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Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz

Kultur in totalitären Systemen

Titel: Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz

Facharbeit (Schule) , 2015 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Fynn Petzold (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Graben für Germanien“ – damit ist die Rolle der „Archäologie unterm Hakenkreuz“ in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) ziemlich treffend beschrieben.

In dieser Facharbeit untersuche ich die politische Instrumentalisierung der Archäologie im „Dritten Reich“. Besonders befasse ich mich mit dem „Mythos Germanien“. Der im 19. Jahrhundert aufkommende Nationalismus und später der Rassismus, waren auf der Suche nach einer gemeinsamen Wurzel. Man erfand das Konstrukt einer geschichtlichen Abstammung der Deutschen von den Germanen und einer durch die Ahnen legitimierte Überlegenheit der „nordischen Rasse“ gegenüber allen anderen Rassen. Nationalsozialisten konnten auf dem im 19. Jahrhundert bereits im Entstehen gewesenen „Mythos Germanien“ aufbauen und ihn mit Propagandamaßnahmen in den Köpfen der Menschen verfestigen.

Renommierte Wissenschaftler sind jedoch der Meinung, dass die Germanen ein geschichtliches Gebilde sind, an dem Archäologen, NS-Wissenschaftler, aber auch Laien- und Heimatforscher mitgearbeitet haben. „Die Germanen als ein einheitliches Volk hat es nie gegeben.“ Zu dieser Erkenntnis gelangten die Autoren Jo Siegler und Frank Endres, die im Bereich der Germanenforschung tätig sind.

In dieser Facharbeit wird die Rolle des "Germanen-Mythos" und der Archäologie in der Zeit des Nationalsozialismus untersucht und bewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

1.2 Leitfragen

1.3 Herangehensweise

2 Motive der Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Ideologen

2.1 Situation der Archäologie vor 1933

2.2 Absichten der Archäologen

2.3 Interessen der Nationalsozialisten ab 1933

3 Gustaf Kossinna – ein Wegbereiter der NS-Archäologie

3.1 Kossinna als Wegbereiter

3.2 Kritik an Kossinnas Methoden

4 Die Archäologie ab 1933

4.1 Aus Archäologie wird NS-Archäologie

4.2 Die NS-Archäologie blüht und floriert

5 Rivalitäten unter den NS-Forschungsorganisationen

5.1 Das „Ahnenerbe“ der SS

5.2 Der „Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte“

5.3 Heinrich Himmler gegen Alfred Rosenberg

6 Ausgrabungen im Nationalsozialismus

6.1 Allgemein

6.2 Moorleichen als Legitimation für die Verfolgung Homosexueller

6.3 Hunte 1 - ein Beispiel aus der Region

7 Germanien – Propagierung einer Idee

7.1 Germanien im NS-Alltag

7.2 Die Wirtschaft nutzt den Mythos - ein Beispiel

8 Fortgang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

8.1 Zustände nach 1945

8.2 Umgang mit der Schuld

8.3 Herbert Jankuhn – die Karriere geht weiter

9 Der Mythos lebt weiter

9.1 Gründe für das Fortbestehen

9.2 Germanenbilder in der Alltagskultur

10 Abschließende Betrachtung

10.1 Persönliche Reflexion

10.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht die politische Instrumentalisierung der Archäologie während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) und die Konstruktion sowie das Fortbestehen des „Mythos Germanien“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie archäologische Forschung ideologisch vereinnahmt wurde, welche Rolle regionale Ausgrabungen spielten und wie ehemalige NS-Wissenschaftler ihre Karrieren nach dem Krieg fortsetzen konnten, was zur anhaltenden Präsenz veralteter Germanenbilder in der heutigen Alltagskultur führt.

  • Politische Instrumentalisierung der Archäologie im „Dritten Reich“.
  • Konstruktion und Verbreitung des „Mythos Germanien“ durch NS-Propaganda.
  • Rivalitäten zwischen den Forschungsorganisationen „Ahnenerbe“ und „Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte“.
  • Verbindung von Pseudowissenschaft und Ideologie (z. B. Verfolgung Homosexueller).
  • Kontinuität von Karrieren ehemaliger NS-Wissenschaftler nach 1945.
  • Fortleben germanischer Mythen in der modernen Alltagskultur und Werbung.

Auszug aus dem Buch

Die NS-Archäologie blüht und floriert

Die Hoffnungen der Archäologen waren in Erfüllung gegangen und sie konnten auf die Unterstützung durch den Staat zählen. Mit der Verbesserung der Finanzen und des Ansehens der Archäologie ging auch die Einrichtung neuer Lehrstühle an Universitäten einher. Die NSDAP richtete neue Forschungseinrichtungen ein und stattete die Archäologen mit allen notwendigen Mitteln aus, um in Ihrem Dienste Beweise zur Unterstützung der nationalsozialistischen Ideologie zu beschaffen.24

Die Fachwissenschaftler hatten in einem „Geschäft auf Gegenseitigkeit […] wissenschaftliches Kapital“ und die NS-Führung „politisches und vor allem ökonomisches Kapital“ für Ausgrabungen und Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt.25

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definition des Themas „Archäologie unterm Hakenkreuz“ und Vorstellung der Leitfragen zur Instrumentalisierung der Wissenschaft.

2 Motive der Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Ideologen: Analyse der prekären Lage der Archäologie vor 1933 und der gegenseitigen Interessen von Wissenschaftlern und NS-Ideologen.

3 Gustaf Kossinna – ein Wegbereiter der NS-Archäologie: Darstellung des Einflusses von Gustaf Kossinna und Kritik an seinen siedlungsarchäologischen Methoden.

4 Die Archäologie ab 1933: Betrachtung der Transformation der Archäologie zur NS-Archäologie und der ideologischen Ausrichtung der Forschung.

5 Rivalitäten unter den NS-Forschungsorganisationen: Untersuchung der internen Machtkämpfe zwischen dem „Ahnenerbe“ der SS und dem „Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte“.

6 Ausgrabungen im Nationalsozialismus: Beschreibung konkreter Grabungstätigkeiten unter NS-Einfluss, inklusive der Instrumentalisierung von Moorleichen und dem Beispiel Hunte 1.

7 Germanien – Propagierung einer Idee: Analyse der NS-Propaganda im Alltag, im Bildungssystem und durch die Wirtschaft.

8 Fortgang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges: Diskussion über das Schicksal der Archäologen nach 1945 und den Umgang mit Schuld, beispielhaft dargestellt an Herbert Jankuhn.

9 Der Mythos lebt weiter: Reflexion über die Gründe des Fortbestehens des Germanenmythos in der Gegenwart, insbesondere in der Populärkultur und Werbung.

10 Abschließende Betrachtung: Persönliche Reflexion des Autors über die Arbeit und ein Ausblick auf die notwendige Entideologisierung der Themengebiete.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Archäologie, NS-Archäologie, Mythos Germanien, Ahnenerbe, Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte, Gustaf Kossinna, Herbert Jankuhn, politische Instrumentalisierung, Rassenideologie, Hunte 1, Moorleichen, Geschichtsbild, Propaganda, Wissenschaftsmissbrauch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vereinnahmung der Archäologie durch das nationalsozialistische Regime und wie pseudowissenschaftliche Mythen genutzt wurden, um ideologische Ziele zu legitimieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation der NS-Forschung, den Motiven der beteiligten Archäologen, der Propagierung germanischer Mythen sowie der Kontinuität von Wissenschaftlerkarrieren nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, warum Archäologen ihre Tätigkeit für ideologische Zwecke missbrauchten, wie dieser Prozess organisiert war und warum der „Mythos Germanien“ bis in die heutige Zeit nachwirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen, unter anderem durch den Bezug auf die Ausstellung „Graben für Germanien“ des Focke-Museums.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse institutioneller Rivalitäten, konkreter Ausgrabungen, propagandistischer Maßnahmen im Alltag sowie der Aufarbeitung der Rolle einzelner Akteure in der Nachkriegszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Archäologie, Mythos Germanien, Ahnenerbe, Rassenideologie und Wissenschaftsmissbrauch charakterisieren.

Welche Bedeutung haben die „Moorleichen“ im Kontext der Arbeit?

Moorleichen wurden von NS-Ideologen instrumentalisiert, um etwa die Verfolgung von Homosexuellen pseudowissenschaftlich zu legitimieren, indem sie diese als germanische Tradition der Bestrafung umdeuteten.

Warum wird Herbert Jankuhn als Fallbeispiel angeführt?

Herbert Jankuhn dient als Beispiel dafür, wie führende SS-Archäologen nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes durch „glatte“ Entnazifizierungsverfahren ungestört ihre akademischen Karrieren in der Bundesrepublik fortsetzen konnten.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz
Untertitel
Kultur in totalitären Systemen
Veranstaltung
Aspekte kulturellen Wandels
Note
1,3
Autor
Fynn Petzold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V343509
ISBN (eBook)
9783668342040
ISBN (Buch)
9783668342057
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Archäologie Germanien Nationalsozialismus Hakenkreuz Germanen Propaganda Mythos Ideologie Rassenwahn Arier Germanenkult Hitler Himmler Rosenberg Jankuhn Kossinna Ausgrabungen Ahnenerbe Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte Moorleichen Zweiter Weltkrieg Alltagskultur Drittes Reich NS Facharbeit Instrumentalisierung Deutsche Deutschland Kunst Kunstgeschichte Kunsthistorie Wegbereiter Altgermanisch Vorgeschichte Frühgeschichte Nationalisten Nationalisierung NSDAP Zwangsarbeiter NS-Zeit SS RuSHA RfDV Amt Rosenberg Moorleichenforschung Reinerth Trichterbecherkultur Jungsteinzeit NS-Alltag Alltag Julbaum Schleiff Auschwitz Entnazifizierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fynn Petzold (Autor:in), 2015, Graben für Germanien. Archäologie unterm Hakenkreuz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343509
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Leseprobe aus  29  Seiten
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