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Die Spiegel-Affäre im Kontext der Deutschen Frage

Zusammenstoß zwischen Staatsmacht und Pressefreiheit als Ergebnis der Kontroverse um die Deutschlandfrage?

Titel: Die Spiegel-Affäre im Kontext der Deutschen Frage

Seminararbeit , 2014 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Robert Witte (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Viel wurde bereits zur sogenannten „SPIEGEL-Affäre“ aus dem Jahr 1962 gesagt und nicht zuletzt auch geschrieben. Die entsprechenden Beurteilungen reichen von einem „Überfall der Staatsgewalt“, einem „Angriff auf die Pressefreiheit“, der „Geburtsstunde der kritischen Öffentlichkeit“ bis hin zu einem „Abgrund von Landesverrat“. Sicherlich ist der Vorfall insbesondere vor dem Hintergrund der Frage nach einer real existierenden Pressefreiheit in Deutschland ein entscheidendes historisches Ereignis, allerdings gibt es in Anbetracht der besonderen politischen Situation zum Zeitpunkt der Affäre weitere Dimensionen der Untersuchung, welche von historischer Relevanz sind und daher einer wissenschaftlichen Bearbeitung bedürfen.

Im Zuge der deutschen Teilung zwischen 1949 und 1990 ergibt sich aus jeder politischen Konfliktsituation, ungeachtet ihrer innen- oder außenpolitischen Wirkungsrichtung, ein möglicher Interpretationsansatz hinsichtlich eines Einflusses durch, beziehungsweise auf jene politische Debatte über die Möglichkeiten einer Wiedervereinigung der deutschen Teilstaaten, besser bekannt als „Deutschlandfrage“. Somit kann ein Ereignis von solch politischer Brisanz und öffentlichem Interesse zwangsläufig auch im Kontext jenes Diskurses über die Ausrichtung der Deutschlandpolitik betrachtet werden, da dieser die politische Öffentlichkeit zu jener Zeit beherrschte. Die SPIEGEL-Affäre bietet demnach die Möglichkeit, zwischen selbiger und der politischen Ausrichtung der BRD in Bezug auf den vorherrschenden Ost- West-Konflikt eine theoretische Verbindung herzustellen und auf Wechselwirkungen zu untersuchen. Im Fokus steht hierbei nicht der chronologische Verlauf der Ereignisse oder die, wie bereits erwähnt, vielfach betonte Bedeutung für die Festigung einer Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland, noch soll der Schwerpunkt auf die innenpolitische Tragweite des Vorfalls gelegt werden. Vielmehr geht es in erster Linie darum, deutlich zu machen, welchen Einfluss die Frage nach einer möglichen Wiedervereinigung sowohl auf die Geschehnisse der Jahre 1962/63 als auch umgekehrt besaß.

Durch diesen Grundgedanken ergibt sich ein Vielzahl von analytischen Blickwinkeln, welche in ihrer Summe eine neue Beurteilungsgrundlage der SPIEGEL-Affäre zum Vorschein bringen könnten und gleichzeitig einer Illustration der westdeutschen Deutschlandpolitik unter Konrad Adenauer dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Inhaltliche und methodische Vorüberlegungen

1. Zur Fragestellung

2. Forschungsstand

3. Quellen- und Literaturlage

4. Methodisches Vorgehen

II. Augstein und Strauß - Symbolfiguren des öffentlichen Diskurses zur Deutschlandfrage

1. Rudolf Augstein – Fürsprecher einer Annäherung an die DDR

2. Franz Josef Strauß und das Feindbild Sowjetunion

3. Eine Privatfehde als Ausdruck möglicher Standpunkte in der Deutschen Frage

III. „Der Spiegel“ als Gefahr für Adenauers Deutschlandpolitik

1. „Systemfremdes Kampfblatt“ – Ein Risiko für die öffentliche politische Stimmung?

2. Die Rolle Adenauers

Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die bisher wenig beachtete Wechselwirkung zwischen der Spiegel-Affäre von 1962 und der damaligen westdeutschen Deutschlandpolitik. Ziel ist es, den Konflikt als Ergebnis gegensätzlicher Vorstellungen über die Ausrichtung der Bundesrepublik im Ost-West-Konflikt und die Möglichkeiten einer Wiedervereinigung zu analysieren.

  • Die politische Rolle von Rudolf Augstein als Befürworter einer Annäherung an die DDR.
  • Franz Josef Strauß und die Bedeutung der Westbindung sowie das Feindbild Sowjetunion.
  • Die Spiegel-Affäre als Symptom eines Streits um die Priorität der Deutschlandfrage.
  • Die Rolle Konrad Adenauers und sein Verständnis von Stabilität und Machtpolitik.

Auszug aus dem Buch

3. Eine Privatfehde als Ausdruck möglicher Standpunkte in der Deutschen Frage

Nachdem wir nun die politischen Standpunkte der beiden Hauptfiguren der SPIEGEL-Affäre herausgearbeitet haben, erscheint es durchaus zu kurz gegriffen, den sich seit 1957 zuspitzenden Konflikt zwischen beiden als einfache „Privatfehde“ abzutun.

Ungeachtet einer politischen Dimension der öffentlichen Auseinandersetzung, lässt sich ein persönliches Zerwürfnis nicht von der Hand weisen. Rudolf Augstein datiert den Ursprung des Konfliktes sogar auf ein bestimmtes Datum, die Nacht vom 09. zum 10. März 1957, in welcher sich Franz Josef Strauß mit einigen SPIEGEL-Redakteuren in Augsteins Haus in Hamburg traf, zurückführen. Bis in die frühen Morgenstunden bestimmten politische Themen die Gesprächsrunde und innerhalb dieser hinterlassen beide Personen, sowohl Augstein als auch Strauß beim jeweiligen anderen einen bleibenden Eindruck. So zeigt sich Strauß als unbeherrschter, skrupelloser und machtbesessener radikaler Anti-Kommunist und Verächter der Sowjetunion, der nicht davor scheut die Sowjets mit Sittlichkeitsverbrechern zu vergleichen. Umgekehrt nimmt der Verteidigungsminister den SPIEGEL-Herausgeber als „von Komplexen geplagt“ wahr und vergleicht dessen Rolle in der deutschen Politik und Publizistik mit dem „listig-verschlagene(n) Loki in der germanischen Sagen- und Götterwelt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz der Spiegel-Affäre und führt in die Fragestellung ein, inwiefern die Deutschlandfrage als treibende Kraft hinter den Ereignissen von 1962 stehen könnte.

I. Inhaltliche und methodische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsrahmen, den aktuellen Forschungsstand zur Affäre sowie die historisch-kritische Methodik, die zur Analyse der schriftlichen Quellen angewendet wird.

II. Augstein und Strauß - Symbolfiguren des öffentlichen Diskurses zur Deutschlandfrage: Die Untersuchung der gegensätzlichen politischen Konzepte von Rudolf Augstein und Franz Josef Strauß zeigt, dass ihr persönlicher Konflikt tief in ihren unterschiedlichen Ansichten zur deutschen Teilung verwurzelt war.

III. „Der Spiegel“ als Gefahr für Adenauers Deutschlandpolitik: Hier wird analysiert, wie die Regierung Adenauer das Nachrichtenmagazin als Bedrohung für die innenpolitische Stabilität und die außenpolitische Westintegration wahrnahm, was letztlich in die strafrechtlichen Maßnahmen mündete.

Schlussbemerkungen: Das Fazit bestätigt, dass die Spiegel-Affäre kein isolierter Skandal war, sondern ein Symptom für die politischen Unklarheiten der 50er und 60er Jahre in Bezug auf die deutsche Teilung.

Schlüsselwörter

Spiegel-Affäre, Deutschlandfrage, Rudolf Augstein, Franz Josef Strauß, Konrad Adenauer, Wiedervereinigung, Westintegration, Pressefreiheit, Ost-West-Konflikt, Landesverrat, Politische Kultur, Bundesrepublik Deutschland, Deutschlandpolitik, Medien, Kalter Krieg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Spiegel-Affäre von 1962 und untersucht diese nicht nur als Kampf um die Pressefreiheit, sondern vor allem im Kontext der damaligen Deutschlandpolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die gegensätzlichen politischen Visionen von Rudolf Augstein und Franz Josef Strauß, die Rolle Konrad Adenauers sowie der Einfluss der Deutschlandfrage auf die innenpolitischen Spannungen der Ära.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es nachzuweisen, dass der Konflikt zwischen Spiegel-Redaktion und Regierung maßgeblich durch unterschiedliche Auffassungen über das westdeutsche Vorgehen zur Wiedervereinigung geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die historisch-kritische Methode, um auf Basis schriftlicher Quellen – wie Zeitungsartikel, Reden und persönliche Aufzeichnungen – neue Zusammenhänge zu erschließen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die politischen Profile von Augstein und Strauß gegenübergestellt und analysiert, wie die Bundesregierung das Nachrichtenmagazin als Störfaktor für die außenpolitische Stabilität wahrnahm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Spiegel-Affäre, Deutschlandfrage, Westintegration und politische Machtkämpfe charakterisieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Franz Josef Strauß?

Der Autor zeichnet Strauß als machtbesessenen Anti-Kommunisten, der die militärische Stärke der BRD über die Zielsetzung einer raschen Wiedervereinigung stellte.

Welche Bedeutung hatte das persönliche Zerwürfnis für die Affäre?

Obwohl das persönliche Zerwürfnis zwischen Augstein und Strauß zur Zuspitzung beitrug, betont der Autor, dass die Affäre primär eine politische Dimension hatte, die über eine bloße „Privatfehde“ hinausging.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Spiegel-Affäre im Kontext der Deutschen Frage
Untertitel
Zusammenstoß zwischen Staatsmacht und Pressefreiheit als Ergebnis der Kontroverse um die Deutschlandfrage?
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Willy Brandt und die neue Ostpolitik
Note
1,7
Autor
Robert Witte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V342690
ISBN (eBook)
9783668321922
ISBN (Buch)
9783668321939
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschlandfrage Spiegel-Affäre Der Spiegel Rudolf Augstein Franz Josef Strauß Konrad Adenauer Pressefreiheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Witte (Autor:in), 2014, Die Spiegel-Affäre im Kontext der Deutschen Frage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342690
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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