Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Pros und Contras der Umsetzung sonderpädagogischer Förderung an der Förderschule

Differenzierte Betrachtung der Möglichkeiten inklusiver Bildung

Titel: Pros und Contras der Umsetzung sonderpädagogischer Förderung an der Förderschule

Hausarbeit , 2016 , 16 Seiten , Note: Bestanden

Autor:in: Cindy Dülfer (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Homogenität ist in der Gesellschaft ein zentrales Merkmal und zugleich ein Zustand, der utopisch versucht wird, anzustreben. Dieses Streben nach der sogenannten „Gleichheit“ ist in allen Bereichen zu finden, vor allem auch beim Blick auf das deutsche Bildungssystem. Es werden gleiche Lernvoraussetzungen gewünscht und damit auch die Forderung laut, alle Kinder erst auf einen gemeinsamen Stand „zu bringen“, um schulisches Lernen überhaupt möglich zu machen, aber auch die Vergabe von Noten als auch deren Anforderungen, die an die Schüler gestellt werden, um eine solche bestimmte zu bekommen, machen dies deutlich.

Dass Heterogenität in der modernen Pädagogik akzeptiert wird und immer mehr heterogene Lerngruppen gebildet, Lernmaterialien und Unterrichtskonzeptionen sowie Lernumgebungen geschaffen werden, die den Aspekt der Heterogenität der Kinder berücksichtigen und beim Kind selbst und dessen Wissen ansetzen, zeigt bereits, dass eine positive Tendenz vom Klassen- und Frontalunterricht hin zum individuellen Lernen vernommen werden kann. Jedoch bleiben zentrale Probleme in der Struktur des Schulsystems bestehen.

Der Druck des Bildungsanspruchs und der Abschlüsse bewirkt immer noch eine gezielte Aussortierung der Kinder auf verschiedene Schulen mit dem dabei zugrundeliegenden Wunsch eines immer noch präsenten Homogenitätsdenkens. „Gute“ und intelligente Kinder sollen auf das Gymnasium, weniger „gute“ finden sich in Real- und Hauptschulen wieder.

Dadurch wird bereits den Kindern erste Zukunftschancen geschenkt oder auch genommen, die den Kindern durch den Bildungsweg ihren Platz in der Gesellschaft und dem Arbeitsmarkt eröffnen, auch durch spätere mögliche Ausbildungswege aufgrund ihrer besuchten Schulform.

Was ist jedoch mit den Kindern, die nirgendwo reinpassen? Kinder, die spezielle Förderung über dem herkömmlichen Maß an Angeboten bedürfen? - Für diese beeinträchtigten, d.h. behinderten, gestörten und benachteiligten Kinder wurde eine „Sonderschule“, eine „Hilfsschule“, geschaffen, in denen sich dieser Kinder abgetrennt von den als „normal“ definierten Kindern angenommen wird. Dass dadurch eine regelrechte Separation vom Bildungsanspruch stattfindet, legt einem eine Ahnung der Zukunftschancen dieser Kinder nahe, die oftmals unbefriedigend ist. Im Zuge dieser Überlegungen wurde in den letzten Jahren eine Diskussion laut, die sich für und gegen den Erhalt der heute sogenannten „Förderschule“ ausspricht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erhalt oder Nichterhalt der Förderschule?

2.1. Probleme und Nachteile der Förderschule

2.2. Vorteile und Intentionen der Förderschule

3. Betrachtung von Vorurteilen und gängigen Falschaussagen im Bezug auf Förderschulen und inklusivem Lernen

4. Konsequenzen für die schulische Praxis

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der differenzierten Untersuchung der sonderpädagogischen Förderung im deutschen Bildungssystem, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Erhalt von Förderschulen und der Umsetzung inklusiver Bildung liegt.

  • Analyse der Vor- und Nachteile des Förderschulsystems
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Stigmatisierung von Förderschülern
  • Widerlegung gängiger Vorurteile gegenüber inklusivem Unterricht
  • Diskussion notwendiger Voraussetzungen für gelingende Inklusion in der Regelschule
  • Perspektiven für die zukünftige schulische Praxis und Lehrerausbildung

Auszug aus dem Buch

2.1. Probleme und Nachteile der Förderschule

Die meiste Literatur als auch Interviews und Artikel zum Thema Förderschule und der Umsetzung sonderpädagogischer Förderung sehen eher kritisch auf diese Schule und argumentieren mit zahlreichen Schwierigkeiten und Problemen für die Kinder, die diese Schulform immer noch besuchen. Damit plädieren sie ein jedes Mal umgehend für einen inklusiven Unterricht mit der Förderung der Kinder an einer Regelschule, obgleich sie hierbei in manchen Fällen auch die Voraussetzungen sehen, die hierfür noch geschaffen werden müssen, um dies zu erreichen.

Vor allem widersetzt sich die Förderung an der Förderschule einem Rechtsanspruch, der sich darin versteht, behinderte als auch nicht behinderte Kinder möglichst gemeinsam lernen zu lassen (Vgl. Dierks 2016). Die seit 2009 in Deutschland geltende Behindertenrechtskonvention erhebt diesen Anspruch, der noch nicht zu unserer derzeitigen Praxis in Deutschland gehört. Zentrale Punkte stellt Herausgeberin Antje Welke mit der „UN-Behindertenrechtskonvention mit rechtlichen Erläuterungen“ heraus, die deutlich machen, dass der Förderschulbesuch diesen Rechten von behinderten Menschen widerspricht. So „[...] gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen […]“ (Welke 2012, S. 40) mit der Unterzeichnung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wunsch nach Homogenität und dessen Einfluss auf das selektive deutsche Schulsystem sowie die Fragestellung dieser Arbeit.

2. Erhalt oder Nichterhalt der Förderschule?: Dieses Kapitel untersucht kritisch die Defizite des Förderschulsystems wie Stigmatisierung und Perspektivlosigkeit, stellt aber auch die Intentionen einer individuellen Förderung dar.

3. Betrachtung von Vorurteilen und gängigen Falschaussagen im Bezug auf Förderschulen und inklusivem Lernen: Hier werden zentrale Mythen über Inklusion, wie vermeintliche Mehrkosten oder Leistungsnachteile für Regelschüler, auf Basis von Studien entkräftet.

4. Konsequenzen für die schulische Praxis: Das Kapitel diskutiert, welche systemischen und pädagogischen Anpassungen erforderlich sind, um Inklusion als Standard an Regelschulen erfolgreich umzusetzen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Inklusion ein kontinuierlicher Prozess ist, der eine Professionalisierung der Lehrkräfte voraussetzt.

Schlüsselwörter

Förderschule, Inklusion, sonderpädagogische Förderung, Integration, UN-Behindertenrechtskonvention, Regelschule, Stigmatisierung, individuelle Lernförderung, Heterogenität, Bildungssystem, Schulentwicklung, soziale Teilhabe, Behindertenpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Förderschulen und dem inklusiven Lernen im deutschen Schulsystem.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Vor- und Nachteile von Förderschulen, die Stigmatisierung von Lernenden sowie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Inklusion.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie und wo sonderpädagogische Förderung am besten stattfinden kann und ob der Erhalt des Förderschulsystems vor diesem Hintergrund sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Ausarbeitung, die durch Literaturanalyse, die Zusammenführung von Expertenmeinungen und die Auswertung bestehender Studien Erkenntnisse gewinnt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Bestandsaufnahme der Förderschulen, die Widerlegung von Vorurteilen gegenüber Inklusion sowie die Ableitung von Konsequenzen für die Schulpraxis.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, sonderpädagogischer Förderbedarf, Stigmatisierung, Regelschule und individuelle Lernförderung.

Welche Bedeutung hat die UN-Behindertenrechtskonvention für die Argumentation?

Sie dient als rechtliche Grundlage, um den Anspruch auf gemeinsames Lernen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, dass ein exklusives Förderschulsystem diesen Rechten widersprechen kann.

Wie bewertet die Autorin die Situation für betroffene Kinder?

Sie thematisiert den emotionalen Zwiespalt zwischen der Entlastung durch einen „Schonraum“ und der Stigmatisierung, die oft mit einem geringeren Selbstwertgefühl und schlechteren beruflichen Chancen einhergeht.

Welche Rolle spielt die Lehrerausbildung für die Inklusion?

Die Arbeit betont, dass Inklusion und Sonderpädagogik zentrale Bestandteile der Ausbildung für alle Lehrämter werden müssen, um ein inklusives Schulklima zu schaffen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pros und Contras der Umsetzung sonderpädagogischer Förderung an der Förderschule
Untertitel
Differenzierte Betrachtung der Möglichkeiten inklusiver Bildung
Hochschule
Universität Kassel
Note
Bestanden
Autor
Cindy Dülfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V341905
ISBN (eBook)
9783668318175
ISBN (Buch)
9783668318182
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion Sonderpädagogik Erhalt Förderschule Regelschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cindy Dülfer (Autor:in), 2016, Pros und Contras der Umsetzung sonderpädagogischer Förderung an der Förderschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341905
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum