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Mündigkeit (als) einheitsstiftendes Erziehungssziel - Kritisiert durch Foucaults Theorie des Panopticon

Title: Mündigkeit (als) einheitsstiftendes Erziehungssziel - Kritisiert durch Foucaults Theorie des Panopticon

Intermediate Diploma Thesis , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Felix Wallner (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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1. Einleitung
„Mündigkeit (als) einheitsstiftendes Erziehungsziel“, ein Thema, das allen anderen Zielen im Prozess der Erziehung die Frage nach ihrem Anteil am großen Endziel Mündigkeit stellt.
Erziehung zur Vernunft ist dann gefragt, wenn ein „Mehr“ an Vernunft auch zu einem „Mehr“ an Mündigkeit führt, Gleiches kann man vom Erziehungsziel des Beherrschens sozialer Verhaltens-formen oder vom moralischen Handeln sagen. Selbst Lesen und Schreiben oder ein Mindestmaß an Allgemeinbildung sind Eigenschaften, die man bei einem mündigen Menschen wünscht; sie sind ein Teilschritt auf dem Weg zur Mündigkeit eines Individuums.
Es stellt sich aber die Frage, ob es eine legitime Auswahl der Erziehungsziele ist, diese an ihrem Beitrag zur Mündigkeit zu messen. Ist es möglich, eine Verkettung von Erziehungszielen so zu for-mulieren, dass am Ende dieser Kette ein mündiges Wesen steht, gleichsam die Summe aller Erziehungsziele Mündigkeit produziert?
Mit der vorliegenden Arbeit, möchte ich doch mit den vorliegenden Seiten einen kleinen Beitrag zur Erhellung dieses Problems leisten, eine endgültige Lösung würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
Zuerst möchte ich versuchen, Voraussetzungen für das Erziehungsziel „Mündigkeit“ zu eruieren. Diese Voraussetzungen sind wichtig, wenn festgestellt werden kann, dass diese als Erziehungsziele formuliert werden können. Damit kann eine Kette oder eine Summe dieser Voraussetzungen zu „Mündigkeit“ führen.
Als nächstes werde ich zwei – aus meiner Sicht - zentrale Hindernisse zur Schaffung von Mündig-keit, nämlich den Paternalismus und das Phänomen des Foucaultschen Panopticon vorstellen. Diese Phänomene sind ausgesprochen gefährliche „Fallen“ auf dem Weg der Erziehung zur Mündigkeit, da sie erstens verlockende Instrumente im erzieherischen Vorgang darstellen und zweitens ihre ne-gativen, unterdrückerischen Effekte erst auf den zweiten Blick offenbaren.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen für das Erziehungsziel Mündigkeit

3. Das Problem des Paternalismus

4. Foucaults Theorie des Panopticon

5. W. Klafki, zum Problem der Erziehung zur Verantwortung

6. Einheitsstiftende Mündigkeit, Paternalismus und das Panopticon

6.1 Vernunft

6.2 Die Erziehung zur Verantwortung

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Stellenwert des Erziehungsziels „Mündigkeit“. Dabei wird analysiert, ob eine Verkettung verschiedener Erziehungsziele tatsächlich zu einem mündigen Individuum führt oder ob Konzepte wie der Paternalismus und Foucaults Theorie des Panopticon den angestrebten Weg zur Freiheit und Mündigkeit unbewusst untergraben oder gar verhindern.

  • Kritische Analyse des Erziehungsziels Mündigkeit
  • Untersuchung des Paternalismus in pädagogischen Kontexten
  • Anwendung von Michel Foucaults Theorie des Panopticon auf gesellschaftliche Disziplinierung
  • Evaluation von Wolfgang Klafkis Konzept der Erziehung zur Verantwortung
  • Aufzeigen von Paradoxien bei der Verfolgung von Erziehungszielen

Auszug aus dem Buch

4. Foucaults Theorie des Panopticon

Im Zuge einer Gefängnisreform Ende des 18. Jahrhunderts in Großbritannien entwickelte der britische Philosoph und Begründer des Utilitarismus, Jeremy Bentham eine Gefängnisarchitektur, die eine lückenlose Überwachung der Insassen gewährleisten sollte: Die Zellen sollten kreisförmig um einen zentralen Wachturm angeordnet sein, so dass diese von dort aus jederzeit einsehbar waren. „… [I]m Unterschied zum früheren Kerker [sind die Zellen] mit viel Licht von außen versehen, so daß man vom Zentralpunkt aus jede Einzelheit im Schattenriß verfolgen kann. Das Licht […] fungiert als „Falle“. […] Je mehr Licht, Aufklärung und Transparenz – um so mehr Überwachung, Kontrolle und Disziplinierung“.

Den Häftlingen ihrerseits sollte es aber unmöglich sein, den oder die Beobachtenden zu sehen. Die Überwachung ist in dem Moment vollkommen, in dem der Beobachter überflüssig wird. Allein durch die Möglichkeit des überwacht Werdens übernehmen die Gefangenen selbst die Rolle des Überwachers, halten sich an die geltenden Regeln ohne selbst weiter überwacht werden zu müssen.

Dieses Phänomen überträgt Michel Foucault auf gesellschaftliche Vorgänge: Sobald sich ein Mensch der Beobachtung durch Andere oder nur der Möglichkeit der Beobachtung durch Andere ausgesetzt wähnt, oder, sobald er in Gesellschaft anderer Menschen ist, verhält er sich nach bestimmten Regeln, überwacht seine eigenen Handlungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Mündigkeit als einheitsstiftendes Erziehungsziel und Skizzierung der Problemstellung.

2. Voraussetzungen für das Erziehungsziel Mündigkeit: Erörterung der Grundlagen mündigen Handelns wie Vernunft, Reflexion und Eigenverantwortlichkeit.

3. Das Problem des Paternalismus: Theoretische Auseinandersetzung mit paternalistischen Eingriffen und deren Rechtfertigungsproblematik.

4. Foucaults Theorie des Panopticon: Darstellung der Überwachungsarchitektur und deren Übertragung auf gesellschaftliche Disziplinierungsmechanismen.

5. W. Klafki, zum Problem der Erziehung zur Verantwortung: Analyse von Klafkis Bildungskonzept und dessen Forderung nach echtem Engagement.

6. Einheitsstiftende Mündigkeit, Paternalismus und das Panopticon: Kritische Gegenüberstellung der untersuchten Erziehungsziele mit den identifizierten „Fallen“.

6.1 Vernunft: Untersuchung der repressiven Eigenschaften von Vernunft im Kontext der Panopticon-Struktur.

6.2 Die Erziehung zur Verantwortung: Kritik an der pädagogischen Umsetzung von Engagements durch Lehrkräfte.

7. Schlussbetrachtung: Fazit zum Paradoxon der Mündigkeitserziehung und Plädoyer für Freiheit als höchstes Ziel.

Schlüsselwörter

Mündigkeit, Paternalismus, Foucault, Panopticon, Erziehung, Vernunft, Verantwortung, Disziplinargesellschaft, Klafki, Bildung, Freiheit, Selbstreflexion, Überwachung, Macht, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die klassische Erziehung zur Mündigkeit tatsächlich zu mehr Freiheit führt oder ob sie durch interne Mechanismen wie Überwachung und Bevormundung ihr eigenes Ziel konterkariert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen und erziehungswissenschaftlichen Bedeutung von Mündigkeit, der Problematik des Paternalismus sowie der Analyse gesellschaftlicher Kontrolle durch Foucaults Panopticon-Modell.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung der Annahme, dass eine Summe pädagogischer Teilziele zwangsläufig ein mündiges Wesen produziert, und die Aufdeckung der inhärenten Widersprüche in diesem Prozess.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine diskursanalytische und theoretische Arbeit, die philosophische Texte (Kant, Mill, Foucault) und erziehungswissenschaftliche Studien (Klafki) kritisch aufeinander bezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Voraussetzungen für Mündigkeit, beleuchtet das Problem paternalistischer Erziehung und setzt sich intensiv mit Foucaults Überwachungstheorie auseinander, um diese mit konkreten pädagogischen Ansätzen zu vergleichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mündigkeit, Paternalismus, Panopticon, Disziplinargesellschaft, Vernunftkritik und Eigenverantwortung.

Warum hält der Autor die „Erziehung zur Verantwortung“ nach Klafki für problematisch?

Der Autor kritisiert, dass durch die pädagogische Auswahl und Steuerung von „Engagements“ ein künstlicher Schonraum entsteht, der gerade die notwendige reale Erfahrung und Selbstbestimmung verhindert.

Was bedeutet das „Paradox“ der Mündigkeitserziehung laut dem Autor?

Das Paradox besteht darin, dass Konzepte, die zur Mündigkeit führen sollen (wie Vernunft und verantwortliches Handeln), durch ihre methodische Anwendung (Paternalismus/Überwachung) genau jene Freiheit unterdrücken, die sie eigentlich erzeugen wollen.

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Details

Title
Mündigkeit (als) einheitsstiftendes Erziehungssziel - Kritisiert durch Foucaults Theorie des Panopticon
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Allgem. Erziehungswissenschaften)
Course
Vordiplom Pädagogik
Grade
1,7
Author
Felix Wallner (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V34223
ISBN (eBook)
9783638345156
ISBN (Book)
9783640859580
Language
German
Tags
Mündigkeit Erziehungssziel Kritisiert Foucaults Theorie Panopticon Vordiplom Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Wallner (Author), 2004, Mündigkeit (als) einheitsstiftendes Erziehungssziel - Kritisiert durch Foucaults Theorie des Panopticon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34223
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