Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - History

Der 27. Januar als (inter-)nationaler Gedenktag (Geschichte, Jgst. 12)

Title: Der 27. Januar als (inter-)nationaler Gedenktag (Geschichte, Jgst. 12)

Lesson Plan , 2016 , 14 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Kerncurriculum für das Gymnasium sieht für das vierte Kurshalbjahr das Kernmodul „Geschichts- und Erinnerungskultur“ vor. Der 27. Januar als nationaler Gedenktag fällt sowohl unter den Aspekt „Formen und Funktion historischer Erinnerung“ im Kernmodul als auch in das Wahlmodul „nationale Gedenk- und Feiertage“. Die Wahl fiel auf diesen Gedenktag, da die deutsche Erinnerungskultur von den Themen Nationalsozialismus und Holocaust dominiert wird, sodass die Funktion von und der Umgang mit Erinnerung hier am besten verdeutlicht werden können. Den Schwerpunkt der Stunde bildet ausgehend von den zwei kontrastiven Positionen zur Proklamation des „Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27.01. die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Gedenktages. Materialgrundlage sind zum einen die Rede des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog anlässlich der Proklamation des Gedenktages am 03.01.1996 im Bundestag und zum anderen der Gast-Kommentar Y. Michal Bodemanns in der „taz“ vom 26.01.1999.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Bild der Lerngruppe

2. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang

3. Didaktische Überlegungen

4. Kompetenzzuwachs

5. Methodische Überlegungen

6. Stundenverlaufsplan

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der vorliegenden Unterrichtseinheit ist es, den Schülern die Bedeutung des 27. Januars als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus näherzubringen, indem sie dessen Berechtigung kritisch beurteilen und in den Kontext der Geschichts- und Erinnerungskultur einordnen.

  • Reflektion des Konstruktcharakters von Geschichte anhand unterschiedlicher Gedenkpositionen.
  • Analyse und Kontrastierung der kontroversen Perspektiven von Roman Herzog und Y. Michal Bodemann.
  • Erörterung von Funktion und Instrumentalisierung historischer Gedenktage.
  • Einordnung des 27. Januars in das Kernmodul "Geschichts- und Erinnerungskultur".
  • Förderung der Urteilsbildung durch multiperspektivische Quellenarbeit.

Auszug aus dem Buch

Der 27. Januar als Gedenktag in Deutschland

Der 27. Januar, der Tag der Befreiung von Auschwitz, ist seit 1995 der offizielle deutsche Gedenktag. Und niemand merkt es. [...] Er scheint als Gedenktag für alle Nazi-Opfer weniger kontrovers: Der 27. Januar erinnert an die Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee 1945. Doch zu diesem Zeitpunkt war das KZ nur noch ein Schatten. In den Wochen zuvor hatte sich die Mordmaschinerie verlangsamt, zehn Tage zuvor wurde Auschwitz evakuiert, über 130.000 Häftlinge wurden auf Transporte und Todesmärsche geschickt, und nur ein elendes Überbleibsel von knapp 8.000 Insassen wurde am 27. Januar befreit.

Warum wurde dieser Tag gewählt? Warum keiner der historisch und national bedeutsamen Tage? [...] Nehmen wir den 10. November, den Tag der Pogrome. Übrigens nicht, wie fälschlich immer noch behauptet, den 9. November, die "Reichskristallnacht", denn die Verwüstungen, Plünderungen und Brände geschahen am Morgen des 10. November - vor aller Augen, am hellichten Tag. Ebendieser Tag, das Startsignal zum Großangriff auf die Juden, wirft die Schuldproblematik auf [...] über jene, die sich angewidert abwandten oder auch heimlich Juden halfen, jene, die hilflos schweigend oder mehr oder weniger belustigt zusahen, jene, die vor den Juden die Türen schlossen, jene, die der SA freudig zuarbeiteten.

Es ist bemerkenswert, daß dieser Tag, eben aufgrund seiner lebendigen Erinnerung im Herzen fast jeder deutschen Stadt, in den letzten zwei Jahrzehnten zum Anlaß breiten Gedenkens, gewiß auch oft im Fragwürdigen, geworden war. [...] Nach der Vereinigung gewann dieser Tag angesichts heutiger Pogrome gegen Ausländer neue Aktualität. Der neue staatliche Gedenktag, der 27. Januar, neutralisiert ebendieses Gedenken der Novemberpogrome.

Der 27. Januar ist ein fernes, konstruiertes Datum, ohne deutsche Erinnerung, in einem anderen Land und ohne deutsche Akteure, denn selbst die SS Wachmannschaften waren damals bereits verschwunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bild der Lerngruppe: Beschreibt die Zusammensetzung und das Leistungsniveau des vierstündigen Geschichtskurses im 12. Jahrgang.

2. Einordnung in den Unterrichtszusammenhang: Detailliert die zeitliche und thematische Einbettung der Unterrichtseinheit in das Semesterthema "Geschichts- und Erinnerungskultur".

3. Didaktische Überlegungen: Begründet die Auswahl des 27. Januars als Gedenktag im Rahmen des Kerncurriculums und erläutert die unterrichtlichen Schwerpunkte.

4. Kompetenzzuwachs: Definiert die angestrebten inhaltsbezogenen und übergeordneten Kompetenzen sowie die Lernziele der Stunde.

5. Methodische Überlegungen: Erläutert die didaktische Entscheidung für eine kontrastive Quellenarbeit und den Ablauf der Erarbeitungsphasen.

6. Stundenverlaufsplan: Dokumentiert den konkreten Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Lehrer- und Schülerverhalten sowie der eingesetzten Materialien.

Schlüsselwörter

27. Januar, Gedenktag, Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Auschwitz, Holocaust, Roman Herzog, Y. Michal Bodemann, Geschichtspolitik, Konstruktcharakter von Geschichte, Gedenken, Novemberpogrome, Geschichtsbewusstsein, Identität, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit im Kern?

Es geht um die didaktische Aufbereitung und kritische Diskussion des 27. Januars als offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert auf Geschichts- und Erinnerungskultur, die Funktion von Gedenktagen, den Holocaust sowie die Kontroverse um die staatliche Gestaltung von Erinnerung.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Die Schüler sollen die Bedeutung des 27. Januars erfassen und dessen Berechtigung durch die kritische Auseinandersetzung mit konträren Positionen selbstständig beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine kontrastive Quellenanalyse eingesetzt, bei der die Positionen des Bundespräsidenten Roman Herzog und des Soziologen Y. Michal Bodemann gegenübergestellt und bewertet werden.

Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil des Dokuments?

Der Hauptteil gliedert sich in didaktische und methodische Überlegungen zur Quellenarbeit sowie einen detaillierten Verlaufsplan, der die methodische Umsetzung im Unterricht beschreibt.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Zu den prägenden Begriffen zählen Geschichtspolitik, Konstruktcharakter von Geschichte, Erinnerungskultur und Gedenktag.

Warum wird Bodemanns Kritik am 27. Januar als Gegenposition eingeführt?

Um den Schülern den Konstruktcharakter von Geschichte zu verdeutlichen und sie zu befähigen, eine eigene, begründete Haltung gegenüber der staatlichen Gedenkpolitik einzunehmen.

Welche Rolle spielt die "Didaktische Reserve" im Stundenplan?

Sie dient dazu, die Europäisierung der deutschen Geschichtspolitik durch die EU-Einführung des Gedenktages zu thematisieren, sollte die Zeitplanung dies zulassen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Der 27. Januar als (inter-)nationaler Gedenktag (Geschichte, Jgst. 12)
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
14
Catalog Number
V342112
ISBN (eBook)
9783668335684
ISBN (Book)
9783668335691
Language
German
Tags
januar gedenktag geschichte jgst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Der 27. Januar als (inter-)nationaler Gedenktag (Geschichte, Jgst. 12), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342112
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint