Wie nachhaltig ist der deutsche Profifußball?

Analyse des Status quo und Perspektiven für eine „grüne“ Bundesliga


Masterarbeit, 2016
64 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Glossar

1 Einleitung
1.1 Themenrelevanz
1.2 Definition von Nachhaltigkeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Messung von Nachhaltigkeit in Unternehmen
2.1.1 Nationale und internationale Kriterien
2.1.2 Business Sustainability
2.2 Statistische Grundlagen

3 Aktuelle Situation im deutschen Profifußball
3.1 Datenbasis
3.2 Kriterien für einen nachhaltigen Fußballverein
3.2.1 Allgemein
3.2.2 Ökologie
3.2.3 Soziales
3.2.4 Ökonomie
3.3 Ranking der Vereine
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Auswertung
3.4 Best Practice Beispiele

4 Der Weg zu einer nachhaltigeren Liga
4.1 Vereine
4.2 Fans
4.3 Verbände

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung

Abkürzungs- und Akronymverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell

Abbildung 2: Nachhaltigkeitsdreieck

Abbildung 3: Weg in die Mitte

Abbildung 4: GRI; allgemeine Standardangaben

Abbildung 5: GRI; spezifische Standardangaben

Abbildung 6: GRI; Kategorien und Aspekte in den Leitlinien

Abbildung 7: Aufbau GRI Berichterstattung

Abbildung 8: Schema EFFAS KPIs

Abbildung 9:Subsector Pipelines

Abbildung 10: Business Sustainability 1.0 - Refined shareholder value management

Abbildung 11: Business Sustainability 2.0 – Managing for the triple bottom line

Abbildung 12: Business Sustainability 3.0 - Truly sustainable business

Abbildung 13: Aufteilung nach Erfüllungsgrad

Abbildung 14: Handlungsmatrix für eine »grüne« Bundesliga

Abbildung 15: CO2-Emissionen verschiedener Bechersysteme im Vergleich

Abbildung 16: Prozentuale Erfüllungsgarde der drei Säulen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht DNK Kriterien

Tabelle 2: Typology of Business Sustainability and their key characteristics

Tabelle 3: Bewertungslogik

Tabelle 4: Allgemeine Kriterien

Tabelle 5: Ökologische Kriterien

Tabelle 6: Soziale Kriterien

Tabelle 7: Ökonomische Kriterien

Tabelle 8: Bewertungsbeispiel für Transferbilanz vs. Tabellenplatz

Tabelle 9: Nachhaltigkeitstabelle

Glossar

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Wenn man über Fußball und Nachhaltigkeit spricht, kommt häufig die Reaktion:

„Was hat denn Fußball mit Nachhaltigkeit zu tun?"

Klar, soziale Aspekte lassen sich dann schnell ausmachen: Integration, Aufeinandertreffen von Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten, Bekämpfung von Rassismus. Hier scheint der Fußball also schon viel dazu beizutragen. Denkt man weiter, lassen sich auch ökonomische Aspekte ausmachen, jedoch eher negative: steigende Eintrittspreise, exorbitant wachsende Transfersummen und Spielergehälter. Wohl erst bei genauer Betrachtung, werden auch ökologische Aspekte sichtbar. Diese sind aber nicht allgemein bekannt, man findet sie eher in einzelnen Maßnahmen einiger Vereine, etwa dem Bau von Solaranlagen auf den Dächern der Stadien oder dem Aufstellen von Klimaschutzzielen. Diese Maßnahmen werden jedoch meist nur von einzelnen Fangruppen wahrgenommen. Daher soll dieser Bereich in der vorliegenden Arbeit besonders hervorgehoben werden und so erklärt sich auch der im Titel vorkommende Begriff »grüne Bundesliga«.

Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, wie nachhaltig der deutsche Profifußball ist. Um dies zu ermitteln, wurden die aktuellen Erst- und Zweitliga-Mannschaften der Saison 2015/2016 hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten überprüft. Aus den Ergebnissen wurde eine »Nachhaltigkeitstabelle« ermittelt, die einen aktuellen Überblick verschafft. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie der deutsche Fußball nachhaltiger werden kann. Dabei werden jedoch nicht nur die Vereine betrachtet, sondern auch Fans und Verbände. Diese sollten ebenfalls einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Profisport leisten.

1.1 Themenrelevanz

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer wichtiger. Dies liegt an den Vorgaben der Politik, aber hauptsächlich am veränderten Bewusstsein der Konsumenten. So gaben im Jahr 2009 lediglich 26 Prozent der Befragten einer Studie der «Otto Group« an, sich häufig für Produkte zu entscheiden, die nachhaltige Attribute aufweisen. Im Jahr 2013 waren es schon 56 Prozent (Global 2016). Dieser Anteil wird weiter steigen und die Unternehmen werden gezwungen sein, ihre Gesamtstrategie anzupassen. Das Gleiche betrifft auch Fußballvereine, da sie mittlerweile selbst zu großen Unternehmen oder gar Konzernen herangewachsen sind. Im deutschen Profifußball haben längst alle Vereine der beiden Top-Ligen ihre Profimannschaften und die wirtschaftlich relevanten Geschäftsbereiche ausgegliedert. Diese sind nun in Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder andere Gesellschaftsformen umgewandelt worden.

Mit einem Umsatz von 2,45 Milliarden Euro in der ersten und 458 Millionen Euro in der zweiten Liga (DFL 2015: 6-9) ist der Profifußball eine beachtliche volkswirtschaftliche Größe. Allein der FC Bayern München als Konzern erwirtschaftete in der Saison 2013/2014 einen Umsatz von rund 529 Millionen Euro (Statista 2016a). Somit ist die wirtschaftliche Relevanz, den deutschen Profifußball hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit zu untersuchen, hinreichend gegeben.

Neben der wirtschaftlichen ist aber vor allem die gesellschaftliche Relevanz von großer Bedeutung. In den beiden ersten Ligen lag die Zuschauerzahl in der Saison 2013/2014 bei insgesamt 18,5 Millionen Personen (DFL 2015: 48). Dazu kommt noch die enorme mediale Strahlkraft in das In- und Ausland. Die wesentliche Begründung der vorliegenden Untersuchung liegt darin, dass der Fußball sehr große Menschenmassen erreicht. Denn ein nachhaltigerer Profifußball kann ein großer Hebel für eine Transformation und ein Umdenken in der Gesellschaft sein. Der Nachhaltigkeitsgedanke kann so an weite Teile der Bevölkerung und über alle Gesellschaftsschichten hinweg vermittelt werden.

Zudem sind laut einer Forsa-Studie schon 48 Prozent der deutschen Bevölkerung der Meinung, dass Fußballvereine den Umweltschutz unterstützen sollten (VFL Wolfsburg 2014: 16).

1.2 Definition von Nachhaltigkeit

Man soll keine alte Kleider wegwerffen / bis man neue hat / also soll man den Vorrath an ausgewachsenen Holtz nicht eher abtreiben / bis man siehet / daß dagegen gnugsamer Wiederwachs vorhande “ (Carlowitz 1713: 88).

Diese Definition von 1713 zeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit gar nicht so jung ist. Die Maxime von Carlowitz war, dass nur so viel Holz pro Periode geschlagen werden darf, wie nachwachsen wird (Hildebrandt, et al. 2014: 8).

In einer aktuelleren Definition aus dem Jahr 1987 heißt es:

Nachhaltig ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. “ (Hauff 1987).

Diese bis heute weit verbreitete und anerkannte Definition stammt aus dem »Brundtland-Bericht« der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. In dieser Arbeit soll auf die Definition aus dem Brundtland-Bericht Bezug genommen werden, vor allem aber auch auf das Konzept des »Drei-Säulen-Modells« (s. Abb.1), bestehend aus den Bereichen »Ökologie«, »Soziales« und »Ökonomie«. Diese drei Bereiche werden als gleichrangig und gleichgewichtig angesehen, sowohl auf gesamtwirtschaftlicher und politischer Ebene, als auch auf globaler und unternehmerischer Ebene.

(Lexikon der Nachhaltigkeit: 2016a)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell (Petschow, et al. 1998)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Nachhaltigkeitsdreieck (Wilkens 2007: 6)

Von diesem Säulenmodell wird oft das so genannte »Nachhaltigkeitsdreieck« abgeleitet (s. Abb. 2). Allerdings wird dadurch ein eher statisches Bild vermittelt. Es entsteht der Eindruck, dass drei feste Größen miteinander harmonisieren müssten und unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Daher lässt sich die Beziehung der drei Aspekte eher als ein »Weg in die Mitte«, hin zu einer nachhaltigen Entwicklung verstehen (Moll et al. 2000: 7-8). Die Abbildung 3 soll dies veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Weg in die Mitte; eigene Darstellung nach (Moll et al. 2000: 8)

2 Theoretische Grundlagen

Dieses Kapitel befasst sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen. Diese dienen als Basis, um ein tiefergehendes Verständnis für die weiteren Ausarbeitungen zu schaffen. Dazu werden die relevanten Methoden und Konzepte möglichst kurz beschrieben. Zielführend sind zwei Fragestellungen:

1) Wie wird Nachhaltigkeit in Unternehmen gemessen und welche Kriterien werden dafür verwendet?
2) Wie werden Rankings erstellt und welche Logik liegt der Bewertung zugrunde?

Diese Fragen werden nun in den Kapiteln 2.1 und 2.2 geklärt.

2.1 Messung von Nachhaltigkeit in Unternehmen

Wie bereits im ersten Kapitel beschrieben, sind professionelle Fußballvereine mit Unternehmen gleichzusetzen. Darum müssen sie auch als solche bewertet werden. Somit ist es sinnvoll zu untersuchen, welche Methoden zur Bewertung von Nachhaltigkeit bereits existieren. Dazu wird eine Auswahl an Verfahren und Initiativen in Kapitel 2.1.1 vorgestellt. Hierbei sind besonders die zugrunde gelegten Kriterien wichtig. Basierend auf diesen, werden im Kapitel 3.1 die relevanten Kriterien für Fußballvereine abgeleitet.

Außerdem ist es notwendig zu klären, welche Stufen des nachhaltigen Wirtschaftens es überhaupt gibt. Um dies zu beantworten, wird exemplarisch ein Konzept in Kapitel 2.1.2 vorgestellt.

2.1.1 Nationale und internationale Kriterien

Zur Bewertung der Nachhaltigkeitsbemühungen von Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Methoden. Diese unterscheiden sich vor allem in der Ausrichtung ihrer Bewertung. Zum einen existieren Ansätze, die versuchen Nachhaltigkeitsleistungen in monetären Einheiten zu messen. Dabei sollen vor allem ökologische und soziale Ressourcen besser vergleichbar gemacht werden (Hahn 2007: 13). Ein Beispiel für eine solche Methode ist der »Sustainable-Value-Ansatz«. Dieser vergleicht den Ressourceneinsatz eines Unternehmens mit einer Branchen-Benchmark. Hierbei wird z. B. der CO2-Ausstoß im Verhältnis mit dem damit verbundenen Ertrag betrachtet. Liegt dieser errechnete Wert oberhalb der Benchmark, wird von der Schaffung eines nachhaltigen Mehrwertes (Sustainable-Value) ausgegangen (Hahn 2007: 13). Das folgende Rechenbeispiel soll diesen Ansatz verdeutlichen: Unternehmen A emittiert 10 Tonnen CO2 und erzielt damit einen Ertrag von 100 Euro.

Somit erreicht es eine CO2-Effizienz von 10 Euro/Tonne. Der branchenübliche Schnitt liegt jedoch bei lediglich 6 Euro/Tonne. Damit hat Unternehmen A einen » Sustainable-Value« von 40 Euro geschaffen (Hahn 2007: 13).

Ein Problem bei diesem Verfahren ist, dass nur quantitative Kriterien verwendet werden können. In der vorliegenden Arbeit sollen aber vor allem auch qualitative Kriterien berücksichtigt werden. Das größte Problem ist jedoch, dass die Benchmark nicht unbedingt Kriterien der qualitativen Nachhaltigkeit entsprechen muss (Hahn 2007: 26). Auf das Beispiel bezogen bedeutet dies, dass Unternehmen A lediglich im Verhältnis zur Branche CO2-effizenter ist. Ob der gesamte CO2-Ausstoß von A jedoch nachhaltig ist – im Sinne von z. B. Klimaschutzzielen –, lässt sich nicht feststellen. Daher ist es für diese Methode zukünftig sinnvoll, Effizienzziele anstatt von Branchenmittelwerten als Benchmark zu verwenden (Hahn 2007: 26). Hinzu kommt noch, dass eine detaillierte Datenbasis vorliegen muss. Dies macht die Bewertung aus externer Sicht sehr schwer.

Um auch qualitative Kriterien berücksichtigen zu können, werden nun drei Reporting-Methoden vorgestellt. Die »Global Reporting Initiative«, die »ESG-KPIs« der »European Federation of Financial Analyst Societies (EFFAS)« und der »Deutsche Nachhaltigkeitskodex«, der auf den zwei zuvor genannten aufbaut. Besonders die einzelnen Bewertungskriterien des jeweiligen Verfahrens – auch »Key Performance Indicators« (KPIs) genannt – sind für diese Arbeit von Bedeutung. Sie dienen als Basis für die Ableitung von Indikatoren für Fußballvereine.

i) Global Reporting Initiative

Die Initiative ist 1997 in Boston gegründet und hat mittlerweile ihren Hauptsitz in Amsterdam. Ihre Leitlinien sind zum internationalen Standard der Nachhaltigkeitsberichterstattung geworden. Entstanden sind diese in einer Kooperation aus Unternehmen, Investoren, Ratingagenturen, Wirtschaftsprüfern, Verbänden, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern. Sie werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die aktuellste Version ist die vierte Generation »G4«, die 2013 veröffentlicht wurde (Lexikon der Nachhaltigkeit 2016b). Die Anwendung des G4-Reportings ist für jegliche Organisationen weltweit ausgelegt, egal welcher Größenordnung. Ziel der Initiative ist es, die Nachhaltigkeitsberichterstattung zur üblichen Praxis für Unternehmen werden zu lassen (GRI2013: 3). Zudem lassen sich Unternehmen durch die standardisierte Berichterstattung besser vergleichen. Bisher gab es dazu Erfüllungsniveaus – ähnlich wie Noten – von C- bis A+. Dieses System wurde jedoch durch ein Stufensystem ersetzt. So kann »im Einklang mit GRI« in den Stufen »generell« oder »umfangreich« erreicht werden.

Außerdem wird der Fokus seit G4 mehr auf die Ausrichtung der Gesamtstrategie als auf das Erfüllen einzelner Kriterien gelegt. Diese Änderungen machen es Einsteigern zwar schwerer, sollen aber für mehr Glaubwürdigkeit sorgen und »« verhindern (Lexikon der Nachhaltigkeit 2016b).

Die Leitlinien bestehen aus zwei Teilen. Im ersten geht es um die Berichterstattungsgrundsätze und Kriterien. Im zweiten Teil wird eine Umsetzungsanleitung gegeben. Zielführend für diese Arbeit ist jedoch nur der erste Teil mit den darin beschriebenen Kriterien. Darum wird im Folgenden nur noch auf diesen eingegangen.

Es bestehen grundsätzlich zwei Optionen für die Berichterstattung, aus denen eine gewählt werden muss: die Berichterstattung »im Kern« oder »umfassend«. Die umfassende Variante baut auf der im Kern auf. Sie beinhaltet zusätzlich weitere ausführlichere Angaben zu Strategie, Unternehmensführung, Ethik und Integrität. Beide Varianten sind wiederum in allgemeine und spezifische Standartangaben unterteilt. Die Abbildungen 4 und 5 veranschaulichen die Aufteilung und die Themengebiete der beiden Bereiche.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: GRI; allgemeine Standardangaben (GRI 2013: 12)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: GRI; spezifische Standardangaben (GRI 2013: 12)

Die Abkürzungen »G4-1« oder »G4-34« stehen für einzelne Aspekte. Bei den allgemeinen Standartangaben sind diese Aspekte für alle Organisationen gleich.

Die umfassende Variante hat zusätzliche weitere Aspekte. Bei den spezifischen Standardangaben sind die Aspekte unterschiedlich. Hier müssen nur »wesentliche« Aspekte beantwortet werden. Wesentlich wird dort wie folgt definiert:

„Grundsatz: Der Bericht sollte Aspekte abdecken, die:

- die wesentlichen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Organisation wiedergeben bzw.
- die Beurteilungen und Entscheidungen der Stakeholder maßgeblich beeinflussen.“ (GRI 2013: 17)

Die Indikatoren sind dann noch einmal in die drei Kategorien »Wirtschaftlich«, »Ökologisch« und »Gesellschaftlich« unterteilt, wobei die Kategorie »Gesellschaftlich« noch einmal aufgegliedert wird. Die Abbildung 6 soll dies verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: GRI; Kategorien und Aspekte in den Leitlinien (GRI 2013: 9)

Zu den jeweiligen Aspekten gibt es dann wiederum einzelne Indikatoren, beispielsweise den Indikator »G4-EN10«, der dem Aspekt Wasser zugeordnet ist. Er beschreibt dessen Aufbereitung und Wiederverwendung.

G4-EN10

„PROZENTSATZ UND GESAMTVOLUMEN DES AUFBEREITETEN UND WIEDERVERWENDETEN WASSERS

a. Nennen Sie das Gesamtvolumen des von der Organisation aufbereiteten und wiederverwendeten Wassers.
b. Nennen Sie das Gesamtvolumen des aufbereiteten und wiederverwendeten Wassers als Prozentsatz der gesamten unter Indikator G4-EN8 berichteten Wasserentnahme.
c. Nennen Sie verwendete Standards, Methoden und Annahmen.“

(GRI 2013: 55)

So gibt es in jeder Kategorie verschiedenste Kriterien.

Ausgehend von der Komplexität der Kriteriendefinitionen wurde – eigens für die vorliegende Arbeit – der generelle Aufbau vereinfacht und übersichtlich dargestellt (s. Abb. 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Aufbau GRI Berichterstattung; eigene Darstellung

ii) EFFAS (European Federation of Financial Analyst Societies):

Entwickelt hat diesen Kriterienkatalog die »Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA)« im Jahr 2007. Grund dafür war, dass bisherige Berichte den »«

Wie zuvor beschrieben, ist die Berichterstattung mittels der GRI sehr umfangreich, detailliert und bedarf einer großen Datenmenge. Dies stellt oftmals für Unternehmen in der Praxis eine große Hürde dar. Um dies zu vereinfachen und den Aufwand für die Unternehmen zu reduzieren, wurde der Kriterienkatalog deutlich verschlankt und die darin beschriebenen Anforderungen wurden größtenteils konkretisiert. Es gibt 25 Basis-KPIs, die branchen- übergreifend gelten, sowie rund 100 branchenspezifische Indikatoren. Diese sind mit der dritten und aktuellsten Version aus dem Jahr 2010 dazu gekommen (ebd.).

Anders als bei der GRI, bei der das Unternehmen selbst die »wesentlichen« Aspekte analysieren und benennen sollte, wird hier je nach Branche ein fester Katalog vorgegeben. Es wird in 10 Sektoren mit 114 Subsektoren unterschieden (Garz et al. 2010: 4 ff.). Die Sektoren sind wie folgt eingeteilt:

- Öl und Gas
- Grundmaterialien
- Industrie
- Konsumgüter
- Gesundheitswesen
- Telekommunikation
- Versorgungsunternehmen
- Finanzen
- Technologie

Die Anzahl der einzelnen Subsektoren ist unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Sektor ab. Sie sind jedoch alle über den Dow-Jones-»Industry Classification Benchmark (ICB)« definiert. Grundsätzlich sind alle relevanten Indikatoren eines Subsektors in einer Tabelle beschrieben. Die Abbildung stellt das Schema dieser Tabelle allgemein dar. Die Relevanz eines einzelnen Indikators kann jedoch unterschiedlich sein und ist in drei Stufen gegliedert. Die erste Stufe »Scope I« bedeutet, dass diese Indikatoren Basisindikatoren sind.

Diese Informationen sollte das Unternehmen in jedem Fall mitteilen. Falls es dies nicht tut, bedarf es einer Begründung. Stufe eins umfasst die ersten zehn Indikatoren, die immer gleich sind. »Scope II und III« unterscheiden sich in der Detailtiefe der Berichterstattung. Sie wurden auf Basis bisheriger Berichterstattung entwickelt, bei der die Angaben der Unternehmen über das Basislevel hinausgingen. Diese sind nicht notwendigerweise auszufüllen und auch nicht in jedem Subsektor vorhanden (Garz et al. 2010: 14-15).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Schema EFFAS KPIs; eigene Darstellung nach (Garz et al. 2014: 14)

Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen, sei hier beispielhaft die Originaltabelle eines Subsektors abgebildet (s. Abb. 9). Der gewählte Subsektor »Pipelines« hat die ICB-Nr. 0577 und ist Teil des Sektors »Öl & Gas«.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9:Subsector Pipelines (Garz et al. 2010: 22)

iii) Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK):

Entwickelt wurde der Kodex vom »Rat für Nachhaltige Entwicklung« und ist im Jahr 2011 veröffentlicht worden. Er wird von der Bundesregierung unterstützt. Er hat zum Ziel, einen vergleichbaren und komprimierten Rahmen für die Berichterstattung zu geben. Die Anwendung ist für Unternehmen freiwillig (Rat für Nachhaltige Entwicklung 2015: 7-8). Der Kodex ist in vier Bereiche mit insgesamt 20 Indikatoren unterteilt (s. Tabelle 1). Bis auf den ersten Bereich »Strategie« berufen sich die drei weiteren Bereiche »Prozessmanagement«, »Umwelt« und »Gesellschaft« auf bereits existierende Indikatoren. Es wird auf die GRI- und die EFFAS-Indikatoren verwiesen, die in diesem Kapitel bereits vorgestellt wurden. Zur Entscheidung, welcher der beiden Indikatoren-Sets verwendet werden soll, heißt es im Leitfaden zum Kodex: „Die Unternehmen entscheiden, ob sie die KPIs der GRI oder von EFFAS berichten. Diese Entscheidung soll für den gesamten Kodex beibehalten werden“ (ebd. S. 18). Außerdem können branchenspezifische Zusatzangaben freiwillig ergänzt werden (ebd.). Betrachtet man nun jedoch die Tabelle 1, fällt auf, dass es nicht zu allen Indikatoren den entsprechenden Hinweis zur EFFAS gibt. Dies liegt daran, dass es dort zu diesen Themen keine entsprechenden Indikatoren gibt. Eine Entscheidung für diese Berichterstattung, im Rahmen des DNK, ist demnach unvollständiger als mit der GRI.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Übersicht DNK Kriterien; eigene Darstellung nach (Rat für Nachhaltige Entwicklung 2015)

Vergleicht man nun die drei vorgestellten Berichterstattungsleitlinien, lässt sich Folgendes feststellen. Die Komplexität und Strukturtiefe ist sehr unterschiedlich. Am ausführlichsten ist die Variante nach der GRI. Der EFFAS-Ansatz versucht genau diese Komplexität ein wenig zu reduzieren. Er ist damit zwar etwas leichter und übersichtlicher, jedoch geht das zu Lasten der Strukturtiefe. Der DNK bedient sich aus den beiden genannten Indikatoren-Sets, und bricht diese auf ein Mindestmaß herunter. Er kann damit als Basis verstanden werden, mit der jedes Unternehmen einen Einstieg in das Thema schaffen kann. Für tiefergehende Nachhaltigkeitsanalysen, empfehlen sich dann aber die beiden anderen Ansätze.

Tenor aller drei Varianten ist der Versuch, die nachhaltige Berichterstattung zu vereinheitlichen, um sie damit besser vergleichbar zu machen.

2.1.2 Business Sustainability

Im vorangegangen Abschnitt wurde erläutert, welche Verfahren existieren, um Unternehmen mittels einzelner Indikatoren auf ihre Nachhaltigkeit hin zu prüfen. Dabei wird lediglich in Ansätzen versucht, Motive und Gesamtausrichtung der Unternehmen abzufragen (»Strategie« und »Ziele«). Um jedoch eine bessere Gesamteinschätzung der verschiedenen nachhaltigen Ausrichtungen zu bekommen, müssen diese klassifiziert werden. Thomas Dyllick und Katrin Muff haben dazu eine Typologie des nachhaltigen Wirtschaftens aufgestellt. Diese soll hier in ihrem Kern vorgestellt werden.

Das bislang vorherrschende Geschäftskonzept eines als erfolgreich geltenden Unternehmens ist ausschließlich auf die Maximierung des »Shareholder Value« ausgelegt. Günstige Ressourcen- beschaffung, effiziente Prozesse und eine starke Marktposition sind die Leitmaxime. Das Problem dabei ist, dass ökologische und soziale Kosten aufgrund von mangelndem Wissen oder Dessinteresse externalisiert werden. Diesen Ansatz beschreiben Dyllick und Muff als »Business-as-usual« (Dyllick und Muff 2013: 13-14). Viele Unternehmen sind jedoch schon weiter und beziehen ökologische und soziale Dimensionen in ihre Geschäftsmodelle mit ein. Dabei gibt es jedoch Unterscheidungen im Grad der Ausprägung. Um dies zu veranschaulichen, wird die Geschäftstätigkeit in drei Abschnitte unterteilt. Am Anfang steht der »Input«, der das Unternehmensinteresse wiederspiegelt. Dies kann eindimensional (ökonomisch) oder auch mehrdimensional (ökonomisch, sozial, ökologisch) sein. Beim darauffolgenden »Prozess« ist die Unternehmensperspektive entscheidend. Dient die eigentliche Geschäftstätigkeit der Gewinnerzeugung »inside-out« mit Nachhaltigkeit ggf. als Zusatzergebnis? Oder ist die Kerntätigkeit auf eine Nachhaltigkeitsherausforderung und dessen Lösung »outside-in« ausgerichtet?

Der dritte Abschnitt ist der »Output«, d. h. welche tatsächlichen Werte – ausschließlich Shareholder-Value oder auch ökologische und soziale Werte für das Allgemeinwohl – am Ende geschaffen werden (ebd. 7 ff.). An diesen drei Prozessabschnitten wird die Stufe der »Business Sustainability« gemessen. Dabei wird unterschieden in 1.0 bis 3.0.

- Business Sustainability 1.0

Die Unternehmen sind grundsätzlich rein ökonomisch Ausgerichtet. Nehmen aber ökologische und soziale Herausforderungen wahr, welche durch externe Stakeholder aufgezeigt werden. Der Umfang der Aktivitäten beschränkt sich jedoch auf ein von außen gefordertes Mindestmaß. Primäres Ziel ist immer noch die Maximierung des Shareholder-Values mit Inside-out Perspektive.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Business Sustainability 1.0 - Refined shareholder value management (Dyllick/Muff 2013: 15)

- Business Sustainability 2.0

Die Wertschöpfung des Unternehmens geht über den Shareholder-Value hinaus und beinhaltet auch ökologische und soziale Aspekte als eigenständige Dimension. Die durchgängige Struktur der von Anfang bis Ende parallel verlaufenden drei Dimensionen, wird »Triple-Bottom-Line« genannt. Wichtig ist, dass ökologische und soziale Wertschöpfung nicht nur Nebeneffekte der Geschäftstätigkeit sind, sondern das Ergebnis klar definierter, messbarer und kommunizierter Ziele. Der Fokus liegt darin, innerhalb eines ökonomisch profitablen Rahmens klar definierte Nachhaltigkeitskriterien einzuhalten. Die Perspektive ist dabei aber immer noch »inside-out«.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Business Sustainability 2.0 – Managing for the triple bottom line (Dyllick/Muff 2013: 17)

- Business Sustainability 3.0

In dieser Stufe wird – anstatt die negativen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeiten zu minimieren – untersucht, mit welchen Unternehmenstätigkeiten man einen signifikanten nachhaltigen Einfluss auf Gesellschaft und Planet ausüben kann. Das Hauptziel ist also nicht mehr, Profit zu generieren, sondern einen gesellschaftlichen Nutzen. Dennoch muss das Ganze wirtschaftlich bleiben. Das Unternehmen betrachtet zuerst das Umfeld, daher der Perspektivenwechsel zu »outside-in«. Dann stellt sich die Frage, wie es die identifizierten bestehenden Herausforderungen und Probleme mit seinen Ressourcen, Kompetenzen, Talenten und Erfahrungen lösen kann. Diese letzte Stufe wird als »True Business Sustainability« verstanden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Business Sustainability 3.0 - Truly sustainable business (Dyllick/Muff 2013: 19)

In der Tabelle 2 sind alle Stufen, mit ihren ausschlaggebenden Kriterien für die Erreichung der nächsten Stufen, zusammengefasst.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Typology of Business Sustainability and their key characteristics (Dyllick/Muff 2013: 22)

Es bleibt abschließend die für diese Arbeit zielführende Frage zu klären, wo sich Profifußballvereine in dieses Schema einstufen lassen. Da die Interessen inputseitig bei allen Vereinen zumindest zweidimensional (ökonomisch und sozial) und bei den meisten auch dreidimensional sind, kann zumindest von einer flächendeckenden Business-Sustainability 1.0 ausgegangen werden. Einige Vereine generieren darüber hinaus vermutlich auch einen Triple-Bottom-Line-Value und können die 2.0 Stufe erreichen. Eine True-Business-Sustainability 3.0 hingegen ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Blickt man zurück auf die Ursprünge des Profifußballs, lässt sich jedoch feststellen, dass dort die Stufe 3.0 vorhanden war. Ausgangspunkt für die Gründung der Vereine war das gesellschaftliche und soziale Bedürfnis nach Sport, also die Outside-in-Perspektive. Über die Professionalisierung und Kommerzialisierung der letzten Jahre geriet dieser Kern immer weiter in den Hintergrund, vor allem durch die Ausgliederung der Profimannschaften in eigene Unternehmen (siehe Kapitel 1.1). Nun wird versucht, zumindest auf 2.0 zurückzukehren, indem auch ökologische Werte mit einbezogen werden. Inwieweit dies gelingt, oder sogar doch die Stufe 3.0 erreicht wird, soll in der folgenden Untersuchung in Kapitel 3 beleuchtet werden.

2.2 Statistische Grundlagen

Wesentlicher Teil der vorliegenden Arbeit ist die Erstellung eines Rankings. Damit verbunden sind einige statistische Methoden. Einige wichtige Begriffe und Definitionen, die für die Ausarbeitung benötigt wurden, sollen hier nun kurz vorgestellt werden.

Als erstes muss der Begriff »Ranking« an sich definiert werden. Es handelt sich dabei um einen Vergleich bei dem eine Fülle von Daten und Indikatoren auf eine bzw. wenige eindimensionale Kennziffern reduziert wird. Ziel ist es dann, anhand von Leistungsausprägungen, eine Rangfolge präsentieren zu können (Gallus 2006: 28).

Um eine solche Rangfolge erstellen zu können, sind vorher gewisse Annahmen zu treffen. Diese beeinflussen das Ergebnis enorm und müssen deshalb sorgfältig durchdacht, v. a. aber auch ausführlich beschrieben werden, um Lesern die Interpretation der Ergebnisse zu ermöglichen (ebd. 29). Das Rankingziel, die Zielgruppe und die Zielobjekte müssen zu Anfang benannt werden. Das wichtigste sind die zur Messung von Leistungen dienenden »Indikatoren«. Es steht eine Vielzahl von ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Indikatoren zur Verfügung. Aus der Fülle an möglichen Kennziffern sind nur jene auszuwählen, die am Aussagekräftigsten sind, damit möglichst wenig Information verlorengeht. Entscheidend ist aber auch die Validität, d. h. der Indikator muss tatsächlich auch das messen, was zielführend ist. Daher ist eine eindeutige Interpretierbarkeit der Indikatoren wichtig. Um am Ende einen Gesamtwert zu erhalten, müssen alle Indikatoren und Dimensionen aggregiert werden. Dazu werden alle vorhandenen Daten auf eine einheitliche Skala übertragen und anschließend wird über die Bedeutung von Indikatoren und Variablen per Gewichtung entschieden. Die Gewichtung wird generiert, indem die Indikatoren entweder nach der Transformation mit Gewichtungsfaktoren multipliziert oder – durch unterschiedlich erzielbare Höchstpunktzahlen – direkt integriert werden. Mangels genauer Einschätzung kann aber auf die Gewichtung von Indikatoren verzichtet werden. Dann gehen alle Daten mit gleichem Gewicht in das Endergebnis ein (ebd. 30 ff).

3 Aktuelle Situation im deutschen Profifußball

In diesem Kapitel soll nun der aktuelle Stand der Nachhaltigkeitsbemühungen im deutschen Profifußball dargestellt werden. Dazu wurden mit Hilfe der in Kapitel 2 erläuterten Methoden und Indikatoren relevante Bewertungskriterien aufgestellt. Dieser daraus entstandene Kriterienkatalog wurde mittels Recherche, Befragung und eigenen Ausarbeitungen befüllt. Aus dieser Datenmenge konnte dann ein Ranking erstellt werden, welches die Vereine hinsichtlich Ihrer Nachhaltigkeits- aktivitäten einstuft. Zuletzt werden noch nennenswerte »Best-Practice-Beispiele« vorgestellt, die bei der Recherche positiv aufgefallen sind.

Bevor auf den aktuellen Stand eingegangen wird, muss jedoch der Begriff »Profifußball« erläutert werden. Wie wird er in Deutschland verstanden und wie ist er für diese Arbeit definiert? »Profisport« wird als „berufsmäßig betriebener Sport“ definiert (DUDEN 2016a). Ebenso verhält es sich auch mit dem Profifußball. Er unterscheidet sich im Wesentlichen vom Amateurfußball durch die haupt- berufliche Ausübung. Eine genaue Abgrenzung ist jedoch nicht ganz leicht, da auch in höheren Spielklassen eine zunehmende Professionalisierung beobachtet wird. So wurden zu Beginn der Spielzeit 2008/2009 die ehemaligen »Regionalligen« zur »3. Liga« gebündelt. Sie ist dem »Deutschen Fußball-Bund e.V. (DFB)« unterstellt (DFB 2016). Mit diesem Schritt wurde eine dritte Profiliga in Deutschland geschaffen. In dieser Arbeit werden jedoch unter dem Begriff »Profifußball« nur die erste und die zweite »Bundesliga« verstanden. Der Grad der Professionalisierung ist hier deutlicher höher und nur diese beiden Spielklassen sind losgelöst vom DFB in der »Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL)« organisiert.

3.1 Datenbasis

Bevor die jeweiligen Kriterien vorgestellt werden, muss auf die Datenerhebung und deren Auswertung hingewiesen werden.

Es wurden alle Erst- und Zweitligavereine der Spielzeit 2015/2016 berücksichtigt. Die Datenerhebung erfolgte über zwei Wege.

1) Über öffentlich zugängliche Daten. Dabei vor allem über die Homepages der Vereine, aber auch über sämtliche andere externe Quellen.
2) Empirisch. Dazu wurde ein Fragebogen an alle 36 Vereine gesendet. Dieser Fragebogen beinhaltet elf Fragen zu einzelnen Kriterien. Da der Bearbeitungsaufwand für die Vereine möglichst gering ausfallen sollte, wurden nicht alle Kriterien abgefragt. So sollte eine höhere Rücklaufquote erreicht werden. Die Fragen beziehen sich daher auf Kriterien, die intern einfach, aber aus externer Sicht eher schwer oder aufwändig zu erheben sind. Es wurde eine Rücklaufquote von 25% erreicht. Der Fragebogen ist im Anhang 2 einzusehen.

Aufgrund dieser Rücklaufquote ist bei der Bewertung Folgendes zu berücksichtigen: Vereine die sich an der Umfrage beteiligten, haben Vorteile bei den Kriterien, zu denen keine öffentlichen Informationen ermittelt werden konnten. In dem Fall wurde ein Kriterium mit »keine Angaben« (k. A.) und null Punkten bewertet.

Die meisten Fragen wurden so formuliert, dass sie mit »Ja« oder »Nein« zu beantworten waren. Das diente dazu, die Beantwortung der Fragen – und damit verbunden auch die spätere Bewertung – möglichst einfach zu halten.

Die Bewertung der Kriterien (bei vorhandenen Informationen) wurde mit zwei Methoden durchgeführt. Eine binäre Logik für die »Ja/Nein« Fragen, und eine Ampel-Logik bei komplexeren Fragestellungen. Die Verteilung der jeweiligen Punkte zu den möglichen Ausprägungen ist in der Tabelle 3 aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Bewertungslogik; eigene Darstellung

[...]

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten

Details

Titel
Wie nachhaltig ist der deutsche Profifußball?
Untertitel
Analyse des Status quo und Perspektiven für eine „grüne“ Bundesliga
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
64
Katalognummer
V343177
ISBN (eBook)
9783668331747
ISBN (Buch)
9783668331754
Dateigröße
2211 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Fußball, Bundesliga, Sustainability
Arbeit zitieren
Pascal Nebe (Autor), 2016, Wie nachhaltig ist der deutsche Profifußball?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343177

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