Heute gibt es eine Vielzahl an sogenannten Metropolen, durch die weltweit stark steigende Bevölkerungszahl und dem Streben der Menschen nach Arbeit, Lebensqualität und Entfaltungsmöglichkeiten. Metropolen stehen im (globalen) Wettbewerb um Investitionen, Unternehmensstandorte und hochqualifizierte Bürger. Lange wurde der ländliche Raum diesbezüglich vernachlässigt. Mit der Definition von Metropolregionen wird versucht, die Strahlkraft der Metropole auf ihr Umland zu übertragen, es attraktiver zu machen und die vernetzte Region in allen Bereichen aufzuwerten. Der Begriff „Metropolregion“ ist erst im 20. Jahrhundert aufgekommen. Die Metropole wird nicht mehr separiert von der ländlich/städtischen Umgebung betrachtet, sondern als ein Zentrum in einem Verflechtungsraum. In den folgenden Kapiteln werden die Bezeichnungen Metropole und Metropolregion erst separat erläutert, dann aber zusammengefasst betrachtet.
Metropolen gibt es, seit es Hochkulturen gibt. In der Umgangssprache wird der Begriff „Metropole“ heute oft inflationär verwendet: für Hotels, Discos, etc.. Metropolen verbindet man mit pulsierendem Leben, die Bewohner sind nach den neuesten Trends gekleidet, die Wirtschaft ist stark, die Glas- und Stahlfassaden der Wolkenkratzer prägen das Stadtbild. Shoppingpaläste für jeden Geschmack – das Leben in einer Metropole, eine Sehnsucht besonders junger Menschen.
Die älteste „Metropole“ Deutschlands ist Trier. Laut Gründungssage wurde Trier etwa 2050 v. Chr. von Trebeta, einem assyrischen Prinzen, gegründet. Danach stand dort ein keltisches Dorf, bis die Römer 30 v. Chr. einen Militärstützpunkt errichteten, der kurz darauf der Großstadt „ Augusta Treverorum“ weichen soll. Thermen, das Amphitheater und das Prunktor Porta Nigra sprechen von vergangener Größe und Pracht dieser Stadt, die neben Köln eines der wichtigsten Zentren des Römischen Imperiums nördlich der Alpen war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Metropolen allgemein
3. Begriffserklärung Metropolregion und Ausprägungen
4. Funktionen von Metropolen/ Metropolregionen
4.1 Metropole Berlin
4.2 Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main
4.3 Metropolregion Mitteldeutschland
5. Metropolen/ Metropolregionen Deutschlands im Vergleich Frankreich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und funktionalen Merkmale von Metropolen sowie Metropolregionen in Deutschland und setzt diese in einen vergleichenden Kontext zum französischen Raumsystem.
- Definition und begriffliche Abgrenzung von Metropolen und Metropolregionen
- Analyse der vier zentralen Funktionen (Entscheidungs-, Innovations-, Gateway- und Symbolfunktion)
- Fallstudien zu den Regionen Berlin-Brandenburg, Frankfurt-Rhein-Main und Mitteldeutschland
- Gegenüberstellung der deutschen polyzentrischen Struktur mit dem französischen monozentrischen System
Auszug aus dem Buch
4. Funktionen von Metropolen und Metropolregionen
1. Entscheidungs- und Kontrollfunktion
Diese Funktion beinhaltet den Hauptsitz wichtiger Wirtschafts- und Finanzunternehmen. Also einerseits das produzierende Gewerbe und andererseits das Finanzwesen mit Börse, Banken und Versicherungen. (vgl. freiereferate.de, 2015)
Neben der freien Wirtschaft hat auch der Staat seine Behörden und Ämter in Metropolregionen mit ausgeprägter Entscheidungs- und Kontrollfunktion. Dazu gehören auch Gerichte und Parlamente ebenso wie internationale Organisationen, wie den Internationalen Gerichtshof.
2. Innovations- und Wettbewerbsfunktion
Diese Metropolfunktion beschreibt die Verbreitung von Wissen und die Umsetzung von Ideen in Produkte. Dies ist aufgrund der großen Konkurrenz in der globalisierten Welt von besonderer Bedeutung. (vgl. Rusche, Oberst in: Raumforschung, Raumordnung 2010 S.243)
Zu dieser Funktion gehören Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenso wie Kulturschaffende Institutionen wie Theater, Opern, Festivals und sogar Gaststätten, öffentliche Plätze und Sportanlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die begriffliche Verwendung von Metropolen und die historische Entwicklung der Stadt Trier sowie die Relevanz der Metropolregionen für moderne ländliche Räume.
2. Metropolen allgemein: Erläuterung des Begriffs Metropole, der Kriterien für eine solche Einstufung sowie die Charakterisierung der polyzentrischen Städtelandschaft in Deutschland.
3. Begriffserklärung Metropolregion und Ausprägungen: Definition von Metropolregionen als Innovationsmotoren und Standortcluster sowie die historischen Ziele der Raumordnungspolitik in diesem Kontext.
4. Funktionen von Metropolen/ Metropolregionen: Detaillierte Analyse der vier Basisfunktionen (Entscheidung, Innovation, Gateway, Symbolik) anhand der Fallbeispiele Berlin, Frankfurt-Rhein-Main und Mitteldeutschland.
5. Metropolen/ Metropolregionen Deutschlands im Vergleich Frankreich: Untersuchung des deutschen polyzentrischen Systems im Gegensatz zur stark monozentrischen Struktur Frankreichs unter Berücksichtigung historischer Ursachen.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vernetzungsfunktion von Metropolregionen und Ausblick auf die weitere Entwicklung im Spannungsfeld zwischen Verstädterung und ländlicher Attraktivität.
Schlüsselwörter
Metropole, Metropolregion, Stadtgeographie, Wirtschaftsgeographie, Polyzentralität, Monozentralität, Berlin-Brandenburg, Frankfurt-Rhein-Main, Mitteldeutschland, Raumordnung, Innovationsfunktion, Gateway-Funktion, Entscheidungsfunktion, Symbolfunktion, Stadtentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Definition, die funktionalen Merkmale und die räumliche Ausprägung von Metropolen und Metropolregionen innerhalb Deutschlands.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Definition von Metropolregionen, die Analyse ihrer vier Hauptfunktionen sowie ein systematischer Vergleich mit dem französischen Raumsystem.
Welches Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Charakteristika deutscher Metropolregionen zu erläutern und aufzuzeigen, wie diese zur Aufwertung von Verflechtungsräumen zwischen Stadt und Umland beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher raumwissenschaftlicher Konzepte sowie eine kontrastive Gegenüberstellung nationaler Raumstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Metropolen/Metropolregionen) sowie die detaillierte Betrachtung von drei Fallbeispielen und einen staatenübergreifenden Vergleich.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Zu den Kernbegriffen zählen Metropolregion, Polyzentralität, Stadtentwicklung, Raumentwicklung und Entscheidungssitz.
Wie unterscheidet sich Berlin von der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main?
Während Berlin stark durch politische Institutionen und kulturelle Symbolik geprägt ist, zeichnet sich die Region Frankfurt-Rhein-Main primär durch ihre Funktion als bedeutender Finanzplatz und Börsenstandort aus.
Warum wird die Bezeichnung „Metropolregion“ für Regionen wie Mitteldeutschland diskutiert?
Da diese Regionen oft keine einzelne dominante Metropole besitzen, ist der Begriff aufgrund der interregionalen Heterogenität und der Schwierigkeit einer einheitlichen Identitätsbildung umstritten.
Warum ist das französische System laut der Autorin monozentrisch?
Historisch bedingt durch die starke Zentralisierung unter dem Absolutismus konzentriert sich in Frankreich nahezu sämtliche wirtschaftliche und politische Macht auf Paris, während Deutschland eine historisch gewachsene polyzentrische Struktur aufweist.
- Arbeit zitieren
- Lena Brauch (Autor:in), 2015, Metropolen und Metropolregionen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342625