Die vorliegende Arbeit vergleicht zwei bedeutende Frauengestalten der zwei monotheistischen Religionen Judentum und Islam. Konkret beschreibt und vergleicht diese Arbeit die Geschichten von Susanna, einer Jüdin und Aischa einer Muslimin. Die Geschichte von Susanna wird im Alten Testament erzählt und die Geschichte von Aischa ist aus islamischen Überlieferungen bekannt. In diesen Geschichten wurden beide Frauen des Ehebruchs beschuldigt.
Als Basis für den Vergleich geht diese Arbeit zunächst auf historische Hintergründe beider Frauengestalten ein, und nutzt dabei insbesondere ihre Biographien. Daran schließt sich eine kurze Zusammenfassung beider Verleumdungsgeschichten an. Hierbei stütze ich mich vor allem auf die Quellen, in denen beide Geschichten geschildert werden. Dies sind zum einen das Alte Testament für die Geschichte Susannas, und zum anderen für die Geschichte Aischas die Überlieferungen aus dem Leben des muslimischen Propheten Mohammed von Ibn Ishaq, sowie später verfasste Dramen. Anschließend werden einige alttestamentlichen Stellen der Geschichte sowie einige Koranstellen erläutert, um die Analyse der Arbeit zu unterstützen.
Als Primärliteratur für diese Arbeit dient das Drama „Susanna“ des Autors Paul Rebhuhn und der Roman „Aischa und Mohammed“ von Karman Pasha. In der Analyse betrachte ich zuerst die Eigenschaften beider Frauengestalt. Diese werden hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede verglichen. Als nächstes untersuche ich die sozialen und rechtlichen Stellungen Aischas und Susannas und wie diese ihre Situation beeinflusst haben.
Dabei geht die Arbeit auf die Folgen der Verleumdungsgeschichten in Bezug auf die moralische Ebene und die religiöse Lehre der jüdischen und muslimischen Gemeinschaften ein. Weiterhin schildere ich in dieser Arbeit die Strafen für Unzucht und Ehebruch in beiden Religionen und die Gründe für ihre Anwendung bzw. aufgeführt. Zum Schluss betrachtet die Arbeit auch die Reaktionen der Ehemänner hinsichtlich der Anschuldigungen an ihre Frauen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 HISTORISCHE HINTERGRÜNDE
2.1 Aischas Biographie
2.2 Susannas Biographie
3 ERPRESSUNG UND VERLEUMDUNG
3.1 Susanna und die falschen Richter
3.2 Aischa und der „die Halskettenaffäre“
4 DIE SOZIALE UND RECHTLICHE STELLUNG DER FRAU IN BEIDEN GESCHICHTEN
4.1 Im Judentum
4.2 Im Islam
4.3 Folgen der Verleumdungsgeschichten auf die jüdische und muslimische Gemeinschaft
5 UNZUCHT- UND EHEBRUCHSSTRAFE IN BEIDEN GESCHICHTEN
6 GOTT ODER EHEMANN?
6.1 Gottesbild für Susanna und Aischa
6.2 Die Rolle der Ehemänner in den Verleumdungsgeschichten
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt auf einen vergleichenden Diskurs über die Rollenbilder und sozialen Bedingungen der Frauengestalten Susanna (Judentum) und Aischa (Islam) ab, die beide mit dem Vorwurf des Ehebruchs konfrontiert wurden. Dabei wird insbesondere untersucht, wie religiöse Traditionen, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Einflüsse auf die moralische Beurteilung und den Umgang mit Verleumdung in den beiden monotheistischen Religionen wirken.
- Historische Kontextualisierung und biographische Analyse von Susanna und Aischa
- Vergleich der sozialen und rechtlichen Stellung von Frauen in Judentum und Islam
- Analyse der moralischen Folgen von Verleumdungsgeschichten auf die jeweilige Glaubensgemeinschaft
- Untersuchung der religiösen Strafbestimmungen für Unzucht und Ehebruch
- Reflexion über das Gottesbild und die Rolle der Ehemänner als Fürsprecher oder moralische Instanzen
Auszug aus dem Buch
3.1 Susanna und die falschen Richter
Die Geschichte der keuschen Susanna spielt in Babylon um das Jahre 550 v.Chr. Im Kapitel des Alten Testaments „Zusätze zum Buch Daniel“ 1-64 wird die Geschichte von Susanna erwähnt. Die beiden Richter werden hierbei von Anfang als Böse dargestellt. Bosheit ging aus von Babylon von den Ältesten und Richtern. Sie warfen ein Auge auf die schöne fromme Frau Susanna und wollten sie vergewaltigen. Die falschen Richter drohten Susanna mit öffentlicher Beschuldigung wegen Ehebruchs, wenn sie ihnen nicht zu Willen sein würde. Susanna wehrte sich jedoch und schrie um Hilfe. Ihr war lieber zu sterben als zu sündigen. Doch ich will lieber unschuldig in eure Hände fallen als gegen den Herrn sündigen.
Die Richter ließen sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und beschuldigten sie deshalb, dass sie Susanna mit einem jungen Mann gesehen hätten, womit sie gegen das sechste Gebot verstoßen hätte. Aufgrund dieses Vorwurfes ließen die Richter Susanna zum Tode verurteilen. Beim Prozess zählte das Wort Susannas nichts gegen das Wort der Richter, da sie in der Gesellschaft eine höhere und angesehenere Position besaßen. Und das Volk glaubte den beiden als Ältesten und Richtern im Volk, und man verurteilte Susanna zum Tode.
Susanna bat Gott um Hilfe und er erhörte ihre Gebete und schickte ihr den Propheten Daniel, welcher durch eine geschickte Verhörmethode die Lüge der beiden Richter aufdecken konnte. Dadurch war Susanna gerettet und die Richter selbst wurden zum Tode verurteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung skizziert das vergleichende Vorhaben der Arbeit zwischen Susanna und Aischa und erläutert die methodische Herangehensweise anhand von Primär- und Sekundärquellen.
2 HISTORISCHE HINTERGRÜNDE: Dieses Kapitel liefert biographische Eckdaten zu den beiden Frauengestalten und bettet sie in ihre jeweiligen historischen und gesellschaftlichen Kontexte ein.
3 ERPRESSUNG UND VERLEUMDUNG: Hier werden die spezifischen Verleumdungsszenarien von Susanna und Aischa detailliert gegenübergestellt, wobei die Motive der Beschuldigenden analysiert werden.
4 DIE SOZIALE UND RECHTLICHE STELLUNG DER FRAU IN BEIDEN GESCHICHTEN: Das Kapitel untersucht die Stellung der Frau im jüdischen und islamischen Rechtssystem sowie die gesellschaftlichen Konsequenzen, die sich aus Verleumdungsfällen ergeben.
5 UNZUCHT- UND EHEBRUCHSSTRAFE IN BEIDEN GESCHICHTEN: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen und rechtlichen Vorgaben beider Religionen im Umgang mit vorehelichem oder außerehelichem Geschlechtsverkehr und die jeweiligen Sanktionen.
6 GOTT ODER EHEMANN?: Diese Untersuchung betrachtet die Rolle der Ehemänner als Schutzinstanz und analysiert das Gottesbild der Protagonistinnen in Momenten existentieller Bedrohung.
7 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Interpretation religiöser Texte im Kontext der Unterdrückung oder Gleichberechtigung von Frauen.
Schlüsselwörter
Susanna, Aischa, Judentum, Islam, Ehebruch, Verleumdung, Religionsgeschichte, Frauenbild, rechtliche Stellung, Gottesbild, Alte Testament, Koran, Scharia, Ehe, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Biographien und Schicksale der biblischen Susanna und der islamischen Aischa, die beide fälschlicherweise des Ehebruchs bezichtigt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Vergleich religiöser Rollenbilder, die rechtliche Stellung von Frauen, die Mechanismen von Verleumdung und die Bedeutung von Glaubensgrundsätzen in Krisensituationen.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Behandlung und Wahrnehmung dieser beiden Frauen in ihren jeweiligen religiösen Kontexten (Judentum und Islam) aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie sowohl auf religiöse Primärtexte als auch auf Dramen und wissenschaftliche Sekundärliteratur zurückgreift.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden historische Hintergründe, die Verleumdungsszenarien, soziale und rechtliche Positionen, die Strafe bei Ehebruch sowie die Rolle von Gott und den Ehemännern als Akteure analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Susanna, Aischa, Verleumdung, Ehebruch, Judentum, Islam, Rechtsstellung der Frau und religiöse Interpretation.
Welche Rolle spielte der Prophet Daniel im Fall der Susanna?
Daniel fungierte als göttliches Werkzeug, der durch eine geschickte Befragung der Richter deren Falschaussagen aufdeckte und so Susanna vor der ungerechten Strafe rettete.
Warum wird die Halskettenaffäre der Aischa im Koran thematisiert?
Die Affäre dient als Beispiel zur Belehrung der muslimischen Gemeinschaft; die koranische Offenbarung klärt Aischas Unschuld und führt neue rechtliche Bestimmungen für die Gemeinde ein.
- Arbeit zitieren
- Youmna Steckler (Autor:in), 2016, Eine jüdische und eine muslimische "Ehebrecherin" im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341928