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Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme

Darstellung anhand der Rechtsproblematiken der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

Titel: Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme

Bachelorarbeit , 2015 , 40 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Niklas Schoch (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit konzentriert sich auf die aktuellen rechtlichen Probleme bei der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung bei Personengesellschaften, beleuchtet aufgrund der Tiefe der Problematik aber auch die Frage der internationalen Spaltung an sich.

Umstrukturierungen von Unternehmen sind ein ständiges Thema in den Chefetagen deutscher und internationaler Firmen. Oftmals liegen die Gründe hierfür im steuerlichen Bereich. Andere wiederum sehen in einer Umstrukturierung die Möglichkeit, die Kontrolle besser zu bündeln, um so verschiedene Unternehmensteile zusammenzuhalten, wie das Beispiel Google zeigt. Der Konzern machte zuletzt Schlagzeilen mit seinen Plänen, eine neue Holding-Gesellschaft zu gründen, welcher alle anderen Unternehmensteile unterstehen sollen.

Daher zählen die Rechtsfragen zu Umstrukturierungsvorgängen von Unternehmen zu den ständig aktuellen und zu diskutierenden Problemen im Gesellschaftsrecht; vor allem aber im Hinblick auf grenzüberschreitende Sachverhalte innerhalb der Europäischen Union. Grund hierfür ist die einerseits hohe Interventionsbereitschaft in das nationale Umwandlungsrecht durch die EU sowie den EuGH. Dies belegen bahnbrechende Entscheidungen des EuGH zu grenzüberschreitenden Aktivitäten von Unternehmen. Andererseits zeigt sich, dass einheitliche Regelungen, sofern sie denn existieren, äußerst lückenhaft und für Unternehmen keinesfalls zufriedenstellend sind.

Da sich allein aus dem deutschen Umwandlungsrecht jedoch bereits 119 verschiedene Möglichkeiten der Umwandlung ergeben, und, abgesehen von der Verschmelzung, einheitliche sekundärrechtliche Regeln auf europäischer Ebene in umfassender Form bisher schlichtweg nicht existieren, ergeben sich ständig neue zu klärende Rechtsfragen zu transnationalen Umstrukturierungen. Weiterhin liegt die letzte Entscheidung des EuGH in dieser Sache bereits drei Jahre zurück. Auch die letzten Vorstöße der Kommission zur Vereinheitlichung der Umwandlungsproblematik sind bereits überholt. Die Praxis verlangt wegen der zunehmenden internationalen Verflechtung nach neuen und flexiblen Lösungen. Im Folgenden soll die durchaus missliche Lage für Unternehmen bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen am Beispiel der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften aufgezeigt und diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Teil 1 – Vorwort

Teil 2 – Rechtsprobleme grenzüberschreitender Spaltungen von Unternehmen in der EU unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

A. Einleitung

B. Die aktuelle nationale und europäische Rechtslage im Spaltungsrecht

I. Der Begriff der Spaltung im deutschen Recht in Abgrenzung zum internationalen Spaltungsbegriff

II. Spaltung auf europarechtlicher Ebene – einheitlicher Rechtsrahmen?

C. Die Rechtsproblematiken der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

I. Personengesellschaften als erfasste Rechtsträger

1. Umwandlungsfähigkeit von Personengesellschaften und insbesondere der GbR im deutschen Recht

2. Eröffnung des Anwendungsbereichs der Niederlassungsfreiheit bei der grenzüberschreitenden Hineinspaltung von Personengesellschaften in der Europäischen Union

II. Eröffnung der Niederlassungsfreiheit für die Spaltung zur Neugründung

III. Probleme und Wertungen grenzüberschreitender Umwandlungen in Anwendung auf die grenzüberschreitende Hineinspaltung zur Neugründung

1. Möglichkeiten der Umwandlung über die Grenze

a) Personengesellschaften und insbesondere die GbR als Zielrechtsform

b) Rechtsformkongruenter Formwechsel unter (ausschließlicher) Beteiligung von Personengesellschaften

2. Belegenheit des Verwaltungssitzes

a) Sitz- versus Gründungstheorie

b) Zu den Ansichten des EuGH, der nationalen Rechtsprechung und der Literatur sowie der problematischen Lage für Personengesellschaften

(i.) Identitätswahrende Sitzverlegung

(ii.) Grenzüberschreitender Formwechsel

3. Stellungnahme

IV. Verfahrensrechtliche Problemstellungen

1. Problematiken bei der Kollision der nationalen Spaltungsrechte

2. Verfahren, Anfechtbarkeit und prozessrechtliche Fragestellungen

3. Stellungnahme

Teil 3 – Schlussbetrachtungen

A. Fazit und Ausblick

B. Schlussfolgerungen für das deutsche Recht

I. Folgen für das deutsche Gesellschaftsrecht

II. Folgen für das deutsche internationale Privatrecht

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Spaltungen von Unternehmen innerhalb der Europäischen Union, mit einem besonderen Fokus auf die Hineinspaltung zur Neugründung unter Berücksichtigung von Personengesellschaften wie der GbR. Dabei wird analysiert, wie sich die Niederlassungsfreiheit und die Kollision unterschiedlicher nationaler Spaltungsrechte auf diese Umstrukturierungsprozesse auswirken.

  • Rechtsproblematiken bei grenzüberschreitenden Spaltungen in der EU
  • Die Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften
  • Anwendbarkeit der Niederlassungsfreiheit auf grenzüberschreitende Umwandlungsvorgänge
  • Kollisionsrechtliche Herausforderungen und Verfahrensfragen bei der grenzüberschreitenden Spaltung
  • Belegenheit des Verwaltungssitzes sowie Abgrenzung von Sitz- und Gründungstheorie

Auszug aus dem Buch

C. Die Rechtsproblematiken der Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften

Um die Möglichkeit der Umwandlung und somit auch der Spaltung von Personengesellschaften auf europäischer Ebene diskutieren zu können, ist es zunächst notwendig zu hinterfragen, ob das deutsche Recht den Personengesellschaften die Umstrukturierung nach dem UmwG erlaubt. Die Möglichkeit der Umstrukturierung im Sinne des UmwG steht gemäß dem Wortlaut des § 1 Abs. 1 UmwG lediglich Rechtsträgern mit Sitz im Inland offen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Unternehmen ohne die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein, eine Umstrukturierung im Sinne des UmwG nicht durchführen können. Regelmäßig stellen Personengesellschaften aber Gesamthandsgemeinschaften dar. Seit der Zuerkennung der Rechtsfähigkeit der Außen-GbR durch den BGH werden Gesmathandsgemeinschaften jedoch als zumindest teilweise rechtsfähig angesehen. Zudem stellen Personengesellschaften als Gesamthand aufgrund der nach der h. M. angewandten Gesamthandslehre ein eigenes Zuordnungsobjekt dar, weshalb auch sie Träger von Rechten und Pflichten sein können.

Dies ist insofern auch richtig, als § 3 Abs. 1 Nr. 1 UmwG Personenhandelsgesellschaften in den Anwendungsbereich des UmwG mit einbezieht. Nicht mit inbegriffen ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts, da sie eine Personengesellschaft eigener Art darstellt. Daher muss ihr trotz Zuerkennung der Rechtsfähigkeit für den Fall der Außen-GbR schon wegen des Analogieverborts des § 1 Abs. 3 Satz 1 UmwG die Spaltungsfähigkeit der GbR im deutschen Recht versagt werden. Insofern besteht auf nationaler Ebene zumindest auch für Personenhandelsgesellschaften die Möglichkeit der Umstrukturierung i. S. d. UmwG.

Zusammenfassung der Kapitel

Teil 1 – Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unternehmensumstrukturierungen ein und beleuchtet die Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten in der EU, insbesondere die Lückenhaftigkeit einheitlicher Regelungen.

Teil 2 – Rechtsprobleme grenzüberschreitender Spaltungen von Unternehmen in der EU unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften: Hier werden die nationale und europäische Rechtslage sowie die spezifischen Probleme bei der Hineinspaltung von Personengesellschaften, inklusive verfahrensrechtlicher Fragen und der Sitzproblematik, detailliert analysiert.

Teil 3 – Schlussbetrachtungen: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit gesetzlicher Reformen, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, um Rechtssicherheit bei grenzüberschreitenden Umstrukturierungen zu schaffen.

Schlüsselwörter

Grenzüberschreitende Spaltung, Hineinspaltung, Personengesellschaften, GbR, Niederlassungsfreiheit, Umwandlungsgesetz, UmwG, Sitztheorie, Gründungstheorie, Europarecht, Internationales Gesellschaftsrecht, Unternehmensumstrukturierung, Spaltungsrichtlinie, Kollisionsrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Unternehmensspaltungen, speziell bei der Hineinspaltung nach Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Situation von Personengesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind das europäische Gesellschaftsrecht, das deutsche Umwandlungsrecht sowie die Anwendung der Niederlassungsfreiheit auf transnationale Umstrukturierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die bestehenden Rechtsunsicherheiten bei grenzüberschreitenden Spaltungen zur Neugründung zu identifizieren und die Anwendbarkeit des deutschen Umwandlungsrechts auf Personengesellschaften kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, bei der sowohl nationale Vorschriften als auch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Niederlassungsfreiheit in Bezug auf grenzüberschreitende Sachverhalte untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Umwandlungsfähigkeit von Personengesellschaften, der Eröffnung der Niederlassungsfreiheit für Spaltungen, der Problematik des Verwaltungssitzes (Sitz- vs. Gründungstheorie) sowie verfahrensrechtlichen Aspekten bei der Kollision nationaler Spaltungsrechte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören grenzüberschreitende Spaltung, Niederlassungsfreiheit, Personengesellschaften, GbR, Sitztheorie und Gründungstheorie.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Sitz- und Gründungstheorie für das Thema so relevant?

Die Anknüpfung an den Verwaltungssitz (Sitztheorie) oder den Gründungsort (Gründungstheorie) bestimmt maßgeblich, welches nationale Gesellschaftsrecht auf eine umgewandelte Gesellschaft anwendbar ist, was bei grenzüberschreitenden Vorgängen zu Konflikten führen kann.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die deutsche GbR?

Der Autor argumentiert, dass die GbR – insbesondere wenn sie am Wirtschaftsleben teilnimmt – aufgrund der europarechtlichen Vorgaben zur Niederlassungsfreiheit eigentlich in den Schutzbereich einbezogen werden sollte, obwohl sie nach dem deutschen Umwandlungsgesetz aktuell weitgehend ausgeschlossen ist.

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Details

Titel
Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme
Untertitel
Darstellung anhand der Rechtsproblematiken der grenzüberschreitenden Hineinspaltung zur Neugründung unter besonderer Beachtung von Personengesellschaften
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Niklas Schoch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
40
Katalognummer
V341824
ISBN (eBook)
9783668317994
ISBN (Buch)
9783668318007
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personengesellschaften Spaltung Spaltung zur Neugründung Hineinspaltung zur Neugründung Internationale Spaltung Europarecht Gesellschaftsrecht Personengesellschaftsrecht Spaltung von Personengesellschaften Hineinspaltung zur Neugründung bei Personengesellschaften Umwandlungsrecht Probleme Umwandlungsrecht Sitztheorie Gründungstheorie Sevic Vale EuGH Rechtsprechung Umwandlung EuGH Hineinspaltung EuGH Spaltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niklas Schoch (Autor:in), 2015, Grenzüberschreitende Umstrukturierungen von Unternehmen in der Europäischen Union. Grundlagen und Rechtsprobleme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341824
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Leseprobe aus  40  Seiten
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