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Hedgefonds als Shareholder-Aktivisten. Eine kritische Betrachtung

Titel: Hedgefonds als Shareholder-Aktivisten. Eine kritische Betrachtung

Bachelorarbeit , 2013 , 36 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Julian Anschütz (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Oktober 2013 erschien in der Online-Ausgabe des Handelsblatts ein Artikel unter der Überschrift „Hedgefonds nehmen Europas Großkonzerne ins Visier“. Darin wird die zunehmende Bereitschaft von Anteilseignern (engl.: Shareholder) insbesondere Hedgefonds, zu aktivistischem Handeln thematisiert. Die Investoren wollen ihren Einfluss auf das Unternehmen ausweiten und unternehmenspolitische Entscheidungen direkt mitbestimmen.

Anhand einiger Beispiele und Expertenkommentare stellen die Autoren eine wachsende Bedeutung des Hedgefonds-Aktivismus für Unternehmen europaweit und in Deutschland heraus. Ein Beispiel für einen erfolgreichen Aktivismus, der besonders in Deutschland für viel Aufsehen sorgte und auch im oben zitierten Artikel zur Sprache kommt, ist die Verhinderung der Akquisition der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse AG im Jahr 2005. Der Plan des Vorstandes der Deutschen Börse AG sich durch den Kauf der London Stock Exchange zu vergrößern wurde durch eine Gruppe von Shareholder-Aktivisten unter der Regie des in London ansässigen Hedgefonds Children´s Investment Fund durchkreuzt. In diesem Zusammenhang musste der damalige Vorstandsvorsitzende Werner Seifert seinen Posten räumen. Die Aktualität dieser Thematik sowie die zunehmende Präsenz in den Medien ist der Anlass für diese Arbeit. Es ist notwendig Hedgefonds als Shareholder-Aktivisten näher zu beleuchten und verschiedene Aspekte vor allem im Hinblick auf den Einfluss des Aktivismus auf andere Shareholder des attackierten Unternehmens kritisch zu betrachten.

Primär soll in dieser Arbeit herausgestellt werden, wie im Fall eines Hedgefonds-Aktivismus die übrigen am Unternehmen beteiligten Shareholder beeinflusst werden. Anhand verschiedener Studien, die Hedgefonds-Aktivismen thematisieren, sowie der Arbeit von Hu und Black aus dem Jahr 2006, die sich mit Hedgefonds-Strategien beschäftigt, die aus der Loslösung von Stimmrecht und Eigentum entstehen, wird untersucht, ob von Aktivismen eine Gefahr für andere Shareholder ausgeht oder die Interessen konsistent sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Shareholder-Aktivismus

2.1 Shareholder-Aktivisten

2.1.1 Traditionelle institutionelle Anleger

2.1.2 Alternative Investments

2.2 Voraussetzungen verschiedener Aktivisten im Vergleich

2.3 Eigenschaften der attackierten Unternehmen

2.4 Zielformulierung bei Hedgefonds-Aktivismus

2.5 Strategien aktivistischer Hedgefonds

2.5.1 Nicht-aggressive Strategien

2.5.2 Aggressive Strategien

2.6 Zielerreichung aktivistischer Hedgefonds

3 Auswirkungen des Hedgefonds-Aktivismus

3.1 Auswirkungen auf Shareholder

3.2 Auswirkungen auf Stakeholder und Unternehmen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht kritisch das Phänomen des Hedgefonds-Aktivismus und analysiert, inwieweit das Eingreifen dieser Akteure im Sinne des Prinzipal-Agenten-Modells tatsächlich allen Anteilseignern zugutekommt oder ob Interessenkonflikte bestehen.

  • Differenzierung zwischen traditionellen institutionellen Anlegern und alternativen Investments wie Hedgefonds
  • Analyse der Voraussetzungen und Anreizstrukturen für aktivistisches Verhalten
  • Untersuchung von Zieldefinitionen und Strategien (aggressiv vs. nicht-aggressiv) aktivistischer Hedgefonds
  • Bewertung der Auswirkungen auf Shareholder, Stakeholder und die operative Unternehmensführung
  • Kritische Reflexion der Rolle von Hedgefonds als aktivistische Prinzipale

Auszug aus dem Buch

2.1 Shareholder-Aktivisten

Als Aktivisten sind im Wesentlichen zwei Gruppen auszumachen, die sich vor allem anhand ihrer unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen voneinander abgrenzen lassen. Zum einen die traditionellen institutionellen Anleger und zum anderen die alternativen Investments, wie Hedgefonds und Private Equity.

Auf der einen Seite werden traditionelle institutionelle Anleger, wie öffentliche und private Rentenfonds, Versicherungs-, Investment- oder Stiftungsfonds als Anteilseigner aktivistisch. Aktivitäten dieser Gruppe sind seit Mitte der Achtzigerjahre bekannt und beschränkten sich bis in die Mitte der Neunzigerjahre hinein auf formale Anteilseigner-Anträge nach § 240.14a-8 aus dem US-Amerikanischen „Code of Federal Regulations“.

Bei diesen Anträgen wird seitens des institutionellen Anlegers ein Vorschlag eingereicht, welche speziellen Maßnahmen der Vorstand im Hinblick auf die Geschäftsführung ergreifen soll. Wenn der Antrag alle Bedingungen des § 14a8 erfüllt und nicht vom Vorstand des Unternehmens rechtswirksam ausgeschlossen wird, darf er auf der Jahreshauptversammlung dem Stimmberechtigten präsentiert werden. Seit Mitte der Neunzigerjahre ist allerdings eine Tendenz von diesen formalen Anträgen hin zu privaten Verhandlungen zwischen dem Vorstand des Unternehmens und dem Management des institutionellen Anlegers zu beobachten, um Einfluss auf die Unternehmenspolitik zu nehmen. Die formalen Anträge werden dann nur noch genutzt, wenn eine freiwillige Anpassung der Geschäftsführung an die Forderungen des Fondsmanagements nicht erfolgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Hedgefonds-Aktivismus ein, motiviert durch aktuelle mediale Berichte über deren zunehmenden Einfluss auf Großkonzerne und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2 Der Shareholder-Aktivismus: Dieses Kapitel grenzt verschiedene Typen von Shareholder-Aktivisten voneinander ab und beleuchtet deren unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen, Anreizstrukturen sowie die Zieldefinitionen und Strategien aktivistischer Hedgefonds.

3 Auswirkungen des Hedgefonds-Aktivismus: In diesem Teil werden die empirischen Ergebnisse hinsichtlich der Konsequenzen für Shareholder sowie für andere Stakeholder und das Unternehmen selbst, insbesondere unter dem Aspekt des Shareholder Value, kritisch analysiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Rolle von Hedgefonds als aktivistische Prinzipale sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken.

Schlüsselwörter

Hedgefonds, Shareholder-Aktivismus, Prinzipal-Agent-Modell, Shareholder Value, Corporate Finance, Proxy Fight, Alternative Investments, Institutionelle Anleger, Zielformulierung, Unternehmensführung, Finanzstrategie, Stimmrechtsausübung, Renditemaximierung, Kapitalstruktur, Interessenkonflikte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Betrachtung von Hedgefonds, die als aktivistische Anteilseigner auftreten und versuchen, Einfluss auf die Unternehmensführung zu nehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung verschiedener Investorentypen, die rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen des Aktivismus sowie die ökonomischen Folgen für betroffene Unternehmen und deren Aktionäre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu untersuchen, ob der durch Hedgefonds forcierte Aktivismus tatsächlich allen Shareholdern zugutekommt oder ob dabei Interessenkonflikte entstehen, die den Prinzipien guter Unternehmensführung widersprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch das Prinzipal-Agenten-Modell und wertet ergänzend relevante Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Shareholder-Aktivismus aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Voraussetzungen für Aktivismus, die Typisierung von Zielen und Strategien sowie die anschließende Analyse der Auswirkungen auf Shareholder und Stakeholder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hedgefonds, Shareholder-Aktivismus, Shareholder Value, Corporate Finance, Proxy Fight und das Prinzipal-Agent-Modell.

Welche Rolle spielen Hedgefonds im Vergleich zu traditionellen Anlegern?

Im Gegensatz zu traditionellen Anlegern verfügen Hedgefonds über größere rechtliche Freiheiten und stärkere Anreize, aktivistisch einzugreifen, um kurz- oder mittelfristig den Shareholder Value zu steigern.

Was besagt das "2 und 20 Modell" in diesem Kontext?

Es handelt sich um eine gebräuchliche Gebührenstruktur bei Hedgefonds, bei der zwei Prozent Gebühren auf das verwaltete Kapital und zwanzig Prozent Performance-Gebühr auf den Gewinn anfallen, was starke Anreize für das Management schafft.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hedgefonds als Shareholder-Aktivisten. Eine kritische Betrachtung
Hochschule
Universität zu Köln  (Lehrstuhl für Corporate Finance)
Note
2,3
Autor
Julian Anschütz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
36
Katalognummer
V343038
ISBN (eBook)
9783668332874
ISBN (Buch)
9783668332881
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Finance Shareholder Aktivismus Private Equity Hedgefunds
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Anschütz (Autor:in), 2013, Hedgefonds als Shareholder-Aktivisten. Eine kritische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343038
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Leseprobe aus  36  Seiten
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