Unternehmen stehen in der heutigen Zeit neben dem Erhalt der Wirtschaftlichkeit und dem Erzielen von Gewinnen einem weiteren Faktor, nämlich der sozialen Verantwortung für Mensch, Umwelt und Moral, gegenüber. Die Zusammenhänge der Corporate Social Responsibility (CSR) und der Corporate Financial Performance (CFP) sind bereits seit einigen Jahren ein stark diskutiertes Thema in diversen Wirtschafts-, Ethik- und Fachstudien sowie verschiedenen Untersuchungen und Fachschriften.
Politik und Wirtschaft stellen sich darauf ein und implementieren Strategien, die pro-moralische Anreize schaffen und auf Unternehmensseite dem steigenden Interesse an sozialer Verantwortung nachkommen sollen. Einer Umfrage der Dr. Grieger & Cie. Marktforschung (2016) nach ist ein Großteil der Kunden bereit, mehr für Produkte auszugeben, die aus sozial engagierten Unternehmen kommen und gleichwertig mit denen von rein profitorientierten Unternehmen sind.
Aus ökonomischer Sichtweise gilt es zu bewerten, ob sich das Engagement in soziale Projekte lohnt und inwiefern die Beziehung zwischen CSR und CFP durch verschiedene Aspekte beeinflusst und bestimmt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Begriffserklärung
2.1.1 Corporate Social Responsibility
2.1.2 Corporate Financial Performance
2.2 Theorieansatz
3. CSR-CFP Beziehung
3.1 Vorliegende Erkenntnisse
3.2 Lenkende Mediatoren und Moderatoren der CSR-CFP Beziehung
3.2.1 Mediatoren
3.2.2 Moderatoren
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) und deren wirtschaftlicher Leistung (Corporate Financial Performance, CFP). Dabei liegt der Fokus primär auf der Identifikation von Mediatoren und Moderatoren, welche die Beziehung zwischen CSR-Aktivitäten und dem finanziellen Erfolg eines Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
- Grundlagen und Definitionen von CSR und CFP
- Theoretische Verankerung mittels Stakeholder-Theorie
- Analyse direkter und indirekter Zusammenhänge zwischen CSR und finanzieller Performance
- Untersuchung von Mediatoren wie Unternehmensreputation und Kundenzufriedenheit
- Betrachtung moderierender Faktoren wie Innovationsbereitschaft, Strategiewahl und Branchenspezifikationen
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorliegende Erkenntnisse
Zunächst einmal unterscheiden sich die vorliegenden Erkenntnisse auf zwei Ebenen. Die ersten bewerten mittels der Event-Studien Methode die kurzfristigen, finanziellen Auswirkungen, wenn Firmen CSR implementieren (Hirigoyen & Poulain-Rehm, 2015). Die Ergebnisse dieser empirischen Studien fallen unterschiedlich aus. Während Wright und Ferris (1997) einen negativen Zusammenhang zwischen CSR und CFP herausstellen und Teoh, Welch und Wazzan (1999) überhaupt keinen signifikanten Zusammenhang deuten können, findet Posnikoff (1997) in ihrer Untersuchung eine positive Korrelation der beiden Werte.
Die zweite Art von Studien untersucht die Beziehung zwischen CSR und langfristig gemesseneren Werten der CFP, unter der Verwendung von profitbasierten Finanzindikatoren. Auch sie ergeben heterogene Ergebnisse. Wood (1991) identifiziert einen positiven Zusammenhang zwischen CSR und CFP, unter zusätzlicher Berücksichtigung des Vermögensalters. Auch Waddock und Graves (1997) fanden eine positiven Korrelation zwischen einem Corporate Social Responsibility Index und Performance-Messwerten wie dem ROA oder dem ROE. Dagegen spricht die Argumentation von Mishra und Modi (2013), die das finanzielle Risiko als zusätzliche Variable in ihre Untersuchung einfließen lassen und im Endeffekt keine signifikanten Beziehungen feststellen können.
In Betrachtung der verschiedenen Ergebnisse ist eine vereinheitlichende Aussage über die direkten Zusammenhänge nicht valide formulierbar. Eine Begründung und zugleich Kritik an den vergangenen Studien weist auf Probleme und Verzerrungen bei ihrer Ausführung hin (McWilliams & Siegel, 2001). Dazu zählen Fehlspezifikationen der Variablen, Außerachtlassen notwendiger Determinanten der finanziellen Performance sowie die Verwendung begrenzter, geographisch limitierter oder veralteter Daten (Ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Verbindung zwischen Ethik und Wirtschaft her und definiert das Ziel, die Faktoren zu untersuchen, die die Beziehung zwischen CSR und der wirtschaftlichen Leistung beeinflussen.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Hier werden die zentralen Begriffe Corporate Social Responsibility und Corporate Financial Performance definiert und der theoretische Bezugsrahmen der Stakeholder-Theorie erläutert.
3. CSR-CFP Beziehung: Dieses Kapitel analysiert empirische Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen CSR und finanzieller Performance und untersucht spezifische Mediatoren und Moderatoren, die diese Beziehung lenken.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Limitationen der aktuellen Studienlage auf und betont die Bedeutung von Stakeholdern für den langfristigen Unternehmenserfolg.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Studien aufgelistet.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, Corporate Financial Performance, Stakeholder-Theorie, Unternehmensreputation, Kundenzufriedenheit, Wettbewerbsvorteil, Innovationsbereitschaft, Nachhaltigkeit, Finanzielle Leistung, Stakeholder Influence Capacity, Werbeintensität, CSR-CFP Beziehung, Ressourcenreichtum, Kulturdimensionen, Branchenspezifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie das Engagement von Unternehmen für soziale Zwecke (CSR) deren finanzielle Leistung (CFP) beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Definition von CSR und CFP, die theoretische Einbettung in die Stakeholder-Theorie sowie die Analyse von Einflussfaktoren wie Mediatoren und Moderatoren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, mittels welcher Faktoren die Beziehung zwischen CSR und finanzieller Performance gesteuert wird und ob diese Einflüsse positiv oder negativ wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Gegenüberstellung verschiedener empirischer Studien und wissenschaftlicher Erörterungen zur Thematik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert direkte Zusammenhänge zwischen CSR und CFP sowie spezifische Mediatoren (z. B. Reputation, Kundenzufriedenheit) und Moderatoren (z. B. Innovation, Strategie, Branche).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CSR, CFP, Stakeholder-Theorie, Reputation, Wettbewerbsvorteil, Innovationsbereitschaft und Branchenspezifität.
Welchen Einfluss haben Mediatoren wie die Reputation auf die Beziehung?
Reputation fungiert als positiver Mediator; ein gutes Image stärkt das Vertrauen der Stakeholder und kann zu höheren Umsätzen und besserer Kapitalrentabilität führen.
Wie wirkt sich die Branche auf den CSR-CFP Zusammenhang aus?
Die Branche ist ein wichtiger Moderator; so zeigen sich in Branchen wie der Ölindustrie positive Effekte, während im Banken- und Beratungssektor eher negative Zusammenhänge beobachtet werden.
- Arbeit zitieren
- Patrick Palme (Autor:in), 2016, Der Einfluss von Corporate Social Responsibility auf die Corporate Financial Performance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342578