Die Arbeit befasst sich mit den Böden der Geest, einer sandigen Region in Norddeutschland. Sie erstreckt sich bis in die Niederlande und Dänemark. Sie schließt sich an das Marschland der Küste an. Größtenteils sind die Böden der Geest nährstoffarm. Der Begriff Geest leitet sich von dem friesischen Wort „güst“ ab, das unfruchtbar oder karg bedeutet. Bis zum letzten Jahrhundert war es nicht gern gesehen, wenn jemand eine Person von der Geest ehelicht, da kein gutes Ackerland in die Familie kommt. Heute ist die Geest interessant für den Tourismus, weil sie Landschaften wie die Lüneburger Heide beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung der Geest
3. natürliche Bodentypen
3.1 Bodengebiete nach Ertrag
3.2 Bodenbildung
3.3 Lessives
3.3.1 Bänderparabraunerde
3.3.2 Fahlerde
3.4 Podsol
3.5 Gley
3.6 Pseudogleye
3.7 Moore
4. Anthropogen geprägte Böden
4.1 Historische Moorkultivierung
4.2 Tiefumbruch und Sandmischkultur
4.3 Plaggenesch
4.4 Heide
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die geologische Entstehung der norddeutschen Geestlandschaften sowie die daraus resultierenden natürlichen Bodeneigenschaften. Dabei wird analysiert, wie die nährstoffarmen Böden durch verschiedene anthropogene Einflüsse kultiviert und in ihrer Ertragsfähigkeit beeinflusst wurden.
- Geomorphologische Entstehung der Geest durch eiszeitliche Prozesse
- Klassifizierung und Charakterisierung natürlicher Bodentypen
- Auswirkungen der Lessivierung und Bodenversauerung
- Historische Techniken zur Bodenverbesserung (Plaggenwirtschaft, Moorkultivierung)
- Anthropogene Umgestaltung und heutige ökologische Bedeutung der Heidegebiete
Auszug aus dem Buch
3.4 Podsol
Die niedere Geest oder Sandergeest ist grundwassernah. Ein Leitbodentyp ist der Podsol. „Auf den Dünen und Flugsanddecken des norddeutschen Tieflandes (z.B. Emsland, Oldenburger Geest, Lüneburger Heide) finden sich unter Besenheide und Nadelwäldern Eisenhumuspodsole, an Standorten mit Grundwasser bilden sich unter Glockenheide Humuspodsole.“ (bodenwelten.de, o.J.).
Dies sind saure Böden mit hohem Humusanteil im Oberboden. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes ist der Streuabbau gehemmt. Bodenlebewesen sind kaum vorhanden. Aus der Humusauflage im Oberboden bilden sich Fulvosäure. Diese Huminsäure ist aggressiv, sie zerstört die Materialmatrix.
Eisen und Mangan wird mobil und mit Sickerwasser in den Unterboden gebracht. Dieser Prozess wird als Gelatisierung bezeichnet. Im Unterboden werden die Poren enger, der pH-Wert steigt; durch die veränderten Bedingungen polymerisieren Huminstoffe und werden schwarz. (Bh-Horizont) Eisen und Mangan wird als Sesquioxide tiefer verlagert und ausgefällt. (Bsh- Horizont). Im Oberboden bleiben lediglich weiße Quarzkörner als Eluvial Horizont.
Die Horizontabfolge lautet O/Ah/Ae/Bh/Bs/lCv. Bei starker Podsolierung verkitten die Sesquioxide zu Ortsstein. (vgl. geographie.uni-stuttgart.de, 2016).
Podsols können durch die Weiterentwicklung von Braunerden entstehen. Voraussetzungen sind ein durchlässiges Substrat wie Sand und Sickerwasser. Die Vegetation dieser Böden besteht aus Nadelwald oder Heide, Pflanzen, die harte schwer zersetzbare Streu produzieren.
Der Boden hat ein geringes Ertragspotenzial und wird als Weide genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Geest als eiszeitliche Aufschüttungslandschaft in Norddeutschland und beschreibt ihre historische Wahrnehmung sowie aktuelle Bedeutung.
2. Entstehung der Geest: Erläutert die geologische Prägung durch die Saale- und Weichsel-Kaltzeit, einschließlich der Entstehung von Alt- und Jungmoränen sowie Sanderflächen.
3. natürliche Bodentypen: Kategorisiert die vorkommenden Böden basierend auf Ertragsfähigkeit und bodenbildenden Prozessen wie Lessivierung, Vergleyung und Podsolierung.
3.1 Bodengebiete nach Ertrag: Analysiert die Fruchtbarkeit der verschiedenen Landschaften anhand der Ertragsmesszahl.
3.2 Bodenbildung: Beschreibt die Entwicklung von Rohböden (Syroseme) über Regosole bis hin zu Braunerden.
3.3 Lessives: Untersucht die Bodenentwicklung aus Geschiebelehm und die Prozesse der Tonverlagerung.
3.3.1 Bänderparabraunerde: Detailliert die spezifische Tonverlagerung in sandigen Substraten durch Lessivierung.
3.3.2 Fahlerde: Beschreibt die Eigenschaften dieses sauren, zu den Lessives gehörenden Bodentyps.
3.4 Podsol: Behandelt die typischen sauren, grundwasser- oder nährstoffbeeinflussten Böden der Sandergeest.
3.5 Gley: Erklärt grundwassergespeiste Böden und die Entstehung des bleichen Reduktionshorizonts.
3.6 Pseudogleye: Erläutert die Entstehung von Stauwasserböden durch Porenverstopfung in Senken.
3.7 Moore: Definiert die Eigenschaften von Hoch- und Niedermooren als subhydrische Böden.
4. Anthropogen geprägte Böden: Zeigt den Einfluss des Menschen auf die Bodennutzung und -qualität auf.
4.1 Historische Moorkultivierung: Beschreibt die Nutzung von Moorböden durch Brandkultur und erste Besiedlungen.
4.2 Tiefumbruch und Sandmischkultur: Analysiert moderne Kultivierungsmethoden wie den Einsatz der „Moorschwalbe“.
4.3 Plaggenesch: Erklärt die durch langjährige Plaggenwirtschaft entstandenen, künstlich fruchtbar gemachten Böden.
4.4 Heide: Beschreibt die Entstehung von Heidelandschaften als anthropogen bedingte Kulturlandschaft.
5. Fazit: Fasst zusammen, dass die Geest trotz schwieriger natürlicher Bedingungen durch gezielte anthropogene Eingriffe für die Landwirtschaft nutzbar gemacht wurde.
Schlüsselwörter
Geest, Bodenbildung, Norddeutschland, Podsol, Plaggenesch, Landwirtschaft, Lessivierung, Moorkultivierung, Geschiebelehm, Anthropogen, Bodenfruchtbarkeit, Heide, Ertragsmesszahl, Eiszeit, Bodenkunde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den geologischen Grundlagen, den natürlichen Bodentypen und der anthropogenen Nutzung der norddeutschen Geestlandschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die eiszeitliche Entstehung des Reliefs, die bodenkundliche Einordnung (wie Podsole oder Lessives) und die historische Entwicklung der Landwirtschaft auf nährstoffarmen Böden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Geestböden sowie die verschiedenen Methoden zu dokumentieren, mit denen der Mensch diese nährstoffarmen Flächen fruchtbar gemacht hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine bodenkundliche und geographische Analyse, die auf geologischen Grundlagen und historischen Bewirtschaftungspraktiken basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Klassifizierung natürlicher Bodentypen (Kapitel 3) sowie eine umfassende Darstellung anthropogen geprägter Böden wie Plaggenesch und kultivierte Moore (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Geest, Bodenbildung, Plaggenesch, Podsol, Lessivierung und Moorkultivierung.
Wie unterscheidet sich der Plaggenesch von natürlichen Böden?
Der Plaggenesch ist ein anthropogener Bodentyp, bei dem über Jahrhunderte Plaggen (Grassoden) als Dünger auf die Felder ausgebracht wurden, wodurch ein mächtiger, künstlich fruchtbarer Humushorizont entstand.
Warum sind Podsole für die Landwirtschaft meist ungeeignet?
Podsole sind saure Böden mit geringem Nährstoffgehalt, bei denen aggressive Huminsäuren die Bodenmatrix zerstören und die biologische Aktivität stark gehemmt ist.
Was war der Zweck der sogenannten "Moorschwalbe"?
Die Moorschwalbe war ein spezieller Pflug, der im 20. Jahrhundert eingesetzt wurde, um Pechsand, Ortsstein und Schwarztorf zu vermischen und so tiefgelegene, nährstoffarme Schichten zur Kultivierung an die Oberfläche zu bringen.
- Arbeit zitieren
- Lena Brauch (Autor:in), 2016, Böden der Geest. Entstehung, Bodentypen und anthropogene Prägung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342623