Das Konzept des "español atlántico" und kanarisches Spanisch


Hausarbeit, 2004

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Das español atlántico
2.1 Die Andalucismo-These
2.2 Heterogenität des español atlántico

3 Kanarisches Spanisch im Überblick
3.1 Semantik und der kanarische Wortschatz
3.2 Phonologie und Phonetik des canario
3.3 Morphologie und Syntax

4 Schlussbemerkung

5 Literatur

1 Einleitung

Das Spanische auf den Kanaren ist eine Varietät des Spanischen, das seit der Eroberung der Kanaren im XV. Jahrhundert prägende Einflüsse über die Zeit hinweg erhielt. So bildete diese spanische Inselgruppe im Atlantik, bestehend aus den Inseln Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera und El Hierro, auf lange Sicht eine Brücke zwischen der Alten und der Neuen Welt, infolgedessen viele verschiedene europäische aber auch transatlantische Wellen in die zunächst isolierte Kultur der Ureinwohner und in ihre Sprache, das Guanche, hineinströmten.

Diese Seminararbeit gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil wird das Konzept des español atlántico untersucht, definiert und seine Merkmale besprochen. Der zweite Teilabschnitt bietet einen Überblick über das kanarische Spanisch. Aufgrund des vorgegebenen Umfangs kann in dieser Arbeit die Herausbildung des Kanarischen nur angerissen werden. Insbesondere werden hier die wesentlichen Aspekte in der Phonetik, Phonologie, Morphologie und Syntax behandelt und erörtert.

Im Laufe der Arbeit wird untersucht, warum das canario keine homogene Sprache ist; denn auf jeder Insel gibt es andere sprachliche Phänomene. Außerdem ist darauf hinzuweisen, dass Differenzen zwischen gesprochenem und geschriebenem Kanarisch existieren.

Abschließend wird der Frage nachgegangen, inwiefern das Kanarische dem Konzept des español atlántico entspricht, insbesondere ob die Andalucismo-These auf das canario zutrifft.

2 Das español atlántico

Der Begriff español atlántico, von Diego Catalán eingeführt, ist die Bezeichnung für Südspanisch, kanarisches Spanisch und Amerikanischspanisch; denn die Charakteristika des amerikanischen Spanisch existieren sowohl im Spanischen Europas, insbesondere im Andalusischen, als auch im Spanischen der Kanarischen Inseln.[1]

Catalán wählte diesen Begriff des español atlántico aus der historischen Perspektive der Kanaren, ohne die Sicht auf die Lage der Inselgruppe mitten im Atlantik zu verlieren.[2] Somit fungierte das kanarische Archipel während der langen Eroberungsphase als Verbindungspunkt zwischen Europa und Amerika und durch das Flottensystem der flotas y galeones fand eine Dialektik statt, die mehrere Wellen, vor allem in die Sprache der Inseln, mit sich brachte.

2.1 Die Andalucismo-These

Um das Konzept des español atlántico darzustellen, ist es unentbehrlich, die Andalucismo-These des 20. Jahrhunderts zu erwähnen.

Auffällig im español canario und im Hispanoamerikanischen sind die sprachlichen Gemeinsamkeiten, besonders auf phonischem Gebiet, hauptsächlich im Konsonantismus :

Sie wurden dann auch genetisch interpretiert in dem Sinne, daß [sic] man für die Besonderheiten des amerikanischen Spanisch andalusischen Ursprung annahm (Andalucismo-These).[3]

Diese These wurde ab 1921 von Pedro Henríquez Ureña verworfen, der eine Anti-Andalucismo-These begründete, nach der die Übereinstimmung sprachlicher Fakten in Andalusien und in Hispanoamerika als parallele, aber voneinander unabhängige Entwicklungen interpretiert wurde. Sie hielt sich bis in die 50er Jahre, da hier eine neue wissenschaftliche Diskussion um die (Anti-)Andalucismo-These entfachte, geführt von Diego Catalán und Rafael Lapesa, die eine Neufundierung der Andalucismo-These mit sich brachten. Sie zeigten auf, dass die meisten der konsonantischen Gemeinsamkeiten auf der iberischen Halbinsel früher nachweisbar sind als in Amerika. Den Forschungen nach stellten die Andalusier das Hauptkontingent der Kolonisten in der frühen und wichtigen Phase der Eroberung der Antillen und der Kanarischen Inseln. Catalán verweist auf die sprachlichen Verhältnisse im Spanischen der Kanarischen Inseln als Stütze für seine neue Andalucismo-These.[4]

2.2 Heterogenität des español atlántico

Anzumerken ist jedoch, dass das español atlántico im kanarischen Spanisch nicht als homogen aufgefasst werden soll:

En las siete pequeñas islas del Archipiélago conviven en lucha estratos muy varios del español atlántico. Rasgos fonéticos arcaizantes, conservadores, nuevos y novísimos se reparten geográficamente el territorio canario […].[5]

Auf der syntaktischen Ebene werden des Öfteren in der gesprochenen Sprache Umkehrungen von Ausdrücken oder Mustern verwendet (s. Kapitel 3. 3), die man aber in der Schriftsprache kennt und auch gebraucht. Auch findet man in der Umgangssprache keine adverbialen Formeln oder kausale Bezeichnungen.[6]

Man tendiert in der Alltagssprache generell zu einer „Vereinfachung“ der Sprache, indem man die Endungen übergeht oder in der Aussprache Phoneme aspiriert. Diese Phänomene finden sich häufiger in den ländlichen Gebieten, in sozial schwächeren Schichten, sowie bei älteren Generationen wieder.[7]

[...]


[1] Vgl. Dietrich, Wolf / Geckeler, Horst (1990): Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Berlin, S. 175.

[2] Vgl. Medina López, Javier / Corbella Díaz, Dolores (1996): El español de Canarias hoy: análisis y perspectivas. Frankfurt am Main, S. 17.

[3] Vgl. Dietrich, W. / Geckeler, H. (1990): Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Berlin, S. 175.

[4] Vgl. ebd., S. 175 f.

[5] Vgl. Fontanella de Weinberg, Maria Beatriz (1976): La lengua española fuera de España. Buenos Aires, S. 117 f.

[6] Vgl. Almeida, Manuel (1992): „El español hablado en Canarias“, Iberoamericana 45, S. 10 f.

[7] Vgl. ebd., S. 8.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Konzept des "español atlántico" und kanarisches Spanisch
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V34231
ISBN (eBook)
9783638345231
ISBN (Buch)
9783638761710
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Spanisch
Arbeit zitieren
Patricia Aguilar (Autor), 2004, Das Konzept des "español atlántico" und kanarisches Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34231

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