Präventionsmöglichkeiten von Burnout


Seminararbeit, 2014

65 Seiten, Note: 3,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung

2. Burnout (zu Deutsch – “ausbrennen“)
2.1. Unterschiedliche Begriffsdefinitionen
2.2. Historie von Burnout
2.3. Symptomatik - Erläuterung der verschiedenen Stadien im Burnout Verlauf
2.4. Ursachen von Burnout – ausgelöst durch wirtschaftliche Trends und den Persönlichkeitseigenschaften der Individuen
2.5. Zusammenfassung

3. Die innerbetriebliche Burnout-Prävention
3.1. Fakten über Burnout in Unternehmen
3.2. Präventivmaßnahmen der Organisationen aus einem kritischen Blickwinkel
3.3. Präventivmaßnahmen der Organisationen in Bezug auf Führungskräfte
3.3.1. Führungsverhalten
3.3.2. Mitarbeitergespräche
3.3.3. Einbindung in Zielvereinbarungen
3.4. Definition der Personalorganisationsstrukturen
3.4.1. Verbesserungsmaßnahmen der Personalorganisation
3.4.2. Hilfestellung durch Ansprechpartner und externe Ansprechstellen
3.4.4. Anpassung der Arbeitszeit- u. Personalplanung
3.4.5. Beteiligungsrechte des Betriebsrats
3.5. Definition der Personalentwicklung
3.5.1. Verbesserungsmaßnahmen der Personalentwicklung
3.5.2. Wandel der Unternehmenskultur mit der Integrierung eines Gesundheitsmanagements
3.5.3. Weiterentwicklung der Kernkompetenzen

4. Fortbildungsmaßnahmen

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Burnout Untersuchungsdesign

Abbildung 2: Burnout – Krankschreibungen (o.V. BPtK, 2012, S. 5)

Abbildung 3: Burnout Prozess

Abbildung 4: Lebenskraft (Härlen, o.J., S. 4)

Abbildung 5: Burnout Symptomatik

Abbildung 6: Krankheitstage durch das Burnout Syndrom in Deutschland nach Geschlecht in den Jahren 2004 bis 2011 (Vgl. Hg. v., BKK Bundesverband, BKK Gesundheitsreport 2012, S. 43 zitiert nach Statista, Depression und Burnout Syndrom)

Abbildung 7: Welche Maßnahmen bieten Unternehmen zur Vorbeugung bzw. zur Reintegration bei Burnout an? (Vgl. Hg. v., Randstad, presseportal.de zitiert nach Statista, Depression und Burnout Syndrom)

Abbildung 8: Berufsgruppen mit den meisten Arbeitsunfähigkeitstagen aufgrund von Burnout Erkrankungen im Jahr 2011 (Vgl. Hg. v. WIdO, Pressemitteilung vom 16. August 2012 zitiert nach Statista, Depression und Burnout Syndrom)

Abbildung 9: Wie wurde auf eine Burnout Erkrankung seitens Kollegen und Vorgesetzte reagiert? (Vgl. Randstad, Randstad Expertenpanel Personal, S. 1 zitiert nach Statista, Depression und Burnout Syndrom)

Abbildung 10: Verbesserungsmaßnahmen

Abbildung 11: Unter- bzw. Überforderung bei standardisierten Prozessen (Funk, 2011, S. 125)

Abbildung 12: Right Plan Modell (Zimmermann, 2011, S. 7)

Abbildung 13: Den ganzen Elefant sehen (Schnetzer, 2013, S.7)

Abbildung 14: Mitarbeiterengagement in Deutschland (Vgl. Bockenheimer, 2013, S. 60)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1:Burnout Erkrankungen in DAX Unternehmen 2011

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Sicherlich ist im Volksmund Burnout ein Begriff für Jedermann. Seit langem wird dieses Phänomen in den Medien als Schlagwort publiziert, z. B. anhand von Politikern, Schauspielern und Sportlern. Jedoch ohne genau zu wissen, was die Hintergründe und Ursachen dafür sein könnten. In unserer modernen und aufgeschlossenen Welt, in der jeder versucht auf seine Ernährung zu achten und seinen Beitrag beim Sport zu leisten, scheint eines jedoch auf der Strecke geblieben zu sein: Die Befassung mit dem Inneren eines Menschen - die Psyche sowie seine Belastbarkeit. Durchaus ist es nicht einfach den heutigen technischen Anforderungen und die erwartete Perfektion eines jeden Einzelnen zu erfüllen. Es wird unlimitierte Leistung erwartet, dass ein ganzes Leben bestimmen kann. Wenn wir dies betrachten ist zu ersehen, dass nicht jeder Körper und jede Seele im Einklang sind.

Das folgende Zitat von Johann Wolfgang von Goethe, soll als Leitgedanke gegen den inneren Kampf des Burnouts dienen.

„Was immer du tun kannst, oder erträumst, tun zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt.“

In dieser Arbeit wird die Bedeutung sowie die Relevanz von Burnout in Unternehmen untersucht. Die unterschiedlichen Definitionen des Begriffes Burnout werden näher erläutert als auch die Untersuchungsinhalte werden durch vorangegangene Forschungsergebnisse präzisiert. Daraus ergeben sich die Grundlagen des Burnout Themenkomplexes. Der theoretische Bezugsrahmen dient als Basis um die fortlaufenden Kapitel in einen zusammenhängenden Kontext zu begründen. Anhand der ermittelten Ursachenerkennung werden die Präventivmaßnahmen abgeleitet, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg beitragen - ohne Burnout. Die untere Abbildung gibt einen Überblick der Burnout Untersuchung.

Burnout Untersuchungsdesign

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Burnout Untersuchungsdesign

Die Seminararbeit ist in fünf Kapitel unterteilt und wird anhand von Fach-zeitschriften, Fachartikeln, E-Books und Büchern recherchiert. Das erste Kapitel beinhaltet die Einleitung und eine anschließende Problem-stellung sowie die Zielsetzung. Das zweite Kapitel umfasst das Thema Burnout. In diesem Teil werden zunächst Begriffserklärungen von unterschiedlichen Forschern definiert, zumal es sehr schwierig ist, dieses Phänomen zu vereinheitlichen. Die Historie von Burnout, wird in zwei Abschnitte unterteilt, zum einen in den geschichtlichen Aspekt und zum anderen in den Forschungsaspekt. Es erfolgt anschließend die Einteilung der Symptomatik, diese werden von drei ausgesuchten Forschern beschrieben (Freudenberger, Edelwich & Brodsky und Burisch). Auf die Ansätze der Forscher wird kurz eingegangen, um ein genaueres Bild über Burnout zu erhalten.

Zu erwähnen ist, dass die Forscher, die in dieser Arbeit auftauchen, die ersten sind die sich mit dem Thema Burnout befasst haben. Aufgrund dessen stammen einige Werke von den neunzehnhundertsiebziger Jahren. Die Burnout Ursachen werden in innere und äußere Umweltfaktoren unterteilt. In dieser Arbeit liegt jedoch der Schwerpunkt bei den äußeren Faktoren, da die inneren, die medizinische Forschung betreffen. Die Betrachtungs-weise von Burnout ist daher sehr individuell und typabhängig. Es wurden bei der Recherche auf die Wissenschaftler Maslach & Leiter, Burisch und Pilz-Kusch zurückgegriffen. Abschließend wird dieser Komplex kurz zusammengefasst. Das dritte Kapitel hat den Kernpunkt „die innerbetriebliche Burnout Prävention“. Hauptsächlich werden auf Fachartikel und Fachzeitschriften zurückgegriffen, da diese dem aktuelleren Stand entsprechen. Es wird auf das Thema Burnout in Unternehmen eingegangen, welche durch Statistiken verdeutlicht werden. Anhand der Statistiken entsteht ein Übergang zu den innerbetrieblichen Präventionsmaßnahmen. Diese werden in drei Teilabschnitte unterteilt, zum einen in die Organisation zum anderen in die Personalorganisation und zuletzt in die Personalentwicklung. Das vierte Kapitel umschließt die Aufklärungs- und die Fortbildungs-maßnahmen. Zuletzt folgt im fünften Kapitel das Fazit, welches eine Rückspiegelung über die gesamte Seminararbeit wiedergibt.

1.1. Problemstellung

Das Burnout Syndrom ist ein umfangreiches Phänomen dessen Forschungen noch unvollständig sind. Die persönlichkeitsorientierten An-sätze der Forscher, sind individuell zu betrachten und dies wiederrum erschwert die Verallgemeinerung der Burnout Symptome. Daher werden die Symptomatik Verläufe der Forscher verdeutlicht und ebenso verglichen.

Das Diffizile an der Ursachenermittlung ist, dass es abweichende Meinungen gibt. Zum einen sind es die Änderungen der heutigen Firmenpolitik, die sich im weltweiten Wettbewerb (Globalisierung) befinden und zum anderen kommt der vorherrschende Druck auf die Mitarbeiter hinzu alles in Kürze leisten zu müssen. Aktuell halten sich viele Führungskräfte zurück, da sie die Gefahr von Burnout noch nicht erkennen wollen oder möchten. Die Herausforderung in dieser Arbeit ist es, das Thema Burnout nicht als modischen Trend widerzuspiegeln, sondern den Ernst dieser Krankheit und dessen Folgen für die Unternehmen aufzuzeigen.

Die Problematik in der innerbetrieblichen Prävention liegt darin, Lösungsansätze aufzuzeigen die für die Unternehmen umsetzbar sind. Es werden die Fehler der Führungskräfte ermittelt, damit grundlegende Veränderungen in der Firmenpolitik geschaffen werden können. Ein weiterer Grundgedanke ist es, die Prävention des Burnouts in die gesamte „Corporate Identitiy“ zu integrieren, damit flächendeckende Maßnahmen in Gang gesetzt werden können.

1.2. Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Thema Burnout näher zu beleuchten. Es soll allen voran die Ursachen als auch die Präventionsmaßnahmen dargestellt werden, die künftig für eine niedrigere Burnout Quote in Unternehmen sorgt. Ein grundlegender Paradigmenwechsel seitens der Unternehmen muss vollzogen werden sodass, das Wohlergehen der Mitarbeiter wieder stärker in den Fokus gerückt wird.

Die These dieser Arbeit lautet daher:Burnout ist langfristig durch innerbetriebliche Präventionsmaßnahmen bekämpfbar!

2. Burnout (zu Deutsch – “ausbrennen“)

In diesem Kapitel wird Burnout definiert und die Ursachen, die Symptome als auch die Historie näher erläutert. Es soll ein Überblick über das Krankheitsbild vermittelt werden, damit Unternehmen die Möglichkeit haben, Burnout bereits in einem frühen Stadium zu erkennen und Gegensteuerungs-maßnahmen einleiten können.

Zunächst ist festzuhalten, dass Burnout keine anerkannte Krankheit, nach den Richtlinien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist. Es ist lediglich ein negativer Einflussfaktor auf die Gesundheit.[1]Psychische Belastungen werden in Europa in einer ICD 10 Kodierung verschlüsselt. Burnout wird mit einer Z Ziffer als Zusatzbedingung kodiert, da diese keine eigenständige Verschlüsselung erhält. Die vollständige Einteilung lautetICD 10 Z 73und gilt als Ausgebrannt bzw. Burnout – als Zustand absoluter Erschöpfung. (Vgl. Zander, 2012, S. 1) Diese Einteilung wird bei Ärzten in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vermerkt.

Das Burnout – Syndrom wird jedoch in der Fachliteratur als psychische Krankheit bezeichnet und taucht in dieser Arbeit ebenfalls mit der Begrifflichkeit „Krankheit“ auf. Die Bevölkerungsdichte in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern, ausgelöst vom demographischen Wandel. Die Gesellschaft wird folglich älter, durch die erhöhte Lebenserwartung und ebenso wird sie heterogener, aufgrund der abnehmenden Geburtenrate. Für das Wirtschaftssystem entpuppt sich dieser strukturelle Wandel als eine große Herausforderung, da sich das Potenzial an Erwerbstätigen verringert.

Aufgrund dessen erhält das Burnout Phänomen, in den letzten Jahren eine besondere Relevanz bei den Unternehmen. (Vgl. Nürnberg, 2013, S. 38)

Um das Ausmaß von Burnout in Zahlen auszudrücken, hat die BPtK (Bundes-Psychotherapeuten-Kammer) im Jahre 2012 eine Studie ver-öffentlicht, die das Thema „Psychische Erkrankungen und Burnout“ hatte.

Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass ab dem Jahre 2004 die Quote der Krankschreibungen um 700 Prozentpunkte und die Zahl der Fehltage um 1400 Prozentpunkte gestiegen sind. (Vgl. Nürnberg, 2013, S. 38)

Es werden in der unten aufgeführten Abbildung, die Krankschreibungen ab dem Jahre 2004 bis 2011 ausgewertet. Die vier größten gesetzlichen Krankenkassen (AOK, DAK, TK und BKK) haben diesbezüglich ab dem Jahre 2004 verlässliche Daten zusammengestellt. Dargestellt werden die Fehltage pro 100 Versicherte in den jeweiligen Jahren. 2004 beliefen sich die Arbeitsunfähigkeitstage auf 0,67 und im Jahre 2011 auf bereits 9,1. Es ist eine Steigerung um das ca. Vierzehnfache. (Vgl. o.V. BPtK, 2012, S. 5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Burnout – Krankschreibungen (o.V. BPtK, 2012, S. 5)

Anhand dieser Zahlen soll verdeutlicht werden, weshalb dieses Thema kein Modetrend ist. Die Krankheitstage sind in den Jahren nicht zurückgegangen sondern weiterhin gestiegen. Es liegt nun an den Unternehmen auf Präventionsmaßnahmen einzugehen, da durch die Mitarbeiterausfälle erhöhte Kosten auf Unternehmen zukommen.

Weiterhin ist anzumerken, dass ohne gesunde Mitarbeiter kein Unternehmen agieren kann. Im Folgenden wird auf die Problematik der Begriffsdefinitionen von Burnout eingegangen.

2.1. Unterschiedliche Begriffsdefinitionen

Eine allgemeine, internationale Begriffsdefinition für Burnout gibt es derzeit nicht. Doch einige der bedeutendsten Forscher auf diesem Fachgebiet haben eigene Ansätze zur Beschreibung des Begriffes beigetragen. Alle Versuche einer handhabbaren Definition waren entweder zu ausführlich oder zu detailliert. (Vgl. Burisch, 2006, S. 14)

Es wird auf drei Burnout Definitionen eingegangen, sodass der Begriff möglichst verständlich wird. Da Burnout ein verzweigtes Phänomen ist, haben Forscher den Begriff in zwei Stadien unterteilt. Zum einen in die persönlichkeitsorientierten Ansätze und zum anderen in die umwelt-spezifischen Eigenschaften, um eine Präzision zu ermöglichen. Eine genauere Erklärung erfolgt in Kapitel 2.4., anhand der Ursachenermittlung.

Burnout ist:

Ein Zustand der körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung. Er tritt meist bei den Menschen auf, die in ihren beruflichen Beziehungen die Gebenden sind (bspw. gegenüber den Kollegen oder Vorgesetzen). (Vgl. Pines & Aronson, 2006, S. 13, 25) Pines & Aronson verdeutlichen den Erschöpfungszustand der Betroffenen. Sie definieren Burnout in umwelt-spezifische Eigenschaften. Dies wird hervorgehoben bei der Beschreibung der „Gebenden“ Individuen.

Sie legen den Fokus auf das unmittelbare Umfeld und nicht auf die Persönlichkeit des Einzelnen. Der Unterschied zu anderen Autoren ist der, dass sie das Burnout Phänomen als „Zustand“ bezeichnen.

“Wann immer bei einem Menschen die Höhe seiner Erwartung drastisch der Wirklichkeit entgegensteht, dieser Mensch aber weiterhin darauf besteht, diese Erwartungen zu erfüllen, ist Gefahr im Verzuge.“ (Freudenberger & Richelson, 1980, S. 34) Freudenberger beschreibt in diesem Zitat, die unrealistische Erwartungshaltung des Individuums. Es können keine Grenzen zwischen dem Ausführbaren und dem Erfüllbaren differenziert werden. Es wird hier der persönlichkeitsorientierte Ansatz wiedergespiegelt, da keine äußeren Einflüsse auf die Betroffenen einwirken. Freudenberger hingegen definiert den Begriff anhand von seelischen und körperlichen Merkmalen.

…“ein Maßstab für die Diskrepanz zwischen dem Wesen eines Menschen und dem, was er in seiner Arbeit tun muss. Es stellt einen Verschleiß von Werten, Würde, Geist und Willen dar - einen Verschleiß der menschlichen Seele. Es ist eine Krankheit, die sich schrittweise und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum hin ausbreitet und die Menschen in einen Teufelskreis bringt, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt.“ (Maslach & Leiter, 2001, S. 18 )

Maslach beschreibt sehr deutlich, wie die Umwelt das Individuum beeinflusst und gleichsam zu einem Burnout Teufelskreis voranschreitet. Sie war vorerst der Meinung, dass Burnout ausschließlich nur Menschen in sozialen Berufen betraf und stützte ihre Definition demnach. Doch sie widerlegte ihre These und brachte 2001 ein neues Buch mit dem Titel „Die Wahrheit über Burnout“ heraus und nimmt einen direkten Bezug zur Arbeitswelt auf. Das oben aufgeführte Zitat dient zur weiteren Ausarbeitung des Burnout Phänomens. Es wird ein Entkommen aus dem Teufelskreis anhand der innerbetrieblichen Präventivmaßnahmen aufgezeigt, welches im dritten Kapitel erfolgt.

Es werden mit Hilfe der Zitate Beschreibungsversuche des Burnout Phänomens dargestellt. Festzustellen ist, dass kein Zitat dem anderen gleicht, zum einen wird Burnout als Zustand beschrieben zum anderen wird eine Definition anhand von seelischen als auch körperlichen Merkmalen dargelegt.

Ein weiterer Aspekt zielt ausschließlich auf die Betroffenen, die in helfenden Berufen tätig sind ab. Weiter wird anhand der persönlichkeitsorientierten Merkmale und der umweltspezifischen Eigenschaften des Individuums differenziert. Es erschließt sich nunmehr das dieser Begriff keine Vereinheitlichung gefunden hat.

2.2. Historie von Burnout

Im ersten Teil der historischen Burnout Entwicklung, werden Burnout Verkettungen dargestellt, die auf verschiedene Zeitabschnitte zurückgeführt werden können.

In den neunzehnhundertdreißiger Jahren wurde Burnout erstmals in den Bereichen des Profisports und der darstellenden Künste thematisiert. Jedoch fand die größte Verbreitung des Burnouts, in den Jahren 1970 – 1980 statt, in den Bereichen der helfenden Berufe. (Vgl. Kleiber und Enzmann, 1990, S. 11)

Der Psychologe Matthias Burisch hat die Historie von Burnout noch weit-gehender untersucht und ist auf bekannte Schriftsteller und Psychologen gestoßen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben oder gar selbst zu den Betroffen gehörten.

Der SchriftstellerThomas Mann(1875-1955) hat mit einem seiner bekanntesten literarischen Werke “Buddenbrooks“ Burnout Syndrome widergespiegelt.Mannbeschäftigte sich ebenfalls mit Personen aus seiner näheren Umgebung, um Burnout weiter zu erforschen. (Vgl. Burisch 2006, S. 3)

Im Alten Testament war ebenfalls schon von Burnout die Rede. DerProphet Elias, der nach unzähligen Erfolgen im Namen Gottes Wunder und Siege erbrachte – stürzte in eine tiefe Verzweiflung nach einem drohenden Miss-erfolg. Er wünschte sich den Tod herbei und verfiel in einen tiefen Schlaf.

Diese Krise wurde in früheren Pastoren Generationen auch als “Elias-Müdigkeit“ bezeichnet. (Vgl. Die Bibel, 1. Könige 19, 4-5, zitiert nach Burisch 2006, S. 4)

Die Historie der Burnout Forschung wird, wie folgt beschrieben:

Der Begriff „Burnout“ wurde erstmals von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger im Jahre 1974 ins Leben gerufen. In seinem Buch, „Staff Burn-Out“ werden erste Ansätze des Burnout Syndroms untersucht, welche auf Erfahrungen und Beobachtungen basieren. Freudenberger fiel die Krankheits-, die Arbeitsunfähigkeitsquote und die viel zu frühe Berentung der Mitarbeiter im Gesundheitswesen auf. (Vgl. Freudenberger, 1974, S. 159)

Kleiber & Enzmann veröffentlichten ihre internationale Bibliographie im Jahre 1990. Sie fassten sie in einer Studie zusammen, die den Titel „Arbeits-situation und psychische Belastung helfender Berufe“ trug. Bis hin zum Jahre 1989 werden in ihrem Werk bis hin zu 2500 Literaturhinweise genannt. (Vgl. Kleiber und Enzmann, 1990, S. 187)

Forscher gingen, wie bereits erwähnt, davon aus, dass das Burnout-Syndrom ausschließlich die Menschen betraf, die in sozialen Berufen tätig waren. Dies soll anhand des unten aufgeführten Zitates von Maslach nochmals hervorgehoben werden. (Vgl. Burisch, 2006, S. 17)

Ursprünglich war sie folgender Meinung:

„Burnout ruft gewisse Reaktionsweisen bei Individuen hervor, wie auch andere Formen von Stress sie verursachen. Wir haben aber eine sehr spezifische und abgegrenzte Art emotionaler Erschöpfung entdeckt, und zwar den Verlust positiver Empfindungen, den Verlust von Sympathie oder Achtung für Klienten oder Patienten beim professionellen Helfer.“ (Maslach, 1978, S. 56 zitiert nach Burisch, 2006, S.17)

Sie entwickelte als Erste eine Burnout - Messung und benannte diese als Maslach - Burnout - Inventar (MBI). Im Vergleich zu anderen Forschern stützte sie ihre Arbeiten nicht nur auf Beobachtungen und Interviews. Das MBI ist in etliche Sprachen übersetzt worden und ist bis heute das weltweit verbreitetste Burnout Messinstrument. (Vgl. Hillert, 2008, S. 3)

Burnout kann in allen Berufsgruppen zum Vorschein treten – von Hausfrauen, Lehrern, Managern bis hin zu Piloten, da sie schlichtweg alle den gemeinsamen Kern in sich tragen. (Vgl. Burisch, 2006, S. 11)

Jedoch stellen sich folgende Fragen: Wodurch wird diese Krankheit ausgelöst? Weshalb ist die Krankenquote in den vergangenen Jahren so angestiegen? Burnout ist somit ein gängiger Begriff in unserer Gesellschaft geworden, woran liegt das? Auf diese Fragen wird in den folgenden Kapiteln näher eingegangen.

2.3. Symptomatik - Erläuterung der verschiedenen Stadien im Burnout Verlauf

Es ist anzumerken, dass Burnout nicht anhand der Symptome diagnostiziert werden kann, da diese Krankheit bei jedem Individuum einen anderen Verlauf aufweist. Es soll ein Überblick über die Symptome vermittelt werden und wohin diese schlussendlich führen können.

Burnout ist eine tückische Krankheit, da die Betroffenen nicht von selbst merken, dass sie still und heimlich ausbrennen.

Meist sind diejenigen betroffen, die eine hohe Arbeitsmotivation an den Tag legen. Sie sind darüber erfreut viel arbeiten zu dürfen und Erfolge zu verspüren. Das Gefühl des Gebrauchtwerdens wird verstärkt. Jedoch ist der Unterschied zwischen dem Gebrauchtwerden bis hin zum selbst gestalteten Missbrauch nicht allzu groß. (Vgl. Bergner 2008, S. 3)

Für Unternehmen soll anhand der verschiedenen Stadien eine Verdeutlichung dieser Krankheit näher gebracht werden. Die Erläuterungen der Symptomatik Verläufe dienen einer vorzeitigen Burnout Prävention, sodass es nicht bis zum totalen Zusammenbruch des Betroffenen kommen muss.

Führungskräfte als auch Mitarbeiter, die in unmittelbarer Nähe zur betroffenen Person stehen, können anhand dieser Aufklärungen einen Blick für Burnout entwickeln und eine eventuelle Schutzfunktion einnehmen. Indem erste Warnsignale erkannt werden können, steht einer Burnout Prävention nichts im Wege.

Die ersten Warnsignale für eine Burnout Erkrankung werden, wie folgt beschrieben. Der Betroffene hat einen starken Drang alles selbst erledigen zu müssen. Trotz starker Arbeitsbelastung möchte dieser keine Aufgaben delegieren, zudem besteht oftmals ein Hang zum Perfektionismus. Es erfolgen dauernde Beweise nach Stärke sowie die Angst schwach zu wirken. Das Individuum muss durchgehend erreichbar sein und kann außerhalb der Arbeit nicht zur Ruhe kommen. Es erfolgt die Abwendung von der Partnerschaft als auch der Familie. Gesundheitliche Probleme häufen sich und werden immer gravierender. Erhöhter Genuss von Medikamenten, Alkohol oder Drogen sind die Folge. (Vgl. Nelting, 2012, S. 33)

Das unten aufgeführte Schaubild, veranschaulicht den Burnout Prozess nach Nelting.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Burnout Prozess

Die psychischen Belastungen von Burnout wandeln sich meist in Stress-hormone um, die sich im Laufe der Zeit auf verschiedene Organe und Muskeln auswirken. Die emotionale Hirnhälfte stoppt innerhalb von Milli-sekunden die Aktivitäten des Neokortex. (Vgl. Härlen, o.J., S. 3)

Der Neokortex ist die mehrfach gefaltete Hirnrinde und bildet die äußere Schicht des Großhirns. Darin befinden sich die Lern-, Sprech- und Denk-fähigkeit des Gehirns als auch das Bewusstsein sowie das Gedächtnis.[2]

- Puls (steigt ↑)
- Blutdruck ( steigt ↑)
- Muskelspannung (nimmt zu ↑)
- Atemfrequenz (erhöht sich ↑)
- Blutgerinnung (steigt ↑)
- Verdauung (nimmt ab↓) (Vgl. Härlen, o.J., S. 3)

Die Lebenskraft des menschlichen Körpers ist begrenzt. Es sollte stets auf den Körper geachtet werden, da dessen Energiereservoir nicht von Dauer ist. Der Körper lädt sich immer wieder auf, doch wie lange kann er dies durch-halten, wenn diese Symptome an der Tagesordnung stehen? Die Lebenskraft dient daher einer langfristigen Wirtschaftlichkeit und sollte mit Bedacht behandelt werden. Die unten abgebildete Flasche symbolisiert den menschlichen Körper. Es entsteht ein Vergleich nach den Anteilen der Symptome und nach den Anteilen des Grundreservoirs. Die roten Ab-grenzungen verdeutlichen, wie die Symptome dem Körper die Lebenskraft entziehen. (Vgl. Härlen, o.J., S.4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Lebenskraft (Härlen, o.J., S. 4)

In den folgenden Abschnitten werden drei Forschungsansätze näher beleuchtet. Zum einen von Freudenberger zum anderen von Edelwich & Brodsky als auch die Ansätze von Burisch. Es wurden speziell diese Autoren ausgewählt um einen Vergleich darzustellen, denn Freudenberger unter-suchte Individuen im wirtschaftlichen Sektor, Edelwich und Brodsky spezialisierten sich in den helfenden Berufen. (Vgl. Burisch, 2006, S. 41) Es gibt in der Burnout Forschung noch etliche Autoren die die Symptome präzisieren. Aufgrund dessen brachte Burisch diese auf einen Nenner und fasst diese auf den heutigen Forschungsstand zusammen, weshalb er als dritter Autor abschließend genannt wird.

[...]


[1](Vgl. http://www.burnout-fachberatung.de/burnout-syndrom/burnout-erkrankung.htm, 21.10.2013)

[2](Vgl. http://lexikon.stangl.eu/5516/grosshirn/, 24.04.2013)

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Präventionsmöglichkeiten von Burnout
Hochschule
Universität Konstanz
Note
3,0
Jahr
2014
Seiten
65
Katalognummer
V342873
ISBN (eBook)
9783668328846
ISBN (Buch)
9783668328853
Dateigröße
1525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burnot, Prävention, Präventionsmöglichkeiten, Unternehmenserfolg, Krankheiten, psychisch Krank
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Präventionsmöglichkeiten von Burnout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342873

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