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Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft. Kunstkritische Texte bei Kleist, Brentano, Ramdohr

Title: Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft. Kunstkritische Texte bei Kleist, Brentano, Ramdohr

Thesis (M.A.) , 2006 , 90 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dinah Helal (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Die vorliegende Magisterarbeit ist 2006 geschrieben worden und ihre komplexe Auslegung hat bis heute interpretatorische Überraschungen zu bieten. Seitdem ist es zu neu veröffentlichten Erkenntnissen gekommen, auf die in dieser Arbeit auch schon hingewiesen worden ist. Peter Bexte hat in einem Aufsatz im Kleist-Jahrbuch 2008/2009 auf die Quelle der Formulierung der weggeschnittenen Augenlider aufmerksam gemacht, ohne eine Interpretation anzubieten. Melanie Waldheim macht 2014 in "Kunstbeschreibungen in Ausstellungsräumen um 1800" auf einen Zusammenhang zwischen Ramdohr und Brentano aufmerksam, während Jost Hermand 2011 in "Politische Denkbilder" den patriotischen Gehalt des Gemäldes -Der Tetschener Altar- thematisiert.
Dennoch ist bisher keine Arbeit erschienen die einen ausführlichen Zusammenhang zwischen Ramdohr, Kleist und Brentano herstellt oder zur Erhellung des Konfliktes zwischen Kleist und Brentano beiträgt und die Konsequenzen für die Berliner Abendblätter beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

I. Einleitung

I. 1. Kleists Konflikt mit Brentano und Arnim

II. Vorgeschichte

II. 1. Entstehungsgeschichte des Tetschener Altar

II. 2. Die Rezension Ramdohrs

II. 2. 1. Zusammenfassung

II. 3. Reaktionen auf die Rezension Ramdohrs

II. 4. Berlin 1810 – Die Kunstausstellung

II. 5. Die Berliner Abendblätter

III. Clemens Brentanos und Achim von Arnims Reaktion auf eine Landschaft in Öl von Caspar David Friedrich

III. 1. Verschiedene Empfindungen vor einer Seelandschaft von Friedrich, worauf ein Kapuziner, veröffentlicht 1826 in der Iris.

III. 1. 1. Die gestrichene Einleitung aus der Handschrift

III. 2. Die Leseorientierung des Titels

III. 2. 1. Abweichungen im Titel der Handschrift

III. 3. Zur biblischen Referenz: Petrus, der über das Wasser gehen will

III. 4. Die Landschaft als Allegorie erweckt Andacht.

III. 5. Das Landschaftsbild als Allegorie und Andachtsmotiv

III. 5. 1. Abweichungen in der Handschrift

III. 6. Publikumssatire statt Bildrezension

III. 6. 1. Abweichung in der Handschrift

III. 7. Die Auswahl und Umsetzung des Motivs

III. 8. Zusammenfassung: Brentano/Arnims Deutung der Seelandschaft

IV. Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft in den Berliner Abendblätter

IV. 1. Kleists „Geist“ und „Verantwortlichkeit“

IV. 2. Vergleich der Einleitung Kleists mit der Einleitung in der Iris von 1826

IV. 2. 1. Abweichungen in der Handschrift

IV. 3. Pathologische und ästhetische Rührung

IV. 4. Die Bedeutung des Bildrahmens

IV. 5. Zur historischen Referenz: Regulus

IV. 6. „Eine ganz neue Bahn“

IV. 7. Zusammenfassung: Kleists Deutung der Seelandschaft

V. Die Konsequenzen

V. 1. Zur Systematisierung der „Berliner Abendblätter“

V. 2. Zur Chronologie der Ausstellungsbeiträge in den „Berliner Abendblätter“

V. 3. Zusammenfassung

VI. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Konflikt um die kunstkritische Rezeption der Werke Caspar David Friedrichs, insbesondere die Auseinandersetzung zwischen Heinrich von Kleist und den Autoren Clemens Brentano und Achim von Arnim anlässlich der Berliner Kunstausstellung 1810. Ziel ist es, die unterschiedlichen Dichterpositionen und deren historischen Kontext, unter Einbeziehung früherer Kontroversen wie des „Ramdohrstreits“, offenzulegen und die Bedeutung der redaktionellen Bearbeitung des Textes „Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft“ für die Berliner Abendblätter zu erhellen.

  • Analyse der Dichterkontroverse zwischen Kleist, Brentano und Arnim
  • Untersuchung des kunsthistorischen Kontextes um Caspar David Friedrich
  • Vergleich verschiedener Textversionen und Handschriften der Rezensionen
  • Die Rolle der „Berliner Abendblätter“ als Publikationsorgan

Auszug aus dem Buch

III. 1. Verschiedene Empfindungen vor einer Seelandschaft von Friedrich, worauf ein Kapuziner, veröffentlicht 1826 in der Iris.

Es ist herrlich, in unendlicher Einsamkeit am Meeresufer unter trübem Himmel auf eine unbegrenzte Wasserwüste hinzuschauen, und dazu gehört, daß man dahingegangen, daß man zurück muß, daß man hinüber möchte, daß man es nicht kann, daß man alles zum Leben vermißt, und seine Stimme doch im Rauschen der Flut, im Wehen der Luft, im Ziehen der Wolken, in dem einsamen Geschrei der Vögel vernimmt; dazu gehört ein Anspruch, den das Herz macht, und ein Abbruch, den einem die Natur tut.

Dieses aber ist vor dem Bild unmöglich, und das, was ich in dem Bilde finden sollte, fand ich erst zwischen mir und dem Bilde, nämlich einen Anspruch, den mir das Bild tat, indem es denselben nicht erfüllte; und so wurde ich selbst der Kapuziner, das Bild ward die Düne, das aber, wo hinaus ich mit Sehnsucht blickte, die See, fehlte ganz. Dieser wunderbaren Empfindung nun zu begegnen, lauschte ich auf die Äußerungen der Verschiedenheit der Beschauer um mich her, und teile sie als zu diesem Bild gehörig mit, das durchaus Dekoration ist, vor welchem eine Handlung vorgehen muß, indem es keine Ruhe gewährt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Beschreibt den Konflikt zwischen Kleist, Brentano und Arnim bezüglich einer gekürzten Rezension im Jahr 1810 und führt in die wissenschaftliche Debatte darüber ein.

II. Vorgeschichte: Analysiert den „Ramdohrstreit“ um den „Tetschener Altar“ und die Berliner Kunstausstellung von 1810 als notwendigen Kontext für das Verständnis der späteren Kontroverse.

III. Clemens Brentanos und Achim von Arnims Reaktion auf eine Landschaft in Öl von Caspar David Friedrich: Detaillierte Untersuchung der literarischen Reaktion der Autoren auf ein neues Gemälde Friedrichs, inklusive der Publikation in der „Iris“ und der vorangegangenen Handschriften.

IV. Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft in den Berliner Abendblätter: Analysiert Kleists redaktionelle Eingriffe, seine Entschuldigung und seine eigene Deutung der Seelandschaft unter Einbeziehung des historischen Regulus-Mythos.

V. Die Konsequenzen: Beleuchtet die Auswirkungen des Streits auf die Arbeit der „Berliner Abendblätter“ und die redaktionelle Planung.

VI. Schlußbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Rezensionen als Ausdruck eines Versuchs zur Rehabilitierung des Künstlers durch Kleist zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Clemens Brentano, Achim von Arnim, Caspar David Friedrich, Berliner Abendblätter, Ramdohrstreit, Tetschener Altar, Kunstkritik, Seelandschaft, Romantik, Allegorie, Regulus, Publizistik, Ästhetik, Pathologische Rührung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Dichterkontroverse zwischen Heinrich von Kleist, Clemens Brentano und Achim von Arnim, die durch die redaktionelle Bearbeitung einer Rezension über ein Gemälde von Caspar David Friedrich ausgelöst wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kunstkritik um 1800, die Entwicklung der „Berliner Abendblätter“, die Rezeption von Caspar David Friedrichs Kunst sowie das Spannungsfeld zwischen ästhetischer und pathologischer Rührung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem früheren „Ramdohrstreit“ und der Auseinandersetzung zwischen Kleist und Brentano/Arnim aufzuzeigen und die publizistischen Konsequenzen für Kleists Zeitung zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein „simultanes close reading“ der verschiedenen Textversionen und Handschriften sowie eine historische Kontextualisierung der Debatten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehungsgeschichte von Friedrichs Gemälden, der Analyse der ursprünglichen und gekürzten Rezensionstexte sowie der Rolle Kleists als Redakteur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem „Ramdohrstreit“, „pathologische Rührung“, „Allegorie“ und das spezifische Selbstverständnis der „Berliner Abendblätter“.

Welche Rolle spielt der Regulus-Mythos im Text?

Kleist verwendet den historischen Regulus-Mythos und die Metapher der „weggeschnittenen Augenlider“ als Schlüssel, um die extreme emotionale Wirkung des Gemäldes zu verdeutlichen und eine politische Deutungsebene einzuführen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Handschrift und Druckversion so wichtig?

Die Abweichungen zeigen die intendierte Satire von Brentano im Vergleich zu der von Kleist erzwungenen ernsthafteren, „hymnischen“ Deutung des Bildes.

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Details

Title
Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft. Kunstkritische Texte bei Kleist, Brentano, Ramdohr
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,0
Author
Dinah Helal (Author)
Publication Year
2006
Pages
90
Catalog Number
V343542
ISBN (eBook)
9783668335929
ISBN (Book)
9783668335936
Language
German
Tags
empfindungen friedrichs seelandschaft kunstkritische texte kleist brentano ramdohr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dinah Helal (Author), 2006, Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft. Kunstkritische Texte bei Kleist, Brentano, Ramdohr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343542
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