Metropolen und Metropolregionen in Deutschland


Hausarbeit, 2015
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis / Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Metropolen allgemein

3. Begriffserklärung Metropolregion und Ausprägungen

4. Funktionen von Metropolen/ Metropolregionen
4.1 Metropole Berlin
4.2 Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main
4.3 Metropolregion Mitteldeutschland

5. Metropolen/ Metropolregionen Deutschlands im Vergleich Frankreich

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Metropolregionen Deutschlands,

Abb.2: Studierende pro 1000 Einwohner im Wintersemester 2010/2011,

Abb. 3: Anteil der Beschäftigten mit Berufsausbildung an allen Beschäftigten,

Abb. 4: Metropolregion Berlin-Brandenburg,

Abb. 5: Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main,

1. Einleitung

Metropolen gibt es, seit es Hochkulturen gibt. In der Umgangssprache wird der Begriff „Metropole“ heute oft inflationär verwendet: für Hotels, Discos, etc. Metropolen verbindet man mit pulsierendem Leben, die Bewohner sind nach den neuesten Trends gekleidet, die Wirtschaft ist stark, die Glas- und Stahlfassaden der Wolkenkratzer prägen das Stadtbild. Shoppingpaläste für jeden Geschmack- das Leben in einer Metropole, eine Sehnsucht besonders junger Menschen. Die älteste „Metropole“ Deutschlands ist Trier. Laut Gründungssage wurde Trier etwa 2050 v. Chr. von Trebeta einem assyrischen Prinzen gegründet. Danach stand dort ein keltisches Dorf, bis die Römer 30 v. Chr. Einen Militärstützpunkt errichteten, der kurz darauf der Großstadt „ Augusta Treverorum“ weichen soll.

Thermen, das Amphitheater und das Prunktor Porta Nigra sprechen von vergangener Größe und Pracht dieser Stadt, die neben Köln eines der wichtigsten Zentren des Römischen Imperiums nördlich der Alpen war.

Heute gibt es eine Vielzahl an sogenannten Metropolen, durch die weltweit stark steigende Bevölkerungszahl und dem Streben der Menschen nach Arbeit, Lebensqualität und Entfaltungsmöglichkeiten. Metropolen stehen im (globalen) Wettbewerb um Investitionen, Unternehmensstandorte und hochqualifizierte Bürger.

Lange wurde der ländliche Raum diesbezüglich vernachlässigt. Mit der Definition von Metropolregionen wird versucht, die Strahlkraft der Metropole auf ihr Umland zu übertragen, es attraktiver zu machen und die vernetzte Region in allen Bereichen aufzuwerten. Der Begriff „Metropolregion“, ist hingegen erst im 20. Jahrhundert aufgekommen. Die Metropole wird nicht mehr separiert von der ländlich/städtischen Umgebung betrachtet, sondern als ein Zentrum in einem Verflechtungsraum.

In den folgenden Kapiteln werden die Bezeichnungen Metropole und Metropolregion erst separat erläutert, dann aber zusammengefasst betrachtet.

2. Metropolen

Der Begriff Metropole kommt von dem griechischen Wort mitropolis und bedeutet Mutterstadt.

Von dort aus sind die alten Griechen ins Hinterland vorgestoßen und haben Kolonien gegründet.

Heute bezeichnet man damit Großstädte, die einen politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt eines Landes bilden. In der Regel haben sie mindestens eine Million Einwohner, in Deutschland liegen sie aber oft darunter.

Damit Städte als Metropole bezeichnet werden können, müssen → vier Funktionen (Kap. 4) zumindest teilweise erfüllt werden. Es handelt sich um stark verdichtete Großstadtregionen, in der sich Menschen, Unternehmen und Infrastruktur konzentrieren. Sie üben eine hohe Zentralität auf ein weitreichendes Umland aus. Des weiteren zeichnen sie sich durch eine hohe soziale und kulturelle Diversität aus; durch Migration aus dem In- und Ausland.

Deutschlands Städtelandschaft ist mit einer Vielzahl gleichrangiger Metropolen polyzentrisch angeordnet

(→ Kap. 5 Deutschland im Vergleich mit Frankreich). Deutsche Metropolen sind: Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Köln, Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Essen. Manche zählen auch Leipzig und Dresden dazu.

3. Metropolregionen:

Eine Metropolregion umfasst das Umland einer Metropole/Stadt, das über die Agglomeration hinaus geht. Dazu kann eine Metropolregion weitere Oberzentren enthalten und auch weit entfernte Städte umschließen.

(→ Metropolregion Mitteldeutschland). Metropolregionen gelten in der raumwissenschaftlichen Forschung als „Standortcluster metropolitaner Einrichtungen“. (Rusche, Oberst in: Raumforschung, Raumordnung 2010 S.243).

Sie sind Wachstums- und Innovationsmotoren. (vgl. Köhler, 2009 in: Standort S.33).

Weitere Attribute für Metropolregionen sind Drehscheibe, Knotenpunkt und Motor für Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur.

Im Jahr 1995 wurde der Begriff „Metropolregion“ von der Ministerkonferenz für Raumordnung erstmals definiert. Ziele sind die bessere Zusammenarbeit zwischen den Verflechtungsräumen Stadt und Umland und die gemeinsame Werbung und Identifikation für die jeweilige Metropolregion. Dazu gehört die Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit und die Errichtung regionaler Netzwerke. (vgl. Rusche, 2010, S.243).

Acht Jahre später wurden neue Schwerpunkte gefunden, um die Metropolregionen weiter zu entwickeln:

Zum einen das Dreieck der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Soziales und Ökologie.

Der Ökonomie dient die Wachstumspolitik, der Sozialen Dimension die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Versorgung der Bevölkerung und die Sicherung vielfältiger Raumfunktionen für die Ökologie. (vgl. Köhler, 2009 in: Standort S.33).

Zum Zweiten sollen Ballungsräume und ländliche Räume als gleichwertig behandelt werden.

Zum Dritten sollen Impulse für Entwicklung gegeben werden und Herausforderungen angenommen werden. (vgl. ebd.). Eine Herausforderung stellen die strukturschwache Räume innerhalb der Metropolregionen dar. Wie können sie von der Stärke der anderen Regionen profitieren? Hierzu wurden Verbände, Workshops und Bündnisse gegründet, die Kräfte bündeln und kommunale Grenzen überschreiten. (vgl. Weith et. Al. S. 44). Die Planungsverbände und wichtige Wirtschaftsunternehmen bilden zusammen den „Kern regionaler Governance- Strukturen“. (Zimmermann in: Standort, 2008 S. 153). Aufgrund „Agglomerationsvorteilen, beispielsweise die räumliche Nähe oder Entwicklungsvorsprünge, die „große“ Metropolräume (...) als Gewinner der Metropolisierungsprozesse hervorgehen lassen.“ (Klee in: Raumforschung Raumordnung, 2014). In manchen Metropolregionen hat sich das gut entwickelt oder die Zusammenarbeit war schon vorher stark (→ Kap. 4.2 Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main).

Andere weisen diesbezüglich Defizite auf (→ Kap.4.1 Berlin-Brandenburg, Kap 4.3 Mitteldeutschland).

Die Hälfte der Bevölkerung der Europas lebt in einer Metropolregion. (vgl. Initiativkreis Europäische Metropolregionen in Deutschland IKM, 2012, S. 5).

Insgesamt hat Deutschland 11 Metropolregionen, in denen zwei Drittel der Bevölkerung lebt.

Es gibt monozentrische Metropolregionen, die aus einer Metropole und ihrem Umland bestehen. Dazu zählen:

Frankfurt-Rhein-Main, München-Augsburg-Ingolstadt, Berlin-Brandenburg, Hamburg und Stuttgart Des weiteren hat Deutschland polyzentrische Metropolregionen mit mehreren Metropole: Das Ruhrgebiet mit Dortmund, Essen, Düsseldorf etc., Köln-Bonn und Rhein-Neckar mit MainzWiesbaden-Mannheim-Karlsruhe-Darmstadt.

Außerdem können Metropolregionen nur aus mittelgroßen Städten (50.000-500.000 Einwohner)und ihrem Umland bestehen, wie z.B. Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, Mitteldeutschland mit Leipzig-Dresden-Zwickau-Jena-Gera etc., Nürnberg-Erlangen-Bayreuth- Fürth etc. und Bremen-Oldenburg Diese Metropolregionen haben keine einzige Metropole. Die Bezeichnung „Metropolregion“ ist daher umstritten.

Abb.1 Metropolregionen Deutschlands

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: gl.berlin-brandenburg.de (2008)

4. Funktionen von Metropolen und Metropolregionen

1. Entscheidungs- und Kontrollfunktion

Diese Funktion beinhaltet den Hauptsitz wichtiger Wirtschafts- und Finanzunternehmen. Also einerseits das produzierende Gewerbe und andererseits das Finanzwesen mit Börse, Banken und Versicherungen. (vgl. freiereferate.de, 2015)

Neben der freien Wirtschaft hat auch der Staat seine Behörden und Ämter in Metropolregionen mit ausgeprägter Entscheidungs- und Kontrollfunktion. Dazu gehören auch Gerichte und Parlamente ebenso wie internationale Organisationen, wie den Internationalen Gerichtshof.

2. Innovations- und Wettbewerbsfunktion

Diese Metropolfunktion beschreibt die Verbreitung von Wissen und die Umsetzung von Ideen in Produkte. Dies ist aufgrund der großen Konkurrenz in der globalisierten Welt von besonderer Bedeutung. (vgl. Rusche, Oberst in: Raumforschung, Raumordnung 2010 S.243)

Zu dieser Funktion gehören Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenso wie Kulturschaffende Institutionen wie Theater, Opern, Festivals und sogar Gaststätten, öffentliche Plätze und Sportanlagen.

3. Gateway-Funktion

Die Gateway-Funktion umschreibt alle Ausprägungen der Infrastruktur, darunter fallen: Autobahnkreuze, Flughäfen, Häfen, Bahnhöfe als wichtige Verkehrsknotenpunkte. Sie bieten eine gute Erreichbarkeit zu anderen Ballungsräumen. Ebenfalls von Bedeutung sind Medienanstalten von Rundfunk, Zeitungen und Radio. Messen, Ausstellungen und Kongresse helfen besonders bei der Erschließung neuer Märkte, da sie eine hohe Anziehungskraft ausüben. (ebd. S.244).

4. Symbolfunktion

Zu dieser Funktion zählen immaterielle Güter, wie der Bekanntheitsgrad einer Metropole, das Szeneleben, eine besondere Geschichte, Architektur, die Identitätsstiftend ist. Außerdem sind Metropolen die Geburtsstätte neuer Trends und Moden und ziehen Menschen von nah und fern an. Außerhalb der Funktionen kommt dem Tourismus eine Bedeutung zu. Als Konsumenten von Kultur passen Touristen zur Wettbewerbsfunktion, ebenso kann man sie in die Symbolfunktion einordnen, da sie ein Maß für den Bekanntheitsgrad sind. (vgl. freiereferate.de, 2015)

Neben den vier Funktionen von Metropolregionen gibt es 48 einzelner Indikatoren, um die Stärke der jeweiligen Region zu erfassen und sie mit anderen Metropolregionen zu vergleichen. (vgl. Volgman, 2014 in: Raumforschung Raumordnung, S.21).

Dazu zählen: die Anzahl der Studierenden und Promotionen, die Anzahl der verfügbaren Hotelbetten, Umsätze der 500 stärksten Unternehmen, Passagieraufkommen an internationalen Flughäfen (vgl. ebd. S.26)

Abb.2: Studierende pro 1000 Einwohner im Wintersemester 2010/2011

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: wissensportal- frankfurtrheinmain.de (2015)

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Details

Titel
Metropolen und Metropolregionen in Deutschland
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Stadt- und Wirtschaftsgeographie
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V342625
ISBN (eBook)
9783668323339
ISBN (Buch)
9783668323346
Dateigröße
1408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
metropolen, metropolregionen, deutschland
Arbeit zitieren
Lena Brauch (Autor), 2015, Metropolen und Metropolregionen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342625

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