Diese Hausarbeit steht im Rahmen des Gesamtseminarthemas „Kirchliche Erwachsenenbildung“ (Erwachsenenbildung = EB) unter der Leitung von Martina Wegner und versucht, die Aufgabenfelder der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) zu umreißen. In der ersten Sitzung des Seminars soll auf Strukturen, Positionen und Ziele kirchlicher EB eingegangen werden. Dabei soll mein Referat den Bereich der EEB abdecken. Da die Strukturen und Institutionen kirchlicher EB ein eigenes Referatsthema darstellen, werde ich nur die Positionen und Ziele der EEB näher durchleuchten. Im Vorfeld möchte ich mich zunächst um eine Klärung des Begriffs EEB bemühen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Evangelische Erwachsenenbildung (EEB)?
3. Der Wandel des kirchlichen Aufgabenfeldes – ein historischer Abriss
4. Die Doppelfunktion der Kirche und ihre Problematik
4.1 Übernahme öffentlicher Bildungsverantwortung
4.2 Übernahme kirchlicher Bildungsverantwortung
5. Konkrete Positionen und Ziele der EEB
5.1 Menschsein in Eigenverantwortung
5.2 EB: Ein Weg in die Freiheit?
5.3 Konfliktorganisation
5.4 Hilfe zu einem gelingenden Leben
5.5 Spielen-Lernen
5.6 Erlernen des Gesprächs
5.7 Positionen und Ziele in Stichpunkten
6. Mögliche Richtlinien der Themenfindung
7. Weitere Probleme der EEB. Lösungsvorschläge/Konsequenzen
7.1 Die finanzielle Misere der EEB
7.2 Divergenz von Teilnehmer- und Veranstalterinteressen
8. Schluss
9. Quellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Aufgabenfelder, Positionen und Ziele der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) vor dem Hintergrund ihres kirchlichen Auftrags und gesellschaftlicher Anforderungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die EEB ihren Bildungsanspruch in einer modernen Gesellschaft legitimieren kann, welche didaktischen Prinzipien dabei angewandt werden und wie sie auf aktuelle Herausforderungen, wie etwa die finanzielle Knappheit oder divergierende Interessen von Teilnehmern und Veranstaltern, reagieren kann.
- Historische Entwicklung des kirchlichen Bildungsauftrags
- Doppelfunktion der Kirche zwischen öffentlicher und kirchlicher Bildungsverantwortung
- Didaktische Konzepte wie Teilnehmer- und Problemorientierung
- Konkrete Zielsetzungen und Positionen der EEB
- Strategien zur Bewältigung innerkirchlicher und finanzieller Probleme
Auszug aus dem Buch
5.1 Menschsein in Eigenverantwortung
Hierbei kommt der Kirche, wie auch anderen Erwachsenenbildungsträgern die Aufgabe zu, den erwachsenen Menschen darüber aufzuklären, sich aus seiner eigenen Handlungsunfähigkeit zu befreien, ihm Möglichkeiten aufzuzeigen wie er sein Leiden verringern kann, das durch „gesellschaftliche[.], ökonomische[.], politische[.], psychische[.], kulturelle[.] und religiöse[.] Mechanismen“ (Lange 1980, S.140) verursacht wird. Der Erwachsene soll dazu emanzipiert werden, seine Situation nicht als Schicksal hinzunehmen, sondern zu erkennen das jeder die Fähigkeit hat Veränderungen herbeizuführen und dabei nicht hilflos den Mächten ,Apparaten und Kollektiven ausgeliefert ist. Er hört auf ein Rad im Getriebe zu sein, sobald er damit beginnt seinen Widerstand zu organisieren. (vgl. Lange 1980, S.140f)
Dies bedeutet auch „die Grundidee heutiger Bildung zu begreifen: Erziehung ist nicht Sozialisierung auf einen vorgegebenen status quo hin, sondern Vorbereitung zur aktiven Veränderung desselben [...]“.(ebd., 1980, S. 70)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Rahmenthemas der Seminararbeit und Eingrenzung auf die Positionen und Ziele der Evangelischen Erwachsenenbildung.
2. Was ist Evangelische Erwachsenenbildung (EEB)?: Definition der EEB als Arbeit mit Menschen auf Grundlage eines christlichen Weltbildes und als Kooperation innerhalb der evangelischen Kirchen.
3. Der Wandel des kirchlichen Aufgabenfeldes – ein historischer Abriss: Darstellung der historischen Wurzeln kirchlicher Bildungsarbeit von den Anfängen in biblischen Zeiten über die Reformation bis zum Bildungsnotstand des 20. Jahrhunderts.
4. Die Doppelfunktion der Kirche und ihre Problematik: Analyse der Spannung zwischen der Übernahme öffentlicher Bildungsverantwortung und der Wahrnehmung des spezifisch kirchlichen Verkündigungsauftrags.
5. Konkrete Positionen und Ziele der EEB: Detaillierte Erläuterung pädagogischer und inhaltlicher Zielsetzungen wie Mündigkeit, Konfliktfähigkeit und Lebenshilfe.
6. Mögliche Richtlinien der Themenfindung: Beschreibung der didaktischen Prinzipien der Teilnehmerorientierung und Problemorientierung bei der Gestaltung von Bildungsangeboten.
7. Weitere Probleme der EEB. Lösungsvorschläge/Konsequenzen: Diskussion aktueller Herausforderungen wie knapper werdender Finanzmittel und der Diskrepanz zwischen Interessen der Veranstalter und Teilnehmer.
8. Schluss: Reflektion über die Schwierigkeit, Positionen und Ziele voneinander abzugrenzen, und Zusammenfassung der Erkenntnisse zur Rolle der EEB.
9. Quellen: Auflistung der im Text verwendeten Fachliteratur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Evangelische Erwachsenenbildung, EEB, Kirchliche Bildungsarbeit, Pädagogik, Andragogik, Teilnehmerorientierung, Problemorientierung, Mündigkeit, Emanzipation, Religion, Bildungsverantwortung, Lebenshilfe, Konfessionen, gesellschaftliche Orientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Selbstverständnis und den Aufgabenfeldern der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) und analysiert, welche Ziele diese in der modernen Gesellschaft verfolgt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung des Bildungsauftrags, die Doppelfunktion der Kirche im Bildungssystem sowie konkrete pädagogische Ziele wie Eigenverantwortung und Befreiung zur Mündigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Positionen und Ziele der EEB aus der Fachliteratur herauszuarbeiten und die Schwierigkeiten ihrer praktischen Umsetzung in einer sich wandelnden Gesellschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachpublikationen und Schriften kirchlicher Institutionen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die historische Herleitung, die strukturelle Doppelfunktion der Kirche, die konkreten pädagogischen Ziele sowie didaktische Richtlinien und aktuelle Problemlagen der EEB.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsverantwortung, Teilnehmerorientierung, religiöse Bildung, Mündigkeit und Emanzipation charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Positionen und Zielen in der EEB?
Der Autor stellt fest, dass in der Fachliteratur eine klare Trennung schwierig ist, da Positionen (deskriptive Aussagen) durch eine normative Formulierung sehr leicht in Ziele (präskriptive Forderungen) umgewandelt werden können.
Welchen Stellenwert nimmt die "Teilnehmerorientierung" für die EEB ein?
Die Teilnehmerorientierung gilt als zentrales didaktisches Kriterium, bei dem nicht die institutionellen Interessen, sondern die Fragen und Lernbedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt des Lernprozesses stehen.
Wie reagiert die EEB auf die "finanzielle Misere"?
Sie reagiert durch eine stärkere Vernetzung der Kapazitäten und eine Konzentration auf präzise zielgruppenorientierte Bildungsangebote, anstatt eine flächendeckende, aber qualitativ gefährdete Struktur beizubehalten.
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- Peter Lissner (Autor), 2003, Positionen und Ziele der evangelischen Erwachsenenbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34282