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Die Definition von Armut

Titre: Die Definition von Armut

Exposé (Elaboration) , 2005 , 19 Pages , Note: 11 Punkte

Autor:in: Nina Stoll (Auteur), Vera Schirghofer (Auteur), Melanie Pelka (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Résumé Extrait Résumé des informations

In den letzten Jahren hat man in der öffentlichen Diskussion in Deutschland aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs den Eindruck, es würde „uns“ immer schlechter gehen und wir würden alle verarmen. Die steigende Zahl Arbeitsloser und Sozialhilfeempfänger trägt ein Übriges dazu bei. Doch die Frage, wann eine Person oder gar eine Gesellschaft als arm zu bezeichnen ist, ist nicht einfach zu beantworten. Dieses Referat soll daher versuchen einen Einblick in die Armutsdefinition und die Armutsforschung zu geben. Hierbei soll vor allem auf drei Aspekte eingegangen werden. Zum einen wäre da der Aspekt der räumlichen und zeitlichen Bedingung von Armut zu nennen. Dieser bedeutet, dass Armut von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich ausgelegt wird, in Entwicklungsländern versteht man daher etwas anderes unter Armut als in Industrieländern, wie es zum Bespiel in Deutschland der Fall ist. Außerdem verändert sich das Verständnis von Armut von Zeit zu Zeit, so dass sich die Definition an die gesellschaftlichen Veränderungen anpasst.

Ein weiterer Aspekt auf den wir eingehen möchten, ist Armut als ein relatives Problem. In Deutschland ist nicht die Frage des Überlebens entscheidend, sondern die Frage des menschenwürdigen Lebens. Armut steht also in Relation zu gesamtgesellschaftlichen Lebensgewohnheiten. Der dritte hier zu nennende Aspekt ist, dass Armut ein umfassender Begriff ist, es also nicht nur um monetäre Ressourcen (Mindesteinkommen) geht, sondern auch um Unterversorgung in zentralen Bereichen wie Bildung und Gesundheit. Des weiteren werden wir die verschiedenen Ansätze der Messung von Armut vorstellen, bevor wir uns den Risikogruppen, welche von Armut betroffen sein können, und die psychischen Auswirkungen auf diese zuwenden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition

2.1 Absolute Armut

2.2 Relative Armut

3 Sichtbare Armut: Wohnungs- und Obdachlosigkeit

3.1 Obdachlosigkeit

3.1.1 Manifeste (Offene) Obdachlosigkeit

3.1.2 Latente (Verdeckte) Obdachlosigkeit

3.2 Wohnungslosigkeit

4 Ansätze zur Messung

4.1 Ressourcenansatz

4.2 Lebenslagenansatz

4.3 Bekämpfte und Verdeckte Armut

4.3.1 Sozialhilfe

4.3.2 Bekämpfte Armut

4.3.3 Verdeckte Armut

5 Risikogruppen in der Gesellschaft

5.1 Alleinerziehende

5.2 Kinderreiche Familien

5.3 Kinder und Jugendliche

5.4 Ausländer

5.5 Arbeitslose

5.6 Working poor

6 Psychische und soziale Auswirkungen der Armut

6.1 Kinder- und Jugendliche

6.2 Langzeitarbeitslose

6.3 Obdachlose und Wohnungslose

7 Armutsbilder

7.1 Armut als dauerhafte Lebenslage

7.2 Armut als Einzelschicksal

7.3 Neue Armut

7.4 Verzeitlichte Armut

8 Wachsende Armutskluft

8.1 Zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich

9 Schlussteil

9.1 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Einblick in die Armutsforschung und die verschiedenen Ansätze zur Armutsdefinition in Deutschland zu geben, um ein Verständnis für die Ursachen, Messmethoden und Auswirkungen dieses komplexen gesellschaftlichen Phänomens zu schaffen.

  • Definition von Armut (absolute vs. relative Armut)
  • Methoden der Armutsmessung (Ressourcen- und Lebenslagenansatz)
  • Identifikation von Risikogruppen in der Gesellschaft
  • Psychische und soziale Auswirkungen der Armutsbetroffenheit
  • Analyse der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich

Auszug aus dem Buch

3.1 Obdachlosigkeit

Bei der Obdachlosigkeit muss zwischen zwei Formen unterschieden werden. Zum einen gibt es die manifeste oder auch offene Obdachlosigkeit genannt und zum anderen die latente oder auch verdeckte Obdachlosigkeit. Bevor wir jedoch näher auf diese Formen der Obdachlosigkeit eingehen werden, muss zu erst ein Überblick auf die Entstehung und die Ursachen von Obdachlosigkeit erfolgen.

Der Rückgang der Wohnungsnot in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist in den 70er Jahren zum Stillstand gekommen. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt seit Ende der 80er Jahre spitzte sich aufgrund der sprunghaft angestiegenen Ost-West-Wanderung krisenhaft zu, was zur Folge hatte, dass auch die Zahl der (manifest) Obdachlosen zunächst erheblich zunahm und schließlich 1996 mit ca. 930.000 Menschen – davon gut 50.000 in den neuen Ländern – ihren Gipfel erreichte. Danach halbierte sich diese Zahl fast jedoch wieder. Insbesondere viele Aussiedler konnten ihre Notunterkünfte verlassen, aber auch Westdeutschen gelang es besser als vorher, auf dem Mietwohnungsmarkt Wohnungen zu finden. Grund dafür waren viele durch den Abzug der alliierten Truppen freigewordene Neubauten und preisgünstige Wohnungen sowie die Anstrengungen der Kommunen und freien Trägern der Wohnungslosenhilfe durch z.B. Übernahme von Mietschulden und vermehrten Beratungsangeboten.

Vordergründige Ursachen der Obdachlosigkeit sind in der Regel Mietschulden. Obwohl die Mehrheit der deutschen Bevölkerung meint Obdachlosigkeit wäre selbstverschuldet, ist dies nur sehr selten der Fall. Strukturelle Hintergründe der Notlage, die in Mietschulden offenbar wird, sind Armut und Arbeitslosigkeit im Zusammenhang mit einer angespannten Situation am lokalen Wohnungsmarkt. Arbeitslosigkeit und unverschuldete Notlagen, z.B. durch Krankheit, haben bei der Entstehung von Obdachlosigkeit eine große Bedeutung, familiäre Ereignisse wie Scheidungen oder Geburten spielen ebenfalls eine Rolle, sind aber von minderem Gewicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, warum die Bestimmung von Armut in einem Industrieland nicht trivial ist, und erläutert die drei zentralen Aspekte: räumliche/zeitliche Bedingungen, Relativität und Mehrdimensionalität.

2 Begriffsdefinition: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen absoluter Armut als Existenzminimum und relativer Armut als soziales Ungleichheitskonzept, welches sich am gesellschaftlichen Durchschnitt orientiert.

3 Sichtbare Armut: Wohnungs- und Obdachlosigkeit: Hier werden die Ursachen von Obdachlosigkeit sowie die Unterscheidung zwischen manifesten und latenten Formen sowie Wohnungslosigkeit als soziale Deklassierung analysiert.

4 Ansätze zur Messung: Dieses Kapitel stellt den Ressourcenansatz zur Einkommensmessung und den komplexeren Lebenslagenansatz zur Erfassung von Unterversorgung in verschiedenen Lebensbereichen vor.

5 Risikogruppen in der Gesellschaft: Es werden fünf spezifische Risikogruppen identifiziert, von traditionellen Gruppen wie Alleinerziehenden bis hin zu sogenannten neuen Risikogruppen wie dem Working poor.

6 Psychische und soziale Auswirkungen der Armut: Das Kapitel beschreibt die mannigfaltigen negativen Auswirkungen auf Kinder, Langzeitarbeitslose sowie Obdachlose, die oft zu sozialer Isolation und psychischer Belastung führen.

7 Armutsbilder: Es erfolgt eine historische Einordnung, wie Armut von einer dauerhaften Lebenslage hin zu verzeitlichten, dynamischen Armutsverläufen neu bewertet wurde.

8 Wachsende Armutskluft: Dieses Kapitel belegt die zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich in Deutschland anhand der Entwicklung von Sozialhilfeleistungen im Vergleich zur allgemeinen Lohnentwicklung.

9 Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass Armut ein relatives, mehrdimensionales Phänomen ist, dessen Ausmaß trotz staatlicher Bekämpfungsmaßnahmen schwer erfassbar bleibt.

Schlüsselwörter

Armut, Sozialhilfe, Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Einkommensarmut, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, Risikogruppen, Working poor, Arbeitslosigkeit, Existenzminimum, soziale Ungleichheit, Armutskluft, Armutsforschung, Verzeitlichte Armut

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, Messung und den Auswirkungen von Armut in der Bundesrepublik Deutschland als einem industrialisierten Staat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Armutsdefinitionen, die Methoden der Armutsmessung (Ressourcen- und Lebenslagenansatz), die betroffenen Risikogruppen sowie die sozialen und psychischen Folgen der Armut.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Armutsforschung zu geben und zu verdeutlichen, dass Armut ein mehrdimensionales, relatives Problem ist und nicht nur als absolutes Phänomen betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse, wobei insbesondere auf empirische Studien und Statistiken (wie die des SOEP) zurückgegriffen wird, um Armutsgrenzen und Entwicklungen darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, Messansätze, eine detaillierte Betrachtung von Risikogruppen, eine Analyse der psychischen Auswirkungen sowie eine Untersuchung der wachsenden Armutskluft zwischen Arm und Reich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Armutsdefinition, Ressourcenansatz, Lebenslagenansatz, Risikogruppen, Working poor, soziale Ausgrenzung und die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich der Lebenslagenansatz vom Ressourcenansatz?

Während der Ressourcenansatz Armut primär an monetären Mitteln (Einkommen) misst, betrachtet der Lebenslagenansatz Armut differenzierter durch eine Unterausstattung in verschiedenen zentralen Lebensbereichen wie Bildung, Wohnen und Gesundheit.

Was ist unter dem Begriff der "verzeitlichten Armut" zu verstehen?

Der Begriff beschreibt Ergebnisse der dynamischen Armutsforschung, die belegen, dass Armut für die Mehrheit der Betroffenen kein dauerhafter Zustand ist, sondern eine zeitlich begrenzte Phase im Lebenslauf darstellen kann.

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Résumé des informations

Titre
Die Definition von Armut
Université
Federal University of Applied Administrative Sciences Kassel
Note
11 Punkte
Auteurs
Nina Stoll (Auteur), Vera Schirghofer (Auteur), Melanie Pelka (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
19
N° de catalogue
V34215
ISBN (ebook)
9783638345095
Langue
allemand
mots-clé
Definition Armut
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nina Stoll (Auteur), Vera Schirghofer (Auteur), Melanie Pelka (Auteur), 2005, Die Definition von Armut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34215
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