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Der Resilienzgedanke als Ansatz in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen

Titel: Der Resilienzgedanke als Ansatz in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen

Bachelorarbeit , 2015 , 47 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johanna Weddigen (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Bachelorarbeit soll es sein, zu untersuchen, ob und wie die Erkenntnisse der letzten Jahre aus der Resilienzforschung für die Soziale Arbeit mit Straftätern nutzbar zu machen sind. Mit anderen Worten: Wie kann der Sozialarbeiter in der Vollzugsanstalt den Resilienzgedanken in seine tägliche Arbeit einbringen, um dadurch seine Arbeit zu optimieren?

Vor dem Hintergrund der Überzeugung, dass die persönliche Spiritualität einen großen Einfluss auf den Menschen ausübt und die eigene Resilienz beeinflussen kann, werde ich außerdem eine religionspädagogische Betrachtung vornehmen. Rahmenbedingt ist es in dieser Arbeit nicht möglich, alle einzelnen Bereiche vertiefend zu betrachten. Es sind daher Abstriche gemacht worden, auf weiterführende Literatur wird verwiesen. Die vorliegende Arbeit versteht sich als textanalytisch-interpretative Arbeit nach der Methode der klassischen Hermeneutik. Das Interesse richtet sich hauptsächlich auf die Bearbeitung der vorhandenen deutschsprachigen Literatur. Diese wurde ausgewertet und den Zielen der Arbeit entsprechend zusammengefasst wiedergegeben. Es schließen sich eigene Gedanken und Vorschläge an.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Resilienz

2.1 Begriffsbestimmung Resilienz

2.2 Die Ursprünge der Resilienzforschung

2.3 Kauai-Längsschnittstudie

2.4 Das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept

2.4.1 Risikofaktorenkonzept

2.4.2 Schutzfaktorenkonzept

3. Justizvollzugsanstalt

3.1 Straf- und Vollzugsziele

3.2 Soziologische Analyse der Haftsituation

3.2.1 Soziokulturelle Umwelt

3.2.2 Soziale Umwelt

3.2.3 Gefängnisorganisation

3.2.4 Physische Umwelt

4. Resilienz und Gefängnissozialarbeit

4.1 Pädagogische Möglichkeiten im Gefängnis

4.1.1 Sichere Bindung

4.1.2 Bildung

4.1.3 Freundschaften

4.1.4 Fähigkeiten und Neigungen

4.1.5 Positive Werte

4.1.6 Soziale Kompetenzen

4.2 Einfluss von Resilienz auf die Resozialisierung

5. Der religionspädagogische Einfluss auf die Gefängnissozialarbeit

6. Vorschlag einer praktischen Umsetzung auf der Grundlage des Konzepts „Mentoring für Straffällige: Auch ein Beitrag zum Opferschutz” von Dr. Lutz Klein

6.1 Arbeitsmarktintegration für jugendliche Strafentlassene (ArJuS)

6.2 Mentoring und Resilienz

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Erkenntnisse aus der Resilienzforschung für die Soziale Arbeit mit Straftätern nutzbar gemacht werden können, um den Resozialisierungsprozess in der Justizvollzugsanstalt zu optimieren.

  • Grundlagen und Konzepte der Resilienzforschung im Kontext belastender Lebensumstände.
  • Analyse der spezifischen Belastungsfaktoren innerhalb der Justizvollzugsanstalt (JVA).
  • Pädagogische Interventionsmöglichkeiten zur Stärkung der Resilienz von Gefangenen.
  • Die Rolle der Religionspädagogik als stützendes Element im Haftalltag.
  • Vorschläge zur praktischen Umsetzung durch Mentoring-Programme zur Förderung der Resozialisierung.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Risikofaktorenkonzept

„Risikofaktoren werden als krankheitsbegünstigende, risikoerhöhende und entwicklungshemmende Merkmale definiert, von denen potenziell eine Gefährdung der gesunden Entwicklung des Kindes ausgeht.“ 34 Risikofaktoren sind Variablen, die die Wahrscheinlichkeit negativ auftretender Verhaltensweisen erhöhen. Darüber hinaus meint „potenziell“ hier, dass vorhandene Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit negativer Konsequenzen für die Entwicklung erhöhen, diese aber nicht zwangsläufig eintreffen müssen. 35 Es handelt sich also um ein Wahrscheinlichkeits- und nicht um ein Kausalitätskonzept. Insgesamt muss man heute aus entwicklungspsychopathologischer Sicht Entwicklungsgefährdungen in zwei Hauptgruppen differenzieren: „zum einen Bedingungen, die sich auf biologische oder psychologische Merkmale beziehen -sie werden als Vulnerabilitätsfaktoren bezeichnet- und zum anderen Bedingungen, die psychosoziale Merkmale der Umwelt des Menschens betreffen -sie werden Risikofaktoren bzw. Stressoren genannt.“36 Unter Vulnerabilität (lateinisch vulnus - Wunde) versteht die Psychologie die Verwundbarkeit der Person aufgrund von belastenden bzw. risikoreichen Umweltbedingungen. Sie stellt das Gegenstück zur Resilienz dar. 37 Je höher die Vulnerabilität der Person, desto höher ist das Risiko, dass belastende Lebenssituationen einen negativen Einfluss auf die betroffene Person nehmen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass je geringer die Vulnerabilität ist, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, unter schwierigen Lebensbedingungen zu zerbrechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Resilienzkonzepts für Inhaftierte und formuliert das Ziel, resilienzfördernde Ansätze für die Soziale Arbeit im Vollzug nutzbar zu machen.

2. Resilienz: Dieses Kapitel definiert Resilienz als erlernbare Widerstandsfähigkeit und erläutert die theoretischen Grundlagen sowie das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept.

3. Justizvollzugsanstalt: Hier wird die Haftsituation soziologisch analysiert, wobei die problematischen Rahmenbedingungen des Gefängnisses als Ort der Stigmatisierung und Anomie hervorgehoben werden.

4. Resilienz und Gefängnissozialarbeit: Das Kapitel überträgt Resilienzbereiche auf die Gefängnispädagogik und diskutiert Möglichkeiten und Grenzen resilienzorientierten Handelns im Vollzug.

5. Der religionspädagogische Einfluss auf die Gefängnissozialarbeit: Es wird untersucht, wie Spiritualität und religiöse Gemeinschaft den Insassen Orientierung geben und zur Resilienzstärkung beitragen können.

6. Vorschlag einer praktischen Umsetzung auf der Grundlage des Konzepts „Mentoring für Straffällige: Auch ein Beitrag zum Opferschutz” von Dr. Lutz Klein: Dieser Abschnitt plädiert für die Implementierung eines Mentoring-Programms, um durch stabile Bindungen und individuelle Begleitung die Resozialisierungschancen zu erhöhen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Resilienz einen hilfreichen Ansatz für die Persönlichkeitsentwicklung bietet, jedoch strukturelle Veränderungen des Vollzugs nicht ersetzen kann.

Schlüsselwörter

Resilienz, Soziale Arbeit, Justizvollzug, Resozialisierung, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Mentoring, Pädagogik, Strafvollzug, Spiritualität, Kohärenzgefühl, Haftalltag, Straftäter, Reintegration, Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das psychologische Konzept der Resilienz – also die Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Lebensumständen – in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen angewendet werden kann, um deren Resozialisierung zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themenfelder umfassen die Resilienztheorie, die soziologische Analyse des Gefängnisalltags, pädagogische Ansätze im Strafvollzug, die Rolle der Religionspädagogik sowie die praktische Umsetzung mittels Mentoring-Programmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Sozialarbeiter im Vollzug den Resilienzgedanken in ihre tägliche Arbeit integrieren können, um den Inhaftierten zu helfen, eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textanalytisch-interpretativen Methode im Sinne der klassischen Hermeneutik, wobei vorhandene deutschsprachige Fachliteratur ausgewertet und synthetisiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Risiko- und Schutzfaktorenkonzept erläutert, gefolgt von einer Analyse der Lebenswelt im Gefängnis und der konkreten Anwendung von Resilienzbereichen wie Bindung, Bildung und sozialer Kompetenz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Resilienz, soziale Reintegration, Schutzfaktoren, Mentoring, pädagogische Intervention, Straftäterbehandlung und Kohärenzgefühl charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von ehrenamtlichen Mentoren?

Die Autorin sieht Mentoren als wertvolles Werkzeug, das die professionelle Soziale Arbeit ergänzen kann, da Ehrenamtliche eine individuellere, informelle Beziehungsebene ermöglichen, die bei der hohen Fallzahl der hauptamtlichen Sozialarbeiter oft zu kurz kommt.

Was sind laut Autorin die Grenzen des Resilienzansatzes im Gefängnis?

Eine zentrale Grenze ist, dass Resilienz bei Inhaftierten dazu führen kann, dass sie sich lediglich mit ihrer Situation abfinden oder resignieren, statt eine aktive Veränderung und Resozialisierung anzustreben. Zudem kann das Gefängnis selbst als permanenter Risikofaktor durch einen einzelnen Ansatz nicht aufgehoben werden.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Resilienzgedanke als Ansatz in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen
Hochschule
CVJM-Hochschule
Note
1,0
Autor
Johanna Weddigen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
47
Katalognummer
V342000
ISBN (eBook)
9783668317772
ISBN (Buch)
9783668317789
Sprache
Deutsch
Schlagworte
resilienzgedanke ansatz sozialen arbeit gefängnisinsassen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Weddigen (Autor:in), 2015, Der Resilienzgedanke als Ansatz in der Sozialen Arbeit mit Gefängnisinsassen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342000
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Leseprobe aus  47  Seiten
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