Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation


Hausarbeit, 2005

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation

Einleitung

1 Definition und Einführung in die Thematik
1.1 Definition Emotion
1.2 Einblick in die Neurobiologie der Emotionen
1.3 Definition Intelligenz
1.3.1 Die rationale oder kognitive Intelligenz und der IQ
1.3.2 Intelligenztheorie nach Thorndike
1.3.3 Intelligenztheorie nach Gardner
1.4 Emotionale Intelligenz
1.4.1 Definition
1.4.2 Abriss der Entwicklungsgeschichte der emotionalen Intelligenz

2 Die fünf Komponenten der emotionalen Intelligenz nach Peter Salovey & John Mayer
2.1 Selbstwahrnehmung
2.2 Selbstregulierung
2.3 Motivation
2.4 Empathie
2.5 Soziale Kompetenz

3 Facetten und Bereiche der emotionalen Intelligenz am Arbeitsplatz
3.1 Emotionale Intelligenz in der Personalauswahl
3.2 Die vier Verhaltenstypen bei Konfliktsituationen nach Daeubner
3.3 Die Bedeutung der emotionalen Intelligenz für Teams
3.4 Nutzen der emotionalen Intelligenz für den Arbeitsalltag
3.5 Die vier Führungskompetenzen nach Goleman
3.5.1 Selbstwahrnehmung
3.5.2 Selbstmanagement
3.5.3 Soziales Bewusstsein
3.5.4 Beziehungsmanagement

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation

Einleitung

Die Regeln der Arbeitswelt sind im Wandel. Wir werden an einem neuen Maßstab gemessen, der nicht nur misst, wie klug und ausgebildet wir sind, sondern auch wie geschickt wir mit uns selbst und mit anderen umgehen. Dieser Maßstab kommt immer öfter zur Anwendung, wenn darüber entschieden wird, wer eingestellt wird und wer nicht. Dieser neue Maßstab setzt voraus, dass wir ausreichende intellektuelle Fähigkeiten und technisches Wissen mitbringen, aber der Fokus der Betrachtung liegt an einem anderen Punkt. Er liegt bei den persönlichen Qualitäten wie Initiative und Empathie, Anpassungsfähigkeit und Überzeugungskraft. In einer Zeit, in der es keine Arbeitsplatzsicherheit mehr gibt, sind dies die vorrangigen Fähigkeiten, die uns Beschäftigung verschaffen und erhalten. Für diese Fähigkeiten gibt es einen Namen: Emotionale Intelligenz.[1]

Was meint dieser Begriff? Was nützt dem Mitarbeiter, was nützt dem Unternehmen emotionale Intelligenz? Jeder kennt es, jeder hat es schon mal gehört, aber was bedeutet es genau? Diese und weitere Fragen sollen in dieser Ausarbeitung geklärt werden.

1 Definition und Einführung in die Thematik

Zorn, Furcht, Glück, Liebe, Überraschung, Abscheu, Trauer, Freude, Ärger, Mitleid, Scham, Neid…. Sämtliche Emotionen, die empfunden werden, lassen uns etwas tun. Wir lassen und durch das Empfinden der Emotionen zu Handlungen hinreißen. Welche Reaktionen dies sind, wird im Kapitel 1.2 näher erläutert.

1.1 Definition Emotion

Der Stamm des Wortes „Emotion“ lässt sich vom lateinischen Verb „movere“ (bewegen) herleiten, es wird heute oft von einer Gemütsbewegung gesprochen. Die lateinische Vorsilbe „e“ ergänzt das Wort mit der Bedeutung „hin, her, weg, aus, heraus“, sodass das Wort Emotion zwar Gemütsbewegung bzw. –regung bedeutet, aber zusätzlich noch eine Handlung zur Folge hat. „Jede Emotion weckt eine spezifische Handlungsbereitschaft, die uns in eine Richtung weist […]“[2]

In der Umgangssprache werden Emotionen oft mit Gefühlen gleichgesetzt, der Unterschied besteht jedoch darin, dass eine Emotion eine automatische Reaktion des Körpers auf eine bestimmte Situation darstellt, wobei ein Gefühl dann erlebt wird, wenn diese Emotion bewusst wahrgenommen wird.[3] Um den Unterschied noch deutlicher zu machen: Ein Gefühl wird bewusst erlebt, eine Emotion unbewusst.

1.2 Einblick in die Neurobiologie der Emotionen

"Ein Freund erzählte mir von seinem Urlaub in England. In einem Café […] hatte er gefrühstückt und war anschließend auf der Treppe entlang spaziert, die zum Kanal hinunter führte. Plötzlich sah er ein Mädchen, das, starr vor Angst, ins Wasser schaute. Ehe er recht wusste, warum, sprang er – mit Anzug und Krawatte – ins Wasser. Erst im Wasser wurde ihm bewusst, dass das Mädchen verängstigt nach einem Kleinkind starrte, das hineingefallen war; er konnte es retten. Was ließ ihn ins Wasser springen, ehe er wusste, warum? Es war wahrscheinlich sein Mandelkern.“[4]

Der Mandelkern ist der „Sitz unserer Leidenschaft“[5] Der medizinische Begriff des Mandelkerns kommt von dem griechischen Wort Amygdala, das Mandel bedeutet. Der Mandelkern ist der Spezialist für emotionale Angelegenheiten, er ist ein Speicher für primitive emotionale Erinnerungen. Die folgende Abbildung zeigt, stark vereinfacht, den Ablauf im Gehirn bei einer emotionalen Reaktion:

Ein visuelles Signal gelangt von der Retina zuerst zum Thalamus (Zwischenstation für Sinneseindrücke auf dem Weg zum Großhirn). Hier wird es in die Sprache des Gehirns übersetzt. Der größte Teil der Botschaft geht dann zum visuellen Kortex (Hirnrinde), wo diese analysiert und auf ihre Bedeutung und Reaktionsangemessenheit hin abgeschätzt wird. Ist diese Reaktion emotional, dann läuft ein Signal zum Mandelkern und aktiviert die emotionalen Zentren. Ein kleinerer Anteil des ursprünglichen Signals gelangt aber vom Thalamus direkt Abb. 1: Quelle: Goleman 2001

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

zum Mandelkern. Diese Transmission erfolgt schneller und erlaubt eine raschere (wenn auch weniger genaue) Reaktion. Auf diese Weise kann der Mandelkern eine Reaktion auslösen, noch bevor die kortikalen Zentren ganz verstanden haben, was vor sich geht.[6]

Emotionen führen unweigerlich zu Handlungen. Hier einige Beispiele, welche Reaktionen beim Empfinden bestimmter Emotionen hervorgerufen werden:

- Zorn: Blut strömt in die Hände (man kann schneller zur Waffe greifen oder den Feind schlagen), der Puls nimmt zu, Adrenalin wird ausgestoßen; dies erzeugt einen Energieschub wodurch eine energischere Reaktion ermöglicht wird.
- Überraschung: Man hebt unbewusst automatisch die Augenbrauen an, um das Blickfeld zu erweitern und mehr Licht auf die Netzhaut zu lenken.
- Furcht. Blut fließt aus dem Gesicht ab, sodass es bleich wird und fließt in die Beinmuskeln, und sorgt so dafür, dass man leichter fliehen kann. Zugleich erstarrt der Körper kurz, um abzuwägen, ob Flucht oder Ausharren die bessere Alternative ist. Es werden Hormone ausgeschieden, sodass der Körper in einem allgemeinen Alarmzustand ist. Auf diese Weise ist er gereizt und handlungsbereit, kann sich auf die Gefahr konzentrieren.
- Trauer: Die Trauer lässt die Energie und Begeisterung für das normale Leben sinken, sie verlangsamt den Stoffwechsel des Körpers. Durch diesen inneren Rückzug wird die Gelegenheit geschaffen, den Verlust zu betrauern.[7]

1.3 Definition Intelligenz

Das Wort Intelligenz leitet sich aus dem Lateinischen „intellegere“ (wahrnehmen, merken, erkennen, verstehen, begreifen, Einsicht haben) ab. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird unter Intelligenz Klugheit, schnelle Denkfähigkeit und Denk- und Urteilsvermögen verstanden.

Festzuhalten ist, dass grundsätzlich alle Menschen intelligent sind, sie sich jedoch in der Höhe der Intelligenz unterscheiden. Die Höhe […] bemisst sich nach zwei Kriterien: der Geschwindigkeit in der Erfassung und Lösung von Aufgaben einerseits und der Komplexität der Aufgaben andererseits […].[8]

1.3.1 Die rationale oder kognitive Intelligenz und der IQ

Der erste Intelligenztest ist um 1900 von Alfred Binet als Schulreifetest entwickelt worden. Es sind dann im Laufe der Jahre verschiedene Test entwickelt worden, die alle ihren eigenen Namen haben und keinesfalls miteinander vergleichbar sind. Diese Tests können aber nur ganz bestimmte intellektuelle Leistungen erfassen und haben somit eingeschränkte Aussagekraft. Das Ausmaß von Wissen und Bildung, der Charakter, die Zuverlässigkeit, musische Begabungen, das Geschick im Umgang mit Menschen, können z.B. nicht getestet werden. Aus diesem Grund sind solche herkömmlichen Intelligenztest nicht geeignet, Voraussagen über Lebens- und Berufserfolg zu treffen.

1.3.2 Intelligenztheorie nach Thorndike

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Quelle: www.distance.syr.edu/ pvitaelt.html

Der amerikanische Psychologe Edward Lee Thorndike (1874 -1949) verwendetet erstmals den Begriff der sozialen Intelligenz. Der Begriff der emotionalen Intelligenz ging aus dem der sozialen Intelligenz hervor, sodass aus diesem Blickwinkel betrachtet, der Begriff seinen Ursprung bei Edward Lee Thorndike fand. Thorndike unterschied grundsätzlich drei Arten der Intelligenzen beim Menschen[9]:

- die abstrakte Intelligenz: Diese Intelligenz ist der akademischen, rationalen Intelligenz gleichzusetzen.
- die mechanische oder praktische Intelligenz: Die Fähigkeit, physikalische Objekte zu verstehen und zu benutzen.
- die soziale Intelligenz: Diese definiert er als „The ability to understand and manage men and woman, boys and girls – to act wisely in human relations“[10] – (Die Fähigkeit Männer und Frauen, Jungen und Mädchen zu verstehen und zu leiten – weise in menschlichen Beziehungen zu handeln).

1.3.3 Intelligenztheorie nach Gardner

1983 erschien Howard Gardners (*1943) Buch „Frames of mind – the theory of the multiple intelligences – „Theorie der multiplen Intelligenzen“.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Quelle: www.gse.harvard.edu/.../ gardner1001 2003.html

Dieses Konzept der multiplen Intelligenzen definiert die Intelligenz nicht mehr als eine rationale Verstandesleistung, sondern als Fähigkeit oder Begabung, wobei diese sieben multiplen Intelligenzen voneinander völlig unabhängig sind.

Die sieben Intelligenzen nach Gardner sind im Einzelnen:

- die linguistische Intelligenz: die Fähigkeit, Sprachen zu erlernen, zu gebrauchen, eine gewisse Sensibilität für Sprachen zu besitzen.
- die musische Intelligenz: die Begabung zum Musizieren, Komponieren, Emotionen in Musikstücken zu erkennen und den Sinn für musikalische Prinzipien wie z.B. Taktgefühl, Tongefühl zu haben.

[...]


[1] Vgl. Goleman 2000, S. 11f

[2] Goleman 2001, S. 20

[3] Vgl. Klein 2003, S. 35

[4] Goleman 2001, S. 35

[5] Goleman 2001, S. 32

[6] Vgl. Ibd. S. 37

[7] Vgl. Ibd. S. 22f

[8] Scheler 1999, S. 32

[9] Vgl. Scheibel 2004, S 8

[10] Ibd. S. 8f

[11] Vgl. Gardner 1983

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation
Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta
Veranstaltung
Personalmanagement
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V34332
ISBN (eBook)
9783638345880
Dateigröße
1890 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionale, Intelligenz, Schlüsselqualifikation, Personalmanagement
Arbeit zitieren
Betriebswirtin Yvonne Flerlage (Autor), 2005, Emotionale Intelligenz als Schlüsselqualifikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34332

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