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Geschichte der Logistik

Title: Geschichte der Logistik

Intermediate Examination Paper , 2004 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Heinen (Author)

Business economics - Economic and Social History
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Wie kommt man dazu, eine Arbeit über die Geschichte einer betriebswirtschaftlichen Teildisziplin zu schreiben? Vor allen Dingen als Zwischenprüfung in Geschichte und nicht etwa in Betriebswirtschaftslehre? Diese Fragen sind schnell beantwortet. „Geschichte ist alles! Alles, was bis zum jetzigen Zeitpunkt geschehen ist.“ Somit fällt natürlich auch die Entwicklung der Logistik unter „Geschichte.“

Seit ein paar Jahren spricht alles von Logistik. Ist Logistik nur ein Modewort oder steckt mehr dahinter? Die moderne Logistik ist ein Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre, welcher innerhalb der letzten 20 Jahre einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren hat. Neue Studiengänge, Forschungsarbeiten und Publikationen sind die Ergebnisse. Umfragen in den USA und in europäischen Ländern ergeben ganz deutlich, dass auch Unternehmen der Logistik einen bedeutend höheren Stellenwert einräumen als noch vor ein paar Jahren.1 Historisch betrachtet lässt sich logistisches Denken und Handeln bereits im Altertum, z. B. bei der Planung von Marschrouten und der Versorgung der Truppen, nachweisen. Davon ausgehend ergibt sich eine Ausweitung des Logistikbegriffes von einer engen militärischen Konzeption zu einer betriebswirtschaftlichen Wissenschaft. Die Methodik der Geschichtswissenschaft ist hervorragend geeignet, um eine solche Entwicklung zu strukturieren und aufzuarbeiten. Dabei muss man sowohl auf volkswirtschaftlichen Faktoren wie Globalisierung, Wirtschaftswachstum und Strukturwandel als auch auf betriebswirtschaftliche Faktoren wie Rationalisierung, Kostenanalyse und Marketing eingehen. Diese Interdisziplinarität macht das Thema besonders reizvoll.

Die Anzahl der Publikationen zur betriebswirtschaftlichen Logistik wuchs seit ihrer Entstehung in den 50er Jahren sehr schnell und ist heute schon fast unübersehbar groß. Allerdings belassen es die meisten Autoren, wenn sie überhaupt auf die Historie eingehen, bei einer Erwähnung des militärischen Ursprungs der Logistik. Die militärgeschichtlichen Quellen behandeln die Logistik ausschließlich in ihrer Versorgungsfunktion und gehen nicht auf ihr ökonomisches Potential ein. Dass der Begriff Logistik u. a. einen etymologischen Bezug zur mathematischen Entscheidungstheorie (Formale Logik) hat, sorgte in den Anfangsjahren der Logistikverbreitung in Europa punktuell für Verwirrung (Bsp. aus einem Firmen-ABC der frühen siebziger Jahre: Logistik = Wir halten es mit der Logik).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der militärische Logistikbegriff

1. 1 Etymologische Bedeutung

1. 2 Der Logistikbegriff bei Leontos VI

1. 3 Der Logistikbegriff bei Jomini

1. 4 Der Logistikbegriff im amerikanischen Militär

2. Der Betriebswirtschaftliche Logistikbegriff

2. 1 Die Übernahme des militärischen Logistikbegriffs in die amerikanische Ökonomie

2. 2 Die Übernahme des Logistikbegriffs in die deutsche Betriebswirtschaftslehre

2. 2. 1 Marketing-Logistik

2. 2. 2 Der systemorientierte Logistikansatz nach Ihde und Kirsch

3. Der historische und ökonomische Hintergrund der betriebswirtschaftlichen Logistik

3. 1 Die Theorie des Strukturwandels nach J. Fourastié

3. 2 Die Auswirkung des Strukturwandels auf die betriebswirtschaftliche Logistik

3. 3 Die Einführung von Software in der Logistik

3. 4 Die langfristige Wirtschaftsprognose von J. M. Keynes (1943)

3. 5 Das Rationalisierungspotential der Logistik

4. Ausblick

5. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung des Logistikbegriffs von einer ursprünglichen militärischen Konzeption hin zu einer modernen betriebswirtschaftlichen Wissenschaft zu analysieren und die dabei wirksamen ökonomischen Faktoren zu identifizieren.

  • Etymologische und militärgeschichtliche Herleitung des Logistikbegriffs
  • Übergang und Adaptation des Logistikbegriffs in die amerikanische und deutsche Betriebswirtschaftslehre
  • Rolle des Strukturwandels und technischer Fortschritt als Treiber der logistischen Integration
  • Bedeutung der Informationstechnologie und Softwareentwicklung für das Logistikmanagement
  • Analyse des Rationalisierungspotentials der Logistik als strategisches Instrument

Auszug aus dem Buch

1. 1 Etymologische Bedeutung

Etymologisch betrachtet lässt sich der Ursprung des Begriffs Logistik auf verschiedene Wortstämme zurückführen. Nach Ansicht vieler Autoren ist der Begriff in seiner neuzeitlichen Bedeutung abgeleitet von dem französischen Verb loger (unterbringen, wohnen) bzw. logis (Unterbringung), welches aus dem lateinischen logistare (vermieten, verpachten, unterbringen) entstanden ist.

Ein anderer Bezug besteht zu dem griechischen Wort lego (denkbar) bzw. die davon abgeleiteten Worte logos (Wort, Verstand, Vernunft, Rechnung), logistikos (der Denkende) und logizomai (rechnen, überlegen). Das Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften (HdWW) sieht die etymologischen Wurzeln der Logistik im Germanischen: „[...]die wahrscheinlich auf Militärs zurückgehende Vermutung, dass der Begriff Logistik aus dem Griechischen logos [...]herzuleiten sei, ist nicht haltbar. [...]Das Wort logis entstammt nicht aus dem griechischen Wortstamm logos bzw. seinen lateinischen Lehnworten, sondern ist aus dem germanischen louba (die Laube, das Häuschen) ins Französische entlehnt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Begründet das Thema der Arbeit aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive und beschreibt den Wandel der Logistik von einer militärischen hin zu einer betriebswirtschaftlichen Disziplin.

1. Der militärische Logistikbegriff: Untersucht die etymologischen Wurzeln sowie die Verwendung des Begriffs bei historischen Persönlichkeiten wie Leontos VI und Baron Antoine-Henri de Jomini und beleuchtet die militärische Logistikpraxis.

2. Der Betriebswirtschaftliche Logistikbegriff: Analysiert die Übernahme und Weiterentwicklung logistischer Konzepte in die US-amerikanische und deutsche Ökonomie, unterteilt in Marketing-Logistik und systemorientierte Ansätze.

3. Der historische und ökonomische Hintergrund der betriebswirtschaftlichen Logistik: Erläutert die Treiber der logistischen Entwicklung wie Strukturwandel, technologischen Fortschritt, Softwareeinführung, langfristige Wirtschaftsprognosen und das spezifische Rationalisierungspotential.

4. Ausblick: Thematisiert aktuelle Trends wie Supply Chain Management, Globalisierung und Outsourcing als neue Anforderungen an die moderne Logistik.

5. Resümee: Fasst den Prozess der Begriffswandlung zusammen und betont die heutige Bedeutung der Logistik als essenziellen Bestandteil unternehmerischer Wertschöpfungsketten.

Schlüsselwörter

Logistik, Militärgeschichte, Betriebswirtschaftslehre, Logistikbegriff, Strukturwandel, Marketing-Logistik, Systemtheorie, Rationalisierungspotential, Softwareentwicklung, Supply Chain Management, Materialfluss, Prozessorganisation, Wertschöpfungskette.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und begriffliche Entwicklung der Logistik von einer rein militärischen Versorgungsfunktion bis hin zur heutigen komplexen betriebswirtschaftlichen Wissenschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt die Etymologie, die Entwicklung militärischer Strategien, die Adaption dieser Konzepte in der Wirtschaft, den Einfluss des wirtschaftlichen Strukturwandels sowie die Rolle von IT und Rationalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel besteht darin, zu strukturieren, wie sich der Wesensinhalt des Logistikbegriffs im Laufe der Zeit durch ökonomische und technologische Rahmenbedingungen gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine geschichtswissenschaftliche Methodik angewandt, um die historische Entwicklung zu strukturieren und dabei interdisziplinäre Faktoren wie Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Herkunft, die ökonomische Adaptation und die Analyse von Hintergrundfaktoren wie Strukturwandel, Softwareeinführung und Rationalisierungspotentiale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Logistik selbst auch die Konzepte des Strukturwandels, der Tertiärisierung, des Gesamtkostenprinzips und der Marketing-Logistik.

Warum wird der militärische Ursprung des Begriffs so stark betont?

Weil der moderne Logistikbegriff eine lange Wandlung durchlaufen hat und das Verständnis der militärischen Wurzeln (z. B. Versorgung, Marschplanung) notwendig ist, um die heutige betriebswirtschaftliche Bedeutung einordnen zu können.

Wie beeinflusste der Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten die Logistik?

Durch diesen Wandel rückte der Kunde ins Zentrum der Unternehmensstrategie. Logistik wurde dadurch von einer reinen Distributionsaufgabe zu einem aktiven Instrument der Wettbewerbsfähigkeit, um Lieferservice und Termintreue zu gewährleisten.

Excerpt out of 36 pages  - scroll top

Details

Title
Geschichte der Logistik
College
RWTH Aachen University  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Grade
1,3
Author
Christian Heinen (Author)
Publication Year
2004
Pages
36
Catalog Number
V34335
ISBN (eBook)
9783638345910
Language
German
Tags
Geschichte Logistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Heinen (Author), 2004, Geschichte der Logistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34335
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