollen im Wohnumfeld
- Herausforderungen durch demografischen Wandel und Zuwanderung
- Diskussion über die Notwendigkeit eines integrierten Quartiermanagements
Auszug aus dem Buch
Die beteiligten Akteure im Quartier „Winterfloß“
Nachfolgende Darstellung gibt Übersicht über diejenigen Akteure, die an der Aufrechterhaltung des laufenden Wohnbetriebs, der Gestaltung des Quartierlebens und unter Umständen Weiterentwicklung des Quartiers als Sozialraum insgesamt beteiligt sind. Die Übersicht ist beschränkt auf diejenigen Akteure, welche unmittelbar in Fragen des Betriebs, der Gestaltung und Entwicklung involviert sind. Geht man vom oben besprochenen Integrationskonzept aus, so ist hier vornehmlich die Kommune steuernd tätig, ohne dass bislang vor allem die BewohnerInnen, die ortsansässigen Gewerbetreibenden in eine konzeptuale Planung mit einbezogen worden wären.
Das Quartier Winterfloß beherbergt aktuell rund 1.200 Einwohner, wobei den größten Anteil diejenigen BewohnerInnen bilden, welche in den 391 Haushalten der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft mbH mit rund 900 Personen leben. Eine durch das Unternehmen in 2009 erhobene Statistik, ergab einen Bevölkerungsanteil von 53% von Menschen mit Migrationshintergrund, wobei der Anteil ausländischer Mieter je nach Wohngebäude zwischen 25% und 68% schwankt. Die beiden größten Gruppen stellen russische und polnische Spätaussiedler dar. Zwischen 1993 und 2007 sind rund 1200 Spätaussiedler nach Neunkirchen gekommen. Insgesamt leben in der Kreisstadt Neunkirchen Menschen aus mehr als 90 Nationen, deren Anteil an der Bevölkerung 15,74% - ohne Eingebürgerte mit Einbürgerungsurkunde (Spätaussiedler) - beträgt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung verknüpft das Governance-Konzept mit der Gemeinwesenarbeit und skizziert die Problematik einer zeitgemäßen Quartiersentwicklung.
1 Notwendige Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert theoretisch die Begriffe Gemeinwesenarbeit und Governance und setzt sie in den Kontext der Sozialarbeitswissenschaft.
2 Das Quartier „Winterfloß“: Hier wird der historische Hintergrund und der aktuelle Strukturwandel des Quartiers „Winterfloß“ in Neunkirchen beschrieben.
3 Das Neunkircher Integrationskonzept und gesetzliche Grundlagen: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und das Integrationskonzept der Stadt als Basis für die lokale Projektarbeit.
4 Die beteiligten Akteure im Quartier „Winterfloß“: Eine detaillierte Bestandsaufnahme der Bewohner, Gewerbetreibenden, der Siedlungsgesellschaft und des Caritasverbandes als zentrale Akteure vor Ort.
5 Governance und Steuerung im Quartier Winterfloß: Das abschließende Kapitel diskutiert die Notwendigkeit koordinierter Steuerungsstrukturen und reflektiert die aktuelle Situation hinsichtlich sozialer Veränderungen.
Schlüsselwörter
Gemeinwesenarbeit, Governance, Quartiersentwicklung, Sozialraum, Neunkirchen, Winterfloß, Siedlungsgesellschaft, Integration, Soziale Arbeit, Partizipation, Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Akteursanalyse, Steuerung, Demografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Gemeinwesenarbeit im Quartier „Winterfloß“ als Governance-Instrument eingesetzt werden kann, um soziale Herausforderungen zu bewältigen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Rolle der Akteure (GSG, Caritas, Bewohner), die Auswirkungen des Strukturwandels und die Implementierung effektiver Steuerungsstrukturen im Sozialraum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gelingensfaktoren für eine strukturierte Zusammenarbeit zu identifizieren und aufzuzeigen, wie ein modernes Quartiermanagement die Lebensbedingungen nachhaltig verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse zu Governance und Gemeinwesenarbeit sowie auf empirische Erkenntnisse aus Interviews und Datenmaterial vor Ort.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Akteurslandschaft im Quartier und prüft, ob die bisherige Projektarbeit den tatsächlichen Anforderungen einer modernen, kooperativen Governance-Struktur entspricht.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Gemeinwesenarbeit, Governance, Sozialraum, Partizipation und Stadtteilentwicklung definieren.
Welche Bedeutung kommt der GSG im Quartier zu?
Als Eigentümerin der Mehrheit der Wohngebäude nimmt die Siedlungsgesellschaft eine dominante Rolle ein, die sowohl soziale Infrastruktur bereitstellt als auch in die Governance-Struktur des Quartiers eingebunden ist.
Warum wird ein „Runder Tisch Quartiersmanagement“ gefordert?
Der Autor sieht in einem Runden Tisch die notwendige Plattform, um die derzeit nur punktuell agierenden Akteure zu vernetzen und eine gemeinsame, langfristig ausgerichtete Steuerungsstrategie zu etablieren.
- Quote paper
- Thomas Schwarz (Author), 2016, Gemeinwesenarbeit als Governance-Arrangement. Die Entwicklung des Quartiers "Winterfloß", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341723