Die Medienlandschaft Großbritanniens. Zeitschriften, Radio und Fernsehen


Hausarbeit, 2016

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Zeitschriften:
1.1 Definition und Allgemeines:
1.2 Entwicklung der Zeitschriften Großbritanniens:
1.3 „General-interest magazines“:
1.4 „Political and literary journals“
1.5 „Special-interest magazines“:
1.6 Trends:

2. Radio und Fernsehen:
2.1 „Public Radio and Television“ (Öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen )
2.2 „Commercial Radio and Television“ (Privates Radio- und Fernsehen)

3. Literaturverzeichnis:

1. Zeitschriften:

1.1 Definition und Allgemeines:

Ein „magazine“ (Zeitschrift) ist eine gedruckte Veröffentlichung in Form eines großformatigen, dünnen Buches mit Papierumschlag. Sie erscheint periodisch und enthält normalerweise Artikel, Aufsätze, „short stories“, Buchkritiken und Illustrationen.[1]

Eine „newspaper“ (Zeitung) hingegen ist eine gedruckte Veröffentlichung in Form von gefalteten Blättern. Sie erscheint täglich oder wöchentlich und enthält Nachrichten, Kommentare und Artikel über verschiedene Themen.[2]

„Newspapers“ können heute, genauso wie die „magazines“, Farbfotos enthalten. Beiden sind Werbung und Leserbriefe gemein, die Artikel aus vorhergehenden Ausgaben kommentieren.

In den „magazines“ bitten die Leser auch oft um Rat und erhalten Tips zur Bewältigung ihrer Probleme.

In Großbritannien gibt es ca. 7000 Zeitschriften, von denen einige wöchentlich , andere monatlich erscheinen. Zu den auflagenstärksten Zeitschriften gehören die „television guides“ (Fernsehzeitschriften) und die „news magazines“ (Nachrichtenmagazine). Es gibt auch Zeitschriften für Menschen bestimmter Rassen und Kulturen, die natürlich eine geringere Auflage haben. Die Auflage ist z.B. auch bei „inflight magazines“ (Zeitschriften von Fluggesellschaften), sowie bei „store magazines“, die Kunden in ihrem Supermarkt erwerben können, kleiner.

1.2 Entwicklung der Zeitschriften Großbritanniens:

Zu den ersten Zeitschriften Großbritanniens gehörten unter anderem “Compleat Library“ aus dem Jahre 1691 und „Gentleman´s Journal“ von 1692. Diese bestanden vor allem aus Artikeln und aus Buchkritiken. Sehr erfolgreich durch ihren Aufbau, der aus einer Mischung von politischen und literarischen Kommentaren bestand, waren „Tatler“ (1709), „Spectator“ (1711), „Gentlemen´s Magazine“ (1731), „North Briton“ (1762), „Edinburgh Review“ (1806), „Blackwood`s Magazine“ (1817) und „Contemporary Review“ (1866). „Gentleman´s Magazine“ war auch die erste Zeitschrift, die direkt das Wort „magazine“ in der heutigen Bedeutung benutzte.

Die ersten Illustrationen waren Holzschnitte. Professionelle Drucktechniken und Papierherstellung begann während des 19. Jahrhunderts und machten große Druckaufträge für die Druckereien möglich. Um 1800 erschienen zum ersten Mal Werbungen in Zeitschriften. 1850 waren Werbungen schon ein bedeutender Faktor für eine Zeitschrift, ab 1880 schon aus rein finanzieller Sicht nicht mehr aus den Magazinen wegzudenken.

Um 1930 begann man, Zeitschriften auch farbig zu drucken. Photos wurden immer wichtiger. In den sechziger Jahren brachte der billige Offsetdruck in der westlichen Welt die sog. „underground press“ hervor. Verfolgung und wirtschaftliche Probleme richteten diese jedoch fast wieder zugrunde. Die größten Überlebenden in Großbritannien sind das Satiremagazin „Private Eye“ (1961) und die Londoner Zeitschrift „Time Out“ (1968).

Mit „Ladies´Mercury“ entstand 1693 das erste „women´s magazine“. Die Auflagen der Frauenzeitschriften waren zu dieser Zeit relativ groß, da sie sich mit sehr interessanten Themen für die Frau von damals beschäftigten. Hierzu gehörte Haushalt, Rezepte, Schönheit und Mode, Ratschlägen und „Klatsch und Tratsch“. Im späten 18. Jahrhundert kamen vor allem Gleichberechtigungsforderungen zur Sprache. Frauen plädierten dafür, dass auch die Männer anerkannten, dass die weibliche Intelligenz der männlichen in nichts nachstand und dass Frauen genauso gut über Allgemeinwissen und öffentliche Anliegen diskutieren konnten. 1825 ging dieser Trend wieder zurück. Im 19. Jahrhundert konnte eine feministische Ansicht eine Zeitschrift in den Ruin treiben. Aus diesem Grund versuchten die männlichen Verleger ihre Mitarbeiterin „moralisch zu erziehen“. Um 1900 kamen die ersten Zeitschriften für die arbeitende Frau auf den Markt. Die erste Farbzeitschrift für Frauen in Großbritannien „Woman“ wurde 1937 das erste Mal veröffentlicht.

1953 wurde das „Press Council“ gegründet, um „freedom of the press“ (Pressefreiheit) zu gewährleisten und eine hohe Professionalität in der Branche aufrecht zu halten. Sehr wirkungsvoll war dessen Arbeit jedoch nicht.

1991 wurde auf Grund von wachsender Kritik gegenüber der Presse die „Press Complaints Commission“ von den Printmedien gegründet. Die Kritik bezog sich vor allem auf den Eingriff in die Privatsphäre der in der Öffentlichkeit stehenden Menschen (z.B. Skandale rund um die „Royal Family“). Die Presse stimmte einem neuen Recht zu, Betroffenen ein Beschwerderecht einzuräumen, wählte zudem einen Repräsentanten für die Leser und sicherte zu, dass Fehler sofort behoben würden.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern erhält die britische Presse heute keine staatliche Unterstützung und kaum Steuervorteile.

1.3 „General-interest magazines“:

„General-interest magazines“, auch „consumer magazines“ genannt, bestehen aus Themen, die einer breiten Masse zugänglich gemacht werden können, da sie für viele Leser interessant sind.

In Großbritannien gehören dazu vor allem Magazine über Hobbys und Freizeitaktivitäten. Für „DIY“ (=“do it yourself“, also Heimwerken), z.B. „Ideal Home“, Gartenmagazine, wie z.B. „Garden News“ oder Zeitschriften über Familie und Lifestyle, wie z.B. „BBC Good Food Magazine“ oder „Mother and Baby“ sowie Reisezeitschriften und Automagazine .

„Music- and filmagazines“ gibt es für jeden Geschmack. „New Musical Express“ beinhaltet z.B. Kritiken über Popmusik und Interviews mit Musikern. Andere Zeitschriften beschäftigen sich mit klassischer Musik, Oper, Jazz oder „Folk“. Oft erhält man beim Kauf eine kostenlose CD als Beigabe.

Auch „sports magazines“ ziehen viele Leser an. In Großbritannien veröffentlichen einige Fußballvereine eigene Club-Zeitschriften.

„Fanzines“ sind billige Zeitschriften, die Fans von Sängern, Bands oder Sportvereinen herausgeben.

„Gossip magazines“, auch „the gossips“ genannt, wie z.B. „Hello“ bringen Geschichten über das Leben der „Schönen und Reichen“.

Andere Zeitschriften werden gerne wegen ihrer „listings“ (Auflistungen) gekauft. „Time Out“ zählt Konzerte und Theaterstücke auf, „Exchange and Mart“ beinhaltet ausschließlich Werbung und Verkaufsanzeigen.

Im Allgemeinen kaufen Frauen weitaus mehr Zeitschriften als Männer.

Bei den „women´s magazines“ sind Modemagazine sehr beliebt. „Vogue“ z.B. ist eine sehr teure Modezeitschrift von hoher Qualität. Andere Zeitschriften bringen eher den neuesten „Klatsch und Tratsch“ „an die Frau“ und bestehen aus Reportagen, Rätselecken, Artikeln über Mode, Make-Up, Essen und Fitness oder besitzen häufig eine Kolumne einer Diplom-Psychologin, die Leserinnen bei Problemen berät („Frau Barbara antwortet“).

Junge Frauen kaufen vor allem „Cosmopolitan “. Diese Zeitschrift ist auf Grund ihrer Film- und Buchkritiken sehr beliebt. Außerdem erhält die junge Leserin Informationen zu Haushalts- und Karrierethemen.

„Teen mags“ sind Zeitschriften für Jugendliche. Sie behandeln Themen wie Kleidung, Schule, Freunde und Unterhaltung. „Mizz“, „Seventeen“ und „J17“ sind eher für ältere Jugendliche gedacht, werden aber häufig von sehr jungen Mädchen gelesen. Einige Eltern sind nicht begeistert, dass ihre Kinder „Teen mags“ lesen, da sich der Inhalt hauptsächlich um Jungen und Sex dreht.

Seit kurzer Zeit werden immer mehr Zeitschriften für Männer verfasst. „Men´s magazines“ wie „Esquire“, „Arena“ und „GQ“ beinhalten vor allem Artikel über Autos, Kleidung, Musik und Sport.

Die meisten „pornographic magazines“ zielen auch auf Männer ab. Bei „Loaded and Sky“ liegt die Betonung vor allem auf Sex, Drinks und Musik. Obwohl die Briten an eine freie Presse glauben, die das Recht hat, alles zu veröffentlichen, gibt es bei den pornographischen Zeitschriften jedoch gewisse Grenzen. Besonders „harte“ Magazine werden mit einer dunklen Plastikfolie eingebunden, so dass im Regal der Zeitungsgeschäfte nur die Logos der Pornomagazine zu lesen sind, eindeutige Photos auf der Titelseite jedoch verdeckt werden.

1.4 „Political and literary journals“

Politische und literarische Zeitschriften zeichnen sich vor allem durch ein „gutes Englisch“ und einen hochwertigen Schreibstil aus. Die meisten dieser Journale werden in London gedruckt und danach im gesamten Land publiziert. Ihre Auflage geht oft in die Zehntausende.

„The Economist“, 1841 gegründet, gehört wohl zu den Bekanntesten. Er besteht aus einem farbigen Umschlag und beinhaltet nur wenig Photos im Inneren. Er ähnelt in seinem Aussehen der „Time“ und der „Newsweek“. Sein deutscher „Bruder“ ist der „Spiegel“. Das Hauptthema des „ The Economist“ sind wirtschaftliche und politische Neuigkeiten aus der ganzen Welt. Sogar sein US-Amerikanischer Teil ist informativer als der einiger US-Amerikanischen Zeitschriften .

„The New Statesman“, ein politisch linksgerichtetes Magazin und der „Spectator“, ein politisch rechtsgerichtetes Journal, erscheinen wöchentlich. Sie beinhalten normalerweise politisch angehauchte Artikel von hohem Niveau. Fast die Hälfte der beiden Zeitschriften ist für Literatur und Kunst vorgesehen.

„The Times“ hat drei zusätzliche Magazine, die alle wöchentlich erscheinen und getrennt von einander verkauft werden. Das „The Times Literary Supplement“ ist fast ausschließlich Buchkritiken gewidmet und behandelt jegliche Art von neuer Literatur. „The Times Educational Supplement” und “The Times Higher Education Supplement” sind nützliche Quellen für alle ernsthaften Leser, die sich für Erziehung und Bildung interessieren.

„New Scientist“ wird von dem gleichen Verlag wie der „Daily Mirror“ veröffentlicht und beinhaltet Artikel über Forschung und Wissenschaft. Diese werden oft von Akademikern geschrieben, sind aber trotzdem für allgemeine Leser gut verständlich.

1.5 „Special-interest magazines“:

„Special-interest magazines“ gibt es zu den verschiedensten Themen, wie z.B. Body-building, Fotographie, Fischen, Elektronik oder Computer. Sie enthalten sehr detaillierte Information für Fans dieser Bereiche.

Zu den „special-interest magazines“ gehören unter anderem die „county magazines“, die regionale Veranstaltungen beschreiben, an denen vor allem „upper-class“-Engländer teilnehmen.

Zudem gibt es „trade magazines “, deren Zielgruppe in den verschiedensten Branchen zu finden ist. In der Musikbranche ist z.B. „Billboard“ sehr erfolgreich, „Farmweek“ ist nur dem Handel bekannt.

„Professional journals“ zielen auf verschiedene Berufsgruppen ab und beinhalten Artikel über Forschung und berufliche Praxis.

„Special-interest clubs and society magazine“ werden von bestimmten Clubs und Vereinen für ihre Mitglieder publiziert.

1.6 Trends:

Wie in Deutschland können die Zeitschriften in Supermärkten und Büchergeschäften, sowie an Kiosken gekauft werden. Um Geld zu sparen, bevorzugen viele Engländer, die billigeren Abonnements. So erhält man praktischerweise die Zeitschrift auch per Post ins Haus.

Manche Leser kaufen die Zeitschriften nicht, sondern lesen ältere Ausgaben (back copies, old issues) beim Arzt oder Zahnarzt im Wartezimmer oder beim Frisör.

In Bibliotheken gibt es eine Abteilung, in der die neuesten Ausgaben von Tageszeitungen und eher ernsteren Zeitschriften vorhanden sind, die vor Ort gelesen werden können.

Auch in Großbritannien geht der Trend zu den neuen Medien. Einige Zeitschriften sind im Internet vorhanden. Andere , wie z.B. „Wired “ und „ Toxic“ sind nur über das Internet verfügbar. Das ist nicht weiter verwunderlich, da es sich bei diesen Exemplaren um Computerfachzeitschriften handelt.

Da britische Zeitschriften durch ihre freie Meinungsäußerung sowohl auf ihre Leser wie das politische Leben Großbritanniens einen sehr starken Einfluss ausüben, geht von diesen eine relativ große Macht aus. Zudem entstehen in Großbritannien genau wie in anderen Ländern große, internationale Medienkonzerne, da die Printmedien mit anderen Medienunternehmen fusionieren. Der Medienmogul Rupert Murdoch ist ein solches Beispiel. Sein Konzern besteht unter anderem aus Pressehäusern, Fernsehkanälen und -netzwerken, sowie Filmstudios in Australien, Großbritannien, den USA und Deutschland. Einige Politiker schlagen aus diesem Grund vor, dass man die Pressefreiheit einschränken sollte. Da dies dem Gesetz „freedom of the press“ widersprechen würde, werden Änderungen diesbezüglich in nächster Zeit sicherlich nicht durchgeführt werden.

[...]


[1] vgl. Oxford Advanced Learners Dictionary, Oxford, 1995, The Hutchinson Educational Encyclopedia, 1999

[2] ebd.

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Die Medienlandschaft Großbritanniens. Zeitschriften, Radio und Fernsehen
Hochschule
Hochschule Deggendorf  (BWL)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
7
Katalognummer
V341922
ISBN (eBook)
9783668318649
ISBN (Buch)
9783668318656
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Großbritannien, England, UK, Radio, TV, Zeitungen, Zeitschriften
Arbeit zitieren
Kathrin Montero Gonzalez (Autor:in), 2016, Die Medienlandschaft Großbritanniens. Zeitschriften, Radio und Fernsehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341922

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