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Keynesianische Theorie. Die Grundlage für die Wirtschaftspolitik der 1960er und 1970er Jahre

Titel: Keynesianische Theorie. Die Grundlage für die Wirtschaftspolitik der 1960er und 1970er Jahre

Hausarbeit , 2015 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Patrick Pobuda (Autor:in)

VWL - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die beiden Weltwirtschaftskrisen zu Beginn der 1930er Jahre und am Ende der 2000er Jahre sind weder in chronologischer Reihenfolge ihrer Ereignisse, noch mit den wesentlichen Ursachen ihrer Entstehung zu vergleichen, aber trotzdem wird die Krise des 21. Jh. gern mit der weltweit größten wirtschaftlichen Eskalation des vorherigen Jahrhunderts in Verbindung gebracht und versucht aus dieser Lösungsansätze zu finden. Nach ihrem scheinbar grenzenlosen Vertrauen in die Selbstheilungskräfte und Selbstregulierungskräfte der Märkte wurden viele Politiker und Ökonomen eines Besseren belehrt. Die vergangenen Jahre und Jahrzehnte zeichneten sich in der Hinsicht dadurch aus, dass eine immer stärkere Trennung zwischen der Realwirtschaft und der Finanzwirtschaft aufgetreten ist; getrieben von einer unvertretbaren Deregulierung der Märkte und einem Vergütungssystem, welches die Gier und die zerstörerische Kreativität der Finanzakteure zu einer bis dahin unvorstellbaren Risikobereitschaft geführt hat.

Bis zur Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren wurden Marktwirtschaften in der neoklassischen Theorie als vom Staat nahezu emanzipierte Wirtschaftssysteme betrachtet. Eine endogene Analyse der damals gravierenden Beschäftigungssituation war aufgrund der fehlenden gesamtwirtschaftlichen Betrachtungsweise nicht möglich und somit war eine Auseinandersetzung mit den konjunkturellen Schwankungen und deren Folgen/Ursachen in einer Volkswirtschaft kaum durchführbar. Infolgedessen gelang es nicht, Maßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu entwickeln. Aus diesem Dilemma heraus erschien die Keynes’sche Theorie als wirtschaftspolitische Offenbarung.

In seinem revolutionären Werk "The General Theory of Employment, Interest and Money" erklärt Keynes, dass eine Marktwirtschaft, entgegengesetzt zur herrschenden ökonomischen Lehrmeinung, eben nicht auf lange Sicht zu einem Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung zurückkehren muss, sondern durchaus in einer Situation verharren kann, welche geprägt ist von Massenarbeitslosigkeit und tiefer wirtschaftlicher Depression. Der Markt benötigt in einer solchen Lage umfassende staatliche Unterstützung.

In dieser Hausarbeit sollen die Erkenntnisse aufgezeigt werden, die John Maynard Keynes aus der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre gewonnen hat und wie diese zur Grundlage der Wirtschaftspolitik in den 1960er und 1970er Jahren wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Biographische Einordnung in die Weltgeschichte

2.1 Imperialistische Bestrebungen bis hin zum Ersten Weltkrieg

2.2 Weltwirtschaftskrise und Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg

2.3 Neuordnung der Systeme nach dem Zweiten Weltkrieg

3. Kernelemente der Theorie Keynes

3.1 Einordnung in die makroökonomischen Theorien

3.2 Zentrale Aussagen der Keynesschen Theorie

3.2.1 Güternachfrage bestimmt das Niveau von Produktion und Beschäftigung

3.2.2 Investitionen bestimmen Volkseinkommen und Ersparnis

3.2.3 Flexible Preise und Löhne ändern an diesen Zusammenhängen nichts

3.3 Weiterentwicklungen der makroökonomischen Theorie

4. Praxis und Problematik der Globalsteuerung

4.1 Globalsteuerung als wirtschaftspolitisches Mittel

4.2 Anwendung der theoretischen Überlegungen

4.3 Kritik an der antizyklischen Globalsteuerung

5. Wirtschaftspolitik in den 1960 und 70er Jahren

5.1 Keynes‘ Siegeszug in der globalen Wirtschaftspolitik

5.2 Einfluss auf die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland

5.3 Ablösung des Keynesianismus durch den Monetarismus

6. Wiederentdeckung Keynes in der Krise

6.1 Keynes als Bezwinger der Weltwirtschaftskrisen

6.2 Ergriffene Schritte zur Eindämmung der Finanz- und Wirtschaftskrise

7. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Relevanz der keynesianischen Theorie. Dabei wird analysiert, wie John Maynard Keynes durch seine Erkenntnisse aus der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre die wirtschaftspolitischen Strategien der 1960er und 1970er Jahre maßgeblich prägte und welche Rolle sein Denken in modernen Krisenzeiten spielt.

  • Grundlagen der keynesianischen Theorie und deren Abgrenzung zur Klassik.
  • Die praktische Anwendung der Globalsteuerung in der Wirtschaftspolitik.
  • Einfluss von Keynes auf die westdeutsche Wirtschaftsentwicklung.
  • Das Scheitern des Keynesianismus in den 1970er Jahren und die Rolle des Monetarismus.
  • Das Wiederaufleben keynesianischer Ansätze nach der Finanzkrise 2008.

Auszug aus dem Buch

3.2 Zentrale Aussagen der Keynesschen Theorie

Keynes lehnte die zu seiner Zeit vorherrschenden Lehrmeinungen bzw. Erklärungsansätze in weiten Teilen ab und begründete mit dem bereits angesprochenen Buch The General Theory of Employment, Interest and Money eine neue ökonomische Richtung. Dieses Werk, „welches in erster Linie als eine Kritik der Theorie des allgemeinen Gleichgewichts der Neoklassik und der von ihr geforderten minimalistischen Rolle des Staates im Wirtschaftsprozess anzusehen ist, wird bis heute kontrovers diskutiert“(Springer Gabler 2015) und zählt wohl zu den bedeutendsten Schriften des 20. Jh.; gemeinhin gepriesen als Geburtsstunde der Makroökonomik (Burda/Wyplosz 2009:643).

Die Theorie aus seinem sogenannten Hauptwerk, welche in Teilen bereits vorher veröffentlicht wurde, kann man in drei Bereichen zusammenfassen und daraus die wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen herausziehen. (Keynes-Gesellschaft 2015)

3.2.1 Güternachfrage bestimmt das Niveau von Produktion und Beschäftigung

Entgegengesetzt der Annahme des Sayschen Gesetzes, wonach sich das Angebot nahezu automatisch seine Nachfrage schafft, sieht Keynes die Güternachfrage als bestimmenden Faktor in einer Volkswirtschaft an. Denn die Nachfrage nach Gütern bestimmt das Niveau von Produktion und somit auch von Beschäftigung. Er kritisiert darin den Kern der (neo-)klassischen Theorie, wonach nur das gesamtwirtschaftliche Angebot und dessen Bestimmungsgründe, wozu Kapital, Arbeit und Technologie gezählt werden, bestimmend sind für die Höhe des Inlandsproduktes. Vielmehr obliegt es den Unternehmern, von welcher Nachfragequantität sie ausgehen und ihre Produktionsmöglichkeiten dementsprechend ausschöpfen. Daraus ergibt sich auch die Ausnahme dieser These: eine Erhöhung der Güternachfrage wird keinen Einfluss auf die Arbeitsmarktsituation haben, wenn alle Ressourcen in einer Volkswirtschaft voll beschäftigt und alle verfügbaren Arbeitskräfte bereits eingebunden sind.(Mankiw/Taylor 2012:875ff)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Arbeit führt in die Relevanz keynesianischer Konzepte ein, insbesondere im Kontext von Weltwirtschaftskrisen und dem Versagen rein marktliberaler Ansätze.

2. Biographische Einordnung in die Weltgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die intellektuelle Prägung von John Maynard Keynes vor dem Hintergrund der globalen Ereignisse des 20. Jahrhunderts nach.

3. Kernelemente der Theorie Keynes: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Hauptwerks von Keynes und sein Bruch mit der neoklassischen Lehre, insbesondere hinsichtlich Nachfragesteuerung und Arbeitsmarkt, erläutert.

4. Praxis und Problematik der Globalsteuerung: Das Kapitel befasst sich mit der praktischen Umsetzung fiskalpolitischer Instrumente und den Herausforderungen der zeitgerechten Diagnose sowie der Anwendung des IS/LM-Modells.

5. Wirtschaftspolitik in den 1960 und 70er Jahren: Es wird der Aufstieg des Keynesianismus als globales Paradigma sowie der spezifische Einfluss auf die Bundesrepublik Deutschland und das anschließende Scheitern durch Stagflation beschrieben.

6. Wiederentdeckung Keynes in der Krise: Dieses Kapitel analysiert das Comeback keynesianischer Ideen infolge der Finanzkrise von 2008 und die konkreten Maßnahmen zur Krisenbekämpfung.

7. Schlussteil: Das Fazit fasst die Bedeutung von Keynes als Impulsgeber für kurzfristige Kriseninterventionen zusammen und reflektiert über die Grenzen dauerhafter Globalsteuerung.

Schlüsselwörter

Keynesianismus, John Maynard Keynes, Globalsteuerung, Weltwirtschaftskrise, Fiskalpolitik, Makroökonomie, Nachfragesteuerung, IS-LM-Modell, Stagflation, Monetarismus, Deficit Spending, Konjunkturpolitik, Beschäftigungspolitik, Wirtschaftsgeschichte, Neoklassik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung der keynesianischen Theorie und deren Rolle bei der Gestaltung der Wirtschaftspolitik, insbesondere in der Nachkriegszeit sowie in modernen Krisensituationen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Kritik Keynes an der Neoklassik, die praktische Implementierung der Globalsteuerung, die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik sowie die Ablösung des Keynesianismus durch den Monetarismus.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Keynes' Erkenntnisse aus der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre als Grundlage für die Wirtschaftspolitik der 1960er und 70er Jahre dienten und warum diese Ansätze heute erneut an Bedeutung gewonnen haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf der Literaturrecherche zu ökonomischen Standardwerken und historischer Analyse von wirtschaftspolitischen Prozessen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Keynes, die praktische Problematik der staatlichen Globalsteuerung und deren Anwendung in Deutschland sowie die historische Wandlung der wirtschaftspolitischen Paradigmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Keynesianismus, Globalsteuerung, Nachfragesteuerung, Fiskalpolitik und Wirtschaftsgeschichte geprägt.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates nach der Finanzkrise 2008?

Der Autor stellt fest, dass Keynes' Theorie nach 2008 ein Comeback erlebte, da sie als probates Interventionsmittel zur Bekämpfung akuter Krisen durch deficit spending erkannt wurde, wenngleich er auf die begrenzte Wirksamkeit langfristiger Steuerung hinweist.

Warum scheiterte der Keynesianismus nach Ansicht des Autors in den 1970er Jahren?

Das Scheitern wird auf eine fehlerhafte Einschätzung des Preis- und Lohnverhaltens sowie das Auftreten der Stagflation zurückgeführt, welche durch globale Strukturveränderungen und das Versagen klassischer fiskalischer Steuerung verschärft wurde.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Keynesianische Theorie. Die Grundlage für die Wirtschaftspolitik der 1960er und 1970er Jahre
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Patrick Pobuda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V343033
ISBN (eBook)
9783668331600
ISBN (Buch)
9783668331617
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Keynes Wirtschaftswunder BRD Wirtschaftspolitik Wirtschaftsgeschichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Pobuda (Autor:in), 2015, Keynesianische Theorie. Die Grundlage für die Wirtschaftspolitik der 1960er und 1970er Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343033
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Leseprobe aus  25  Seiten
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