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Arabismen in der deutschen Sprache

Eine exemplarische Analyse des deutschen Wortschatzes im Hinblick auf arabische Einflüsse

Titel: Arabismen in der deutschen Sprache

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Janine Tyzak (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zucker, Matratze, Giraffe, Alkohol, Rasse oder Marzipan sind Wörter, die in der deutschen Standardsprache alltäglich verwendet werden. Oft sind diese Wörter phonologisch so in das deutsche Sprachsystem integriert, dass sie im Sprecherbewusstsein nicht als Transferenzen oder Fremdwörter wahrgenommen werden. All diese einführenden Worte haben eine Gemeinsamkeit, denn sie finden ihren Ursprung in der arabischen Sprache.

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich auf der Metaebene mit dem Diskurs arabischer Transferenzen in der deutschen Standardsprache. Dabei wird zunächst eine komprimierte Einführung in die arabische Sprache gegeben, um einen fundierten Grundstein für weiterführende Überlegungen zu ermöglichen. Anschließend werden relevante terminologischen Begriffe definiert, um die arabische Sprache dann als Spendersprache zu thematisieren. Dabei werden vor allem historische Ereignisse fokussiert, welche einen Sprachkontakt zwischen der arabischen Welt und den europäischen Ländern ermöglichten.

Ein Exkurs in die Lexik des Arabischen dient dazu, einen Einblick darüber zu gewinnen, warum deutsche Poeten und Reisende oftmals von dem orientalischen Stoffen fasziniert waren und eine entscheidende Funktion in der Übernahme von direkten Entlehnungen darstellten. Darauffolgend wird die Aufmerksamkeit auf Vermittlersprachen sowie direkte Transferenzen gerichtet.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist eine Analyse ausdrucksseitiger Veränderungen von Arabismen im Deutschen, welche auf die verschiedenen Lautsysteme von Geber- und Nehmersprache zurückzuführen sind. Auch arabische Transferenzen im gegenwärtigen Kiezdeutsch, welches als Sprachvarietät des Deutschen bezeichnet werden kann, werden thematisiert, um zu verdeutlichen, dass Arabismen auch heute noch einen wichtigen und oft debattierten Diskurs der deutschen Sprache präsentieren. Abschließend folgt ein Fazit mit Ausblick auf weiterführende Forschungsgebiete bietet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die arabische Sprache

3. Terminologische Abgrenzung Fremdwort/Lehnwort

4. Die arabische Sprache als Spendersprache

4.1 Exkurs: Lexik des Arabischen

4.2 Vermittlersprachen

4.3 Direkte Transferenzen des Arabischen ins Deutsche

5. Ausdrucksseitige Integration

5.1 Primäre Graphemkorrespondenzen

6. Arabismen in der Jugendsprache: Kiezdeutsch

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht auf Metaebene die Präsenz und Integration arabischer Sprachelemente in der deutschen Standardsprache. Ziel ist es, die historischen und linguistischen Wege aufzuzeigen, über die diese Begriffe Eingang in das Deutsche gefunden haben, wobei ein besonderes Augenmerk auf der phonologischen Anpassung und der Rolle von Vermittlersprachen liegt.

  • Historischer Sprachkontakt und Ursprung der Arabismen
  • Linguistische Analyse der ausdrucksseitigen Integration (Graphemkorrespondenzen)
  • Die Funktion von Vermittlersprachen wie Spanisch oder Italienisch
  • Aktuelle Tendenzen arabischer Einflüsse im modernen Kiezdeutsch

Auszug aus dem Buch

4. Die arabische Sprache als Spendersprache

Gegenwärtig sind Arabismen fester Bestandteil vieler europäischer Sprachen. Mittlerweile sind diese oft phonologisch so weit angepasst, dass sie im Sprecherbewusstsein nicht mehr als Transferenz wahrgenommen werden (vgl. Limbach 2007, 7). Betrachtet man die geografische Distanz der Länder in denen arabisch gesprochen wird, zu Deutschland, kommt die Frage auf, wie eine so fremde und ferne Sprache die deutsche Sprache prägen konnte? Trotz der großen Distanz gab es in der Vergangenheit viele Wege des Sprachkontakts zu Europa. Beispielsweise brachten Immigranten oder Aussiedler die arabische Sprache als ihre Muttersprache nach Deutschland/Europa. Die Bindung zu der Muttersprache erweist sich für die arabisch sprechende Bevölkerung als eine hohe Priorität. Denn bis heute gilt die Weisheit: „Du bist Araber, wenn du die arabische Sprache sprichst“. Daraus lässt sich schließlich auch die ethnolinguistische Vitalität und Präsenz der Sprache erklären (vgl. Jablonka 2011, 116).

Wichtige Brücken für den Sprachkontakt stellten auch die komplexen Handelsbeziehungen zum europäischen Kontinent, insbesondere zu Italien dar (vgl. Tazi 1998, 50f.). Jablonka (2011, 115) konstatiert sogar, dass die arabische Sprache im Mittelalter als „Vehikularsprache“ für den europäischen, asiatischen und afrikanischen Raum angesehen werden konnte. Darüber hinaus erzielten arabische Länder fortschrittliche Ergebnisse in verschiedenen Wissenschaftsbereichen wie der Mathematik oder der Astronomie. Diese Forschungsergebnisse wurden weltweit mit hohem Interesse verfolgt, wichtige arabische Begrifflichkeiten diesbezüglich wurden schließlich in andere Sprachen übernommen (vgl. Osman 1982, 5ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung arabischer Lehnwörter im deutschen Alltag dar und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Herangehensweise.

2. Die arabische Sprache: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Verbreitung und den semitischen Ursprung des Arabischen sowie die Diglossie-Situation in den arabischen Ländern.

3. Terminologische Abgrenzung Fremdwort/Lehnwort: Hier wird die linguistische Unterscheidung zwischen Fremd- und Lehnwörtern dargelegt, wobei der Fokus auf dem Grad der Integration liegt.

4. Die arabische Sprache als Spendersprache: Dieses Kapitel analysiert historische Wege des Sprachkontakts, wie Handelsbeziehungen und koloniale Besetzungen, die Arabismen nach Europa brachten.

5. Ausdrucksseitige Integration: Im Zentrum stehen hier die phonologischen und orthografischen Anpassungsprozesse der arabischen Begriffe an das deutsche Sprachsystem.

6. Arabismen in der Jugendsprache: Kiezdeutsch: Dieses Kapitel untersucht die aktuelle Verwendung von Arabismen in der Kiezsprache und deren soziolinguistische Einordnung als Varietät.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Arabismen ein historisch gewachsener Teil der deutschen Sprache sind, der sich durch Anpassung erfolgreich integriert hat.

Schlüsselwörter

Arabismen, Lehnwörter, Sprachkontakt, Linguistik, Deutsche Standardsprache, Kiezdeutsch, Sprachintegration, Graphemkorrespondenz, Vermittlersprachen, Semitische Sprachen, Etymologie, Sprachwissenschaft, Soziolinguistik, Wortbildung, Migration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse arabischer Lehnwörter im Deutschen und untersucht deren Geschichte, Integrationsprozesse und heutige Verwendung.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf historische Transferwege, die Rolle von Scharniersprachen, lautliche Integrationsprozesse sowie aktuelle Entwicklungen im Kiezdeutsch.

Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie arabische Begriffe phonologisch und grammatikalisch in das deutsche System integriert wurden und warum sie heute als fester Bestandteil wahrgenommen werden.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse, die Fachliteratur sowie historische und etymologische Quellen zur Untersuchung der Wortgeschichte heranzieht.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung der Arabismen, die graphematischen Anpassungen an das europäische Lautsystem und die moderne Verwendung in der Jugendsprache.

Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Arabismen, Lehnwörter, Sprachintegration, Kiezdeutsch, Etymologie und Sprachkontakt.

Wie unterscheidet sich die Integration historischer Arabismen von denen im Kiezdeutsch?

Historische Arabismen sind meist tief in die Standardsprache integriert und phonologisch voll angepasst, während Begriffe im Kiezdeutsch oft noch als Innovationsmerkmal einer spezifischen Varietät wahrgenommen werden.

Warum gelten Sprachen wie Italienisch oder Spanisch als wichtige Vermittler?

Da es keinen direkten Sprachkontakt zwischen der arabischen Welt und Deutschland gab, dienten diese Länder als Scharniersprachen, die arabische Begriffe in komplexen Überlieferungsketten an das Deutsche weitergaben.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arabismen in der deutschen Sprache
Untertitel
Eine exemplarische Analyse des deutschen Wortschatzes im Hinblick auf arabische Einflüsse
Note
1,7
Autor
Janine Tyzak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V343343
ISBN (eBook)
9783668332546
ISBN (Buch)
9783668332553
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arabismen deutsche Sprache Einflüsse in der deutschen Sprache Fremspracheneinflüsse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janine Tyzak (Autor:in), 2014, Arabismen in der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343343
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Leseprobe aus  19  Seiten
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