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Asian Style Democracy. Gibt es eine speziell konfuzianistische Form der Demokratie?

Titel: Asian Style Democracy. Gibt es eine speziell konfuzianistische Form der Demokratie?

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Maximilian Fischer (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Diskurs über die sogenannte “Asian Style Democracy“ begann mit dem Ende des Kalten Krieges, als es schien, dass die westliche Ideologie von Demokratie und Kapitalismus sich bald weltweit durchgesetzt haben würde. Die triumphale Rhetorik westlicher Politiker rief in den Ost- und Südostasiatischen Ländern eine starke Gegenreaktion hervor, die sich in dem Versuch artikulierte, die “Asian Style Democracy“ dem westlichen Demokratieverständnis entgegenzusetzen.

Kern der Debatte ist die Behauptung einiger asiatischer Staatsoberhäupter, allen voran Singapurs ehemaliger Premierminister Lee Kuan Yew und Malaysias früherer Ministerpräsident Mahatir Mohamad, dass es sich bei Asien um einen einzigartigen Kulturraum handle. Der einzigartige und auf seine Bedürfnisse zugeschnittene politische Systeme benötigt, die nicht zwangsläufig mit denen der westlichen Demokratien übereinstimmen. Das einzige akzeptable Regierungssystem sei das, das am besten vereinbar ist mit den kulturellen Werten seiner Bevölkerungsmehrheit. Im Falle der ost- und südostasiatischen Staaten sei das der Konfuzianismus, dessen Werte unvereinbar seien mit Demokratie. Auf dieser Grundlage behaupten einige Staatschefs in Ost- und Südostasien, sowie einige Wissenschaftler in Südkorea, Taiwan und dem Westen, dass ein politisches System, das teilweise demokratisch und teilweise autoritär ist, für Ost- und Südostasien besser geeignet sei als liberale Demokratie. In der politischen Praxis bedeutet dies, dass zum Wohle der Gemeinschaft, politische Freiheiten eingeschränkt werden, um Ordnung und Stabilität in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Darunter fallen beispielsweise die Redefreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Freiheit der Presse.

Die Unterstützer der „Asian Values“-These gehen davon aus, dass das konfuzianistische Wertesystem Werte beinhaltet, die mit einer liberalen Ausrichtung der Demokratie unvereinbar sind und dass eine konfuzianistisch geprägte Bevölkerung, in der Mehrheit eine liberale Demokratieform als Regierungssystem ablehnt und eine autoritäre Form von Demokratie bevorzugt. Das wiederum sei die Grundlage für eine speziell konfuzianistische Demokratie, die „Asian Style Democracy“. Die Frage, ob diese Annahmen zutreffen, soll in dieser Arbeit untersucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Welche Staaten werden untersucht?

3. Der Ursprung der „Asian Values“ Debatte

4. Was macht die „Asian Values“ aus?

5. Die Verbindung zwischen „Asian Values“ und „Asian Style Democracy“

5.1 Konfuzianistische Werte und liberale Demokratie

5.2 Definition von Demokratie: ein Vergleich von Ost und West

6. Liberale Demokratie nur auf Kosten des Konfuzianismus?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob die als „Asian Style Democracy“ bezeichnete, autoritär geprägte Regierungsform tatsächlich durch ein spezifisch konfuzianistisches Wertesystem gerechtfertigt ist. Dabei wird analysiert, inwieweit konfuzianistische Traditionen liberale demokratische Werte beeinflussen und ob ein kausaler Zusammenhang zwischen kultureller Prägung und politischem System besteht.

  • Ursprung und Entwicklung der „Asian Values“-Debatte
  • Definition und inhaltliche Merkmale der „Asian Values“
  • Empirische Analyse des Einflusses von Konfuzianismus auf demokratische Einstellungen
  • Vergleich des Demokratieverständnisses zwischen Ostasien und dem Westen
  • Rolle der Modernisierung und demokratischer Erfahrung für den politischen Wandel

Auszug aus dem Buch

5. Die Verbindung zwischen „Asian Values“ und „Asian Style Democracy“

Die Verbindung, die Befürworter der „Asian Values“-These zwischen konfuzianistischen Werten und politischer Kultur knüpfen, ist die Folgende: Die spezifischen Eigenschaften, der auf der konfuzianistischen Ethik basierenden Werte, führen dazu, dass Asiaten weniger Wert auf politische Partizipation und persönliche Freiheit legen, als Menschen im Westen. Hingegen messen Asiaten gesellschaftlicher und politischer Ordnung sowie wirtschaftlichem Wachstum mehr Bedeutung bei. Daraus resultiere logischerweise ein politisches System, das die Umsetzung dieser Präferenzen verfolgt, auch wenn das auf Kosten von liberaldemokratischen Elementen geschieht.

Diese Verknüpfung von Wertesystem und politischem System geht von zwei Prämissen aus.

1. Konfuzianistische Werte begünstigen eine ablehnende Haltung in der Bevölkerung gegenüber Demokratie in ihrer liberaldemokratischen Form.

2. Die Bewohner Ostasiens legen weniger Wert auf Demokratie in ihrer liberalen Form als Menschen in westlichen Nationen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Diskurs um die „Asian Style Democracy“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit von Konfuzianismus und liberaler Demokratie.

2. Welche Staaten werden untersucht?: Dieses Kapitel definiert den Untersuchungsraum auf historisch konfuzianisch geprägte Länder und grenzt diesen gegen andere asiatische Kulturen ab.

3. Der Ursprung der „Asian Values“ Debatte: Es wird die historische Entstehung der Debatte in Singapur analysiert und als Mittel der Identitätsbildung sowie zur Abwehr westlicher Einflüsse eingeordnet.

4. Was macht die „Asian Values“ aus?: Dieses Kapitel systematisiert die geteilten Wertevorstellungen der „Asian Values“, wie Kollektivismus und Hierarchie, und deren ideologische Funktion für autoritäre Regime.

5. Die Verbindung zwischen „Asian Values“ und „Asian Style Democracy“: Hier werden die theoretischen Prämissen der Debatte empirisch hinterfragt und die Wechselwirkungen zwischen konfuzianischer Ethik und Demokratieverständnis untersucht.

6. Liberale Demokratie nur auf Kosten des Konfuzianismus?: Das Kapitel diskutiert, ob Demokratisierung zwingend das Ende konfuzianistischer Werte voraussetzt oder ob beide Systeme koexistieren können.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass „Asian Style Democracy“ eher eine Übergangsform darstellt und Konfuzianismus keine unüberwindbare Hürde für eine grundlegende Demokratisierung ist.

Schlüsselwörter

Asian Style Democracy, Asian Values, Konfuzianismus, liberale Demokratie, politischer Wandel, Paternalismus, Ostasien, politische Kultur, autoritäre Demokratie, Modernisierung, kollektive Werte, Meritokratie, Demokratisierungsprozess, politische Identität, Regierungsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wissenschaftliche Debatte darüber, ob es eine spezifische, auf konfuzianischen Werten basierende Demokratieform in Ostasien gibt, die sich vom westlichen liberalen Modell unterscheidet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der „Asian Values“ und „Asian Style Democracy“, ihre ideologische Verwendung durch politische Eliten sowie deren Auswirkungen auf die Akzeptanz liberaler demokratischer Prinzipien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob ein konfuzianistisches Wertesystem zwangsläufig zur Ablehnung liberaler Demokratie führt oder ob diese Ablehnung eher politisch instrumentell begründet ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung bestehender empirischer Studien (u.a. World Values Survey, East Asian Barometer), um die Korrelation zwischen kulturellen Werten und politischer Einstellung zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition der Werte, der empirischen Überprüfung der Prämissen zur Demokratieablehnung und dem Einfluss der Modernisierung auf traditionelle konfuzianische Gesellschaftsstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Asian Values, Konfuzianismus, liberale Demokratie, Paternalismus, politische Kultur und ostasiatische Transformation.

Warum wird Singapur als Fallbeispiel besonders hervorgehoben?

Singapur dient als Prototyp für die „Asian Style Democracy“, da hier eine Verbindung von wirtschaftlicher Entwicklung, konfuzianischer Rhetorik und einer paternalistischen Regierungsweise explizit von der politischen Führung propagiert wurde.

Welche Rolle spielt die Erfahrung mit demokratischen Prozessen für die Bürger?

Der Autor zeigt auf, dass längere Erfahrungen mit demokratischen Systemen dazu führen, dass die Bevölkerung konfuzianische Traditionen kritischer hinterfragt und die Nachfrage nach liberalen Freiheitsrechten wächst.

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Details

Titel
Asian Style Democracy. Gibt es eine speziell konfuzianistische Form der Demokratie?
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Staat und Gesellschaft im politischen Denken Südostasiens
Note
1,7
Autor
Maximilian Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V343112
ISBN (eBook)
9783668333215
ISBN (Buch)
9783668333222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asian Values Asian Style Democracy Asien asiatische Demokratie Demokratie Konfuzius konfuzianistische Demokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Fischer (Autor:in), 2015, Asian Style Democracy. Gibt es eine speziell konfuzianistische Form der Demokratie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343112
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Leseprobe aus  23  Seiten
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