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Umweltmanagement im Fadenkreuz des Homo oeconomicus

Titel: Umweltmanagement im Fadenkreuz des Homo oeconomicus

Ausarbeitung , 2016 , 28 Seiten

Autor:in: Kay Herrmann (Autor:in)

VWL - Umweltökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Aufrechterhaltung eines Umweltmanagementsystems wird heute als eine Grundvoraussetzung vieler moderner Wirtschaftsunternehmen betrachtet. Bis in die 1980er Jahre dominierten Maßnahmen des nachsorgenden Umweltschutzes (End-of-the-Pipe-Technologien). Ab den 1990er Jahren verschob sich der Schwerpunkt hin zum vorsorgenden Umweltschutz. Hintergrund war das Aufkommen von Umweltmanagementsystemen.

Vernünftiges wirtschaftliches Handeln erfolgt unter den Bedingungen knapper Mittel zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele (z. B. Nutzenmaximierung beim privaten Haushalt, Gewinnmaximierung beim Unternehmen). Dieser Grundsatz findet seinen Ausdruck im sogenannten Ökonomischen Prinzip. Das Ökonomische Prinzip (auch Wirtschaftlichkeitsprinzip) stellt auf ein möglichst günstiges Verhältnis von Aufwand und Ertrag ab. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass aufgrund der Knappheit der Güter die Wirtschaftssubjekte ihr wirtschaftliches Handeln so gestalten, dass die eingesetzten Mittel mit dem Ergebnis ins Verhältnis gesetzt werden und Akteure zweckrational so agieren, dass es im Ergebnis zu einer Nutzenmaximierung (meist im Sinne einer Gewinnmaximierung) kommt.

Inwiefern ist betrieblicher Umweltschutz also ein rationales Unternehmen? Eine solche Frage wirkt in Anbetracht der aktuellen Diskussion über Umweltbelange überraschend, scheint betrieblicher Umweltschutz doch heute ein grundsätzlicher Aspekt der wirtschaftlichen Aktivitäten von Unternehmen zu sein. Was unter Rationalität verstanden wird, hängt stets vom zugrunde gelegen Rationalitätskriterium ab. Das in der Ökonomik allgemein akzeptierte Rationalitätsprinzip ist das soeben besprochene Ökonomische Prinzip, demgemäß die Wirtschaftssubjekte eine Nutzenmaximierung (meist im Sinne einer Gewinnmaximierung) anstreben.

Das Modell eines nach dem Ökonomischen Prinzip handelnden Wirtschaftssubjekts ist das des sogenannten Homo oeconomicus. Es handelt sich hierbei um ein abstraktes Modell, das die wirtschaftliche Realität in ihrer Komplexität zwar nicht komplett darzustellen vermag, das dennoch als Grundlage für viele Erklärungen in der Wirtschaft dient. Das Modell des Homo oeconomicus lässt sich mit dem sogenannten „Gefangenendilemma“ in Zusammenhang bringen. Interessanterweise offenbart das Gefangenen-Dilemma, bei dem die Spieler dominante (nutzenmaximierende) Strategien auch tatsächlich spielen, die Grundstruktur des Umweltproblems.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Betrieblicher Umweltschutz und ökonomisches Prinzip

Minimalprinzip

Maximalprinzip

Extremumprinzip

2 Umweltschutz und soziale Dilemmata

3 Zum Problem der Definition eines wünschbaren Umweltzustandes und der Bewertung von Umweltleistungen

4 „Triebfedern“ für Umweltaktivitäten

5 Der Weg zum Umweltmanagement

6 Motivationsfaktoren zur wirksamen Umsetzung eines betrieblichen Umweltmanagements

7 Menschenbilder und Handlungsmuster

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen betriebswirtschaftlichem Gewinnstreben und ökologischer Verantwortung. Dabei wird analysiert, inwiefern das Modell des „Homo oeconomicus“ als Grundlage für Umweltmanagement dient und welche Rolle soziale Dilemmata sowie verschiedene Menschenbilder bei der Implementierung wirksamer Umweltschutzmaßnahmen in Unternehmen spielen.

  • Analyse des Ökonomischen Prinzips im betrieblichen Umweltschutz
  • Untersuchung von sozialen Dilemmata und Lösungsansätzen wie dem Emissionshandel
  • Methoden der Definition und Messung von Umweltleistungen anhand von Kennzahlen
  • Rolle von psychologischen Faktoren und Motivationsanreizen für Mitarbeiter
  • Vergleich verschiedener Menschenbilder (Homo oeconomicus, sociologicus, sustinens) für nachhaltiges Handeln

Auszug aus dem Buch

1 Betrieblicher Umweltschutz und ökonomisches Prinzip

Vernünftiges wirtschaftliches Handeln erfolgt unter den Bedingungen knapper Mittel zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele (z. B. Nutzenmaximierung beim privaten Haushalt, Gewinnmaximierung beim Unternehmen). Dieser Grundsatz findet seinen Ausdruck im sogenannten Ökonomischen Prinzip. Das Ökonomische Prinzip (auch Wirtschaftlichkeitsprinzip, Rationalprinzip oder Input-Output-Relation) stellt auf ein möglichst günstiges Verhältnis von Aufwand und Ertrag ab. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass aufgrund der Knappheit der Güter die Wirtschaftssubjekte ihr wirtschaftliches Handeln so gestalten, dass die eingesetzten Mittel mit dem Ergebnis ins Verhältnis gesetzt werden und Akteure zweckrational so agieren, dass es im Ergebnis zu einer Nutzenmaximierung (meist im Sinne einer Gewinnmaximierung) kommt.

Das Ökonomische Prinzip (oder Wirtschaftlichkeitsprinzip) wird in drei verschiedenen Interpretationen verwendet: als Minimalprinzip, als Maximalprinzip und als Extremumprinzip (oder Optimumprinzip) (vgl. Bruhn 1998, 97 f.).

Minimalprinzip

Dieses fordert, mit möglichst geringem Einsatz an Mitteln ein gegebenes Ziel erreichen.

Beispiel: Es soll möglichst kostengünstig eine neue Maschine erworben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Betrieblicher Umweltschutz und ökonomisches Prinzip: Dieses Kapitel erläutert das Ökonomische Prinzip und dessen drei Ausprägungen (Minimal-, Maximal- und Extremumprinzip) als zentrale Grundlage für betriebliches Handeln im Kontext knapper Ressourcen.

2 Umweltschutz und soziale Dilemmata: Hier wird die Anwendung des Gefangenendilemmas auf Umweltprobleme analysiert und diskutiert, wie staatliche Sanktionen oder Emissionsrechtehandel zu kooperativem Verhalten führen können.

3 Zum Problem der Definition eines wünschbaren Umweltzustandes und der Bewertung von Umweltleistungen: Das Kapitel befasst sich mit der Problematik, objektive Umweltindikatoren für Unternehmen festzulegen, da diese oft von subjektiven Interessen und der gewählten Bezugsgröße abhängen.

4 „Triebfedern“ für Umweltaktivitäten: Hier werden externe Anlässe für betriebliche Umweltinvestitionen, wie Kundenforderungen oder staatliche Sanktionen, als Motivationsquellen für das Management identifiziert.

5 Der Weg zum Umweltmanagement: Das Kapitel beschreibt Umweltmanagementsysteme wie ISO 14001 als Instrumente zur systematischen Erfassung und Steuerung betrieblicher Umweltauswirkungen mittels des PDCA-Zyklus.

6 Motivationsfaktoren zur wirksamen Umsetzung eines betrieblichen Umweltmanagements: Der Fokus liegt hier auf der psychologischen Dimension, insbesondere der Rolle von „Umweltpromotoren“ und der Bedeutung eines positiven Arbeitsumfeldes für die Eigenverantwortung der Mitarbeiter.

7 Menschenbilder und Handlungsmuster: Das abschließende Kapitel analysiert verschiedene Modelle wie den Homo sociologicus oder Homo sustinens und bewertet deren Eignung zur Förderung nachhaltiger Lebensstile und Unternehmensentscheidungen.

Schlüsselwörter

Umweltmanagement, Homo oeconomicus, Ökonomisches Prinzip, Gefangenendilemma, Nachhaltigkeit, ISO 14001, Umweltkennzahlen, Emissionshandel, Soziale Dilemmata, Betrieblicher Umweltschutz, Motivationsfaktoren, Umweltpolitik, Nachhaltigkeitskonzepte, Ressourcenplanung, Unternehmensethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Werk grundsätzlich?

Das Buch untersucht, wie Unternehmen Umweltschutzmaßnahmen implementieren und warum dabei das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Gewinnmaximierung und ökologischer Notwendigkeit existiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind betriebliches Umweltmanagement, ökonomische Entscheidungstheorien, psychologische Motivationsfaktoren sowie die Rolle verschiedener Menschenbilder für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert die Rationalität von Umweltmaßnahmen und untersucht, unter welchen Bedingungen Akteure bereit sind, ökologische Verantwortung über das reine Gewinnstreben hinaus zu übernehmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theorieorientierte Analyse, die betriebswirtschaftliche Prinzipien (wie das Ökonomische Prinzip) mit sozialwissenschaftlichen Modellen (Spieltheorie, Menschenbilder) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung des Umweltschutzes, die Modellierung von Anreizstrukturen für Unternehmen, die Definition von Umweltindikatoren sowie die Bedeutung von Führung und Unternehmenskultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Umweltmanagement, Homo oeconomicus, Gefangenendilemma, Nachhaltigkeit und betriebliche Umweltkennzahlen geprägt.

Inwiefern beeinflusst das „Magische Dreieck“ die Unternehmensführung?

Es verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Gewinnmaximierung, Umweltschutz und sozialen Aspekten, bei dem das Unternehmen stets ein neues Gleichgewicht finden muss, um langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Welche Rolle spielt die „Mustermann GmbH“ im Text?

Sie dient als Fallbeispiel zur Illustration, wie unterschiedliche Umweltkennzahlen und deren Interpretation zu sehr verschiedenen Einschätzungen der tatsächlichen Umweltleistung eines Unternehmens führen können.

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Details

Titel
Umweltmanagement im Fadenkreuz des Homo oeconomicus
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Autor
Kay Herrmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V342919
ISBN (eBook)
9783668332973
ISBN (Buch)
9783668332980
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltmanagementsystem Gefangenendilemma Ökonomisches Prinzip Homo oeconomicus Umweltschonungsprinzip ökologischer Imperativ soziale Dilemmata Rationalität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kay Herrmann (Autor:in), 2016, Umweltmanagement im Fadenkreuz des Homo oeconomicus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342919
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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