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Ritualisierung im Fußball am Beispiel Frankfurt am Main

Titel: Ritualisierung im Fußball am Beispiel Frankfurt am Main

Bachelorarbeit , 2014 , 40 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Fabian Schönrock (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit thematisiert den rituellen Charakter des Volkssports Fußball im Stadion. Analysiert wurde hierbei vornehmlich der Frankfurter Raum, allen voran bei Spielen von Eintracht Frankfurt.

Woche für Woche, Samstag für Samstag pilgern Fußballfans ins Stadion. Der Fußballfan ist fanatisch, geht bei heißen 40 Grad im Sommer und biederen Minusgraden im Winter mit Fanschal und Trikot ins Stadion, um seine Mannschaft zu unterstützen und die Farben seines Vereines zu repräsentieren. Die Sinnfrage stellt sich hierbei für einen echten Fan nicht. Dem Fußballstadion, als heiligem Tempel und Ort des rituellen Geschehens, kommt hierbei eine ganz besondere Funktion zu. Es ist Austragungsort eines Spiels und Zufluchtsort zugleich.

Das Stadion als eine der wenigen noch gesellschaftlichen Schlupflöcher, um aus dem gewohnten Alltagsleben auszubrechen, ist Ort der Verwandlung, der Annäherung und Grenzüberschreitung. Das Stadion, welches Platz für tausende Anhänger bietet, sowie die Protagonisten auf dem Rasen (die Spieler), geben dem Fußballspiel den Charakter einer Theaterinszenierung. Was rund um ein Fußballspiel herum passiert, weshalb es weithin als Ritual der Moderne zu betrachten ist und welche gesellschaftlichen Konsequenzen sowie Chancen es beinhaltet, wird in der Bachelorarbeit ,,Ritualisierung im Fußball am Beispiel Frankfurt am Main'' von Fabian Schönrock erörtert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einführung

2. Theorie und Begriff des Rituals

2.1 Definition des Begriffes ,,Ritual''

2.2 Theorie der Übergangsriten von Arnold van Gennep

2.3 Theorie der Liminalität und Anti-Struktur von Victor Turner

3. Charakterisierung des Rituals

3.1 Bedeutung und Funktion

3.2 Formale Kriterien

3.3 Symbolcharakter

4. Das Stadion

4.1 Aufbau des Stadions

4.2 Inneres Geschehen

5. Charakterisierung des Fans

6. Fußball und Rivalität

6.1 Herstellung von Rivalität

6.2 Gewalt im Stadion

7. Fazit und Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Fußballspiel im Stadion als modernes Ritual. Ziel der Forschungsarbeit ist es, nachzuweisen, dass das Stadionerlebnis rituellen Handlungen folgt, die das Individuum aus seinem profanen Alltag in eine gemeinschaftsbildende "eigene Welt" überführen und dabei soziale Identität sowie Rivalitäten stiften.

  • Ethnologische Analyse der Ritualisierung im modernen Fußball
  • Anwendung der Theorien von Arnold van Gennep und Victor Turner auf das Stadiongeschehen
  • Untersuchung des Stadions als ritueller Raum (Theatervergleich)
  • Charakterisierung des Verhaltens der Fans und die Rolle von Symbolen
  • Analyse von Rivalität und Grenzüberschreitungen (Gewalt, Pyrotechnik)

Auszug aus dem Buch

Die Transformation durch den Weg ins Stadion

Sobald ich mich auf dem Weg zum Spiel der Eintracht begab, war das Gefühl dicht an dicht gedrängt zu sein. Auf geringem Raum in der S-Bahn ab der S-Bahnstation Hauptwache fahrend, über den Hauptbahnhof bis zur Station Stadion, standen die Menschen Körper an Körper. Schwitzende Menschen schaukelten aneinander. Eine klaustrophobische Enge musste Waggon für Waggon ertragen werden. Die Menschen waren über 10 Minuten mit Oberkörper und Gesicht hauteng entweder zueinander, oder an den Türen der S-Bahn geschmiegt. Kinder drohten teilweise erdrückt zu werden, die Luft wurde dünn, und dennoch fuhr die Bahn unentwegt.

Sobald der Ausstieg aus der S-Bahn am Stadion erfolgte, gab es keinen Weg mehr zurück. Menschen strömten zu Hunderten Richtung der S-Bahn-Unterführung, als würden sie nur eine Richtung kennen. Wenn man zu jenem Zeitpunkt einen Weg zurück finden will, geht man das Risiko ein, überrannt zu werden. Der Weg der Menschenmassen bahnt sich dann in die Unterführung, wo an den Seiten schon Pfandflaschensammler mit riesigen Müllsäcken auf die Menschen und die Abgabe ihres Leergutes warten. Eine Stunde vor dem Spiel ist schon unglaublich viel Fan- und Polizeiaufgebot auf den Beinen. Es strömen bis kurz vor Spielbeginn, aus jeder an der S-Bahnstation ,,Stadion'' ankommenden Bahn, hunderte von Fans aus, welche mit Fan-Utensilien, alkoholischen Getränken und gesungenen Parolen auf sich aufmerksam machen.

In der Unterführung riecht es nach Rauschmitteln wie z. B. Marihuana, und nach Verlassen des Treppenausganges kann man gigantische Rauchwolken über den Köpfen der Massen sehen, da gefühlt nahezu jede zweite Person eine Zigarette und ähnliches raucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einführung: Der Autor erläutert seine Motivation, Fußball als Massenphänomen und modernes Ritual zu begreifen, und beschreibt seine methodische Herangehensweise.

2. Theorie und Begriff des Rituals: Hier werden theoretische Grundlagen (van Gennep, Turner) eingeführt, um den Übergang vom Alltag ins rituelle Stadiongeschehen zu legitimieren.

3. Charakterisierung des Rituals: Dieses Kapitel definiert Fußball über formale Kriterien, Symbolik und soziale Funktionen, wie Solidarität und Integration.

4. Das Stadion: Der Fokus liegt auf der räumlichen Struktur des Stadions als "Bühne" und der Analyse der rituellen Abläufe innerhalb dieser Umgebung.

5. Charakterisierung des Fans: Die verschiedenen Fan-Typologien und die enorme Bedeutung der Vereinstreue für das Leben des Einzelnen stehen hier im Vordergrund.

6. Fußball und Rivalität: Das Kapitel beleuchtet, wie durch Konfrontation Identität geschaffen wird und welche Rolle Gewalt und Transgression dabei spielen.

7. Fazit und Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert, dass das Fußballritual eine moderne Nische für kollektive Identität bildet und gesellschaftlich relevant bleibt.

Schlüsselwörter

Fußball, Ritual, Stadion, Ethnologie, Fan, Identität, Übergangsriten, Arnold van Gennep, Victor Turner, Rivalität, Gewalt, Symbolik, Communitas, Eintracht Frankfurt, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Fußballspiel im Stadion aus ethnologischer Perspektive und argumentiert, dass dieses Ereignis als komplexes, modernes Ritual fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Transformation der Individuen vom Alltag zum Fan-Dasein, die Bedeutung der Stadionarchitektur als ritueller Raum sowie soziale Prozesse wie Identitätsbildung und Rivalität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Stadionbesuch ein Ritual ist, welches den Teilnehmern ermöglicht, soziale Normen zu überschreiten und eine "eigene Welt" der Gemeinschaft zu erfahren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt Ansätze der qualitativen Forschung, insbesondere ethnographisches Schreiben und teilnehmende Beobachtung bei Spielen von Eintracht Frankfurt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ritualtheorie), die Analyse des Stadions als Ort ritueller Handlungen, die Charakterisierung der Fanszene und die Untersuchung von Rivalität und Konfliktpotenzial.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Übergangsriten", "Liminalität", "Communitas", "Transgression" und die Einordnung des Fußballs als moderne Religion.

Wie unterscheidet die Frankfurter Polizei die verschiedenen Fan-Kategorien?

Die Polizei kategorisiert Fans in A (friedlich), B (konfliktgefährdet) und C (gewalttätig), wobei die Arbeit verdeutlicht, dass die Grenzen zwischen diesen Gruppen fließend sein können.

Welche Rolle spielt die Pyrotechnik in der Argumentation des Autors?

Der Autor ordnet Pyrotechnik als apotropäisches (Unheil abwehrendes) Ritual ein und plädiert für einen kommunikativen Umgang statt eines strikten Verbots, da Letzteres zu Frustration führen könnte.

Warum wird das Stadion mit einem Theater verglichen?

Der Autor verwendet den Theatervergleich, um die räumliche Trennung und die performative Natur des Fußballspiels zu illustrieren, in der Fans und Spieler gemeinsam eine inszenierte Realität erschaffen.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ritualisierung im Fußball am Beispiel Frankfurt am Main
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Ethnologie)
Note
2,3
Autor
Fabian Schönrock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
40
Katalognummer
V343096
ISBN (eBook)
9783668332935
ISBN (Buch)
9783668332942
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ritualforschung Fußball Victor Turner Übergangsrituale Arnold van Gennep
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Schönrock (Autor:in), 2014, Ritualisierung im Fußball am Beispiel Frankfurt am Main, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343096
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  40  Seiten
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