Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Reaktion der Europäischen Zentralbank auf die Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 und deren Folgen zu betrachten und im Hinblick auf deren Nutzen zu beurteilen.
Die Ereignisse der vergangenen acht Jahre haben gezeigt, wie schnell die wirtschaftliche Lage in eine Krise umschwenken kann, die nicht nur das eigene, sondern auch viele weitere Länder auf unterschiedlichen Kontinenten betrifft. In Deutschland und weiteren europäischen Ländern ist unter Anderem die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst für die Prävention sowie im Falle des Eintretens für die Bewältigung einer solchen Krise zuständig, da diese als einzige unabhängige Institution über die notwendigen geldpolitischen Instrumente verfügt, um Banken zu unterstützen und das Wirtschaftsgeschehen durch ihre Finanzkraft zu beeinflussen.
Welche Reaktion hat die Europäische Zentralbank auf die Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 und deren Folgen gezeigt? Aufgrund welcher Geschehnisse ist die Finanzkrise überhaupt entstanden? Hätte die Entstehung von vorne herein verhindert werden können? Welche Folgen hat die Finanzkrise mit sich gebracht? Welche Bedeutung kommt der Europäischen Zentralbank bei der Bewältigung einer Finanzkrise tatsächlich zu? Worin bestehen die Hauptaufgaben und Ziele dieser und mittels welcher Maßnahmen werden sie umgesetzt? Sind die Maßnahmen tatsächlich effektiv? All dies sind Fragen, auf die im Verlauf dieser Seminararbeit eine Antwort gefunden werden soll.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
II. Die Finanzkrise
2.1 Entstehung
2.2 Verlauf und Entwicklung
2.3 Auswirkungen und Folgen
III. Die Europäische Zentralbank
3.1 Die Organisation der Europäischen Zentralbank
3.2 Aufgaben und Ziele der Europäischen Zentralbank
3.3 Geldpolitische Instrumente der Europäischen Zentralbank
3.3.1 Offenmarktgeschäfte
3.3.2 Mindestreserven
3.3.3 Ständige Fazilitäten
IV. Einfluss der geldpolitischen Instrumente auf die Finanzkrise
4.1 Auswahl der Maßnahmen
4.2 Anwendbarkeit der Maßnahmen
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Reaktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008. Ziel ist es, die eingesetzten geldpolitischen Instrumente zu analysieren und kritisch hinsichtlich ihres Nutzens für die Bewältigung der Krise zu beurteilen.
- Entstehung und Verlauf der Finanzkrise 2007/2008
- Aufbau, Aufgaben und Ziele der Europäischen Zentralbank
- Geldpolitische Instrumente der EZB (Offenmarktgeschäfte, Mindestreserven, ständige Fazilitäten)
- Analyse und Bewertung der geldpolitischen Maßnahmen zur Krisenbekämpfung
Auszug aus dem Buch
2.1 Entstehung
Um Aussagen über die Auswirkungen und Lehren einer Finanzkrise und darauf aufbauende Lösungsmöglichkeiten treffen zu können, ist es notwendig, die Ursachen dieser zu analysieren und aufzubereiten. Eine genaue Ursachenforschung der letzten Finanzkrise ist aufgrund der Vielzahl an Beteiligten und deren unterschiedlichen Interessen sehr schwierig - so sind unter anderem Notenbanken, Ratingagenturen, Regierungen, Aufsichtsbehörden, Wirtschaftsprüfer sowie Konsumenten an der Entstehung der Finanzkrise beteiligt gewesen. (Vgl. Fleischer, 2012, S. 45, 48) Auch noch Jahre nach der Entstehung der Finanzkrise ist man sich nicht ganz einig, ob das Tempo, die Größe, die Komplexität, niedrige Zinsen, falsche Ratings oder unerwartete Entwicklungen der Preise am Häusermarkt die Ursache darstellen oder zumindest, welche Höhe ihr Anteil an der Entstehung ausmacht (Vgl. Peukert, 2011, S. 36) Für die meisten liegt der Ausgangspunkt für die Entstehung der internationalen Finanzkrise allerdings viele Jahre zurück. Bereits in den Jahren 2000 und 2001 kommt es durch das Platzen der „Dotcom-Blase“ und den Terroranschlägen vom 11. September zu Einbrüchen in der wirtschaftlichen Entwicklung. (Vgl. Köhler/ Weber, 2013, S. 14) Die Ursache für das Platzen der Internetblase sind die Investitionen in die durch den Siegeszug des Internets tausendfach gegründeten Technologie- und Internetunternehmungen, wodurch die Börsenkurse im März 2000 ihren Höhepunkt erreichen. Investoren und Kleinanleger erhoffen sich durch die Investition in die noch neuen Unternehmen hohe Renditen, welche allerdings recht schnell in Zweifel umschwenken und die Investoren panikartig wieder zum Verkauf anregen. Die Folge ist ein rascher Kurssturz und das Platzen der „Dotcom-Blase“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzkrise ein und definiert das Ziel der Arbeit, die geldpolitische Reaktion der EZB zu bewerten.
II. Die Finanzkrise: In diesem Kapitel werden die Entstehung, der Verlauf und die Auswirkungen der Finanzkrise 2007/2008 analysiert.
III. Die Europäische Zentralbank: Das Kapitel erläutert die Organisation, Aufgaben, Ziele und die geldpolitischen Instrumente der EZB.
IV. Einfluss der geldpolitischen Instrumente auf die Finanzkrise: Hier werden die Auswahl der spezifischen Maßnahmen der EZB sowie deren Anwendbarkeit in der Krisenzeit diskutiert.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die Wirksamkeit sowie die langfristigen Folgen der EZB-Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, Finanzkrise, Subprime-Krise, Geldpolitik, Preisstabilität, Finanzstabilität, Offenmarktgeschäfte, Mindestreserven, ständige Fazilitäten, Liquiditätssteuerung, Leitzins, Intervention, Banken, Wirtschaftskrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Europäischen Zentralbank während der globalen Finanzkrise 2007/2008.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehung der Krise, der institutionelle Rahmen der EZB sowie deren geldpolitische Instrumente und deren Anwendung in Krisenzeiten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie die EZB auf die Krise reagiert hat und ob diese Maßnahmen tatsächlich zur Lösung der Krise beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen der Geldpolitik mit der historischen Aufarbeitung der Krisenereignisse verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die Entstehung der Finanzkrise, analysiert die geldpolitischen Instrumente der EZB und bewertet deren Einsatz in verschiedenen Phasen der Krise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Europäische Zentralbank, Geldpolitik, Finanzkrise, Preisstabilität und Liquiditätssteuerung charakterisiert.
Warum war die Liquiditätsbereitstellung der EZB umstritten?
Die unbegrenzte Bereitstellung von Liquidität bei gleichzeitiger Senkung der Anforderungen an Sicherheiten wurde kritisiert, da sie das Kreditrisiko für die EZB erhöhte und potenziell die Inflation fördern könnte.
Welche Rolle spielten die Staatsanleihenkäufe?
Die EZB kaufte Staatsanleihen, um Störungen des geldpolitischen Übertragungskanals zu begegnen, geriet dafür jedoch in die Kritik, da dies als indirekte Staatsfinanzierung interpretiert wurde.
- Quote paper
- Bianca Bahlmann (Author), 2016, Geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank zur Lösung von Finanzkrisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342175