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Scheidungskinder. Das Erleben der elterlichen Trennung und die Folgen für das Kind

Title: Scheidungskinder. Das Erleben der elterlichen Trennung und die Folgen für das Kind

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janet Schua (Author)

Psychology - General
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Wenn von Scheidung gesprochen wird, denkt man üblicherweise zuerst an ein Ehepaar das sich trennt. Auch bei den rechtlichen Regelungen und dem juristischen Verfahren sind die Bedürfnisse und Belange der betroffenen Ehepartner meist zentral. Oft gerät dabei in den Hintergrund, dass eine Trennung die Auflösung einer gesamten Familie bedeutet, in die das gemeinsame Kind unweigerlich mit verstrickt ist. Dadurch bleiben die Emotionen des Kindes oftmals ungeachtet und werden unterdrückt.

In Wahrheit stellt die Scheidung jedoch für jedes einzelne Kind einen Schicksalsschlag und Einschnitt in seiner Biographie dar, wenngleich auch jedes Kind mit der Situation unterschiedlich gut oder schlecht zurechtkommt; denn letztendlich ist wie jede Scheidung, auch jedes Scheidungskind einzigartig.

Dennoch möchte ich in dieser Arbeit auf das tendenzielle Erleben einer Scheidung aus Kindersicht eingehen und meinen Schwerpunkt auf die möglichen Folgewirkungen richten, die diese belastendende Krisensituation mit sich bringen können. Auf theoretischer Ebene werde ich hierfür zunächst auf das veränderte Konzept und die Bedeutung der Ehe auf soziologischer, als auch auf wissenschaftlicher Ebene eingehen und anschließend einen Überblick über die aktuellen Scheidungszahlen liefern. Darauf folgend werde ich auf das Drei-Phasen-Modell einer Scheidung vorstellen und gleichzeitig der Frage nachgehen, wie betroffene Kinder diese akuten Scheidungsphasen erleben und welche Emotionen damit verknüpft sind.

Die Perspektive der Eltern wird hierbei weitestgehend ausgeblendet. Im weiteren Verlauf der Arbeit widme ich mich den unmittelbaren und langfristigen Folgen einer Scheidung für das Kind. Welche tendenziellen kurzfristigen Symptome weisen Kinder, abhängig von Alter und Geschlecht auf? Welche Faktoren tragen zu traumatischen, langfristigen Wirkungen bei und wie sehen diese aus? Aber auch die versöhnliche, positive Seite einer Scheidung wird abschließend im Blick der Arbeit stehen und einen hoffnungsvollen Ausblick liefern. Hierfür werde ich einige Faktoren nennen, die einen positiven Verarbeitungsprozess begünstigen und somit die Frage nachgehen, was dazu beiträgt, dass betroffene Kinder die Scheidung unbelastet und zufrieden überstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition und Differenzierung von Trennung und Scheidung aus der psychologischen Perspektive des Kindes

2. Ehe und Scheidung im Wandel der Zeit

2.1 Veränderte Beweggründe zur Eheschließung- und Scheidung

2.2 Gewandelte Scheidungsmodelle in der soziowissenschaftlichen Forschung

2.3 Zahlen und Fakten in der historischen Entwicklung

3. Phasen der Scheidung

3.1 Die Vorscheidungsphase

3.2 Die Scheidungsphase

3.3 Die Nachscheidungsphase

4. Die Konsequenzen einer Scheidung für das Kind

4.1 Kurzfristige Folgen

4.1.1 Altersspezifische Symptome

4. 1.2 Geschlechtsspezifische Symptome

4.2 Langfristige Folgen und Traumata

4.2.1 Traumatische Faktoren

4.2.2 Andauernde Symptome

5. Faktoren für einen positiven Verarbeitungsprozess

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der psychologischen Perspektive von Kindern auf die elterliche Trennung und Scheidung. Ziel ist es, das kindliche Erleben der Scheidungsphasen zu beleuchten, die daraus resultierenden kurz- und langfristigen Folgen für das Kind zu analysieren und Faktoren zu identifizieren, die eine positive Bewältigung dieser Krisensituation fördern.

  • Wandel der Ehe und Scheidung im historischen Kontext
  • Stadien des Scheidungsprozesses nach Textor
  • Alters- und geschlechtsspezifische Reaktionen von Kindern
  • Langfristige psychosoziale Auswirkungen und Traumata
  • Protektive Faktoren für einen positiven Verarbeitungsprozess

Auszug aus dem Buch

1. Definition und Differenzierung von Trennung und Scheidung aus der psychologischen Perspektive des Kindes

Um verstehen zu können, wie ein Kind die Scheidung seiner Eltern durchlebt und welche Verhaltens- und Wirkungsweisen sie in ihm auslöst, muss das Erlebnis der Scheidung genauer definiert und abgegrenzt werden. Es stellt sich die Frage, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um von „Scheidung“ sprechen zu können und durch welche Ereignisse das Scheidungserlebnis des Kindes von ähnlichen Erfahrungen kontrastiert werden kann.

Im juristischen Sinne versteht man unter Scheidung die Auflösung einer Ehe durch ein Gerichtsurteil, legitimiert durch sogenannte Scheidungsgründe. Für das Erleben des Kindes ist der Akt der juristischen Scheidung weniger von Bedeutung. Es spielt für das betroffene Kind keine Rolle ob seine Eltern in rechtskräftiger Form geschieden werden oder ob es zu der Trennung einer eheähnlichen Lebensform kommt. Laut Figdor liegt es daher nahe, die offensichtliche elterliche Trennung als „psychologischen Scheidungszeitpunkt“ aus Sicht des Kindes zu definieren. Entscheidend ist hierbei die Form der Trennung: Ist ein Kind ein Scheidungskind, wenn sich sein Vater aus beruflichen Gründen mehrere Monate im Jahr im Ausland aufhält? Oder wenn ein Kind seine Mutter aus beruflichen Gründen nur an den Wochenenden sieht? Die Beispiele zeigen, dass das Kriterium der Trennungsdauer nicht hinreichend ist, um von einem Scheidungserlebnis zu sprechen. Erst das Verständnis des Kindes von dem Akt der Trennung, kennzeichnet laut Figdor deutlich das Erlebnis der Scheidung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition und Differenzierung von Trennung und Scheidung aus der psychologischen Perspektive des Kindes: Dieses Kapitel erarbeitet eine psychologische Definition der Scheidung, die sich vom juristischen Akt abhebt und den Fokus auf das Erleben und Verstehen des Kindes legt.

2. Ehe und Scheidung im Wandel der Zeit: Hier wird der gesellschaftliche Wandel der Ehebotschaften sowie die Entwicklung der Scheidungsraten und wissenschaftlicher Scheidungsmodelle im historischen Verlauf dargestellt.

3. Phasen der Scheidung: Die Arbeit beschreibt das Drei-Phasen-Modell der Scheidung nach Textor und analysiert, wie Kinder die Vor-, Scheidungs- und Nachscheidungsphase erleben.

4. Die Konsequenzen einer Scheidung für das Kind: Dieses Kapitel untersucht die vielfältigen kurzfristigen Symptome nach Alter und Geschlecht sowie die potenziellen langfristigen Folgen und Traumatisierungen.

5. Faktoren für einen positiven Verarbeitungsprozess: Abschließend werden protektive Faktoren und Bedingungen identifiziert, die Kindern dabei helfen, die Trennungserfahrung stabil und ohne langfristige psychische Schäden zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Scheidungskinder, psychologische Perspektive, elterliche Trennung, Scheidungsphasen, kindliche Entwicklung, kurzfristige Folgen, langfristige Folgen, Traumata, Verarbeitungsprozess, psychische Gesundheit, Resilienz, Familienstruktur, Altersspezifische Symptome, Geschlechtsspezifische Symptome, Bindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder die Trennung und Scheidung ihrer Eltern psychologisch erleben und welche kurz- sowie langfristigen Folgen dieses Ereignis für ihre Entwicklung haben kann.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des kindlichen Scheidungserlebens, den Phasen der Scheidung, der Analyse altersspezifischer Reaktionen sowie der Identifikation von Faktoren, die eine positive Verarbeitung fördern.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie betroffene Kinder das Scheidungsereignis durchleben und welche Bedingungen dazu beitragen, dass sie diese Krisensituation unbelastet und zufrieden überstehen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher sowie psychologischer Studien basiert.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Scheidung, eine prozessuale Analyse der Scheidungsphasen sowie eine differenzierte Betrachtung der Auswirkungen auf das Kind hinsichtlich Alter, Geschlecht und Langzeitfolgen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Scheidungskinder, psychische Entwicklung, Belastung, Traumabewältigung und protektive Familienfaktoren charakterisieren.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen juristischer Scheidung und psychologischem Scheidungszeitpunkt?

Aus Sicht des Kindes ist das formale Urteil oft zweitrangig; entscheidend für das Erleben ist der Moment, in dem die Trennung der Eltern als endgültige Realität und existentieller Einschnitt begriffen wird.

Spielt das Geschlecht eine Rolle bei der Art der Symptome?

Ja, Studien zeigen, dass Jungen tendenziell eher zu aggressivem Verhalten neigen, während Mädchen oft eher depressives Verhalten zeigen, das jedoch aufgrund seiner weniger störenden Art oft übersehen wird.

Sind Scheidungskinder automatisch zu Unglück verdammt?

Nein, neuere Forschungsergebnisse betonen, dass eine Scheidung nicht zwingend zu traumatischen Störungen führen muss, sondern eine individuelle Entwicklung möglich ist, sofern unterstützende Faktoren wie stabile Kontakte vorhanden sind.

Was sind laut der Arbeit die wichtigsten Faktoren für einen positiven Verarbeitungsprozess?

Zentrale Faktoren sind der weiterbestehende Kontakt zu beiden Elternteilen, ein respektvoller Umgang der geschiedenen Eltern sowie die Wahrung von Beständigkeit in der kindlichen Lebenswelt.

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Details

Title
Scheidungskinder. Das Erleben der elterlichen Trennung und die Folgen für das Kind
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,0
Author
Janet Schua (Author)
Publication Year
2014
Pages
24
Catalog Number
V342301
ISBN (eBook)
9783668320185
ISBN (Book)
9783668320192
Language
German
Tags
scheidungskinder erleben trennung folgen kind
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janet Schua (Author), 2014, Scheidungskinder. Das Erleben der elterlichen Trennung und die Folgen für das Kind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342301
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