Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit den häufig auftretenden anästhesiologischen Komplikationen in der postoperativen Phase. Aus eigenem Interesse werden auch einige Komplikationen beschrieben, die zwar eher selten auftreten, aber aufgrund ihrer lebensbedrohlichen Symptome ein sofortiges Erkennen notwendig machen.
Der Aufwachraum ist als Bindeglied zwischen Operationsabteilung und allgemeiner Bettenstation zu sehen. Organisatorisch gehört er der Abteilung für Anästhesie an und wird von einem Anästhesisten geleitet. Die Aufgaben des Aufwachraums sind Observanz, Prophylaxe und Therapie.
Der frischoperierte Patient ist änasthesie- und operationsbedingt gefährdet, daher ist in den ersten Stunden eine lückenlose Überwachung notwendig. Die Erfahrung zeigt, dass rund ein Viertel der betreuten Patienten von einer Komplikation betroffen sind. Die Patienten verlassen den Aufwachraum daher erst wenn sie wach sind, adäquat reagieren und über stabile Vitalfunktionen verfügen.
Ich arbeite seit Oktober 2005 als DGKS auf der interdisziplinären Intensivstation des LKH. Der benachbarte Aufwachraum umfasst nur 4 Betten und war vor 2009 nur innerhalb der Regeldienstzeit geöffnet. Deshalb war es immer schon nötig, bei Übersteigung des Kontingents und außerhalb der Regeldienstzeit bei freier Bettenkapazität auch auf der Intensivstation „Ausschläfer“ bis zur Verlegung auf die Normalstation zu betreuen. Nachdem die Anzahl der Operationen stetig zunahm und immer länger operiert wurde, bestand die Notwendigkeit eines durchgehend geöffneten Aufwachraums. Im Rahmen dessen, beschloss die Anstaltsleitung diesen in der Nacht und mittlerweile auch am Wochenende mit Intensivpflegepersonal zu besetzen. Nach vielen erlebten Komplikationen, ist es für mich von besonderem Interesse, mich vertiefend mit diesen zu befassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Störungen des respiratorischen Systems
2.1 Zentral bedingte Atemstörungen
2.1.1 Volantile Anästhetika
2.1.2 Opiate/Opiatantagonisten
2.1.3 Benzodiazepine
2.2 Peripher bedinge Atemstörung
2.2.1 Überhang von Muskelrelaxantien
2.2.2 Verlegung der Atemwege
2.2.3 Laryngospasmus
2.2.4 Bronchospasmus
2.2.5 Aspiration
2.2.6 Schmerzbedingte Schonatmung
3 Kardiozirkulatorische Störungen
3.1 Hypotonie
3.1.1 Hypotonie durch Volumenmangel
3.1.2 Hypotonie durch Herzinsuffizienz
3.2 Hypertonie
3.3 Herzrhythmusstörungen
3.3.1 Tachykarde Rhythmusstörungen
3.3.2 Bradykarde Rhythmusstörungen
4 Zerebrale Komplikationen
4.1 Prolongiertes Erwachen
4.2 Postoperative Erregungszustände
4.3 Zentral anticholinerges Syndrom
5 Übelkeit und Erbrechen (PONV)
6 Störungen der Temperaturregulation
6.1 Hypothermie
6.2 Hyperthermie
6.3 Maligne Hyperthermie
7 Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen
8 Diskussionen
9 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich intensiv mit den häufig auftretenden anästhesiologischen Komplikationen in der postoperativen Phase auseinander, um das pflegerische Handeln im Aufwachraum zu optimieren und die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.
- Identifikation und Differenzierung respiratorischer Störungen
- Management kardiozirkulatorischer Komplikationen
- Umgang mit zerebralen Auffälligkeiten und PONV
- Strategien zur Temperaturregulation und Flüssigkeitsbilanzierung
- Pflegefachliche Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Anästhesisten
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Laryngospasmus
Unter Laryngospasmus versteht man eine reflexartige Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur durch Reizung des Nervus laryngeus superior. Er entsteht durch Stimulation am Kehlkopf z.B. durch Extubation im Exzitationsstadium, Einsetzen eines Guedel- bzw. Wendeltubus oder Sekretanhäufung. Kinder sind besonders gefährdet. (vgl. Knipfer/Gürtler, 2006, S. 274) Es zeigen sich:
Es ist ein sofortiges therapeutisches Eingreifen nötig. Basismaßnahmen sind sofortige Beseitigung des auslösenden Stimulus z.B. Entfernung von Guedel -oder Wendeltubus, Absaugen beenden. Wenn keine Besserung eintritt, muss ein Muskelrelaxans injiziert werden. Weiters ist die Zufuhr von 100% O2 über eine dichtsitzende Maske nötig. (vgl. Roewer/Thiel, 2010, S. 281f.)
Als absoluter Notfall ist es für die Schwester unerlässlich, diesen sofort zu erkennen um entsprechend handeln zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Rolle des Aufwachraums als Bindeglied zwischen OP und Station sowie die persönliche Motivation der Autorin zur Auseinandersetzung mit postoperativen Komplikationen.
2 Störungen des respiratorischen Systems: Analysiert zentral und peripher bedingte Atemprobleme, deren Symptome, Ursachen und die erforderlichen pflegerischen Erstmaßnahmen.
3 Kardiozirkulatorische Störungen: Behandelt Hypotonie, Hypertonie und Herzrhythmusstörungen sowie deren therapeutische und pflegerische Bewältigung.
4 Zerebrale Komplikationen: Fokussiert auf iatrogene Störungen wie prolongiertes Erwachen, postoperative Erregungszustände und das zentrale anticholinerge Syndrom.
5 Übelkeit und Erbrechen (PONV): Erläutert die multifaktoriellen Ursachen von PONV und evidenzbasierte Ansätze zur Prävention und Linderung.
6 Störungen der Temperaturregulation: Detailliert die klinischen Herausforderungen durch Hypo- und Hyperthermie sowie die spezifische Problematik der malignen Hyperthermie.
7 Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen: Erörtert die Ursachen postoperativer Störungen und die Bedeutung der korrekten Bilanzierung.
8 Diskussionen: Reflektiert über die notwendigen Kompetenzen des Fachpersonals und den Einsatz neuer Hilfsmittel wie Larynxtuben im Notfall.
9 Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit sowie die Bedeutung der pflegerischen Expertise im Aufwachraum zusammen.
Schlüsselwörter
Aufwachraum, postoperative Komplikationen, Anästhesiepflege, Respiratorische Störungen, Atemdepression, Laryngospasmus, Aspiration, Kardiozirkulatorische Störungen, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Zerebrale Komplikationen, PONV, Temperaturregulation, Maligne Hyperthermie, Notfallmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den häufigsten medizinischen und pflegerischen Komplikationen, die bei Patienten in der postoperativen Aufwachphase auftreten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf respiratorischen, kardiozirkulatorischen und zerebralen Störungen sowie Problemen der Temperaturregulation und Übelkeit/Erbrechen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von fundiertem Wissen zur schnellen Identifikation von Komplikationen und der Einleitung korrekter pflegerischer Sofortmaßnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung klinischer Erfahrungen aus dem interdisziplinären Aufwachraum.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich nach Vitalfunktionen und beschreibt Ursachen, Symptome, medizinische Therapien und pflegerische Besonderheiten bei akuten Zwischenfällen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufwachraum, postoperative Überwachung, Anästhesiepflege, Atemwegsmanagement und Notfallkompetenz.
Was ist bei einer malignen Hyperthermie besonders kritisch?
Die maligne Hyperthermie ist ein seltener Notfall, bei dem das schnelle Erkennen der Triggerfaktoren und die sofortige Gabe von Dantrolen entscheidend für das Überleben sind.
Warum wird die Larynxtube in der Diskussion erwähnt?
Die Larynxtube wird als sinnvolle, leicht erlernbare Alternative zur Maskenbeatmung diskutiert, um die Zeit bis zum Eintreffen des Arztes sicher zu überbrücken.
- Quote paper
- Bianca Konrad (Author), 2011, Komplikationen im Aufwachraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342462