Kleine Formen der modernen Kommunikation. E-Mail und SMS im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kleine Formen - Eine Begriffserklärung

3. Moderne Kommunikationsformen
3.1 Die E-Mail-Kommunikation
3.1.1 Definition und Funktionsweise
3.1.2 Sprachliche Besonderheiten
3.2 Die SMS-Kommunikation
3.2.1 Definition und Funktionsweise
3.2.2 Sprachliche Besonderheiten

4. Der Vergleich der E-Mail- und SMS-Kommunikation
4.1 Ein Vergleich sprachlicher Mittel realer Kommunikation

5. Resümee - E-Mail und SMS als Kleine Formen der modernen Kommunikation

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

I. Beispiel E-Mail

II. Beispiel SMS

1. Einleitung

In unserer modernen Welt hört man zu jeder Zeit und an jedem Ort das Piepsen und Klingeln von Smartphones oder tragbaren Computern. Egal, wo wir uns heute befinden; egal, was wir gerade tun - wir kommunizieren ständig über räumliche Distanzen hinweg. Gerade die E- Mail und die SMS, die Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind, gehören zu den meistgenutzten modernen Kommunikationsformen. Doch warum sind diese beiden Formen überhaupt entstanden? Was für Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben sie vor allem in ihrer sprachlichen Ausdrucksweise? Gibt es hierbei sogar eine medienspezifische Sprache? Wann und wofür setzen wir die jeweiligen Kommunikationsformen ein? Und welche Vor- oder Nachteile weisen sie auf?

Die Beantwortung all dieser Fragen soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit durch einen Vergleich der beiden kleinen Formen E-Mail und SMS anhand von Beispielen sein. Zunächst werden E-Mail und SMS auf ihre Eigenschaften, Funktionsweise und sprachlichen Besonderheiten untersucht, sodass ein gezielter Vergleich möglich ist. Außerdem soll auch der Begriff „Kleine Formen“ definiert werden. Dadurch wird im letzten Schritt untersucht, ob und wieso die modernen Kommunikationsformen E-Mail und SMS zu ihnen gehören.

2. Kleine Formen - Eine Begriffserklärung

Kleine Formen in der Literatur oder den Medien erweisen sich gerade in der heutigen Zeit als besonders pupulär. Sie erscheinen in „‘schmalen‘ Bänden“ als „literarische Kurzformen und Kleingattungen“ (Weiss & Bayer, 2010, S.7). Hierbei lassen sie sich nicht nur auf „Aphorismen, Anekdoten, Embleme, Fabeln und Witze“ (Jolles, 1999, zitiert nach Universität Paderborn, 2013, o.S.) beschränken, sondern auch in medialer Hinsicht mit „literarischen Bildern, Stenogramme, Mikrogramme, Betrachtungen, Denkbildern, als Feuilletons mit kulturkritischem Zuschnitt in zum Teil illustrierten Zeitschriften, als Miniaturen in der zeitgenössischen Kunst, Displays im Ausstellungswesen oder Werbespots im Fernsehen“ (Universität Paderborn, 2013, o.S.) erweitern.

Doch gerade die genaue Abgrenzung dieser Gattung fällt durch die bislang unspezifische Definition des ‚Kleinen‘ schwer. Sie auf die relative Textkürze als Alleistellungsmerkmal zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Vielmehr kann man sie durch ihre „vermeintlich banale oder triviale Erscheinungsweise“ (Universität Paderborn, 2013, o.S.) vor allem als alltagsaffin beschreiben. Hier erscheinen sie häufig „flüchtig, zufällig [und] instabil“ (Utz, 2001, zitiert nach Universität Paderborn, 2013, o.S.). Dennoch - trotz ihrer relativen Textkürze darf man nicht auf eine Einfachheit der Texte schließen. „Der Geltungsanspruch und die Inhalte Kleiner Formen deuten vielmehr auf eine Komplexitätsverdichtung, die dazu auffordert, das kulturkritische und kulturpolitische Potenzial ihrer zuweilen trivialen Erscheinungsweise genauer in den Blick zu nehmen“ (Universität Paderborn, 2013, o.S.). Gerade durch die Beschleunigung, Flüchtigkeit und Vergegenwärtigung unserer modernen Welt werden die Kleinen Formen hinsichtlich ihrer Komprimierung, Präzision und Konzentration auf das Wesentliche mit einer komplexen Verdichtung der wichtigsten Informationen beeinflusst. Dieser „Ansatz, neuere Formen und Gattungen - besonders die ‚kleinen‘ - zu erfassen“ (Weiss & Bayer, 2010, S.9), „erstreckt sich auf Texte im Umfang von einem Satz bis zu einer Seite, einem Format, dem im Zeitalter medialer Kommunikationsformen wie SMS, Blog und Cyber-Text eine brillante Karriere prophezeit wird“ (Weiss & Bayer, 2010, S.11). Als „Modelle der literarischen Verarbeitung primärer lebensweltlicher Erfahrungen und Funktionen“ (Petzoldt, 1993, zitiert nach Weiss & Bayer, 2010, S. 8) wird über den Text hinaus gegangen, um „ihn in seinem lebenweltlichen Kontext zu betrachten, „ihn als sprachliche Realisierung von Erfahrungen und Wirklichkeitseinstellung“ (Schrader, 1980, zitiert nach Weiss & Bayer, 2010, S.8) zu konzeptualisieren“ (Weiss & Bayer, 2010, S.8).

3. Moderne Kommunikationsformen

Die neuen und modernen Kommunikationsformen sind mittlerweile in jedem Alltag unerlässlig. Wir kommunizieren über weite Distanzen hinweg, klären wichtige Termine oder beenden Beziehungen mit ihnen. Doch das Kommunikationsmittel ist trotz dem medialen Wandel noch immer gleich geblieben: Unsere „Sprache - egal in welcher Form“ (Grond, 2001, S.109). Wir verwenden auf dem ersten flüchtigen Blick unsere normale Schriftsprache, mit der es uns förmlich möglich ist, den Termin mit unserem Vorgesetzten abzusagen. Gerade in der medialen Kommunikation müssen wir aber einsehen, dass „das Deutsche […] durch innere Mehrsprachigkeit gekennzeichnet ist, und wir müssen erkennen, daß wir mehr als eine Sprache in Deutschland sprechen dürfen und sprechen müssen“ (Henne, 1986, S.190). Die allgemeine Schrift- und Hochsprache wird in vielen modernen Kommunikationsformen wie der SMS oder der E-Mail kontextabhängig von der Gegenwartssprache und der schriftlichen Umgangssprache abgelöst. Die Veränderung und die Besonderheiten unserer heutigen Kommunikation sind Gegenstand der nachfolgenden Kapitel.

3.1 Die E-Mail-Kommunikation

Die E-Mail ist eine Kommunikationsform, die wir vermutlich sofort als „neues Medium“ (Beck 2006, S. 80) der Moderne zuschreiben würden. Obwohl Ray Tomlinson 1971 bereits die erste E-Mail verschickte (Conrady & Finkemeier, 2004, S.11), ist sie erst seit den beginnenden 1990er Jahren in unserem Alltag fest verankert und noch immer „populärste Kommunikationsform im Bereich digitaler Medien“ (Bittner 2003, S. 133). Tomlinson verlieh der E-Mail-Adresse bereits im Entstehungsjahr das charakteristische @-Zeichen, das auch „Klammeräffchen“ oder „ät“ genannt wird (Conrady & Finkemeier, 2004, S.11). Zunächst wurde der elektronische Brief nur als Kommunikationssystem von Wissenschaftlern benutzt. Außerhalb der Universitäten war er kaum bekannt. Erst als das Internet und der private Computer Einzug in die Haushalte erhielt, wurde der E-Mail-Versand populär.

3.1.1 Definition und Funktionsweise

Die E-Mail (electronic mail) beschreibt eine papierlose Datenübertragung zwischen einer Person, dem Sender und einer anderen Person, dem Empfänger mittels eines Computerprogramms (Beutner 2002, S. 11). An dieser elektronischen Unterhaltung können zudem auch mehrere Empfänger teilnehmen. Nach Beutner (2002) kann man die E-Mail vereinfacht auch als elektronischen Brief beschreiben, der allerdings eine eigene Charakteristika aufweist und sich in seinen Funktionen und Eigenschaften von einem normalen Brief unterscheidet.

In unserem alltäglichen Leben ist diese Kommunikationsform nicht mehr wegzudenken, da sie sowohl im privaten, als auch häufiger im beruflichen und institutionellen Bereich gebraucht wird. Vorteilhaft zum klassischen Brief ist vor allem die rasante Schnelligkeit der Zustellung: Die Übermittlung einer E-Mail beträgt nur Sekunden - und das auch, wenn der Empfänger der Nachricht mehrere tausend Kilometer entfernt ist. Zudem ist die Zustellung kostengünstig, da nur die anfallenden Telefongebühren zu zahlen sind. Vorteilhaft ist auch, dass Empfänger und Sender nicht an einen Ort oder Endgerät gebunden sind. E-Mails sind von jedem Computer, der einen Zugang zum Internet besitzt, sowie von jedem Smartphone aus zu senden und empfangen.

Der Nachrichtenaustausch beim E-Mail-Verkehr verläuft nicht in Echtzeit, also asynchron. Die Übermittlung erfordert „keine zeitgleiche Empfangsbereitschaft der Adressaten“ (Beutner, 2002, S.11). Vielmehr werden die gesendeten Nachrichten im elektronischen Postfach des Empfängers abgelegt, wo dieser die Nachrichten lesen und ggf. beantworten kann. Dem Nachrichtenempfänger steht es somit frei zu entscheiden, „wann er die Nachricht entgegennehmen möchte […] und der Absender braucht sich folglich keine Gedanken darüber zu machen, ob er seinem gewünschten Kommunikationspartner durch sein Anliegen eventuell stören könnte“ (Beutner, 2002, S.26).

Ein wichtiges Kennzeichen der E-Mail ist außerdem der sogenannte Anhang. Dateien, wie Dokumente, Fotos, Musik usw. können digital verschickt werden. Einzigartig ist auch ihre Form: Der Header enthält Adressen des Senders und Empfängers und die Betreffzeile. Der zweite Teil, der Body, befasst sich mit der Nachricht, also dem Text der E-Mail.

3.1.2 Sprachliche Besonderheiten

Die E-Mail charakteristisch in eine Textsorte einzuordnen, ist schwierig. Vielmehr kann sie in verschiedenen Textsorten realisiert werden und ist somit in ihrer Verwendung variabel: Sie kann im beruflichen Bereich als geschäftliches Schreiben oder gar Bewerbung auftreten, sowie in anderen Bereichen als Werbung, Glückwunsch, Roman, o.A. auftreten. Thematisch kann die E-Mail alles enthalten, was Sender und Empfänger interessiert und beschäftigt. Zudem kann sie das aufnehmen, was sonst durch einen Brief oder ein Telefonat übermittelt werden will.

Der elektronische Brief basiert weiterhin auf der Schriftsprache mit Elementen des mündlichen Sprachgebrauchs. Zu Schreiben ist er immer mit einer Tastatur an einem Computer oder Smartphone. Wie es um das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit der jeweiligen E-Mail bestellt ist, ist abhängig von der Vertrautheit der Gesprächspartner. Obwohl die Texte letztendlich schriftbasiert sind, kann es sich um eine mündliche Sprache handeln. Pansegrau (1997) zeigt dies anhang von Beispiel-E-Mails: „Formulierungen wie ‚musste‘ für ‚musst du‘ und das Fehlen von Personalpronomen simulieren deutlich mündliche, umgangssprachliche Strukturen“ (Pansegrau, 1997, S. 100, zitiert nach Weingarten). Auch „häufige und-Verknüpfungen, einfache Hauptsatzreihen und Verwendung von Gesprächswörtern, wie also, aber “ (Pansegrau, 1997, S. 101, zitiert nach Weingarten) verdeutlichen die Mündlichkeit der E-Mail-Sprache.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kleine Formen der modernen Kommunikation. E-Mail und SMS im Vergleich
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Kleine Formen
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V343661
ISBN (eBook)
9783668337084
ISBN (Buch)
9783668337091
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kleine Formen, Email, SMS, Vergleich, Kommunikation, Linguistik
Arbeit zitieren
Nele Bonitzki (Autor), 2016, Kleine Formen der modernen Kommunikation. E-Mail und SMS im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343661

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