Religionskritik nach Sigmund Freud und nach Ludwig Feuerbach. Ein Vergleich


Hausarbeit, 2015
11 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Zeitalter der Aufklärung

4. Religionskritik nach Ludwig Feuerbach
4.1 Hauptaussagen Ludwig Feuerbachs:

5. Religionskritik nach Sigmund Freud
5.1 Hauptaussagen Sigmund Freuds

6. Fazit

1. Vorwort

Religionskritik bezeichnet die kritische Auseinandersetzung mit den wesenhaften Aussagen und den Grundlagen der Religion. Sie stellt den Wahrheitsanspruch der Religion in Frage.[1] Anders als die Religionswissenschaft beschreibt sie nicht nur religiöse Phänomene, sondern sie bewertet religiöse Weltbilder, Institutionen und Handlungsweisen. Religionskritik ist ein sehr weites Thema und ihre Geschichte geht im Wesentlichen auf die Geschichte der Religionen zurück. Denn die Geschichte der Religionskritik ist mit der Geschichte der Religionen aufs Engste verzahnt. Beispielsweise trug die Kritik am Hinduismus zur Entstehung des Buddhismus und die Kritik am Judentum zur Entstehung des Christentums bei. Zurückblickend auf die lange Tradition der Religionskritik, ist festzustellen, dass Religionskritik in vielfältigen Formen in Erscheinungen trat. Bekannte Namen, wie Sigmund Freud und Wendell Watters, betrieben psychologische Religionskritik. Philosophische Religionskritik übten Immanuel Kant, David Hume, Ludwig Feuerbach, Bertrand Russel und viele mehr aus. Eine andere Art der Religionskritik ist die naturwissenschaftliche Religionskritik. Diesen methodischen Zugang zur Religionskritik tätigten Persönlichkeiten, wie Edward Wilson, Giordano Bruno, Richard Dawkins und weitere. Diese schriftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Religionskritik von Ludwig Feuerbach und Sigmund Freud.

2. Einleitung

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der neuzeitlichen Religionskritik, insbesondere nach Sigmund Freud, auseinander. Der erste Teil widmet sich dem Zeitalter der Aufklärung zu, denn in der Zurückweisung der Religion verbirgt sich der Geist der Aufklärung, welcher sich von der Überwindung aller irrationalen Kräfte und Mächte Fortschritt und Vernunft erhofft. Darauf aufbauend wird im zweiten Teil die Religionskritik Ludwig Feuerbachs aufgezeigt. Durch sein Hauptwerk ,,Das Wesen des Christentums“[2] profilierte er sich als einer der angesehensten Religionskritiker. Kein späterer Religionskritiker kam im Wesentlichen an der Projektionstheorie Ludwig Feuerbachs vorbei. Im Fokus des dritten und letzten Kapitels steht die Religionskritik nach Sigmund Freud. Abschließend werden die weitgehenden Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen beiden Religionskritiken dargelegt. Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass sowohl Sigmund Freud, als auch Ludwig Feuerbach, in erster Linie die Lehren des Christentums anzweifelten. Wenn sie über Religion sprachen, meinten sie im Grunde das Christentum. Das Christentum vermittelte den Menschen vor der Zeit der Aufklärung, dass die Ständeordnung eine gottgegebene Ordnung sei. Sie galt als unumstößlich. Jeder Mensch wurde in die verschiedensten Stände hineingeboren und hatte keine Möglichkeit sich aus diesen zu befreien.

3. Zeitalter der Aufklärung

Als Aufklärung wird die geistige Bewegung des 18.Jahrhundert bezeichnet, in der die menschliche Vernunft die vorherrschende Kraft war. Es fanden Umschwünge in allen Lebensbereichen statt. Neue Methoden und neue Denkweisen setzten sich in der Philosophie, der Politik, der Literatur, der Kunst und in den Naturwissenschaften durch. Das aufstrebende Bürgertum stellte das damals vorherrschende Menschenbild in Frage und setzte folglich entscheidende Denkanstöße zur Kritik von Religion, Kirche und Offenbarung in Gang. Die Menschen waren bereit sich von alten Denkweisen und früheren Vorstellungen zu befreien. Der Kirche und andere Obrigkeiten wurde nicht mehr blind vertraut. Vorurteile oder falsche Ansichten wurden aus dem Weg geräumt.

Der deutsche Denker Immanuel Kant gilt als der bedeutendster Philosoph der Aufklärung. Nach Immanuel Kant ist Aufklärung ,,der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“[3]. Mit Unmündigkeit bezeichnet Immanuel Kant die Unfähigkeit des Menschen, sich seines Verstandes ohne die Lenkung eines anderen zu bedienen. Von ihm stand schließlich der Leitsatz der Aufklärung ,,Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“[4]. Der Mensch erhob den Anspruch sein gesamtes Leben nach seinem eigenen Willen zu gestalten und zu formen. Er wurde sich seines eigenen Können bewusst und stellte das Vertrauen in Gott und in die damals geforderte Ergebenheit in die Leitung der Kirche in Frage.

Wie nie zuvor ergriff der Mensch im Zeitalter der Aufklärung von seiner Vernunft, von seiner Welt und von sich selbst aktiv Besitz.

Er trat allen Autoritäten, Mächten, Obrigkeiten, Sitten und Traditionen fraglich gegenüber.

[...]


[1] Vgl. o.V.: Religionskritik, in: Wikipedia, die freie Enzyklopädie, o.J., https://de.wikipedia.org/wiki/Religionskritik (letzter Zugriff: 21.09.2015).

[2] Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums, Band 2, Berlin, 1956.

[3] Vgl.: Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? in: Berlinische Monatsschrift, Band 4, Berlin, 1784, S. 481 ff.

[4] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Religionskritik nach Sigmund Freud und nach Ludwig Feuerbach. Ein Vergleich
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Religionswissenschaften
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V342369
ISBN (eBook)
9783668321311
ISBN (Buch)
9783668321328
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Religionskritik, Ludwig Feuerbach, Sigmund Freud, Zeitalter der Aufklärung
Arbeit zitieren
Ebu Bekir Semerci (Autor), 2015, Religionskritik nach Sigmund Freud und nach Ludwig Feuerbach. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342369

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