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Rationalität bei Rousseau

Title: Rationalität bei Rousseau

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: gut

Autor:in: Kamila Urbaniak (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Thema der Entwicklung der Rationalität bei Rousseau. Ebenso werde ich verschiedene Fächer und Ideen der Wissensvermittlung nach Rousseau skizzieren. Bevor ich die Ideen Rousseaus in einem selbst entwickelten Schaubild darstelle, möchte ich zunächst einen ersten Überblick über den Rationalitätsgedanken der Aufklärung mit Hilfe d´Alemberts im Discours préliminaire der Encyclopaedia (ou dictionnaire raisonné, des sciences, des artes et des métiers, par une société de gens de lettres) liefern. Ich werde die Bedeutung der Enzyklopädie, deren Aufbau ich mit Hilfe von ein paar Zitaten unterstütze, darstellen und zum Schluss ein paar Artikel aus der besagten Enzyklopädie beschreiben, um den Wissensaufbau, so wie man sich ihn damals vorstellte, bewusst zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Enzyklopädie

3. Vorinformationen zur Enzyklopädie

4. D´ Alemberts Ausführungen zur Enzyklopädie

5. Artikel aus der Enzyklopädie

5. 1. Anonymer Artikel zum gesunden Menschenverstand (Sens commun)

5. 2. Jaucourts Artikel zur Empfindsamkeit (Moral) (Sensibilité)

5. 3. Abbé Mallets Artikel zur Denkfreiheit (Liberté de penser)

6. Rationalität bei Rousseau

7. Vermittlung von Kenntnissen

8. Fächer bei Rousseau

8.1. Die Sprache

8.2. Fabeln - nach Rousseau kommentiert

8.3. Erd- und Himmelskunde

8.3. Heimatkunde

9. Erläuterung des entwickelten Schaubildes

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der Rationalität bei Jean-Jacques Rousseau im Kontext der aufklärerischen Wissensvermittlung. Das zentrale Ziel ist es, Rousseaus pädagogische Ansätze zur Erziehung des Zöglings Emil zu beleuchten, insbesondere wie dieser durch eigene Erfahrungen, Freiheit und altersgerechte Reifung zu einem selbstständigen, vernünftigen Menschen geformt werden kann.

  • Rationalitätsbegriff der Aufklärung im Vergleich zu Rousseau
  • Methodik der kindzentrierten Wissensvermittlung
  • Kritische Analyse von Erziehungsmitteln wie Büchern, Fabeln und Geografieunterricht
  • Bedeutung von Sinneswahrnehmungen und Fehlern im Lernprozess
  • Die Rolle der Freiheit und Eigenaktivität des Kindes

Auszug aus dem Buch

8. 2. Fabeln – nach Rousseau kommentiert

Rousseau ist der Meinung, dass Kinder noch nicht in der Lage sind, die Moral der Fabeln erkennen zu können. Daher lernt auch sein imaginärer Zögling Emil Fabeln von la Fontaine nicht auswendig. Er denkt, dass Fabeln unterhalten und gleichzeitig die Kinder täuschen. Auf diese Art und Weise kann ihnen die Wahrheit entgehen. Rousseau ist davon überzeugt, dass Fabeln für Erwachsene gut sind. Die Moral ist für das Alter der Kinder nicht angemessen und so werden sie gehindert, den Nutzen aus Fabeln zu ziehen. Rousseau möchte die Kinder eben von dieser negativen Beeinflussung schützen.

Rousseau kommentiert die Fabel „Der Fuchs und der Rabe“ von la Fontaine folgendermaßen: Die dichterische Form erleichtert zwar das Behalten des Textes, aber andererseits macht sie das Begreifen schwieriger, denn die Aufmerksamkeit wird auf die sprachliche Form gelenkt und gleichzeitig weggelenkt vom Inhalt. Nach Rousseau verstehen Kinder die Moral nicht und ziehen eine andere Moral aus der Fabel, nämlich sie freuen sich mit dem Fuchs, der ein Heuchler ist und machen sich über den gutgläubigen Raben lustig.

Nur der Erwachsene kann Fabeln lieben und diese verehren und sich durch sie belehren lassen, weil er sich durch sie nicht beirren lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Entwicklung der Rationalität bei Rousseau ein und setzt diese in Bezug zum Wissensverständnis der Aufklärung und D'Alemberts Enzyklopädie.

2. Der Begriff der Enzyklopädie: Es wird erläutert, wie das Werk den Versuch unternimmt, das menschliche Wissen systematisch zu verknüpfen, um die nächste Generation tugendhafter und glücklicher zu machen.

3. Vorinformationen zur Enzyklopädie: Das Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte des Projekts und die Zusammenarbeit zwischen Diderot, D'Alembert und anderen Denkern.

4. D´ Alemberts Ausführungen zur Enzyklopädie: Hier werden die Zwecke der Enzyklopädie sowie die Einteilung der menschlichen Erkenntnis in Gedächtnis, Vernunft und Einbildungskraft dargelegt.

5. Artikel aus der Enzyklopädie: Anhand ausgewählter Artikel werden zeitgenössische Konzepte wie der gesunde Menschenverstand, Empfindsamkeit und Denkfreiheit diskutiert.

6. Rationalität bei Rousseau: Dieses Kapitel skizziert Rousseaus Erziehungsmethode, die auf Zeit, Freiheit und dem Schutz vor frühreifer, unnatürlicher Gelehrsamkeit basiert.

7. Vermittlung von Kenntnissen: Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung des Nutzens beim Lernen und der Kunst des Erziehers, dem Kind nur zugängliche Inhalte zu vermitteln.

8. Fächer bei Rousseau: Es wird detailliert auf den Sprachunterricht, die kritische Haltung gegenüber Fabeln, den Erdkundeunterricht und die Heimatkunde eingegangen.

9. Erläuterung des entwickelten Schaubildes: Das Kapitel visualisiert und erläutert den Prozess von der passiven Sinneswahrnehmung hin zur aktiven Urteilsbildung des Kindes.

10. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Rolle von Fehlern und Irrtümern als notwendige Werkzeuge für den Lernprozess und die menschliche Vervollkommnung.

Schlüsselwörter

Rousseau, Aufklärung, Enzyklopädie, Rationalität, Pädagogik, Emil, Wissensvermittlung, Sinneswahrnehmung, Erziehung, Kindheit, Vernunft, Urteilsbildung, Lernen, Natur, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Entwicklung der Rationalität bei Jean-Jacques Rousseau, insbesondere wie er den Lernprozess eines Kindes auf Basis der sensualistischen Erkenntnistheorie der Aufklärung konzipiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die frühkindliche Erziehung, der kritische Umgang mit traditionellen Lernmitteln wie Büchern und Fabeln, sowie die Bedeutung von eigenen Erfahrungen für den Reifungsprozess.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rousseau durch eine spezifische Lenkung der Erfahrungen den Geist des Kindes stärkt, damit dieses zu einem selbstständig denkenden und fühlenden Wesen heranwächst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine vergleichende Untersuchung zwischen zeitgenössischen aufklärerischen Texten (Enzyklopädie) und Rousseaus Werk "Emil oder über die Erziehung".

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der Enzyklopädie, der Rolle des Menschen in der Wissensorganisation und einer detaillierten Analyse verschiedener pädagogischer Fächer bei Rousseau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rationalität, Freiheit, kindzentrierte Erziehung, Sinneswahrnehmung und den "Emil" als Leitfigur definiert.

Warum lehnt Rousseau Fabeln für Kinder ab?

Rousseau befürchtet, dass Kinder die moralische Ebene von Fabeln noch nicht verstehen können und stattdessen Fehlinterpretationen entwickeln, die eher den Heuchler (z. B. den Fuchs) glorifizieren als die Moral zu verinnerlichen.

Welche Rolle spielen Fehler im Erziehungskonzept nach Rousseau?

Fehler sind laut Rousseau unumgänglich und notwendig für den Lernprozess; der Erzieher sollte das Kind diese Fehler selbst entdecken lassen, anstatt sie voreilig zu korrigieren, um den Erfahrungswert zu erhalten.

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Details

Title
Rationalität bei Rousseau
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Germanistik)
Course
HS/ UE Der geformte Mensch. Literatur und Pädagogik in der Aufklärung
Grade
gut
Author
Kamila Urbaniak (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V34268
ISBN (eBook)
9783638345422
Language
German
Tags
Rationalität Rousseau Mensch Literatur Pädagogik Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kamila Urbaniak (Author), 2005, Rationalität bei Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34268
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