Digital natives versus digital immigrants. Mediennutzung verschiedener Altersgruppen im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

3 Nutzungsverhalten der einzelnen Generationen
3.1 Nutzungsverhalten der 6-13-Jährigen (Digital Natives)
3.2 Nutzungsverhalten der 12-19-Jährigen (Digital Natives)
3.3 Nutzungsverhalten der Erwachsenen (Digital Immigrants)

4 Vergleich

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Microsoft, Google, Iphone, Begriffe aus der Welt der Massenmedien – was wohl der Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg, heute zu der Entwicklung seiner damaligen revolutionären Ideen, Bücher für die Massen herstellen zu können, sagen würde?

Medien sind laut Gablers Wirtschaftslexikon „technische Mittel zur Vermittlung von Informationen und Emotionen bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen den Kommunikationspartnern an ein voneinander getrenntes Publikum“[1]. Nach dieser Definition gehört zum Beispiel die im alten Orient in der Zeit von etwa 3000 v. Chr. bis 75 n. Chr. verwendete sumerische Keilschrift zu den ersten Medien der Menschheit, ebenso wie der Papyrus als Beschreibstoff im alten Ägypten am Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr[2]. Natürlich sind diese Medien alles andere als massentauglich gewesen. Der Beginn der Massenmedien war erst durch den von Johannes Gutenberg Mitte des 15 Jahrhunderts erfunden Buchdruck möglich. Dass der klassische Buchdruck bereits 868 n. Chr. in China zum Einsatz kam, sei hier nur am Rande erwähnt.

Gutenbergs Buchdrucktechnik und die von Friedrich Koenig weiterentwickelte Zylinderdruckmaschine führten dazu, dass das Buch ein Massenartikel und am 29. November 1814 die London Times als erste Tageszeitung der Welt, veröffentlicht wurde[3]. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der immer währende Wettlauf der modernen Massenmedien um Aktualität und Sensationen. Symbolisch hierfür kann der Erfindungsreichtum der Nachrichtenagentur Reuters herangezogen werden, der als erster Brieftauben verwendete, um vor der Konkurrenz aktuelle Börsendaten von Paris nach Berlin zu übermitteln. Durch diese und andere innovative Techniken wurde Reuter zum erfolgreichsten Agenturgründer der Geschichte[4].

Die Weiterentwicklungen in Funk und Fernsehen führten zu einer stetigen Medialisierung, die schließlich mit dem allgemeinen Zugang von Zuhause zum Internet und den mobilen Endgeräten wie Mobiltelefon und Tablet-Pc (mit Internetzugang) seinen bisherigen Höhepunkt gefunden hat.

Wie man nun an der oben beschriebenen Entwicklung, von der ersten Form der Schrift bis zur heutigen Möglichkeit der Datenübermittlung von nahezu jedem Ort der Welt an einen beliebig andren, ersehen kann, explodierten die Möglichkeiten und die Anforderungen an die Mediennutzung des Einzelnen mit der Entwicklung des Personal Computers, dem web 1.0 und gravierend mit der Entwicklung des web 2.0 im Jahre 2003.

In meiner Arbeit möchte ich mich nun mit der Frage beschäftigen, inwieweit sich die Nutzung der Medien der Generation, die in das Zeitalter der neuen Medien hineingeboren und mit ihnen aufwachsen (im Folgenden auch Digital Natives (DN) genannt), von der Nutzung der Medien durch die Generation unterscheidet, die als Erwachsene mit der rasenden Entwicklung konfrontiert wurden und werden (im Folgenden auch Digital Immigrants (DI) genannt). In diesem Zusammenhang möchte ich darauf eingehen welche Ursachen dem zu Grunde liegen und welche Problemstellungen sich daraus ergeben können.

2 Definitionen

Da ich im Folgenden zum Thema Generationen schreibe, möchte ich diesen Begriff kurz erklären, und den für mich relevanten Bereich definieren. Als Generation versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch oftmals eine Altersgruppe oder zeitlich begrenzten Bereich, wie z.B die der Nachkriegsgeneration, die Null-Bock-Generation oder die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. Da, wie ausführlich bei Schäffer beschrieben, die Zugehörigkeit zu einer auf diese Weise bestimmten Generation jedoch keinerlei Aussage über die gesammelten Fähigkeiten, Erfahrungen oder wie im behandelten Bereich der Mediennutzung trifft[5], beziehe ich mich in meinen Aussagen auf die Generationen der sechs bis 13-Jährigen und 12 bis 19-Jährigen als den digital natives, den digitalen Eingeborenen, der Generation die mit den digitalen Medien aufwachsen. Dem gegenüber stehen die digital immigrants, die digitalen Einwanderer, der Generation die mit Medien im Laufe des Lebens konfrontiert wurden und werden.

Des Weiteren, um die Komplexität und Nutzbarkeit des Internets darzustellen, noch kurz eine Erklärung des web 2.0. Dieser Begriff wurde im Jahre 2003 von Eric Knorr[6] geprägt und beschreibt die Ablösung des web 1.0 dahingehend, dass die Nutzung des Internets nun nicht ausschließlich passiv, z.B als Informationsquelle möglich ist, sondern aktiv, in dem nun die Möglichkeiten gegeben sind eigene Bilder, Texte, persönliche Webseiten etc selber ohne Hilfe eines Programmierers oder dem beherrschen besonderer Computerkenntnisse in das Internet zustellen und so aktiv an seinem Ausbau und seiner Gestaltung mitzuwirken[7].

3 Nutzungsverhalten der einzelnen Generationen

3.1 Nutzungsverhalten der 6-13-Jährigen (Digital Natives)

Nimmt man die Werte der letzten KIM-Studie von 2010[8] so ist das Fernsehen das zentrale Medium in diesem Altersabschnitt. 75% der Kinder geben an, täglich Fernsehen zu schauen, wozu 50% ein eigenes Gerät dafür zur Verfügung steht. Jedoch liegt Fernsehen immer noch an dritter Stelle der Freizeitbeschäftigungen, hinter Freunde treffen und draußen spielen. Ein Handy steht 50% der Befragten zur Verfügung, primär um mit den Eltern zu kommunizieren. Dabei wird deutlich, dass die Differenz des Handybesitzes von Jahrgang zu Jahrgang sehr hoch ist und mit zunehmendem Alter steigt.

Das schnell wandelnde Nutzungsverhalten, gerade in dieser kurzen Lebensspanne, zeigt sich vor allem an der Internetnutzung. Knapp die Hälfte der Kinder geht zwar noch nicht online, Communities werden aber immerhin schon von 43% genutzt. Im Schnitt wird 24 Min./Tag gesurft. Die Affinität nimmt mit dem Älter werden deutlich zu, hierfür wird die TV-Nutzung weniger. Beliebt sind neben den Communities Kinderseiten (Toggo, KiKa u.ä) und Filme und Videos schauen (z.B. bei youtube). Die Informationen welche die Kinder anfangen selber in das Internet zu stellen, nehmen drastisch zu, da immer mehr alleine genutzt wird, ohne Mutter oder Vater. Dies hängt wiederum mit zunehmender Selbständigkeit zusammen. Ein nicht elektronisches Medium ist in diesem Altersabschnitt noch von großer Bedeutung. Das Buch. Knapp 40% der Befragten gaben an gerne zu lesen und knapp die Hälfte lasen zum Zeitpunkt der Erhebung ein Buch. In diesem Altersabschnitt ist das soziale Milieu in dem das Kind heranwächst noch von entscheidender Bedeutung. Eine Analyse von 2003 zur „Fernsehnutzung von Kindern aus verschiedenen Herkunftsmilieus“[9] besagt:

„Es zeigt sich einerseits also eine Differenzierung nach sozialer Lage, denn die Unterschichtmilieus sehen deutlich mehr fern als die Kinder aus der Ober- und der Mittelschicht. Eltern aus unteren sozialen Schichten scheinen die Sehdauer ihrer Kinder weniger einzuschränken. Andererseits lassen sich auch dann Unterschiede in der Fernsehnutzung feststellen, wenn man die Milieus nach ihrer Grundorientierung, also ihren Werten und Einstellungen, zusammenfasst“.

3.2 Nutzungsverhalten der 12-19-Jährigen (Digital Natives)

Die Jugendlichen treten in die Pubertät ein. Freunde werden in diesem Lebensabschnitt zum Lebensmittelpunkt und Hauptkommunikation und Austausch über persönliches findet mit Ihnen beinahe permanent statt. Bevorzugtes Kommunikationsmedium ist hierfür das Handy. Mit dem Mobiltelefon und den heutigen Smartphones wird sich überwiegend per sms oder anderen Nachrichtendiensten wie Whatsapp mitgeteilt, weniger telefoniert. 96% der Jugendlichen besitzen so ein Gerät, welches in den meisten Fällen auch einen Internetzugang hat[10]. Die JIM-STUDIE 2011[11] brachte folgende Daten: 79% der Jugendlichen steht ein eigener Computer zur Verfügung und sie nutzen diesen hauptsächlich zur Kommunikation in sozialen Netzwerken wie facebook, Schüler VZ etc. Nahezu jeder Haushalt mit einem Jugendlichen dieser Altersspanne hat einen Internetzugang und 99% geben zumindest eine tägliche Nutzung an. In dieser Altersgruppe spielt der soziale Hintergrund und die Geschlechterzugehörigkeit keine erwähnenswerte Rolle mehr.

82% der Jugendlichen besitzen einen MP3-Player. Der Musikkonsum liegt damit an zweiter Stelle hinter der Handynutzung. Aber: Medien ersetzen keine persönliche Treffen. 84% der Angehörigen der Altersgruppe geben an, sich regelmäßig zu verabreden.

Medienkonsum spielt jedoch dann wiederum im Verbringen der gemeinsamen Zeit mit Anderen eine große Rolle. Trifft man sich mit Freunden, so wird als Beschäftigung wieder das Handy und der MP3 Player genannt. Mit etwas Abstand folgen dann Computer- oder Konsolenspiele.

Wird Zeit mit der Familie verbracht, so nennt ein Drittel der Jugendlichen den Fernseher als wichtigstes Medium. Gefolgt von Radio und Handy. Zeit alleine füllen die digital natives mit Internutzung (35%) als Hauptbeschäftigung aus. 12% nennen hier Computerspiele. Ansonsten beschäftigen sie sich mit dem Musik hören auf MP3-Player oder von CD, Fernsehen oder wieder dem Handy. Insgesamt geben nur 1% keine Medienbeschäftigung an.

Das Fernsehen steht bei den Jugendlichen gleichbleibend hoch im Kurs, für neun von zehn Befragten ist es eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung, 60% sehen täglich fern. Die subjektive Nutzungsdauer beträgt dabei 113 Minuten. Geschaut wird bevorzugt auf dem normalen Fernseher. An den Zahlen wird deutlich wie sehr die neuen Medien Teil des Lebens der Jugendlichen sind und wie ausschlaggebend das Besitzen und Bedienen können Voraussetzung für die Teilnahme am sozialen Gefüge ist. Das Handy z.B ist Statussymbol und Dauerverbindung zum sozialen Netzwerk, ein Muss um dabei zusein und nicht von den anderen Peers ausgeschlossen zu werden. Hierbei ist noch einmal hervorzuheben, dass es keine Unterschiede im Bildungsniveau gibt, oder bei der Nutzung durch Mädchen und Jungen. Ebenso stark sind die neuen Medien in die Familie eingebunden. Dienen zur Familienorganisation (Stichwort Doing Family), der Absprache von Terminen, Bescheid sagen, was aber auch den Zustand des Kontrolliert werdens innehaben kann. Sowie die Abhängigkeit von den Eltern vergrößert, wenn es nicht nur darum geht kurz Informationen über Termine oder Besuche bei FreundInnen abzusprechen, sondern wegen jeder Banalität zum Handy gegriffen wird[12].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Mediennutzung in der Freizeit

Quelle: www.statista.de 2012

[...]


[1] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54945/massenmedien-v4.html

[2] Vgl Horst Blanck: Das Buch in der Antike. Beck, München 1992

[3] Vgl J. H. Bachmann: Neues Handbuch der Buchdruckerkunst. Voigt, Weimar 1876.

[4] Vgl Helmut Kipphan (Hrsg.): Handbuch der Printmedien. Verlag Springer, November 2000

[5] Vgl.: Schäffer, Burkhard: „Medienpraxiskulturen der Generationen“. In: Ganguin/Meister(Hrsg.) Digital native oder digital naiv? München,Kopäd, 2012

[6] http://www.cio.com/article/32050/2004_The_Year_of_Web_Services, aufgerufen am 28.09.2012

[7] Vgl.: http://oreilly.com/web2/archive/what-is-web-20.html

[8] Vgl.: http://www.mpfs.de/index.php?id=479 aufgerufen am 28.09.2012

[9] Kuchenbuch, Katharina: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/01-2003_Kuchenbuch.pdf

[10] 2012, Gehirn und Geist 2012, Serie Kindesentwicklung, Nr 4, S 12-14

[11] Vgl.: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf11/JIM2011.pdf, aufgerufen am 28.09.2012

[12] Vgl. 2012, Gehirn und Geist 2012, Serie Kindesentwicklung, Nr 4, S 12-14

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Digital natives versus digital immigrants. Mediennutzung verschiedener Altersgruppen im Vergleich
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Gesellschaftliche Bedingungen von Bildung und Erziehung
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V342397
ISBN (eBook)
9783668346383
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digital immigrants, digital natives, Mediennutzung, Vergleich, Generationen, Internet, Medien, Jugendliche, Generationsunterschiede
Arbeit zitieren
Alexandra Schmidt (Autor), 2012, Digital natives versus digital immigrants. Mediennutzung verschiedener Altersgruppen im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342397

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