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Nahrungsmittelspekulation. Grundlagen, Mechanismen und Argumentationslinien

Titel: Nahrungsmittelspekulation. Grundlagen, Mechanismen und Argumentationslinien

Hausarbeit , 2016 , 16 Seiten

Autor:in: Andreas J. Moj (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Spekulation mit Nahrungsmitteln wurde zum globalen Feindbild im Kampf gegen den Hunger auf der Welt. Insbesondere globalisierungskritische Organisationen sehen in der Nahrungsmittelspekulation den maßgeblichen Preistreiber für Grundnahrungsmittel und Finanzvehikel wie Indexfonds und Warenterminkontrakte stehen dabei im Zentrum der Kritik. Instrumente, die eigentlich zur Preisabsicherung dienen, stehen im Verdacht missbraucht zu werden. Jedoch wird diese Position angezweifelt. Es gibt stimmen, die in der Spekulationskritik eine emotional geführte Kampagne ohne belastbare Evidenz sehen.

Diese Arbeit beleuchtet die grundsätzlichen Mechanismen der Spekulation auf Agrarrohstoffe, klärt Grundlagen sowie Ausgangslage des weltweiten Hungers und beleuchtet im Anschluss die Argumentationslinien beider Seiten, Gegner und Befürworter der Nahrungsmittelspekulation.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mechanismen der Nahrungsmittelspekulation

2.1. Begriffsdefinition und Grundlagen

2.2. Entwicklung der Nahrungsmittelpreise

2.3 Argumentationslinien

2.3.1. Gegner der Spekulation

2.3.2. Befürworter der Spekulation

3. Schlussfolgerungen

4. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die kontroversen Standpunkte von Gegnern und Befürwortern der Nahrungsmittelspekulation gegenüberzustellen und auf Basis der aktuellen Studienlage zu prüfen, inwieweit ein kausaler Zusammenhang zwischen spekulativen Finanzgeschäften an Warenterminbörsen und der Verteuerung von Agrarrohstoffen existiert.

  • Funktionsweise und Instrumente der Nahrungsmittelspekulation (z.B. Futures, Indexfonds)
  • Analyse der historischen Entwicklung globaler Nahrungsmittelpreise
  • Argumentationsmuster der Spekulationskritiker (Nachfragedruck, Rollieren, Preistreiberei)
  • Gegenpositionen der Befürworter (reale Einflussfaktoren, Liquiditätsbereitstellung, Versicherungsfunktion)
  • Ethische und politische Implikationen der Agrarspekulation

Auszug aus dem Buch

2.1. Begriffsdefinition und Grundlagen

Es ist notwendig sich ein Bild darüber zu machen, mit welchen Instrumenten Nahrungsmittel gehandelt werden und wie Preise entstehen.

Eine Spekulation als solches ist erst einmal ein „Geschäftsabschluss, dem nicht die Absicht auf tatsächliche Lieferung der ge- bzw. verkauften Waren, sondern das Bestreben zur Ausnutzung von Preisdifferenzen zwischen Einkauf und Verkauf zugrunde liegt.“4

Ausgangspunkt der hier behandelten Spekulationen sind Warenterminmärkte an denen Termingeschäfte (Futures) abgeschlossen werden können. Diese Termingeschäfte stellen u.a. für Landwirte eine Art Versicherung dar. Diese werden nämlich mit der Intention geschlossen, zukünftige Preisrisiken, etwa durch ein Überangebot, zu minimieren und so eine sichere Kalkulationsbasis zu haben.5 Bei diesem Handel sind Verpflichtungsgeschäft (Kaufvertrag des Rohstoffs) und Erfüllungsgeschäft (Lieferung der Ware) zeitlich voneinander getrennt und die beiderseitig versprochenen Leistungen, also Warenlieferung einerseits und Zahlung der vereinbarten Summe andererseits, erfolgen bei Fälligkeit zum vorher vereinbarten Termin.6 Und anders als etwa bei Optionsgeschäften sind beide Parteien zur Erfüllung des Vertrages verpflichtet. Landwirte haben weiterhin den Vorteil, dass sie nicht all ihre Erzeugnisse auf einmal verkaufen müssen, und es somit zu einem plötzlichen Überangebot kommt, wenn zur Erntezeit alle landwirtschaftlichen Betriebe verkaufen. Vielmehr können sie durch Lagerung Kontrakte über das ganze Jahr gestreckt abschließen. Aber auch ein potenzieller Käufer hat den Vorteil, dass er verlässlich mit Ware kalkulieren kann und zu hohen Preisschwankungen aus dem Weg geht.

In der Regel nehmen Landwirte eine Verkaufsposition ein, während es naturgemäß immer auch eine Gegenposition geben muss, damit ein Geschäft zustande kommt. Diese muss nicht von jemandem gehalten werden, der ein Interesse an der Ware hegt. Der denkbare Fall ist auch, dass an die Stelle des Käufers ein Spekulant tritt. Dieser hat kein Interesse am eigentlichen Gut, sondern sieht die Chance, dieses später zu einem höheren Preis zu Verkaufen und aus der Differenz von Kaufs- und Verkaufspreis zu profitieren.7

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Nahrungsmittelspekulation ein, stellt die betroffenen Akteure vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs zwischen Spekulation und Preissteigerungen.

2. Mechanismen der Nahrungsmittelspekulation: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Warenterminmärkten, Indizes und die gegensätzlichen Argumentationen von Kritikern und Befürwortern der spekulativen Finanzinstrumente.

3. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Debatte zusammen, bewertet die Plausibilität der Argumente beider Seiten und diskutiert die Möglichkeiten staatlicher Regulierung sowie die Verantwortung der Akteure.

4. Quellenverzeichnis: Hier werden sämtliche für die wissenschaftliche Arbeit herangezogenen Fachstudien, Berichte und Internetquellen detailliert aufgeführt.

Schlüsselwörter

Nahrungsmittelspekulation, Warenterminbörsen, Termingeschäfte, Agrarrohstoffe, Indexfonds, Long-only, Preisbildung, Preisvolatilität, Hunger, Finanzindustrie, Preistreiberei, Welternährung, Regulierung, Absicherung, Wirtschaftsstudien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kontroverse Debatte über den Einfluss von Finanzspekulationen auf Nahrungsmittelpreise und die damit verbundenen globalen sozialen Auswirkungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Funktionsweise von Warenterminmärkten, die Rolle von Indexfonds, die Preisentwicklung von Agrarrohstoffen und die ethische Bewertung der Spekulation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Argumente von Befürwortern und Gegnern abzuwägen, um zu beurteilen, ob die Spekulation einen maßgeblichen Effekt auf die Verteuerung von Nahrungsmitteln hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literaturanalyse und eine synoptische Gegenüberstellung von bestehenden Studien und Argumentationslinien durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen hinter der Spekulation (z.B. Rollieren von Kontrakten) und stellt detailliert die Thesen beider Seiten gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Nahrungsmittelspekulation, Agrarrohstoffe, Warenterminmärkte, Preisstabilität, Indexfonds und Welternährung.

Warum kritisieren Gegner das sogenannte „Rollieren“ von Verträgen?

Das Rollieren erzeugt laut Kritikern eine künstliche, kontinuierliche Nachfrage an den Terminmärkten, die sich negativ auf die Kassapreise der Rohstoffe auswirkt.

Wie begründen Befürworter wie Ingo Pies die Preissteigerungen stattdessen?

Befürworter führen reale Faktoren wie weltweites Wirtschaftswachstum, veränderte Ernährungsgewohnheiten (höherer Fleischkonsum) und wetterbedingte Ernteausfälle als Hauptgründe an.

Welche Rolle spielen Indexfonds laut der Untersuchung im Markt?

Befürworter argumentieren, dass Indexfonds durch ihr Marktangagement Liquidität bereitstellen und die Versicherungsfunktion der Märkte für Landwirte stärken.

Was ist das Fazit des Autors hinsichtlich möglicher staatlicher Eingriffe?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein eindeutiger Beweis für die Preisbeeinflussung schwer zu quantifizieren ist, hält aber bei einer Verschärfung der Preissituation staatliche Regulierungsmaßnahmen für diskutabel.

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Details

Titel
Nahrungsmittelspekulation. Grundlagen, Mechanismen und Argumentationslinien
Hochschule
Universität zu Köln
Autor
Andreas J. Moj (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V342941
ISBN (eBook)
9783668328778
ISBN (Buch)
9783668328785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nahrungsmittelspekulation Oxfam Spekulation Hunger Ingo Pies Agrar Agrarrohstoff Indexfonds Future Warenterminkontrakt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas J. Moj (Autor:in), 2016, Nahrungsmittelspekulation. Grundlagen, Mechanismen und Argumentationslinien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342941
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Leseprobe aus  16  Seiten
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