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Islamismus und Antisemitismus. Ein zentrales Element der Ideologie?

Eine Untersuchung am Beispiel der Muslimbruderschaft und Hassan al-Banna

Titel: Islamismus und Antisemitismus. Ein zentrales Element der Ideologie?

Seminararbeit , 2016 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christian Schwinge (Autor:in)

Judaistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit möchte ich die These untermauern, dass Antisemitismus nicht nur eines der Elemente des Islamismus ist, sondern sogar das zentrale Element eben dieser Ideologie. Als Beispiel dafür dient die Muslimbruderschaft, die als eine der ersten Organisationen im arabischen Raum eliminatorischen Antisemitismus als propagandistisches Mittel verwendete und in die Praxis umsetzte. An Hand dieser werde ich die einzelnen Bestandteile der Ideologie, gerade mit Blick auf antisemitische Elemente, untersuchen.

Etwa zeitgleich mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus in Europa, entstand im Jahr 1928 in Ägypten die Muslimbruderschaft, die als Mutter des ‚modernen‘ Islamismus prägend für die zentrale Rolle des Antisemitismus in der islamistischen Ideologie ist. Ähnlich wie die faschistische Bewegung in Europa, betrat die Muslimbruderschaft die politische Bühne mit einer vermeintlichen Antwort auf die wiederkehrenden Krisen des Kapitalismus. Dabei war der Kern des ideologischen „Lösungsansatzes“ genau so am Faschismus der Vorbilder in Europa wie auch am Koran orientiert. Zwar unterschied sich die Ideologie der Muslimbruderschaft im Punkte der Sexualmoral und Geschlechterpolitik sowie der Rassenpolitik von Nationalsozialismus und Faschismus.

Trotzdem überwogen Übereinstimmungen wie etwa die Ablehnung von Parlamentarismus, der offene Kampf gegen Marxismus und Liberalismus und letztlich die Verteufelung des Zinses in Personifizierung des Juden, als alles zersetzende Kraft in der Gesellschaft. Heute gelten die Muslimbrüder als älteste noch existierende islamistische Organisation. Sie war und ist ideologisches Vorbild für alle großen Sprösslinge des Islamismus. Dazu zählen die Taliban, al-Quaida und die Hamas. Die Muslimbruderschaft war hauptverantwortlich für die massenhafte Verbreitung antizionistischer und antisemitischer Inhalte in Form massiver Propaganda gegen Juden bzw. gegen den jüdischen Staat. Eine unmittelbare Folge dieses Propagandafeldzuges war die vollkommene Umkehr des eher pro-jüdisch geprägten Klimas Ägyptens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, in ein Klima des antisemitischen Vernichtungswahns und des Antizionismus ab den 1940er Jahren.

Mit über 60 verschiedenen Publikationen gehören die „Protokolle der Weisen von Zion“ und Adolf Hitlers „Mein Kampf“, nach dem Koran, heute zu den weitverbreitesten Werken in der islamischen Welt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Muslimbruderschaft – Gründungsgeschichte & Aufstieg unter al-Banna

3. Organisationsstruktur und Verwaltungsapparat

4. Antisemitismus als Kern der Ideologie

4.1 Zur Ideologie – Ökonomisches Programm

4.2 Zur Ideologie – Der „Ur-Islam“

4.3 Zur Ideologie - Kulturkampf

4.4 Zur Ideologie – Die Rolle des Djihads ( „Die Todesindustrie“)

5. Abriss: Antisemitismus der Muslimbruderschaft nach der Staatsgründung Israel

6. Antisemitismus als Kernelement des modernen Islamismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass Antisemitismus kein bloßer Begleiteffekt, sondern das zentrale ideologische Element des modernen Islamismus darstellt, wobei die Muslimbruderschaft unter Hasan al-Banna als historisches Fallbeispiel für die Praxisimplementierung eliminatorischen Antisemitismus dient.

  • Historische Entwicklung der Muslimbruderschaft
  • Strukturelle Analyse der ideologischen Grundlagen
  • Verbindung von antijüdischen Narrativen und ökonomischer Kapitalismuskritik
  • Die Rolle des Djihads als Umsetzungsmittel des Antisemitismus

Auszug aus dem Buch

4.3 Zur Ideologie - Kulturkampf

Al-Banna gründete bereits im Alter von 13 Jahren die "Gesellschaft zur Verhinderung des Verbotenen" um gegen "unsittliches" und mit dem Islam nicht zu vereinbarenden Verhalten vorzugehen. Dies bedeute gegen all die Sinnlichkeiten und Versuchungen vorzugehen (Bordelle, Nachtclubs, Cafes) die durch den Westen respektive durch das britische Empire nach Ägypten Einzug hielten. Nicht nur der Materialismus und die Dekadenz des Kapitalismus eigneten sich als Feindbild, auch dem Kommunsimus, der durch seine anti-klerikalen Elemente, als besonders bedrohlich galt wurde der Kampf angesagt. Auch dieses Feindbild konkretesierte al-Banna bzw. die Muslimbruderschat in Form der Juden, die für Geld, Dekadenz, Lust und Libido standen. Die Annahmen al-Bannas, Juden seien der Inbegriff von Materialismus und der Sinnlichkeit (Lust u. Libido) lassen sich u.a folgendermaßen erklären:

1. Das jüdische Volk, das als Anhänger einer monotheistischen Religion, weder missioniert noch in direkten Konflikt mit anderen (monotheistischen u. polytheistischen) Religionen tritt, sieht sich selbst als "auserwähltes" Volk. Daraus resulitiert das Ressentiment, "die Juden" sähen sich in einer Position des natürlichen Erhabenseins über allem anderen, welches wiederrum im antisemitischen Vorwurf einer übersteigerten Selbstliebe (Narzissmus) resultiert. Der Antisemit kann sich die Fortexistenz eines solchen Volkes (Juden) nur mit einer Allmacht eben dieses erklären. Diese Allmacht äußert sich primär durch die vermeintlich von den Juden kontrollierten Finanzwelt.

2. Die dem Islam "fremden" Eigenschaften der Libido und der Lust, die durch die Scharia unterdrückt werden (Verschleierung, etc.), werden auf die "Ungläubigen" projeziert . Anstelle von Lust und Dekadenz tritt Triebhemmung. Sinnlichkeit und Lust wie sie von Establishments wie Bordellen und Nachtclubs ausgehen werden als bewusste Provokationen gewertet, die ihren Ursprung in der westlichen Welt haben und die muslimische Gesellschaft korrumpieren sollen. "Der antisemitische Pogrom ist dann "ein großartiges Fest für das Ich" (Freud), weil dieses darin alle Triebhemmungen fallen lassen kann."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale These ein, dass der Antisemitismus den Kern des Islamismus bildet, und verortet die Muslimbruderschaft als ideologisches Vorbild für spätere Bewegungen wie al-Quaida oder die Hamas.

2. Die Muslimbruderschaft – Gründungsgeschichte & Aufstieg unter al-Banna: Dieses Kapitel skizziert die Entstehung der Organisation unter al-Banna im Jahr 1928 sowie ihre Entwicklung von einer religiösen Gemeinschaft zu einer radikalisierten politischen Kraft.

3. Organisationsstruktur und Verwaltungsapparat: Die Analyse beschreibt die hierarchische Gliederung der Bruderschaft und ihre zielgerichtete Strategie der gesellschaftlichen Ideologisierung durch soziale Institutionen wie Schulen und Moscheen.

4. Antisemitismus als Kern der Ideologie: Hier werden die ideologischen Säulen der Bruderschaft untersucht, wobei Antisemitismus als roter Faden durch die ökonomische Kritik, den "Ur-Islam"-Begriff und den Kulturkampf identifiziert wird.

5. Abriss: Antisemitismus der Muslimbruderschaft nach der Staatsgründung Israel: Der Abschnitt dokumentiert die Rolle von Akteuren wie al-Husseini und die konsequente Ausrichtung der Organisation auf eine eliminatorische antizionistische Praxis nach 1948.

6. Antisemitismus als Kernelement des modernen Islamismus: Das Abschlusskapitel fasst zusammen, wie der Antisemitismus von einem reaktionären Reflex zur zentralen Staatsräson innerhalb der islamistischen Weltanschauung transformiert wurde.

Schlüsselwörter

Muslimbruderschaft, Hasan al-Banna, Islamismus, Antisemitismus, Antizionismus, Djihad, Ideologie, Faschismus, Kapitalismuskritik, Ur-Islam, Scharia, Kulturkampf, Israel, Nahostkonflikt, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle des Antisemitismus innerhalb der Ideologie der Muslimbruderschaft und des modernen Islamismus.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte der Muslimbruderschaft, die organisatorische Struktur, die ökonomische Programmatik sowie die historische Entwicklung des antijüdischen Feindbildes.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit verfolgt die These, dass der Antisemitismus kein nebensächliches Element, sondern den ideologischen Kern des Islamismus bildet.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse ideengeschichtlicher Dokumente und greift für seine Untersuchung maßgeblich auf die Forschungsergebnisse von Matthias Küntzel zurück.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des ökonomischen Programms, des Konzepts des "Ur-Islams", den Kulturkampf gegen westliche Einflüsse und die Rolle des Djihads als "Todesindustrie".

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Islamisierung, eliminatorischer Antisemitismus, Totalitarismusvergleich und religiös legitimierte Gewalt geprägt.

Wie definiert Hasan al-Banna den sogenannten "Ur-Islam"?

Al-Banna versteht darunter eine Rückkehr zur Gesellschaft des Propheten Muhammed unter strikter Anwendung der Scharia und der Wiederherstellung des Kalifats als Einheit von Religion und Politik.

Warum wird der Begriff "Todesindustrie" im Zusammenhang mit der Bruderschaft verwendet?

Der Begriff stammt aus einem Artikel al-Bannas von 1938 und bezeichnet die religiöse Aufwertung des Todes und den Djihad als individuelle Pflicht zur Etablierung des islamischen Staates.

Welche Bedeutung hatte der Mufti von Jerusalem für die Muslimbruderschaft?

Mohammed Amin al-Husseini fungierte als Verbindungsmann zum Nationalsozialismus und als radikaler Anführer des Palästina-Ablegers der Bruderschaft, der den bewaffneten Kampf gegen Juden maßgeblich vorantrieb.

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Details

Titel
Islamismus und Antisemitismus. Ein zentrales Element der Ideologie?
Untertitel
Eine Untersuchung am Beispiel der Muslimbruderschaft und Hassan al-Banna
Hochschule
Universität Potsdam  (Moses Mendelsohn Zentrum Potsdam)
Veranstaltung
Israel im neuen Nahen Osten – Zionismus nach dem arabischen ‘Frühling’ & in Konfrontation mit dem iranischen Regime
Note
1,3
Autor
Christian Schwinge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V343334
ISBN (eBook)
9783668333604
ISBN (Buch)
9783668333611
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitismus Islamismus Islam Muslimbruderschaft Naher Osten Israel Ägypten Antizionismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Schwinge (Autor:in), 2016, Islamismus und Antisemitismus. Ein zentrales Element der Ideologie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343334
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Leseprobe aus  13  Seiten
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