Sprache ist die Möglichkeit, die Welt abzubilden. Sprechen, Hören, Schreiben und Lesen sind elementare Werkzeuge nicht nur der menschlichen Kommunikation, sondern auch ein Zugang zum Geschehen um uns herum und zu uns selbst. Oft können wir die einfachsten Dinge nur begreifen, indem wir sie uns in der sprachlichen Abstraktion verständlich machen. Sprache ist also ein unabdingbarer Bestandteil von Menschsein, von Würde, von Mündigkeit. Kindern und Jugendlichen den Weg zur Sprache zu eröffnen, sollte deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Schule bleiben. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage nach den didaktischen Methoden des muttersprachlichen Unterrichts. Eine viel diskutierte Me thode des Deutschunterrichtes ist das kreative Schreiben, welches Thema meiner Hausarbeit sein soll. Ich möchte meine Arbeit mit einer Klärung des Begriffes „kreatives Schreiben“ beginnen. Nach einer ersten Beschreibung werden Charakteristika dieser Methode vorgestellt. Ein Einblick in die Geschichte des kreativen Schreibens lehrt, dass es ursprünglich für Erwachsene und Jugendliche zur Arbeit in Schreibwerkstätten eingesetzt wurde. In der Literatur fand ich Ansätze dafür, dass kreatives Schreiben heute als eine neue Schreibdidaktik verstanden wird. Zudem zeigt sich, dass die neuesten Erkenntnisse aus der Schreibforschung mit den kreativen Schreibmethoden harmonieren. Es wird eine Methode des kreativen Schreibens nach Gabriele Rico vorgestellt. Am Ende der Hausarbeit stelle ich ein paar kreative Arbeiten von Schülern aus einer Berliner Grundschule vor, die den Lehrer dazu verleiten könnten, kreativ zu werden…[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist unter Kreativität zu verstehen?
3. Charakteristika des kreativen Schreibens
4. Ergebnisse aus der Gehirnforschung und was sie mit dem Thema zu tun haben
5. Transfer auf andere Fächer
6. Bewertung von kreativen Texten ???
7. Grenzen des kreativen Schreibens
8. Experiment an einer Berliner Grundschule und zusammenfassende Bemerkungen
9. Literatur
10. Beispiel eines Clusterings
11. Beispiele aus den kreativen Arbeiten der Schüler
12. Danksagung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das kreative Schreiben als didaktische Methode im Deutschunterricht, beleuchtet deren theoretische Grundlagen unter Einbeziehung neurologischer Erkenntnisse und stellt die praktische Anwendung sowie Möglichkeiten des Transfers auf andere Schulfächer dar.
- Historische Entwicklung und Begriffsbestimmung von Kreativität im schulischen Kontext
- Neurologische Aspekte des Schreibprozesses (Hemisphärenmodell)
- Kreatives Schreiben als fächerübergreifender didaktischer Ansatz
- Herausforderungen bei der Leistungsbewertung kreativer Schülerarbeiten
- Praktische Erprobung schöpferischer Schreibaufgaben in der Grundschule
Auszug aus dem Buch
4. Ergebnisse aus der Gehirnforschung und was sie mit dem Thema zu tun haben
Als Einstieg möchte ich ein Beispiel aus dem Buch JONES´ „Fantasy and Feeling in Education“ benutzen. Es geht um einen Jungen, Billy, der von seiner Mathelehrerin aufgefordert wurde, den Begriff der Unendlichkeit zu definieren. Er antwortete: „Die Unendlichkeit ist wie eine Schachtel Cream of Wheat.“ Natürlich regte sich die Lehrerin auf, weil sie nichts mit der Antwort anzufangen wusste und fragte Johnny, der die „korrekte“ Antwort gab, nämlich die Antwort, die sie sich wünschte und die einzig richtige Antwort, die sie sich vorstellen konnte.
Dieses Beispiel zeigt, dass Billy mit einem komplexen Bild der rechten Hemisphäre geantwortet hatte, während sie selbst eine Antwort der linken Hemisphäre erwartete. Trotzdem hatte Billy eine Vorstellung vom Unendlichen. Als man ihm später verständnisvoller zuhörte, konnte er seine Antwort präzisieren: „Auf einer Schachtel Cream of Wheat ist ein Mann drauf, der hat eine Schachtel Cream of Wheat in der Hand mit einem Mann drauf, der eine Schachtel Cream of Wheat in der Hand hat – und das geht so unendlich weiter.“ Billys rechte Gehirnhälfte hatte eine klare Vorstellung vom Unendlichen. Die Linkshemisphärenantwort Johnnys sagte ihm nicht viel. Dies ist ein Beispiel für Hemisphärendominanz und für zwei verschiedene Arten, Informationen zu verarbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das kreative Schreiben als wesentlichen Bestandteil der Schreibdidaktik und skizziert die Ziele der Untersuchung.
2. Was ist unter Kreativität zu verstehen?: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Kreativitätsbegriffs von den 70er bis zu den 80er Jahren nach.
3. Charakteristika des kreativen Schreibens: Es werden die zentralen Prinzipien wie Imaginationskraft, Irritation und Ausdruck definiert.
4. Ergebnisse aus der Gehirnforschung und was sie mit dem Thema zu tun haben: Das Kapitel erläutert die Funktionsweise der Hirnhemisphären und deren Bedeutung für schöpferische Prozesse.
5. Transfer auf andere Fächer: Hier wird aufgezeigt, wie kreatives Schreiben, insbesondere in Verbindung mit Musik, fächerübergreifend eingesetzt werden kann.
6. Bewertung von kreativen Texten ???: Es wird diskutiert, wie mit der sensiblen Aufgabe der Benotung kreativer Schülerleistungen umzugehen ist.
7. Grenzen des kreativen Schreibens: Dieses Kapitel thematisiert die Gefahren der Überstrapazierung kreativer Methoden und institutionelle Einschränkungen.
8. Experiment an einer Berliner Grundschule und zusammenfassende Bemerkungen: Dokumentation und Analyse einer praktischen Unterrichtsreihe zur kreativen Textproduktion.
9. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen.
10. Beispiel eines Clusterings: Grafische Darstellung einer Clustering-Methode.
11. Beispiele aus den kreativen Arbeiten der Schüler: Präsentation konkreter Schülertexte als Ergebnisauswertung.
12. Danksagung: Kurzer Dank an die beteiligte Schule.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Deutschunterricht, Gehirnforschung, Hemisphärendominanz, Clustering, Schreibdidaktik, Imagination, Subjektivität, Schreibmotivation, ganzheitliches Lernen, Transfer, Bewertung, Schülerarbeiten, Schreibpädagogik, Kreativität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Anwendung des kreativen Schreibens im Deutschunterricht an Grundschulen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft didaktische Schreibmethoden mit Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung und reflektiert deren Praxisrelevanz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kreative Schreibanlässe die Ausdrucksfähigkeit und Motivation von Schülern fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die theoretische Analysen durch ein empirisches Unterrichtsexperiment ergänzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kreativitätsbegriff, Gehirnforschung), den fächerübergreifenden Transfer und die Auswertung des schulpraktischen Versuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kreatives Schreiben, Gehirnforschung, Clustering, Schreibdidaktik und Hemisphärenkooperation sind die zentralen Begriffe.
Welche Bedeutung hat die Gehirnforschung für das kreative Schreiben?
Sie liefert die Begründung dafür, warum die Kooperation beider Gehirnhälften essenziell für die Entfaltung schöpferischer Potenziale ist.
Warum ist die Bewertung kreativer Texte problematisch?
Kritik kann die Freude am Schreiben ersticken; daher ist eine besonders sensible Gesprächskultur statt einer starren Benotung erforderlich.
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- Kamila Urbaniak (Author), 2005, Kreatives Schreiben im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34226