Fachdidaktische Prinzipien können als Produkt der Geschichte nach dem 2. Weltkrieg angesehen werden. Die genetische Politikdidaktik von Petrik setzt insbesondere an den Erkenntnissen von Spranger und Wagenstein an. Spranger war der erste Pädagoge, der die von Wagenstein exemplarisch-genetisch-sokratische Methode auf das politische Lernen übertrug. „Seine politischen Elementarphänomene sind Vorbilder für die aktuelle Arbeit […], weil sie zwischen Alltagserfahrung, institutionellen Wissen und sozialwissenschaflicher Reflexion vermitteln“.
Eine konzeptionelle und empirische Ausgestaltung erfährt dieser Ansatz später in der genetischen Politikdidaktik von Petrik (2007/2013). In diesem Essay soll der Frage nachgegangen werden: Welche Inhalte können mit Hilfe des genetischen Ansatz vermittelt werden und wo liegen hierbei mögliche Grenzen?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der genetische Ansatz
- Inhalte und Ziele
- Der politische Kompass
- Unterrichtspraktische Umsetzung
- Der Dorf-O-Mat als Entdeckungsinstrument für politische Grundorientierungen
- Sachanalyse und methodisches Vorgehen
- Auswertung
- Inselgeschichten
- Ausgangssituation
- Begriffliche Ableitungen
- Der Dorf-O-Mat als Entdeckungsinstrument für politische Grundorientierungen
- Kritische Betrachtung
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay befasst sich mit dem genetischen Ansatz in der Politikdidaktik, insbesondere mit den Inhalten, die mit Hilfe dieses Ansatzes vermittelt werden können, und mit möglichen Grenzen dieses Ansatzes.
- Erfahrungsorientiertes Entdeckungslernen
- Der politische Kompass als Instrument zur Verortung politischer Positionen
- Der Dorf-O-Mat als interaktives Werkzeug zur Erkennung politischer Grundorientierungen
- Die Bedeutung von exemplarischen Ursprüngen und Gründungsituationen für das politische Lernen
- Die Rolle von sozialwissenschaftlichen Theorien und Theoretikern in der politischen Bildung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der fachdidaktischen Prinzipien und die genetische Politikdidaktik von Petrik ein. Kapitel 2 beleuchtet den genetischen Ansatz im Detail, beschreibt seine Inhalte und Ziele und stellt den politischen Kompass als Instrument zur Verortung politischer Positionen vor. Kapitel 3 widmet sich der unterrichtspraktischen Umsetzung des genetischen Ansatzes und erklärt den Einsatz des Dorf-O-Maten als Entdeckungsinstrument für politische Grundorientierungen. Die Kapitel 4 und 5 behandeln die kritische Betrachtung und Zusammenfassung des genetischen Ansatzes.
Schlüsselwörter
Genetischer Ansatz, Politikdidaktik, politische Grundorientierungen, Dorf-O-Mat, politischer Kompass, exemplarische Ursprünge, Gründungsituationen, sozialwissenschaftliche Theorien, Erfahrungsorientiertes Lernen, Entdeckungslernen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der genetische Ansatz in der Politikdidaktik?
Der genetische Ansatz nach Petrik setzt auf erfahrungsorientiertes Entdeckungslernen. Er versucht, politische Konzepte über ihre Ursprünge und Gründungsgeschichten (exemplarische Ursprünge) verständlich zu machen.
Was ist der „Dorf-O-Mat“?
Der Dorf-O-Mat ist ein unterrichtspraktisches Instrument, das Schülern hilft, ihre eigenen politischen Grundorientierungen spielerisch zu entdecken und zu verorten.
Wie funktioniert der „politische Kompass“ bei Petrik?
Der politische Kompass dient als Werkzeug, um verschiedene politische Positionen und Ideologien im Raum anzuordnen und so die Vielfalt politischer Überzeugungen sichtbar zu machen.
Welche Rolle spielen „Inselgeschichten“ im Unterricht?
Anhand von fiktiven Szenarien (z.B. Schiffbruch auf einer Insel) müssen Schüler Grundregeln für ein Zusammenleben entwerfen, wodurch politische Grundbegriffe genetisch abgeleitet werden.
Wo liegen die Grenzen des genetischen Ansatzes?
Die Grenzen liegen oft in der Komplexität moderner Institutionen, die sich nicht immer einfach auf „Ur-Situationen“ reduzieren lassen, sowie im hohen Zeitaufwand für Entdeckungsprozesse.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Schäfer (Autor:in), 2016, Die genetische Politikdidaktik von Petrik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342437