Musikvermittlung in Afrika. Hintergründe, Instrumente und Vermittlung afrikanischer Musik


Hausarbeit, 2013
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der soziale und kulturelle Hintergrund

3. Die Musik
3.1 Musikinstrumente
3.2 Strukturen der Musik

4. Musikvermittlung
4.1 die Ausbildung der Musiker
4.2 Sozialisation in Mukanda Schulen
4.3 Trommelunterricht von Mamady Keita in Afrika und im Westen

5. Fazit

6. Literaturverzeichniss

1. Einleitung

Wenn man über Musik in Afrika spricht, denken bestimmt viele an eine primitive Musikkultur. Doch dabei wird die Musik in Afrika unterschätzt. Afrikanische Musik kann durchaus kompli- ziert klingen und komplexe Strukturen besitzen. Doch was zeichnet afrikanische Musik aus?

Wodurch klingt afrikanische Musik so wie sie klingt? Wie wird afrikanische Musik gemacht? Na- türlich unterscheidet sie sich stark von der europäischen, doch besonders die Vermittlung der Musik unterscheidet sich stark von der in Europa. Im Rahmen meiner Hausarbeit werde ich diese und wei- tere Fragen beantworten. Dabei habe ich folgende Struktur gewählt: zuerst gehe ich auf die kultu- rellen und sozialen Hintergründe der Musik ein, da diese bei der Betrachtung der afrikanischen Mu- sik und besonders der Musikvermittlung wichtig sind. Als nächstes gehe ich auf die Musik selber ein: ich werde einen Überblick über die Instrumente in Afrika geben. Nachdem diese Vorinformati- onen gegeben sind, kann man sich der Musikvermittlung in Afrika zuwenden. Dabei werde ich, um einen möglichst breiten Einblick zu geben, mich verschiedenen Beispielen aus verschiedenen Kul- turen zuwenden, nachdem ich einen allgemeinen Überblick über die Ausbildung der Musiker in Af- rika gegeben habe. Hier werde ich Fragen beantworten wie: Wie und durch was wird Musik in Af- rika gelernt und gelehrt? Wodurch unterscheidet sich das Lehren und Lernen in Afrika zu dem in Europa? Worin liegen die Ursachen für diese Unterschiede?

2. Der soziale und kulturelle Hintergrund

Da die Musik in Afrika sehr stark mit der Kultur und dem alltäglichen Leben verbunden ist, ist es notwendig, zuerst den sozialen und kulturellen Hintergrund zu klären, da man die Musikvermittlung in Afrika nicht isoliert von der Kultur sehen kann.

Die Musik in Afrika ist zuerst einmal immer etwas Gesellschaftliches: es wird getrommelt und mu- siziert, um sich zu amüsieren, im Rahmen von Ritualen und Zeremonien oder festlichen Aufführun- gen oder bei kollektiver Arbeit oder nur zum Vergnügen der Kinder (vgl. Nketia, 1979, S. 33-36). So ist die Aufgabe von Musik, Gruppengefühlen Ausdruck zu verleihen, und eine Gelegenheit sich an kreativer kollektiver Erfahrung zu partizipieren. (vgl.: Nketia, 1979 S.34) Mit Musik wird häu- fig Lebensfreude und Lust, Gehobenheit und Stolz, Gemütlichkeit und Kraft der Liebe sowie Kampfesmut ausgedrückt (vgl. Billmeyer, 1999, S. 17). „In der Musik spiegelt sich dann auch die ganze afrikanische Kultur wider: ihre Geschichte, Religion und Politik“ (vgl.: Wolterse& Trip, 1992, S. 5)

Doch dadurch, dass die verschiedenen Stämme in Afrika meist in Isolation leben, hat jedes Volk mehr oder weniger seine eigene Musikkultur. Dadurch entsteht eine große Verschiedenheit in Afri- kanischer Musik. (vgl. Wolterse& Trip, 1992, S. 6) was wiederum das Beschreiben afrikanischer Musik erschwert.

Aufführungen können streng geregelt oder frei sein: es gibt zum Beispiel Instrumente oder Lieder, die nur zu bestimmten Zeiten oder Anlässen gespielt werden dürfen (vgl. Nketia, 1979, S. 40) Auch kann die Musik selbst je nach Anlass ganz im Mittelpunkt stehen oder beiläufig sein. (ebd., S.41) und die Ausführung kann sowohl Pflicht als auch freiwillig sein. (ebd., S.51) Während diese Kriterien zwischen verschiedenen Stämmen stark unterschiedlich sein können, hat Musik in Afrika eines gemeinsam: Musik (und auch der Tanz) ist ein wichtiger Bestandteil der Freizeit. (ebd.,S. 45) und ist nicht zuletzt durch die Integration in Rituale und in Zeremonien stark in das alltägliche Le- ben verflochten. (vgl.: Wolterse& Trip, 1992, S.4) Musik ist im Leben der Afrikaner allgegenwärtig. (vgl.: Billmeyer, 1999, S. 17 ) Es geht bei der Musik um Spaß und kollektive Erfahrung und deshalb gibt es meist keine klare Trennung zwischen Aufführenden und Publikum. (vgl.: Nketia, 1979 S. 49) Meistens gibt es für alle, die dabei sind, etwas, wie sie sich an der Musik beteiligen können: sei es durch Klatschen, Trommeln, Tanzen oder Singen. Jedermann nimmt also aktiv an der Musik teil (vgl.: Wolterse& Trip, 1992 S.4). So ist Musik in Afrika automatisch immer eine soziale Aktivität. (ebd., S. 4)

Da die Tradition allgemein schon als wichtig angesehen wird, (vgl.: Wolterse& Trip, 1992 S. 4) ist auch die Musik als Teil der Tradition ein nicht wegzudenkender Teil im alltäglichen Leben der Af- rikaner. Während oft von dem Sohn eines Trommlers erwartet wird, dass er auch ein Trommler wird (vgl. Nketia, 1979, S. 80), hat der Status eines Musikers auch immer etwas mit sozialer Anerken- nung zu tun. (ebd., S. 74) Die Ensembles selber haben meist eine klare Rangreihenfolge: in Vielen Stämmen gibt es einen Leiter, welchem alle Mitglieder gehorchen müssen, und einen Stellvertreter. (ebd., S. 75)

Die Kinder kommen auch schon sehr früh in Kontakt mit der Musik ihrer Kultur: (vgl.: Nketia, 1979, S. 82) Der Unterschied zu Europa liegt darin, dass die Kinder zumindest beim traditionellen afrikanischen Leben zwangsläufig sehr früh in Kontakt mit Musik kommen. Bei Zeremonien wer- den sie von ihren tanzenden Müttern auf dem Rücken oder dem Arm getragen. Dadurch werden die Kinder und sogar auch schon die Babys durch die enge Verflochtenheit der Musik mit der Kultur durch diese stark musikalisch sozialisiert. Hierbei beziehe ich mich jedoch nur auf das traditionelle afrikanische Leben.

Der Stellenwert der Musik ist hoch und unterscheidet sich wesentlich von dem Stellenwert der Mu- sik in Europa: “Anders als in der westlichen Welt ist die Musik in Afrika weder eine Kunstform noch wird sie wegen ihres Genuss- oder Unterhaltungswertes gepflegt. In Afrika ist Musik eine Le- bensform“ (Billmeyer, 1999, S. 17 ) So ist Musik an allen wichtigen Stellen des Lebens präsent. (vgl. ders. S. 17 )

Darüber hinaus hat Musik in Afrika auch eine Kommunikative Funktion: Durch verschiedene Musikinstrumente (z.B.: Sprechtrommel) werden sogar Nachrichten übermittelt.

Zusammenfassend lässt sich zu der afrikanischen Musikkultur sagen, dass diese sich dadurch auszeichnet, dass Musik so in das alltägliche Leben integriert ist, dass sie als allgegenwärtiger, fester Bestandteil angesehen werden kann, mit welchem Afrikaner schon sehr früh in Kontakt kommen und dadurch sozialisiert werden.

3. Die Musik

3.1 Die Musikinstrumente

Um einen Überblick über die Musikinstrumente in Afrika zu geben, habe ich die Musikinstrumente in vier Bereiche gegliedert und zu jeden Bereich beispielhaft Instrumente aufgeführt. Diese Aufführung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da Musikinstrumente in Afrika sich so stark unterscheiden, dass schon zwischen Volksstämmen Unterschiede in den Instrumenten bestehen können, da diese wenig Kontakt zueinander haben (vgl. Nketia, 1979, S. 90).

1. Idiophone

Die Idiophone, auch als SelbsWklinger bezeichnet, sind in Afrika am gebräuchlichsten (vgl. Nketia, 1979, S. 92). Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die einen Klang ohne die Hilfe einer Membran, einer Seite oder eines Rohrs erzeugen können (ebd). Es gibt sowohl Rhythmusidiophone als auch Melodieidiophone.

Die Rhythmusidiophone lassen sich wieder in Kategorien unterteilen:

- Schüttelidiophone: Unter den

Schüttelidiophonen sind die gebräuchlichsten die Rasseln. (vgl., ders., S. 93)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Kürbisrassel, Quelle: Nketia, 1979, S. 95)

– Aufschlag- und Gegenschlagidiophone: Unter diese Rubrik

fallen zum Beispiel Glocken oder Schlitztrommeln.

Dargestellt ist eine Handglocke.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Handglocke, Quelle: Nketia, 1979, S. 99)

- Schrapp- und Reibidiophone: Beispielsweise wie unten

dargestellt, ein gekerbter Bambus, welcher geschrappt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Reibidiophon, Quelle: Nketia, 1979, S. 101)

- Stampfidiophone: Hierunter fällt beispielsweise das dargestellte Stampfrohridiophon.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

unten

(Quelle: Nketia, 1979, S. 101)

Zu den Melodieidiophonen gehört beispielsweise die Mbira und das Xylophon. Die Mbira, bei uns auch bekannt als Malimba, ist eine Art Handklavier, welches mit den Daumen gespielt wird. Die Stimmung der Mbira ist jedoch nicht einheitlich (vgl. Nketia, 1979, S. 104).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Mbira, Quelle: Simon, 1983,S. 31)

Auch das unten dargestellte Xylophon kann stark unterschiedlich ge- stimmt sein: penta, hexa oder heptatonisch (vgl. Nketia, 1979, S. 110). Es gibt eine Vielfalt bei der Art des Resonanzkörpers: Gruben, Kürbisse oder Kästen. Dargestellt habe ich ein Rahmenxylophon mit Kürbissen als Re- sonanzkörper. (ebd.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Xylonphon, Quelle: Nketia, 1979, S. 109)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Musikvermittlung in Afrika. Hintergründe, Instrumente und Vermittlung afrikanischer Musik
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Autor
Jahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V343136
ISBN (eBook)
9783668341104
ISBN (Buch)
9783668341111
Dateigröße
1736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musikunterricht, Ethnologie, Musikpädagogik, Musik lernen, Afrika
Arbeit zitieren
Taavi Wenk (Autor), 2013, Musikvermittlung in Afrika. Hintergründe, Instrumente und Vermittlung afrikanischer Musik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343136

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